1S97
Freitag den 23 Juli
Zweites Blatt
Rr. 170
Gießener Anzeig er
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Kmeral-Wnzeiger
Aints- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen.
chratiskeikage: Gießener Aamitienökätter
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daß
Kunden find.
v. Gagern.
Feuilleton.
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Gebhardt.
Auf das Wohl — von
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Was? Des Herrn Meyer?
Herr Meyer soll leben. Profit, liebes Weibchen! Du
Schaar, mißgestimmt
fich hier und da zu, daß die Dame den trotz des bitterbösen
U««ahmr von Anzeigen zu der Nachmittag» für de, snlgendm Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
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art.
Zutritt).
Der aufzustellende Nachweis des UeberschuffeS muß genau Vorschrift des Amtsblattes Großh. Ober - ConfistoriurnS 14 vom 17. Juni 1884 entsprechen.
Mir machen endlich noch besonders darauf aufmerksam,
Die Gießener
Wa«ttte,StS1ter »«dm dem Anzeiger k»Ichmtlich dreimal beigelegt.
Mit der Anzeige an UN- ist gleichzeitig der Nachweis über den an den evang. CentralkirchenfondS abzuliefernden Ueberschuß deS Einkommens der Pfarrstelle einzusenden.
Wlefit in der dem Schiffe zuetleuden ittttilschaute, als es das Verdeck betrat.
„HochzettSreifeadei" raunte man ihn nur so wußte man- zu erklären, 'Sun ihre- Begleiter- nicht los ließ,
Der
Meter Anzeiger erscheint täglich, Mt Ausnahme deS Montag».
l" Geiste, Selttiiwet
-ui, Marklstraße 17, ii
Einnehmer zu Überweisen und diesen wegen der Rechnung-« ablieserung entsprechend zu bedeuten. UnS haben Sie bi» zum 1. Oktober d. I. zu berichten, daß die Rechnung au Sie abgegeben wurde, bezw. aus welchen Gründen dies nicht geschehen ist.
Nur in ganz besonderen AuSoahmefällen werden wir den erwähnten Termin verlängern.
Die Einsendung der Rechnungen an Großh. Ober- RechnungSkammer, Justificatur II. Abteilung, hat im Lause deS Monats September durch Sie zu geschehen und es ist unzulässig, diesen Termin namentlich deshalb hinauSzuschteben, um die Rechnungsabhörung durch den Gemetnderath zugleich mit der Berathung deS Voranschlag- vorzuuehmen.
Sie wollen sich hiernach bemessen.
v. Gagern.
Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
und friedlich zu lösen. Profit! Herrn Meyer."
wirst Dich sreuen, wenn Du ihn kennen lernst. Sogleich wird er erscheinen/
„Du, Gustav, Dein Herr Meyer kommt mir eigentlich ungelegen, jetzt, da ich kaum wieder froh bin, möchte ich lieber mit Dir allein bleiben."
„Ach waS, Liebchen, mein Freund Meyer ist eine ganz interessante, vielwissende Persönlichkeit und besonder- auch bewandert in der Geographie."
„Du Bösewicht!" kam- warnend zurück und klapp- hatte er ein- auf dem Arm.
Inzwischen war der Kellner wieder erschienen und schob mit vielsagender Miene ein stattliche- Buch auf den Tisch, worin der junge Ehemann nach kurzem Umherblättern schnell eine bestimmte Seite aufgeschlagen hatte.
Marga war seinem Thun wortlos mit fragenden Augen gefolgt. Jetzt nahm er den hübsch gebundenen Band, machte eine Verbeugung und sagte im verbindlichsten Tone:
„Gestatte, daß ich Dir hiermit meinen Freund Meyer vorstelle."
„Herr Meyer — meine Frau!"
Während er seinen Platz wieder einnahm, war e- au ihr, in ein herzhaftes Lachen auSzubrechen.
„Aber ich bitte Dich, waS soll diese Vorstellung, Gustav?"
„Nicht- ander-, al- unseren frühen Krieg um die Kaffee«
der
Nr.
Zankteufelchen.
der Brautfahrt am Rhein.
klang der Commandoruf deS graubärtigen wenige Minuten später hatte der in lichten
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ids 8'/, Uhr.
raße.
der Ausschusses. Amt mit der Direction to
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Gießen, den 21. Juli 1897. Bttr.: Den Termin zur Einsendung der Gemeinderechnungen. Tas Großherzogliche Kreisamt Gießen arr die Großh. Bürgermeistereien «ud Gemar- knugsvorsteher des Kreises.
Nach den Ihnen durch unser Amtsblatt Nr. 7 vom 26. April 1881 bekannt gegebenen Bestimmungen des Großh. Ministerium- de- Innern und der Justiz ist der späteste Termin zur Uebergabe der Gemeinderechnuugen für da» ab« gelaufene Etatsjahr Seitens der Gemeinde-Einnehmer an Sie der 80. September jeden Jahre». Wir schärfen Ihnen dick wiederholt mit der ausdrücklichen Weisung ein, etwaige 'Hofl; rückständige Belege aus 1896/97 sofort dem Gemeinde-
wollen, w'e ich? DaS sind ja schöne Aussichten für unser Eheglück.-
„Nein, mein Schatz, allein sehr schön wäre e» von Dir, wenn Du Dich trotz Deiner ohne Zweifel gründlichen Geographiekenntnisse belehren lassen wolltest."
