nung, Regen mit Schnee vermischt, dabet heftiger Sturm zeichneten ihn besonder- ungünstig aus. Der zweite Feiertag war etwas beffer, denn es stellte sich erst gegen Abend ein schwacher Regen ein, nachdem ein frischer Wind am Tage unter Mitwirkung von spärlichem Sonnenschein die Wege etwas abgetrocknet hatte. Der heutige dritte Feiertag begann wieder mit Regen. Die üblichen festlichen Veranstaltungen, Concerte u. s. w., die selbstverständlich io gedeckten Räumen stattfanden, gingen programmmäßig von Statten.
* * Körperverletzung. Am zweiten Osterfeiertag fand zwischen jungen Leuten am Neuenwegerrhor eine Schlägerei statt, wobei einer der Bethetltgten derartig mit Stöcken bearbeitet wurde, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Die beiden Thäter sind erkannt und zur Anzeige gebracht worden.
• • Diebstahl. Am ersten Feiertag Nachmittag wurden au- einem Zimmer de- dritten Stocks eine- hiesigen Restaurateur- 150 Mark entwendet. Der Dieb hatte insofern leichte Arbeit, al- der Schlüssel zur Commode, tu welcher das Geld sich befand, offen da lag, sowie auch der Schlüssel zur Stubeuthüre stak. Don dem Thäter fehlt noch jede Spur. — Am 17. d. Mts. wurde einer hier wohnenden Frau ein größerer Geldbetrag entwendet. Der Diebin ist man auf der Spur.
* * Sachbeschädigungen. In der Nacht zum ersten Feiertag wurde da- Wohnhaus de- Postschaffner- i. P. Johann Trapp von ruchloser Hand mit einer menuigartigen Farbe beschmiert und dadurch die Oelfarbe de- Hauses beschädigt. Diese- Bubenstück wurde bereit- zum dritten Male auS- geführt, ohne daß eS gelungen, den Thäter zu ermitteln. — Am 15, ds. Mts. wurde au dem Wetterhäuschen in der Südanlage eine Scheibe entzwei geworfen. Der Thäter ist in der Person eine- 8 Jahre alten Schüler- von hier ermittelt worden. — In der Nacht zum zweiten Feiertag zeigten einige verrohte Jungen ihre ZerstöruugSlust dadurch, daß sie au einem Hause de- Neuenweg- zwei Fensterläden aushingen und zerschlugen, an der Kleinkinderschule in der Dtezstraße einen Theil der EingangSthüre aushingen und auf die Straße warfen, wobei die Thüre beschädigt wurde, in der Moltkestraße eine Straßenlaterne zertrümmerten und die an beiden Eingängen dieser Straße angebrachten Warnungstafeln abrtffen und entfernten.
* * Siu drollige» Stückchen pasfirte jüngst in einem Dörfchen de- Kreise- Gießen. Ein Steueraufseher erhielt von dritter Sette Mittheilung davon, daß ein gewiffer Einwohner sich einen Hund angeschafft, denselben aber wegen beabsichtigter Hinterziehung der Steuer nicht angemeldet habe und ihn jedenfalls im Keller versteckt halte. Der betreffende Beamte, ein älterer^ erfahrener Mann, begab sich an Ort und Stelle, vermochte aber bet genauer Durchsicht der Gebäulichketten einen Hund nicht zu finden. Er gab die Sache damit nicht auf, sondern steckte den Kopf von außen in ein offene- Kellerloch und ahmte täuschend da- Bellen etneS Hunde- nach. WüthendeS Gekläff de- im Keller versteckten Köter- war die prompte Antwort, und schmunzelnd soll der pfiffige Steuerbeamte den Thatbestand notirt haben.
* • 3» Amerika verstorbene Hessen. In New-Uork: Valentin Hattemer, 65 Jahre alt, au-Gau-Alge-heim. Zu Nauvoo, Jll.: George W. Schmitt, 75 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. In Antioch, Cal.: Anna Maria Jost, geb. Berthold, 77 Jahre alt, aus Neuhof bet WentngS. Jn Allegheny, Pa.: Philipp Schweizer aus König t.O., John Ttfchert, 71 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt.
