Ausgabe 
3.6.1898 Zweites Blatt
 
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theile telegraphisch, theilS telephonisch aufgegeben oder tl kann Einer eine besondere Botschaft telegraphiren und gleich­zeitig ein Anderer auf demselben Draht mit der anderen Station eine Unterhaltung führen, ohne den telegraphischen Verkehr zu stören. Der Apparat genügt zur Verbindung auf Entfernungen von etwa 1000 Kilometern. ES ist auch fest­gestellt, daß bei fehlerhaften Kabelverbindungen diese Apparate einen telegraphischen Verkehr ermöglichen. Für militärische Zwecke wird er auch in FriedenSzeiten mehrfache Anwendung finden, z. B. zur Verbindung einer schießenden Truppe mit den Zielscheiben und somit zur Erleichterung und Sicherung de« SchießdtensteS.

Literatur rrrrd Kun ft.

Katechismus der deutschen Arbeiterverficheruug von Dr. Alfred Wengler. Drei Thetle (1. Krankenversicherung. 2. Un­fallversicherung. 3. JnvaliditätS- und Altersversicherung). Jn Original- Letnenband zu je 2Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Der Grundstock der sozialen Gesetzgebung des Deutschen Reiches sind die Gesetze über die Arbetterverstcherung, die durch die historisch denk­würdige kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 angeregt worden find. Ein anschauliches und genaues Bild der deutschen Arbeiter- Versicherung auf bequeme Weife in knapper und gemeinverständlicher Form zu geben, ist die Aufgabe, die sich vorliegender Katechismus gestellt und gelöst hat. Der Verfasser, Regierungsrath bet der köntgl. sächsischen Kreishauptmannschaft und stellvertretender Vorsitzender de8 Schiedsgerichts für die Unfall«, JnvaliditätS- und Alters­versicherung zu Leipzig, hat auch von der obersten Rechtsprechung des ReichsversicherungsamteS bis auf die neueste Zett herab alles Wesent­liche und dem Interesse weiterer Kreise Nächstliegende mitgethetlt. Das überaus brauchbare Handbuch zerfällt tn drei Bändchen: Kranken­versicherung; Unfallversicherung; Jnvaltdttäts- und Altersversicherung. Jeder Theil ist auch einzeln käuflich.

Deutscher Soldatenhort, Jllustrirte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1,80 Mk. Verlag von Karl Siegismuud, Berlin SW., Dessauerstraße 13. IX. Jahrgang, Nr. 25, erschien soeben und enthält: Aus alter Zett. Eme kleine Erzählung von A. o. Detlev. (Schluß.) Achtung! (Btldertext.) Dienst im Kriege. Von General d. Ins. z. D. v. Kretschman. Aus dem Dtenstleben des Caoalleristen. Von Oberstlteutenant d. Cav. a. D. von Sanden. Ein Unglücksschuß. (Btldertext.)Im Meer begraben unser Glück!" Eine wahre Pfingst-Erzählung von der Düne. Von Bruno Emll König. Vom Kriegsschauplatz. (Mit Abbildungen.) Eine Excurston. Von I Huber. (Schluß.) Eine Erinnerung an 1870. Die Trommelsprache. Vater­ländische Gedeicktage. Splitter und Funken. Räthsel. Briefkasten u. f. w.

Im Verlage von S. Hirzel, Leipzig erschien vor Kurzem: Die Lehrfreiheit au den deutscheu Universitäten im neun- zehnteu Jahrhundert von Dr. G. Kaufmann, Professor der Geschichte an der Universität Breslau. (Preis 80 Pf.) Ausgehend von dem Grundsätze: Alle Freiheit ist beschränkte Freiheit, jede Freiheit fordert die Schranken der Ordnung, aber allerdings nur die Ordnungsschranken, welche dem Wesen der Sache entsprechen, um die es sich handelt, fordert der Verfasser volle Freiheit für die Forschung, sofern innere Wahrhaftigkeit und schickliche Form ihr nicht abgehen, und gelangt demgemäß zu dem Schlüsse: Wer mit Ernst wissenschaftlicher Erkenntntß nachgeht, der bleibe ungestört in seinem Lehramt, er mag Ansichten haben, welche er will. Ueberzeugungs- treue Verfechter wahrer Lehrfreiheit werden ihm rückhaltlos bet- pfltchten und ihm für sein mannhaftes Eintreten Dank wissen.

