Ausgabe 
1.4.1898 Erstes Blatt
 
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vmi Handwnkerkammttn über, sie al- Ecfüllung der seit 1848 erhobenen Forderungen bezeichnend. Er hält eS au- mancherlei näher dargelegte» Gründe für zweckmäßiger, daß für dal Gebtet des Großherzogthum- nur eine Handwerkerkawmer

wiederholt aus die strenge ärztliche Ueberwachsag unter der bewährten ßdtung de- Herrn Dr. Koeppe, wodurch jede Gefahr für die Ge'uudhett au-geschlofseu ist. Al- Schritt' wacher ist eiu bedeutender Fahrer au- Italien engagirt.

* Neue Weinstube. Die bekrönte Geiogroßdaodlung I. F. Men zer-Neckargemünd eröffnete heute hier eine Filiale in der Bahnhofstraße 23 unter der Leitung de-

rrrichtet werde, Organe der einzelnen Provinzen sollten de« sondere Au-schüfse sein. Da zu den Handwerkerkammern nur Mitglieder von Innungen und Gewerbeveretueu wahlberech« tigt und wählbar find, so ergebe fich darau- für jeden Hand« werter die Rothwendigkeit, einer derartigen Organisation bet* zntreteu. Wenn nun auf Heranziehung sämmtlicher Hand­werker zu den Vereinen htogewtrkt werde, so werde der Erfolg nicht au-bletben, die Jatereffen de- Handwerks würden der- treten und die Behauptungen der Zünftler, daß die Gewerbe- Vereine die gewerblichen Jatereffen nicht vertreten könnten, verstummen. Als wichtigste Person de- Institut- der Hand« werkerkamwern sei der Srcretär zu bezeichnen. Die Be- sttmmuug aber, daß derselbe nur auf die Dauer von sechs Jahren gewählt werde (Wiederwahl selbstverständlich nicht ausgeschlossen), gebe zu Bedenken Anlaß, denn ein solche! Amt erfordere von seinem Inhaber, daß dieser die Verwal­tung desselben als seine Lebensaufgabe betrachte. Auch da- Jutereffe der Gesrllenau-schüffe gebiete den Handwerkern den Beitritt zu einer Organisation, weil ein auf Wahrung seiner Jotereffeu bedachter Geselle nicht bet einem Meister schaffen würde, der n'cht wahlberechtigt zur Handwerkerkawmer sei. Auf die Lehrlingsausbildung übergehend, besprach Herr Kahl die Auswüchse deS LehrliogSwesenS. Hier greife da- Gesetz io einer Weise ein, die als Fortschritt auf dem Ge­biete von Reformen zu bezeichnen sei. Wichtig besonder- fei die Bestimmung, daß Personen, welche nicht im Besitz der bezüglichen Ehrenrechte sich brsinden, die sich Pfllchtverletzungeu gegen die ihnen auvertrauten Lehrlinge schuldig machen, die sittlich ungeeignet erscheinen oder zur sachgemäßen Anleitung eine- Lehrlings nicht geeignet find, die Annahme von Lehr­lingen verboten werden kann- Redner bezeichnet eS für uöihtg, daß das Verbot des Halten- von Lehrlingen nicht den Polizeibehörden, sondern den höheren Verwaltungsbe­hörden (Kceisämtern) zusteht. Al- unbedingte- Trsorderniß sei zu bezeichnen ein schriftlicher Lehrvertrag. DeS Weiteren führte er eine Reihe von Gesetzesbestimmungen an, die für die Lehrlingsausbildung deu größten practischen Werth haben. Aber auch die Gesellenprüfungen bedeuteten einen Forttchritt, bezüglich deffen nur zu bedauern sei, daß diese Prüfungen nicht obligatorisch seien- doch sei Hoffnung vorhanden, daß von der fakultativen Prüfung der weitgehendste Gebrauch gemacht werde, weil die Gesellen bald einseheu würden, von welchem Bortheil für fie da- Bestehen einer Prüfung sei. WaS schließlich die Bestimmungen über die Führung von Meistertiteln betrifft, so könne nicht behauptet werden, daß dieselben für die Handwerker wirthschaftlich von Bortheil seien. Herr Kahl kam zu dem Schluß, daß da- Gesetz wenig nützen wird, wenn die Handwerker nicht selbst thätig Hand anS Werk legen, er führte noch eine Reihe von Aufgaben auf, die zum Arbeitsgebiet der Handwerlerkammeru gehören- die Schilderungen der Innungen, sowohl der ZwangStnnuugev, als auch der freien Vereinigungen, sowie der Gewerbeveretne waren so eingehend und in ihren Schlußfolgerungen so über­zeugend, daß eS keinem der Anwesenden zweifelhaft sein konnte, welcher der dieser Vereinigungen er für die Zukunft beizutreten, bezw. deu Vorzug zu geben habe. Die Parole solle nicht fein: Gewerbevereiu oder Innungen, fouderu Ge« Werbeverein und Innungen, welch Letztere fich recht gut den Gewerbeveretveu angliedern könnten, um eineStheil- das ge­werbliche Leben innerhalb der Gewerbeveretne zu beleben und zu stärken, anderntheil- aber auch thrilzunehmen au den Leistungen und Hilfsmitteln der Gewerbevereine, deren Ziel »ehr als je sein würde, durch intenfiveren gewerblichen Unterricht, Vorträge, reichhaltige Bibliothek ufw. zur Hebung und Kräftigung deS Handwerk- beizutragen. Herr Kahl schloß mit der Aufforderung, daß, nachdem die Regierung ihre Schuldigkeit gerhau, die Handwerker nun die ihrige thun möchten. Reicher Beifall lohnte den Herrn Redner nach -Schluß seine- anderthalbstündigen Vortrag- und nachdem dem­selben noch Seitens de- Herrn Borfitzenden der Dank aus­gesprochen war, schloß fich noch eine lebhafte DiScussion an den Vortrag an, welche die Thetlnehmer noch bis später Stunde im lebhaften Austausch der Meinungen zusammen- hielt. An der DiScusfion betheiligteu fich außer dem Herrn Referenten und dem Herrn Borfitzenden Eommerctenrath Hehltgenfiaedt, insbesondere die Herren Stadtverordneten L. Petri und W. Loeber, sowie Herr Metzgermeister Ptrr und Herr Hauptlehrer Traber, und konnten wir mit Freuden ronstatiren, daß die zum Thkil noch vorhandenen Mißver- ständliiffe durch entsprechende AnSsprachen und Aufklärungen beseitigt, und ein Einvernehmen erzielt wurde, daS wtr haupt­sächlich deu klaren und sachverständigen Ausführungen de- Herru Kahl zu danken haben, und da- dazu beitragen möge, daß unsere hiesigen Handwerker uud Gewerbetreibende die ihnen erwachsenden Pflichten gemeinsam tragen und die er­wachsenden Rechte gemeinsam au-üben und genießen mögen zum Segen und Gedeihen des gejammten Handwerks unserer Vaterstadt. Als nächster Bortrag ist ein solcher Über da- kleingewerdliche GenoffenschaftSwescn in Aussicht genommen, der gewiß auch da- Jntereffe aller Gewerbetreibenden finden wird.