A Von der Ohm, 15. April. Ein sehr begehrenSwerther Artikel sind in diesem Frühjahr die Streumittel Sägemehl und Laub. Während ersteres im Preise gegen früher auf das Doppelte gestiegen ist, aber so begehrt wird, daß die Holzschnetdereien nicht alle Aufträge zu erledigen vermögen, hat fich letzteres auf der gewohnten Preislage erhalten. Durch den Mangel an Heu und Grummet nebst Futterstroh mußte der Verbrauch au Streustroh sehr eingeschränkt werden, man brauchte eben da- Stroh zum Füttern, sodaß zur Streu kein- übrig blieb. Der gegenwärtige Stand der Winterfrucht und de- Grase- läßt für diese- Jahr ganz andere Erwartungen aufkommen al- im vorigen Jahre. Dazu ist der Verlauf de- Wetter- so, wie er diese Erwartungen nur rechtfertigt.
vad-Nauhet«, 13. April. Gestern Abend hielt der hiesige Kur- und Verschönerung--Verein im ^Hotel Langsdorf" seine 29. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Lehrer Wagner, eröffnete dieselbe mit einer längeren Ansprache. AuS dem von demselben mitgethrilten Rechenschaftsbericht entnehmen wir, daß die Mitgliederzahl de- Vereins 323 beträgt. In drei inländtscheu und zwölf ausländischen Blättern wurden Annoncen erlaffen. Eine größere Anzahl Naturbänke wurde wieder an geeigneten Plätzen angebracht. Die Bogelfütterung im Park wurde auch tu diesem Winter von dem Verein besorgt. Die sehr umfangreiche Correspon- denz mit den Militär- und Staatsbehörden, sowie Privaten wurde von dem Vorsitzenden geführt. Bet der von dem CorpSgeneralarzt Dr. Jarosch stattgefundenen Besichtigung sprachen sämnnltche Militär-Personen wieder ihre größte Zufriedenheit und ihren Dank über die ihnen überwiesenen Quartiere und Verpflegung auS. Von sonstigen Mitthetluogen sei noch erwähnt, daß der Vorstand gelegentlich der dahier statt- gefundenen Generalversammlung des hessischen Landeslehrer- Vereins eine von dem Vorsitzenden auSgearbeitete Festschrift au die Thetluehmer überreichen ließ. Auch bei dem zu Ehren der Naturforscher-Versammlung in Frankfurt dahier gegebenen Fest war der Verein durch den Vorsitzenden vertrete». Ferner wurde erwähnt, daß die von dem Vorsitzenden bewirkte Einführung vou SonntagS-Rückfahrkarten zu einfachem Fahrpreise fich sehr bewährt habe. Schließlich wurde noch der 50jährigen Jubelfeier deS großen Sprudels gedacht. Die hierauf von Stadtkämmerer Grünewald vorgelegte JahreSrechnung schloß ab mit einer Einnahme von 966,80 Mk. und einer Ausgabe von 793,49 Mk., es bleibt sonach eiu Kaffebestand von 173,31 Mk. Hierzu der bei dem Spar- uud Vorschußveretn angelegte Betrag vou 427,30 Mk. gtebt eiu Kapitalvermögen von 600,61 Mk. Bet der sodann stattgefundenen Neuwahl von acht auSscheideuden Vorstand--Mitgliedern gingen auS der Wahlurne hervor: Villeubefitzer Körfgen, Fabrikant Abrie, Hotelbesitzer Meisioger, Tapezier Baumann, Villeubefitzer H. Langsdorf, Kurhaus-Restaurateur Ttelemann, Restaurateur Burk und Sparkaffe-Controleur Stoll. Herr Stoll sprach noch dem Vorstände den Dank der VereiuSmttglieder aus. Mit dem Wunsche, daß der Verein immer mehr äufblühe, schloß der Vorsitzende die Versammlung.
4- Nidda, 19. April. Der hiesige Stadtvorstand bewilligte in seiner letzter Sitzung für den an unsrer höheren Bürgerschule weiter auzustellenden akademischen Lehrer ein Aufangsgehalt von 1700 Mk. — Gestern Vormittag zog eiu arges Regen- und Hagelwetter über unsere Gegend- auch am SamStag herrschte starker Sturm mit beträchtlichen Niederschlägen. Falbs prophetischer Geist hat sich sonach wieder glänzend bewährt. — In Dauerheim findet am 26. April mit Genehmigung Großh. Ministeriums ausnahmsweise unter besonderen Bedingungen ein Viehmarkt statt, wozu aus allen unverseuchteu Orten Hessens Thiere aufgetrieben werden können.