„Ich mag mich aber von Dir nicht belehren lassen, wenn ich meiner Sache sicher bin: Mokka, da» den berühmten Kaffee liefert, liegt am Rothen Meere und zwar in Afrika. E- hat mit Arabien gar nichts zu thun. Das habe ich heute früh behauptet und dabet bleibe ich."
Triuwphirend schaute das Trotzköpfcheu nach dieser erneuten Erklärung zu ihm hin, war aber wegen deS Mißerfolges ihrer geographischen Vorlesung doppelt befremdet, als ihr Zuhörer in ein überaus lustiges Lachen au-brach. „Aber Gustav," kam es mahnend mit einem Hinweis auf die umsitzenden Touristen über ihre Lippen. Er lachte tndeß ruhig weiter und hörte erst auf, als er sah, wie ein paar Helle ThrLnen in ihre Augen traten.
„Aber nun trockne Deine Thränen, Schätzchen, wir erregen sonst allgemeine Aufmerksamkeit, und zudem glaube ich ein Mittel gesunden zu haben, unsere Streitfrage schnell
Farben gekleidete Salondampfer „Friede" in Köntgswtnter angelegt. Er war auf der Bergfahrt und um 6 Uhr früh Morgens von Köln abgedampft.
Noch hatten die Ankommenden die Landungsbrücke nicht itrlaffen, da strömte es schon in Hellen Schaaren an Bord und bald waren Kajüten und Deck wieder mit wanderlustigen Menschen gefüllt.
Diesmal haben wir die echten Rhetntouristen vor uns. Den Vorabend haben sie droben auf dem Drachenfels verlebt^ beim Sonnenuntergang htnabgebltckt in- märchenschöne Thal, „Drachenblut" dabei getrunken, und dann, als die Herzen gehoben, die Augen berauscht waren von dem Zauber des unvergeßlichen Bilde-, von der Felsenhöhe hinab« gelungen:
„Nur am Rhein, da wöcht ich leben", lil vom Strom herauf die Antwort klang:
„Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein".
Heute kamen sie an Bord, um ihre Fahrt rheinaufwärts hktzusetzen.
Alle» athmete Lebensfreude und die liebe Sonne beschien :rar vergnügte Gesichter.
Um so mehr mußte ein junge- Paar auffallen, das, fast
Bekanntmachung.
Betr.: Feldbereiuiguug in der Gemarkung Rüdding-Hausen.
Den nachstehenden Beschluß der Vollzugscommisfion bringe ich hiermit zur Kenntniß der Betheiligten.
Die Großh. Bürgermeistereien Rüdding-Hausen und der angrenzenden Gemarkungen werden um ortsübliche Veröffentlichung ersucht.
Friedberg, den 21. Juli 1897.
Der BereinigungS • Cowmiffär:
6976 Dr. Göttelmaun, Gr. KreiSamtmann.
Die Vollzugscommisfion beschließt:
Die Brachäcker und die mit Wintersamen (Rap-) ausgestellt gewesenen Aecker find bi- spätesten- 1. August ordnungsmäßig umzupflügen - wer dieser Anordnung nicht Folge leistet, hat zu gewärtigen, daß da- Umpflügen auf seine Kosten veranlaßt wird.
Mulchens, da-, ihr hübsche» Gesichtchen verunzierend, deut« A ihre üble Laune erkennen ließ. Auch der Gemahl zeigte isüne finsterste Miene, hatte aber doch die Lieben-würdigkeit Dg er Ehegatten nicht ganz abgelegt und schaute zuweilen ssiuszjknd seine Begleiterin von der Seite an.
Sie schien diese Seitenblicke aber nicht zu bemerken, und M, wenn sie fich von ihm ganz unbeachtet glaubte, glitt ihr Nick fragend und vorwurfsvoll zu ihm empor.
„Da- Trotzen muß jetzt aufhören, Marga."
„Muß?" klang e- sehr gedehnt und erstaunt zurück.
„Ja gewiß, muß, ich bitte jetzt nicht mehr wie vorhin tilm Morgenkaffee. UebrigenS begreife ich nicht, weßhalb Du 6toni auf der Hochzeitsreise und noch dazu einer so nichtigen Ml* wegen rechthaberisch sein kannst."
„So, Du willst also wohl noch öfter alle- besser wissen
verein.
ßlidel Montag, bei Stag, de« M.W
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dxr Vorstand, iÄ itta 24,3«li
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ftadt Mokka endgiltig au- der Welt zu schaffen. Hier stehtS schwarz auf weiß: Motta gehört zu Arabien. „MeherS ConversationS-Lextkon" wird ein Wunderwerk deutschen Wissens und deutscher Gründlichkeit genannt: Honny soit, qui mal y penae! Diesem Urtheil wirst auch Du Dich fügen."
Marga schlug beschämt die Augen nieder.
Dann aber reichte fie ihm versöhnt die Hand über den Tisch und ihre einfachen Worte: „Ich danke Dir" gaben ihm die Verficherung, daß auch da- letzte Wölkchen de- GewitterS, da- so bedenklich den Himmel der jungen Ehe zu trüben drohte, verzogen war.--
Der folgende Tag, der Gustav- Geburtstag war, sollte in AßmannShausen verlebt werden. Für diese Feier hatte Marga einen besonderen Plan, — außer den mannigfachen kleinen Ueberraschungen, die fie schon bei fich führte, sollte eine anscheinend recht wichtige Gabe diesen ersten Ehrentag in ihrer Ehe krönen. Während der Gatte, von ihren Vorbereitungen nichts ahnend, im Triumpystuhl den Schlaf des Gerechten schlief, traf sie ihre Anordnungen.
Endlich war alles erledigt.
Drüben auf dem Ehrenbreitsteiu und Asterstein leuchteten schon die Lichter auf, als die Hochzeit-reisenden den zur Weiterfahrt gerüsteten Dampfer „Stolzenfels" betraten.
Aneinandergeschmtegt saßen sie da in einem lauschigen Eckchen, ganz umstrickt von dem Reize der Landschaft.
Doch Schicksalstücke, selbst in diese- zum Kosen geschaffene Eckchen de- stattlichen Dampfers trippelte leise und ungesehen ein böses, häßliches Zankteufelchen, schnitt ein abscheuliche- Frätzchen und zupfte ganz verstohlen an Marga» Aermel.
„Sieh mal, Männchen, dieses leuchtende Waffer, kommt es Dir nicht vor, als säßen wir noch in Ostende, wo vir uns an dem entzückenden Meeresleuchten nicht satt sehen konnten?"
„Aha, ja, und wo Du den heulenden Fischerbuben so zärtlich tröstetest und ihn sragtest, ob man ihm seine „Forellen" aus dem Korbe gestohlen habe."
„Forellen! Nun ja, ich hatte mich versprochen, übrigen» war da» lange nicht so dumm al» Deine Behauptung, der Salm komme nur im Rhein vor."
„Damit hatte ich nämlich recht, mein Kind!"
„Nein, ich behaupte, daß Salme auch in der Elbe und in der Weser gefangen werden, und da» muß ich doch al» Hau-frau besser wissen wie Du." y
„Gut, gut, wir wollen annehmen, e» wäre so, antwortete er ruhig, aber mit unverkennbarem Spott.
„Hier ist nicht» anzunehmen, hier sprechen Thatsachen. Du magst ein tüchtiger Ingenieur sein, aber Du bist kein Gelehrter."
Auf
„Stopp!" Lapitäns, und
Gießen, den 21. Juli 1897.
Betr.: Den Termin für die Einsendung der Kirchenrech- nungen pro 1896/97.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die evang. Kirchenvorstände des Kreises.
Der späteste Termin für die Ablieferung der Kirchenrechnung an Sie ist auf Ende Angnst festgesetzt.
Da dieser Termin vielfach Seitens der Rechner nicht eingehalten worden ist, beauftragen wir Sie, dieselben entsprechend zu bedeuten und uns die erfolgte Abgabe bis znm 1. September l. I. anzuzeigen, eventl. zu berichten, daß der Ablieferungstermin vom Kirchenrechner nicht eingehalten wurde. Die Rechnungen müssen Ihrerseits bi» spätesten» Ende September an Großh. Oberrechnungskammer, Justificatur Ü. Abtheiluug eingereicht werden.
Nr. 32 des Reichs Gesetzblatts, ausgegeben den 17. d. M., rntthält:
(Nr. 2404.) Bekanntmachung, betreffend die Uebersicht öei: Uebergangsabgaben und Ausfuhrvergütungen, welche im gegenseitigen Verkehre zwischen den zum Zollgebiete gehörigen •Staaten, in denen innere Steuern auf die Hervorbringung oder Zubereitung gewisser Erzeugnisse gelegt sind, erhoben bezw. bewilligt werden. Vom 9. Juli 1897.
(Nr. 2405.) Bekanntmachung, betreffend Abänderung der Bestimmungen über die Befähigung von Eisenbahn- betriebsbamten, vom 5. Juli 1892. Vom 13. Juli 1897.
Gießen, den 21. Juli 1897.
Großherzoglichee Krersamt Gießen.
v. Gagern.
vierteljährig rr JMowntmtetspreU t 2 Mark 20 Psg. mit vringerlohn. Durch die Post bezo§« 2 Mark 50 Pfg.
Nedaction, LxptdM« und Druckerei:
-chntSrntze Ar.T» Fernsprecher 5L
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die Mlialgemetnden, welche ihre Gehaltstheile an den KilchenfondS der Psarrgemeinde abzuliefern haben, von Aufstellung und Vorlage des obenerwähnten Nachweises ent«
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