Kaufwanvische Fachschule. Morgen Freitag den 1. April, Abend- von 8 Uhr an siehe betr. Annonce in heutiger Nummer findet die öffentliche Prüfung der kaufmännischen Fachschule statt. Da durch den Neubau der Schule größere und schönere Räume vorhanden find und diese Prüfung namentlich für Kaufleute immer manche- In- tereffe bittet, fo steht wohl zu erwarten, daß der Besuch ein recht zahlreicher werden wird.

* Sportplatz oo der Hardt. Der Beginn de- Trainir- cursuS ist endgilttg auf DienStag den 5. April festgesetzt worden. Von auswärtigen Fahrern liegen bisher u. ü. Meldungen au- Hagen i. W., Darmstadt, Forst i. L. rc. vor. Für vorsichtige oder ängstliche Gewüther verweisen wir

Herrn Jos. Schmitz.

* Tie Ankunft beiGießener SUrcheS" auf seinem alten Neste im$efclar" zeigt uv- einstarker Familien­vater^ und Stoichfeind witzelst Postkarte an.

Dal lOOOOftt Schwein ist am heutigen Tage im hiesigen Schlachthause fett Beginn de- nunmehr abgelaufenen Berwaltung-jahre- geschlachtet worden. Diese Zahl ist seit Bestehen de- Schlachthause- noch in keinem Jahre er­reicht worden.

