1898
Samstag den 2. April
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblcrtt für den Ureis Gieren.
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
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Monatsbericht
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr.
Alle Anzeigen-VermittlungSstellen de« In« und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger -ntgeg«.
Rebotttett, Expedition und Druckerei: Ochnkstratze Kr. 7.
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entsprechende Vorlage zugehev.
Eine Anfrage des Abgeordneten Brunner, die Vergebung von Tuchlieferungen bei der Preußifch.Hessi« fcheu Staatsbahn betreffend, beantwortet Fmanzmtnister Weber dahin, daß die Regierung auch tu dem neuen Se- meinfchastSverhältniß dafür wirken werde, daß die heffifche
habe, die Steuerziele zu verlegen.
Bezüglich einer Anfrage deS Abgeordneten HanS- Offeubach, da» Bahuproject Gernsheim«Pfungstadt betreffend, erklärt Fivaozmintster Weber, die generellen Entwürfe für diese Bahn würden bis Ende Mat fertiggestellt und die Vorarbeiten beendigt feto. Der Kammer werde eine
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Eine weitere Anfrage de» Abgeordneten Köhler- Darmstadt auf Verlegung der Gemeiudesteuerztele wird dahin beantwortet, daß die Regierung nicht die Abficht
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.
Fernsprecher Nr. 51.
wird einstimmig angeuommeu.
Eine Anfrage des Abg. Schröder, die Berhältniffe der land« und forstwtrrhschaftltchen BerufSge« nossenschaft für da» Großherzogthum Heffen betrrffmd, beantwortet StaatSmiuister Finger dahin, daß bet der Berathung de» neuen SreuergesetzeS und bet der Abänderung de» Unfallgesetze» den Wünschen Rechnung getragen werde. — Abg. Schröder und Abg. Hirsch wünschen einen besseren Ausgleich der Kosten in den Provinzeo. Rheinhessen habe die größten Beiträge zu zahlen. Die Regierung möge den Unternehmern entgegenkommen und Sektionen etnführen. Bet der Berathung des RetchSunsallgesetzeS wöge die Regierung dahin wirken, daß die Eigenthümer und nicht der Betriebrunternehmer haftbar gemacht werde. — Abgg. Weidner, Brauer und Ulrich halten da» Gesetz sür eine große Wohlthat. Sine Bereiusachung des Geschäft»« ganges sei empfehlenSwerih — Abgg. Glaser und Köhler« Langsdorf halten da» Gesetz für ungerecht. Dasselbe werde nicht so angewendet, wie es das Volk wünsche. — Ministerin!« rath Emmerling sagt die Berücksichtigung verschiedener Wünsche zu. Die Wünsche de» Abgeordneten Schröder führen aber eine Gesetzeränderung mit fich und davor möchte er warnen.
Eine Anfrage de» Abg. Osann, die PrufionSverhält« Nisse der hessischen Mitglieder de» deutschen Krieg»« und JnvalidenBerbande» betreffend, be« antwortet StaatSminister Finger dahin, daß nach den von der Regierung angestellten Erhebungen e» fich ergeben bade, daß 55 Invaliden vorhanden seien. Bon diesen seien 19 wirklich bedürftig und sei denselben ein Betrag von 120 Mk. zugedilligt, der auch sür die Folge bei Bedürftigkeit gegeben werde.
nftoffe
30 w«,
Nezag-prei* viertelsährlich
2 Mart 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
chrscheint tägNch mit Ausnahme de» Montag».
Die Gießener MamlkienSrLtter worben dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
Schrffsnachrichten.
— Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star ßhiit" In Antwerpen »st laut Telegramm am 30. MLiz wohlbehalten w Newpork angekommen.
Nr. 78 Zweites Blatt
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Aus den Verhandlungen der Zweite« Kammer der hessischen Stande.