Offenbach, 16. April. Ueber einen tragischen Vorgang wird aus Bieber berichtet: Der au-Groß-Welzheim stammende Gerberetarbeiter Adam Kümmel lebte feit einiger Zeit mit seiner Familie in Unfrieden. Seine Frau war zu ihrem Vater, dem früheren Milchhändler Burckhardt zurückgekehrt und hatte auch ihre Kinder mit in das Elternhaus genommen. Am Donnerstag hat Burckhardt, ein 66 jähriger Mann mit dem ältesten Kinde einen AuSgang machen wollen, kehrte aber an der Hausthüre nochmals zurück, um etwas auS dem Hause zu holen. Indessen war der wartende Knabe von seinem Vater, Adam Kümmel gefunden und mit nach Hause genommen worden. Dort holte ihn daun der Großvater, diesmal in Abwesenheit Kümmel- ab. Als Kümmel bei seiner Rückkehr den Knaben nicht mehr vorfand, eilte er zu dem Hause seines Schwiegervater- und traf diesen vor der HauSthüre stehend. Was nun geschah, scheint noch der Aufklärung zu bedürfen. Wie der „Offenbacher Ztg." berichtet wird, hat Kümmel sich an dem alten Mann vergriffen, und Zeugen wollen gesehen haben, daß Burckhardt am Boden lag, während Kümmel auf ihm kniete. Als dann ein zweiter Schwiegersohn und die Töchter Burckhardt- hinzueilten, fanden fie den alten Mann in fast bewußtlosem Zustand und nach einigen Minuten trat der Tod ein, ohne daß der Sterbende noch Mittheilungen hätte machen können. Kümmel, der anscheinend von dem tragischen Verlauf der Dinge nicht- wußte,
war zunächst tu eine Wirthschaft uud dann nach Groh-Welzheim gegangen. Dort ist er daun auf Requisition der Orts- Polizeibehörde verhaftet uud in- Gefäuguiß geliefert, inzwischen aber wieder eutlaffeu wordeu. Die Leiche de- Burckhardt wurde gestern gericht-ärztlich untersucht, ohne daß — wenn ander- mau den verschiedenen Berichten glauben darf — die Todesursache mit absoluter Sicherheit festgestellt worden wäre. Nur soviel gilt als feststehend, daß die Mißhandlung durch Kümmel nicht die unmittelbare Todesursache gewesen ist. Mau vermuthet, daß Burckhardt einem Herzschlage erlegen ist. Die gerichtliche Untersuchung ist im Gange.
Schiffsnachskichte«.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loo- und I. M. Schulhof.
Bremen, 17. April. lPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Spree, Capitän A. Meier, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist am 15. April, 11 Uhr V,rm. wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen!, 17. April. sPer transatlantischen Telegraph.1 Der Postdampfrr Friedrich der Große, Capitän M. Eichel, vom Storbb. Lloyb in Bremen, tft heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Itr Bmdüßtal jnakfBrtn
Opernha«-.
Mittwoch ben 21. April: Der Bajazzo. Cavalleria rueticana. Wetterhäuschen. Donnerstag ben 22 AprU: Der Pfeifer von Harbt. Freitag ben 23. April geschlossen. Samstag ben 24. April: Mignon. Sonntag ben 25. April: Meistersinger.
Schauspielhaus.
Mittwoch ben 21. April: Job» Gabriel Borkmann. Donnerstag ben 22. AprU: 1812. Freitag ben 23. April: Der Roman e’iner Soubrette. SamStag ben 24. April: Marcelle. Sonntag ben 25. AprU: Marcelle. Montag ben 26. April: Don Carlos.
Brodpreisc vom 18. April bis 2. Mai 1897. Der hiesige« Bäcker.
1 «%. (2 Pfd.) Tafeldrod......27 Pfg
2 Kg. (4 Psb.) Tafelbrob......54 ,
1 Kg. (2 Psb.) Weißbrot, ...... 25 ,
bei Emil Noll........24 M
2 Kg. (4 Pfb.) Weißbrot,......50 .
bei Emil Noll........46 ,
1 Kg. (2 Pfb.) Schwarzbrot,......23 ,
bei Emil Noll .....22 ,
2 Kg. (4 Pfb.) Schwarzbrot,.....46 „
bei Emil Noll .....44 „
8 Kg. (6 Pfb.) Schwarzbrob......69 ,
Der arr-wLrti-ea -Bäcker
2 Kg. (4 Pfb.) Weißbrob bei L. Schmtbt, Gr. Linden 42 „
W. Stetnmüller, Gr.-Ltnben 42 „ W. Weitzel von Lana-Gön- 46 „ Wtlh. Fabel von Wteseck 50 ,
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot, betJoh. RC Belte o. Ktrch-Gön-
L. Steinmüller, Gr.-Lintzen
L. Schmidt, Gr.-Ltnben O „
W. Weitzel o. Lang-GönS 42 Pfg.
8 Kg. (6 Mb.) Schwarzbrob beiErnst Christ von Wteseck 66 „ W. Fabel von Wteseck 66 „ Der «rodverräuser.
Dieselben Preise wie bet ben hiesigen Bäckern. Gießen, ben 17. April 1897.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.
Vorkehr, und
Grürrherg, 17. April. Fruchtpreise. Weizen .AiOOOO- Korn X 00,00, Gerste 00,00, Hafer X 13,94, Erbsen X 18,00. Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln .* 4 24- Samen X 00,00.
Wie läßt fich eine wohlschmeckende geformte Speise aus Milch bereiten? Sehr leicht und schnell durch einfaches Kochen derselben mit Mondamin, bann in eine Form gestürzt und erkaltet, mit Fruchtsaft ober Compot, auch mit gekochten Früchten, Aepfeln rc beigegeben. Der Vorzug einer solchen Speise liegt in dem großen Nährwerth, wie auch in der leichten Verdaulichkeit und ist außerdem besonders gern willkommen unfern lieben Kleinen, wie auch den Großen. Zusatz von Citrone, Vanille, Mandeln rc. erhöht, je nach Wunsch ben Geschmack. Für die gute Qualität deS Mondamin birgt am beste» das mehr denn 50jährige Bestehen der weltbekannten schottischen Firma. ES ist überall tn Packeten ä 60, 30 u. 15 Pf. zu haben.
Engro« bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. M. 3134
Grasiheyagtiches Gymnasium zu Gieße«.
Anmeldung neuer Schüler: Montag, 26. April, 9—11 Uhr, im Conferenzzimmer.
Aufnahmeprüfungen: Montag, 26. April, von 11 Uhr ab, Nachprüfungen von 8 Uhr ab in den Klassenzimmern.
Beginn des Unterrichts: Dienstag, 27. April, 8 Uhr. 3885__Die Direktion.
Grossherzogliches Realgymnasium, Realschule u. Vorschule zu Giessen.
Die Anmeldungen von Schülern für das neue Schuljahr werden Samstag, den 24. April, Vormittags 9 bis 12 Uhr, in dem Schulgebäude, Ludwigstrasse 11, entgegengenommen Vorzulegen sind Geburtsschein, Impfschein und eventl. ein Abgangszeugnis« der zuletzt besuchten Schule.
Der Unterricht beginnt wieder Dienstag, den 27. April, Vormittags 8 Uhr.
G-roaah. Direction.
3899 Dr. Rausch.
Kindergarten.
Wiederbeginn: Donnerstag, den 22 April. Neue Zöglinge werden zu jeder Zeit angenommen.
Hochachtungsvoll 3900
Wittwe Rothe, Kindergärtnerin.
Grossh. Gymnasium Fridericianum
zu Laubach.
Anmeldungen neuer Schüler werden Montag, den 26. April, Vormittags von 9—12 Uhr , im Amtszimmer des Directors entgegengenommen. Geburtsschein, Impfschein und Abgangszeugniss der zuletzt besuchten Schule sind hierbei vorzulegen.
Grossherzogi Direction des Gymnasiums.
Hen seil. 3884
An Stelle des ausgefallenen Petrimarktes findet Dienstag den 27. und Mittwoch den 28. April l. I. in Büdingen Großer Vieh- und Krämermarkt statt, verbunden mit
Mmiiruus, Ankauf vou Vieh uud Verloofung.
Es gelangen 150 Gewinne im Werthe von Mk. 1500 zur Ausgabe, die Verloofung wird Mittwoch den 28. April, Nachmittags 3 Uhr, im Rathhaussaale abgehallen.
Es sind noch einige wenige Loose erhältlich und wolle man sich dieserhalb an Herrn Hofbuchhändler Hch. Eberling wenden, dem der Generalverttieb übertragen ist.
Grostherzogliche Bürgermeisterei Büdingen.
Knaf. 3600
Versteigerungen.
Mittwoch den 21. April L I., Nachmittag- 2 Ubr,
werden im Btekee'schen Saale versteigert: SophaS. Comm oden, Kleider schränke, 1 Bertikow, 4 Bilder, 1 Nähmaschine, 1 Klavier, t Kassaschrank, 2 gaben» schränke, 1 Theke mit Glaskasten, 1 ^Regulator, 2 Hobelbänke, dtrieb- Werkholz, 1 Pferd, 1 Wagen, 1 Kuh u. A.
Versteigerung vorau-s. theilw- bestimmt- 3881 Gettzier, Gerichtsvollzieher.
Empfehlungen.
Stadt. Schlachthaus.
Freibank. 3887 Hente und morgen. Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 48 Pfg.
Zchmeinesleisch nicht ladenrein, per Pfd. 85 Pfg.