* * FeieNagl-Sonderzuge. Wir machen an dieser Stelle auf die in heutiger Nummer befindliche Bekanntmachung der König!. Eisenbahndtreedon Frankfurt a. M. tu Betreff der vor und nach den Feiertagen verkehrenden Souderzüge aufmerksam.

* Prüfung. Bekanntlich werden vom 1. April ab auch Damen zum inneren Postdtenste zugelaffen. Lust- tragende Damen haben ihre Befähigung zu diesem Dienste durch ein Examen nachzuweisen. Diese Prüfung scheint nun keine-weg-, wie man anfänglich vermuthete, mit Leichtigkeit abgelegt werden zu können. DemMainzer Avz." wird mitgetheilt, daß von 15 Mainzer Damen, weiche fich kürzlich bei der Oberpostdirection in Darmstadt gedachtem Examen unterzogen, nämlich nur drei bestanden haben. Auch dal Postasfistenten-Examen stellt neuerdings an die Postgehtlfen hohe Anforderungen. Bon 6 Prüflingen pflegen meistens 4 da- Examen nicht zu bestehen. Die erstaunlich zahlreichen PlÜfungS-Durchfälle" verursachen unter den jungen Post- gehilfen eine föemliche Prüfung-Panik. Zu dem am 13. April in Darmstadt beginnenden Examen für daS Finanzfach erster Eategorie sind bereit- 63 Anmeldungen etugelaufen. Im Vorjahr bestanden von 54 Examinanten nur 45 und im Jahre 1895 von 76 gar nut 43. An die Prüflinge deS Finanz- faches werden stet- wachsende Anforderungen gestellt.

g. Lich, 30. März. Die hiesige Präparanden-An- ftalt wurde im letzten Schuljahr von 63 Zöglingen besucht, wovon auf die erste Klaffe 27 und auf die zweite Klaffe 36 Schüler entfallen. Die Reise zum Eintritt in das Schul- letzrerseminar wurde 24 Schülern zuerkannt. Das neue Schuljahr beginnt am 27. April I. I. TagS zuvor findet die Aufnahmeprüfung für die erste Klaffe statt, diejenige für die zweite Klaffe hingegen am 1. Juni.

Schlitz, 28. März. Am vergangenen Sam-tag Abend bot in einer hiefigen Wirtschaft ein zugereister Arbeiter einigen Gästen eine Wette an, daß er noch V» Maas Schnaps trinken könne. Ob die Wette angenommen wurde, ist nicht zu unserer Kenntniß gelangt, jedoch wurde von dem Arbeiter oben bezeichnete- Quantum getrunken und fand man denselben am anderen Morgen al- Leiche in seinem Bette vor.

Darmstadt, 30. März. Die Landtag-abgeordneten Brünner, Breim er und Dr. Hetdenreich versenden im Wahlkreis Erbach-BenSheim Rundschreiben, in denen fie den Präfidenten der Zweiten Kammer, Geheimer Regie- rungSrath HaaS-Offenbach als die geeignetsten Reich-- tagSeandtdaten empfehlen und um Zustimmung-Er­klärungen zu dieser Candidatur bitten, da man nur dann auf eine Zusage deS Herrn HaaS rechnen könne, wenn ihm zur Gewißheit werde, daß seine Candtdatur von angesehenen und einflußreichen Männern au- allen Theilen de- Wahl­kreise- gewünscht werde.

Rimbach, 29. März. Ein grausiger Mord wurde leider gestern Abend in unserem sonst so ruhigen Ort verübt. In der Rettig'jchen Wirthschast an der Staatsstraße geriethen die sonst friedliebenden Bürger Eberle und Karg in etwa- angeheitertem Zustande beim Humpentrinken in einen Wort­wechsel, wobei Karg einen Stretch auf die Nase erhielt. Karg soll dem anwesenden Polizeidiener hieraus gesagt haben, daß der Polizeidiener fich die Sache zu merken und anzu­zeigen habe. Hierüber kam Eberle so in Aufregung, daß er da- Mefler zog und e- dem Karg in die Brust stieß, worauf Karg alsbald tobt niederstürzte. Karg war verheirathet und fein Mörder Eberle hat nicht weniger al- sechs Kinder zu ernähren. Er stellte fich heute Morgen selbst beim Amts­gericht Fürth. Man kann fich denken, welche Aufregung in der sonst so friedliebenden Gegend angefichtS eines so schauer­lichen Mordes Platz gegriffm hat.