G. Darmstadt. 31. März 1898.
Die Sitzung wird um 9 Uhr eröffnet und tritt die Sammer in die Berathung einer Vorstellung der Schul«
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Fingern ab, auch ist da» G präge nicht scharf. Außerdrm find einzelne falsche Zweimarkstücke und Thaler vor« gekommen. Erstere »rugtn die Münzzeichen A und B und dir Zahl 1876 und waren mit dem B ldnih Kaiser Wilhelm I.
Die Thaler hatten die Jahreszahlen 1870, Münz zeichen C. 1862 A 1871 A. sowie sämmtlich da» Bild König Wilhelm I. Dir ZwetmarkstÜcke hatten fetten Glavz, geringe» Gewicht und waren biegsam, von sehr fettem Metall uad viel zu leicht,
-e. Nrn Ulrichstein, 1. April.
der Arbeiter-Colonie pro März 189 8. Ende Mär» 1898 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 60 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß« herzogthum Hessen 8; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 8, Regierungsbezirk Wiesbaden 6; Provinz Rhein« lande 4, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 3, Pro« vtnz Ostpreußen 1, Provinz Schlesien 2, Prov nz West- falrn 1; Königreich Bayern 4, Köntgretch Sachsen 2, König« reich Würnewberg 2; Großherzogthum Baden 2; Groß« Herzogtum Mecklenburg 1; thüringische Staaten 5; Au»« land : O st-rre ch Ungarn 1 Hiervon waren: Arbeiter 24, Anstreicher 1, Bäcker 1, Bergmann 1, Gärtner 1, Hasen» haarschnrider 1, Kvppenmacher 1, Kaufleute 3, Kellner 1, Klempner 1, Küfer I, Kürschner 1, L^ndwirth 1, Schlosser 3, Gchn.idrr 3. Schubmacher 2 Schrifnitz" 1, Tapezter 2, Tüncher 1. Gearbeitet wurde an 1617 Tagen. Verpflegt wurde an 1872 Tagen. Im Monat März 1898 wurden entlassen 33 Mann, und zwar tn Arbeit durch eigene» Bemühe!' 3. auf eigenen Wunsch 16 wegen Co> trocibruchr» 10, wegen W dersetznchketl gegen die Aufseher 1, wegen Trm k 1, auf R qaisttion der Bebör"? 1 w-gen Arbe't»uniäh'l>k<it 1. Sei Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 3420, dagegen abgegangen im Ganzen 3370 Mann, bleibt Bestand am 31. März 1898: 50 Mann.
Der bisherige Verlauf der $ Parlaments-Session.
Reichstag und Abgeordnetenhaus find tn die Osterferien «ingetreten und halten mehrere Wochen lang ihre Pforten geschlossen. Das giebt uv« Veranlassung, einen Rückblick zu werskN auf dir bisherige Tätigkeit der beiden Pariannnte, l sdesondere deS R:ichStageS. Wir erinnern un» noch, datz der letztere zu einer verhält» ßmätzig kurzen Session riube« rufen wurde, da ihm nur die wichtigsten und allernothwen- digsteu Vorlagen zugehen sollten, wie denn die gesetzgeberische Thätigkcit überhaupt etwa» eingeschränkt werden sollte, da die „Grsetzmacheret" einen zu großeu Umsang angenommen batte. Damit konnte man sich nur einverstanden erklären, um so mehr, al» bekanntlich das Interesse für die Reichs- tagSverhandluagen stark abgenommen hatte und man annehwen durfte, daß diks an dem Zuviel der Grfetzgeberet liege und eine weife Einschränkung tn dieser Beziehung daS J^errffe «teder anfachen werde.