Ciu Märtyrer der geographischen Forschung. Henry S. Landor, ein junger hervorragender Maler, ist vor Kurzem aus dem geheimnißvollen Tibet nach Europa zurückgekehrt. Von wüthen- den Priestern und blutdürstigem Pöbel auf das Schändlichste miß­handelt, an einem Auge geblendet und am Rückrat so schwer ver­wundet, daß er ein kranker Mann bleiben wird, konnte er das Ziel seiner Sehnsucht nicht erreichen, Lhafia, das Rom der lamaistischen Religion. Nun ist er in Mailand soweit hergestellt, daß er nach London transportirt werden kann, wo er vor der Geographischen Gesellschaft einen Vortrag über feine erstaunlichen Abenteuer und die wichtigen geographischen und ethnographischen Entdeckungen halten wird, die er unter den schwersten körperlichen Leiden gemacht hat und die ihm jedenfalls eine hohe Auszeichnung seitens dieser be- deutendsten Geographischen Gesellschaft eintragen wird. Soeben ist er vom König und der Königin von Italien empfangen worden, denen er von seiner sensationellen Reise berichtete. Seine Recon- valescenz hat er dazu benutzt, ein Werk über seine Reise zu schreiben und seine nahezu 1000 Photographien und farbigen Skizzen, die er unterwegs anfertigen konnte, welche die Tibetaner ihm dann entrissen hatten, aber einer englischen Strafexpedttton wieder ausltefern mußten, zu sichten und zu überarbeiten. Sein Werk wird im Anfang dieses Herbstes bet F. A. Brockhaus in Leipzig erscheinen. Eine englische, amerikanische, französische, ungarische, böhmische, holländische, russische und italienische Ausgabe befinden sich ebenfalls in Vor­bereitung.

Untoerfitäfs - Nachrichten.

Berlin, 31. Mai. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Er­nennung deS ordentlichen Professors der Botanik an der hiesigen Universität, Dr. Schwendener, zum stimmberechtigten Ritter des Ordens paar le mtrite für Wissenschaften und Künste.

Jena, 31. Mat. Gestern ist Herr UntversitätSprofessor Hof­rath Dr. Friedrich Klopfleisch im Alter von 67 Jahren infolge eines Schlaganfalls gestorben. Geboren am 12. August 1831 alS Sohn des Archtdtaconus Dr. Klopfleisch in Jena, studtrte er hier und in München und habtlilirte sich am 31. Juli 1858 an hiesiger Universität für das Fach der Kunstgeschichte, nachdem er sich bis da­

hin schon mit besonderer Vorliebe und mit Erfolg dem Studium der Thüringer Kunstalterthürner gewidmet hatte. Am 14. October 1875 wurde er zum außer ordentlichen Profesior ernannt und am 13. Ja­nuar 1896 erhielt er von Seiner König!. Hoheit Dem Großherzog das PrädicatHofrath". .

Am 25. Mai feierte in Halle a. d. S. der Professor ber Erdkunde Dr. A. Kirchhoff in einem großen Kreise von nahen und fernen Freunden und Schülern sein 25jährtges Jubiläum als Lehrer an der Universität Halle und zugleich damit daß 25jährige Bestehen der ersten geographischen Professur an einer preußischen Hochschule. Die dem Jubilar von allen Seiten entgegengebrachte Liebe und Vn- ehrung fand einen beredten Ausdruck in der Errichtung einer Kirchhoff- Stiftung zur Unterstützung geographischer Arbeiten.

Der Lehrkörper der Berliner Universität zählt in diesem Sommerhalbjahr 373 Mitglieder. Darunter sind 83 Ordinarien, 17 ordentliche Honorar-Professoren, deren Zahl neuerdings sich ver­mehrt hat, ein lesendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften (Koser), 86 außerordentliche Professoren, 180 Prtvatdocenten und 6 Hilfslehrer. t ,

Göttingen. Unsere Universität zählt nach dem soeben er­scheinenden Personaloerzetchnisse in diesem Semester 1216 immatriku- lirte Studirende. Ihre Frequenz ist seit dem Winter 1892/93 ununterbrochen gewachsen und zwar im Ganzen um auf den Kopf 500 Studirende.

Würzburg. Habilitirt hat sich in der hiesigen philosophischen Facultät Dr. Johann Spemann aus Stuttgart, der Sohn des dortigen VerlagsduchhändlerS Wtlh. Spemann.

Die Universität Freiburg i. B. hat nun ihre Psortm auch den weiblichen Doctoren geöffnet. Eine Amerikanerin, Miß B. Platt, hat jetzt dort in der medicinischen Facultät promovtrt auf Grund ihrer DtffertationDie Entwicklung des Knorpelschädels und der bronchialen und hypogloffalen Muskulatur bei Necturriß. In diesem Semester hören fünf Damen in Freiburg literarhistorische Vorlesungen, eine Dame hat sich für ein historisches Colleg ein- schreiben lassen. , t

In der letzten Sitzung der Wiener Akademie der Wissen­schaften wurden Profesior d. EorneliuS-München, Profesior Tobler-Berlin, ferner der Profesior der slavischen Philologie Leskien-Leipzig und Profesior der Botanik Eohn-Breslau zu correfpondirenden Mitgliedern der Akademie gewählt.

Aus London wird gemeldet: Die .Society of arts* verlieh die Albert-Medaille für dieses Jahr mit Zustimmung deS Prinzen von Wales, der Präsident der Gesellschaft ist, Robert v. Bunsen in Heidelberg in Anerkennung seiner großen Verdienste um Die Anwendung von Chemie und Physik auf Künste und Jndustrie- erzeugnisse. ____________________ ___________________________

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Freitag de« 3. Juni, Abends S/2 Uhr pünktlich

im Hofe des Thurmhauses am Brand. 5459

Gießen, 27. Mai 1898.

Der Branddirektor: Traber.

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Die zur Unterhaltung der Kirche und Pfarrgebäude zu Alten-Buseck erforderlichen Arbeiten und Liefer­ungen sollen Samstag den 4. Juni, Mittags 2 Uhr, auf Großh. Bürger­meisterei daselbst öffentlich in Accord gegeben werdest:

Veranschlagt zu: Maurerarbeiten 100,84 JL

Zimmerarbeiten 14,25

Schreinerarbeiten 80,78

Schlofferarbeiten 11,

Weißbinderarbeiten 7,78

Eisen- und Röhrenlieferung 19,50

Gießen, den 31. Mai 1898.

Der Kreisstraßenmeister.

Senßfeld er. 5541

MstkigerlMM

Freitag den 3. Juni 1898, Nachmittags 2 Uhr,

im Adler zu Gießen versteigere ich öffent­lich gegen Baarzahlung:

1 Sommerwagen, 1 Ladeneinrichtung, 2 Betten (neu), 6 Sophas, l Trumeaux- spiegel, 1 Nähmaschine, 2 Commoden und sonstige Mobilien, ferner drei Ballen Kaffee, 300 Meter Glaser- leisten, 4 Flaschen Champagner usw. Versteigerung voraussichtlich bestimmt, hinsichtlich der Glaserleisten und des Champagners bestimmt.

5579 Engel, Gerichtsvollzieher.

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