Mainz, 30. März. Ein armer reicher Mann. Bor einigea Wochen wurde einem auf der Gaugaffe wohnen­den Privatmann, einem alten Sonderling, angeblich eine Summe vou 11,000 Mark gestohlen, welcher Bettag später in einem Nebenzimmer unter Gerümp-l versteckt wieder auf­gefunden worden ist- gestern Nachmittag erhielt nun die Polizei die Mittheilung, daß der damals Bestohlene von einem Schlaganfall betroffen worden sei und bewußtlos vou den Bewohnern dc- HanjeS angettoffen worden sei. Sofort begab fich die Polizei in die Wohnung de- alten ManneS und fand denselben bewußtlos im Zimmer liegen. Da er keine Angehörigen mehr hat, wurde er alsbald in das Hospital verbracht, doch schon auf dem Wege dorthin verstarb er- ein Hirnschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Die Polizei sah sich in Folge dessen veranlaßt, nunmehr die Wohnung de- Verstorbenen zu durchsuchen, um wenigsten- daö vorhandene Geld zu bergen. Nach langem Suchen in den Zimmern voller Unrath und Schmutz wurde endlich eine sehr bettächtlicht Summe in dem Bette deS Verstorbenen aufgefunden und von der Polizei einstweilen mit Beschlag belegt, um dasselbe drm Gerichte außzuliesern. Der Ver­storbene, der auch Eigenthümer des Hause- ist, in welchem er wohnte, war so geiz'g, daß er sich jeden Tag sein Effen auS der Volksküche bezog und fich den ganzen Tag davon

nährte. Noch vor feinem Tode hatte der Verstorbene mit der Steuerbehörde zu thun. Dieselbe hatte nämlich ermittelt, daß der Bestohlene die ihm angeblich abhanden gekommene Summe gar nicht zur Eapttalrentensteuer angemeldet hatte, so daß er wegen Steuerhinterziehung zu bestrafen fei. Die lachenden Erben werden fich daher wohl eine Kürzung ihrer Erbschaft gefallen lassen müffeu. Mainz. An;.

Vermifdpiest

* Berliner Bierfal schon gen. In einem Gutachten bei Beretn- der Brauereien Berlins und Umgebung au den dortigen Poiizeip äfidenten wird über Verfälschung de- Biere­mit Saccharin, Glycerin u. s. w. mitgetheilt, daß in weiteren Kreisen kaum eine Vorstellung darüber herrsche, welche außerordentliche, geradezu systematisch betriebene An-, dehuung diese Bierfälschungen genommen haben, uab welche Gefahr für die Allgemeinheit und die berechtigten Jatereffen de- Berliner Braugewerbes bilden. Nach zuverläjfigen Er­mittelungen giebt es in Berlin mehr als 40 solcher gemeinge­fährlichenBrauereien". Außer dem bet ihnen sehr beträcht­lichen Haus- ober Jungbierverkaufe sollen sie jährlich noch bis 200000 Hectoltter mit Fährbetrieb absetzen. Etwa 150 bi- 200 Brerwagen solcher Brauereien sollen in den Straßen Berlin- und seinen Vororten umherfahren. Von der Be» trieb-weise entwirft baß Gutachten folgende Schilderung. Da­nach werden gewöhnlich in einem oft Waschküchen ähnlichen Raum aus einem Maischquantum, wozu oft nur au- Braue­reien ober Gastwitthschaften zusammengekaufte Bterreste ver­schiedenster Herkunft verwendet werden, durch wiederholte Wofferaufgüsie eine Reihe von Abkochungen unter einige» Hopfenzusatz gemacht und in den Gährrau» gebracht, wo fie mit obergähriger Hefe angestellt, oft schon am selben Abende, in der Regel aber am nächsten Morgen al- verkauf-bereite- Bier" gelten. Oft vollzieht sich dieseBierbereitung" noch einfacher, indem Leute, die Überhaupt über keine eigentliche Betriebsstätte verfügen und niemals mit dem Braugewerbe technisch in Berührung gekommen find, einige Hectoliter Lagerbier kaufen, durch Wafferzufatz auf bas Fünffache ver­dünnen und diesem Wafferbier mittels Saccharin den die Schalheit verdeckenden süßen Geschmack verleihen- alle- auf kaltem Wege. Je nach dem Zusatze von Saccharin und Farbe steht dann schließlich etiie bunte Musterkarte von Bieren zur Verfügung, die unter verlockenden Namen, nament­lich solchen wieMalzbier",Krastbier",Gesundheit-dier", Amwenbier" und bergt, leider nur allzu erfolgreich vertrieben werben.