Wenn auch die dem Reichstage zugegangenen Vorlagen diesmal an Zahl geringer waten al» sonst, so stellten sie doch noch ein recht umfangreiches Pensum dar und überragten an Wichtigkeit weit den Durchschnitt der letzten Jahre. Sehen wir vorläufig von den beiden im Vordergründe stehenden Gesetzentwürfen ab, so haben auch die übrtgn tu dieser Session beratheoen ein allgemeine» Interesse, sodaß die Ver« Handlungen Werth waren, mit größter Aufmerksamkeit ver- folgt zu werden. r t J
Mit der Einführung deS Bürgerlichen Grsetzbuche» im Jahre 1900 werden eine Reihe neuer Etnzelgefetze noth- wendig, welche, soweit ffe nicht bereit» erledigt waren, in dieser Session durchberathen worden find, bezw. el noch werden. Die Gesetzentwürfe über die freiwillige Gerichts- barkrit, über Abänderungen der Livilproceßordnung und der Strafproceßordnuog, über die Gerichtsverfassung ufw. schneiden sämmtlich rief in die Interessen der Allgemeinheit ein und haben eine sehr sorgfältige Durchberathung erfahren. Nicht weniger Sympathie brachte man dem Gesetze über die Entschädigung der tm Wiederaufnahmeverfahren sretgesprocheuen Personen entgegen, und wenn in demselben auch nicht alle Wünsche und Erwartungen erfüllt werden konnten, so ist man doch damit ein gut Stück vorwärts gekommen auf dem Wege, Ungerechtigkeiten au-zugleichen und Härten de» Gesetzes zu wildern. Der Anfang ift gemacht worden, und e» liegt nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit, daß auch einmal un« schuldig erlittene Untersuchungshaft in einzelnen Fallen entschädigt wird.
Die diesjährige ReichStagSsefsion zeichnet fich vor vielen ihrer Vorgänger auch hanptiächttch dadurch au», daß sie viele positiven Erfolge zeitigte. So ift da» Poftdawpferfubv-ntion». aesrtz ziemlich schlank erledigt worden, waS im vorigen Jahre bekanntlich nicht möglich war. Zur Vereinfachung der Kassen« aeschäste bei den Behörden und zur Erleichterung der Beamten find die AmtScautionen au6 der Welt geschafft worden, wa» von allen Seiten mit Sympathie ausgenommen wurde. Ohne Erfolg blieben bisher die Anzapfungen der Regierung auf dem Gebiete des Vereins' und Loalttton-rechr».
Abgesehen von der ReichStagsfitzung deS 18. Marz, d e bekanntlich außergewöhnlich stürmisch verlief, spielten sich die Reichstagsverhandlungen ziemlich ruhig ab, und selbst beim Militäretat, der sonst immer erregte Scenen hervorrief, war die Stimmung eine versöhnliche. Wenn auch bei unS persönliche Angriffe nicht aukblrtben, so kann man doch den Reichstag in Bezug auf den ruhigen Verlauf seiner Sitzungen an die Spitze der Parlamente Europa» stellen, und wir geben un» der festen Zuversicht h.n, daß es auch tn Zukunft
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Resultat der ParlamrntSsession wohl zufrieden sein kann, brauchrn wir also gar nicht auf den Erfolg htnzuwet en, den sie mit der Durchbriugung der Flottrnvorlage gehabt hat, oder auf die Wahrscheinlichkeit, daß auch der Mlitärftraf« procehreform-Entwurf in einer beide Theile befriedigenden Weise zur Erledigung gelangen wird. Regierung und Par- Ä’Cn o'em°vo°en 8.»u6.|-in die Ost-- -r.-n etntreten, ihre volle Schuldigkeit gethan und ihre Thätigkett dem Allgemeinwohl, dem deutschen Vaterlande gewidmet zu haben. __________________
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diener an den Gymnasien und Realschulen um E'höhuna ihrer Gehalte. Der Ausschuß beantragt, die Sache bi» zur Berathung der Besoldung»ordnung zurückzuweisen, und beschließt die Kammer demgemäß.
Gwe Mitteilung der Grohherzogltchen Regierung, die statistische Uebersicht der der polizeilichen Auf« sicht unterstehenden Miethwohnungen und Schlafstellen betreffend, hat dir Kammer entgegengenommen. Dabei beschließt dieselbe, da» Ersuchen an die Regierung zu richten, datz auch künftig Ueberfichteu den beiden Kammern der Stände jährlich zur Kenntniß gebracht und daß die Bestimmungen de» Gesetzes auf alle Gemeinden unter fünf- taufend Seelen ausgedehnt werden, in welchen dies nach den in Frage kommenden Verhältnissen angezrigt erscheint, um äxsäää tsrerÄS । ÄÄ*. -*•
el" ... . 3.1.1 ‘ bl.' 6k' bkk* «™*‘
auf staatliche Unterstützung für arm- unb bebürftige Ein- Anfrage ber »dgrorbneten Schröbrr nnb Hirfch, B-m-in ben zu b.n Sofien für mue ÜBa f f er tei t un g e n. ben Bahnbau Rh°'°-Dür'hef--
Enem G-loch be« Conr-b Düll nm Nachlaß von betreffen', -rk.är, MnanzmiiiifterW-ber, bie PILve fein Zahlungen an bie siaaltkaffe wirb nicht ftatigtgeben nnb bereite fertiggestellt. Nach her G-länbestellung bet ®emeinbea «u Gefuch bte Mivfsttrialkan,listen Hank jn Darmstadt könne mit bem Bau begönnert werben.
um Erhöhung feint! Ruhegehalt.« für erledigt erliärt. Damit ist bte umfangreiche Tage«°rbnun, erledigt unb
(Sin Gefach bet Steuer auf feü er um Erhöhung ihre» vertagt stb die «ammer bl« zum Mai d. I.______________
Gehalte» und Tagegelder und ein Gesuch der Zugführer,--— = ——
Schaffner und Wagenwärter der Matn«Nrckar Bahn C*€OU# NMd
nm Gehaltserhöhung wird vorerst abgelrhnt. Steßen, 1. April 1898.
Ein Antrag de» Abg.Ripper, über die Erbauung einer
Bahn von Fürth nach Reichelsheim gibt zu einer längeren •* Warnung vor lösche« Gelbe! 3» letzter Zett fi Debatte Veranlaffung. — Abg. Schönberger wünscht den viele falsche Einmarkstücke tu^ Umlauf gesetzt war e . baldigen Bau dieser Bahn und Durchsührung derselben über Die bis jetzt an^alten.n Falschstücke trag-n M 3 M ; dr- Gampener Kreuz. ES scheine ihm, daß hier da» Interesse zahlen 1881, 1883, 1886, 1887, 1896 und da» Münz ber Stabt Darmstabt mehr wie nöthlg in ben Borbergrunb »eichen A. Ber-inz-lt stn° anch I.lche Ml
g fdgoben werde. - Mnanzmlnister Weber stellt fest, baß 1881 unb b-m Mlit>»eichen E, fowie 18S4 6 vorgekommen schon ber verstorbene Dbtrbürgermeifier Ohlh für biefe B-Hn Die Falfchstück- stad leicht k-nntiich. Si- haben in elnaetreten fei Die Unterstellung, daß die Regierung die rlngere« Gewicht al« die öchten, und einen l<tled)ten, bumple Jmeresten der Stabt Darmftabt°fö,bere, w-if-°er »mfli. Slang, fi- fühl-n fiq m-ist Reg am nnb
Zuerst müßten aber die zunächst projectirten Bahnen gebaut schnetdbar,. fä.ben größtevthetl» ^-1« Reiben zwsschrn | werden - Abg. Schröder wünscht strikte Einhaltung de» ' -......" ntdlt fdjQtL aa6c,btm
Gisenbahngesetzc» und ersucht die Kammer, dem Anträge des AuSschufirs keine Folge zu geben. — Abg. Schmeel wird für den Au»schußaatrag stimmen, um die Ansicht de» Abg. Schönberger zu zerstören, al6 sei der Ausbau dieser Linie versehen für Darmstadt schädlich. Der Antrag de» Ausschusses, der Regierung die Bnückfichtigung des Gesuches zu empfehlen, sobald die Bedingungen de» Gesetzes von 1884 (unentgelt- ltche Geländestellung) Seitens der Gemeinden erfüllt seien,
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