Carl Stangen'! Reife-Bureau, Berlin W., Mohren- ftraße 10, hat jetzt einen illustrirten Prospect über die von ihm für bas Jahr 1900 aus Anlaß der Weltaus­stellung geplanten Gefellfchaftsreifen nach Paris herausge- geben. Das Bureau weist auf feine Thätigkeit während her verschiedenen Ausstellungen feit dem Jahre 1867 und die hierbei gesammelten Erfahrungen hin. Es wird wöchentlich zwei Gefellfchaftsreifen von Deulfchlanb nach Paris und alle vierzehn Tage bezüglich alle Monate mit diesen verbundene Ausflüge nach Brüssel. London u. f. w. zur Ausführung bringen. Infolge vielseitig ausgesprochener Wünsche nimmt Carl Stangens Reise-Bureau schon von jetzt ab beliebige Ratenzahlungen für die Reisen entgegen, die laut Abkommen auch von den Reichsbankanstalten, von der Deutschen Bank und deren Filialen, von allen ReichSpost-Anstalten auf be­sondere Quittungsbücher angenommen werden. Die Prospecte, die alles Nähere enthalten, werden von genanntem Bureau kostenfrei ausgegeben. (Siehe a. Inserat in Nr. 74 d. Bl.)

Gottesdienst in der Synagoge

Samstag den 2. April 1898.

Vorabend 6« Uhr, Morgens 9 Uhr, NaärmittagS r Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 7 Uhr.

Verkehr, rrnd Volkswirthschaft.

M*»wre, 30. Mär,. Frachtmarkt. Rother Wei.«

JL 17,88, weißer fflrijen X 00.00, Korn X 11.91, Gerste X 10.70,

Hafer X 7.72.

Neueste Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 31. Marz. Das Auftreten der viel genannten ßona Barrtfon, welche im hiesige» Apello Theater dem­nächst erfolgen sollte, ist den Morgenblättern zufolge vom Minister bet Innern verboten worden.

Wien. 31. März. Kaiser F'anz Joseph hat durch ein besondere- Handschreiben den Erzherzog Franz Ferdi­nand, seinen ältesten Neffen, zur Dtspofition bei mili­tärischen Oberbefehls gestellt. Das bedeutet, daß der Erz­herzog die Stellvertretung deS Monarchen al- oberstn Befehlshaber in militärischen Dingen auSzuüden befugt ist. Eine ähnliche Stellung hat bisher noch Niemand, selbst nicht Kronprinz Rudolf, bekleidet.

Wien, 31. Marz. Wie dieNeue Freie Pr.ffe" anl Madrid meldet, suchte die Königin Regentin die Inter­vention der europäischen Großmächte nach. El ist Hoffnung vorhanden, daß alle Großmächte diesem Ansucheo Spanien- im Jmtreffe der Erhaltung del Frieden- ent­sprechen werden. (Sine osfizltlle Antwort ist de« spanischen Eabinet noch nicht zugegangen.

toten, 31. März. Die österreichische Gesellschaft für Frieden-freunde beauftragte die Eenttalstelle sämmtlicher Friedensveteine in Bern, eine flbnffe an die Königin vor Spanien za richten, worin diese gebeten wird, den mit der amerikanischen Union schwebenden Corflct einem Schied- gericht zur Lösung vorzuschlagen. Ja einer zweiten Adreffi soll der Papst gebeten werden, feinen E nflnß in friedlichen Sinne geltend zu machen. Die amerikanischen Frieden-gefell" fdiaften find nach hier eingelaufer.en Melkungen ebenfalls bestrebt, der Kriegspartei entgegenzutteten und den Präfidemea: