Ausgabe 
20.7.1897 Zweites Blatt
 
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Dienstag deu 20 Juli

Zweites Blatt

1897

Gießener Anzeiger

Kemrat-Mnzeiger

Anrts- unb Anzeigeblcrtt für den TLvers Gieren.

Hratisöeikage: Gießener Kamitienökätter

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London, 17. Juli. DerStandard" meldet aus Sion*

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» falgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.

Mächte direkte Verhandlungen zwrjchen Griechenland und der Türkei stattfinden.

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Die Eigener »e*trt<*ir6itet erben dem Anzeiger Hchentlich dreimal beigelegt.

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Der fritfcttwt Anzeiger erscheint täglich, «tl Ausnahme deS Montags.

Alle Annoncen.Buceaux des In- und Auslandes nehm« Anzciqcn für denGießener Anzeiger" entgegen. TW,ii e,«W>»a»»»»»«WW»»»^W«»WWWMWW»»M»WM««WN.

die Ausschmückung im Innern und Aeußeren, der Wände, der Fenster und um das Gestühl. Wollen wir darin auch nicht der Pracht der JohanneSktrche nacheifern, so soll doch Alles würdig und behaglich hergerichtet werden. ES find uns dafür auch schon im Stillen eine Reihe größerer und kleinerer Stiftungen zur Verfügung gestellt worden. Da wir aber angesichts der ungeahnt hohen Kosten, die uns aus der schlechten Beschaffenheit deS Mauerwerks und sonst unerwartet erwachsen find, unser Budget nicht weiter belasten dürfen, so reichen diese Mittel auch für einen bescheidenen Schmuck der Kirche noch nicht aus. Wir richten daher an Alle, die für unsere alte Stadtkirche Jntereffe haben und deren find, wie wir wiffen, in allen Gemeinden unserer Stadt sehr viele die herzliche und dringende Bitte, uns mit weiteren Gaben je nach Kräften zu unterstützen. Die Geistlichen der vier Gemeinden und sämmlliche Mitglieder des Ktrchenvor* standes find zur Entgegennahme von Gaben bereit.

Gießen, den 17. Juli 1897.

Im Auftrage deS evang. GesammtkirchenvorstandeS: Gg. Schlosser, Pfarrer.

Unterhaltungen in Bad-Nauheim.

DienStag den 20. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr (Abends italienische Stücke) auf der Terrasse Concert der Kurcapelle unter Mitwirkung der Cornet L piston-Vtrtuostn Frl. Sofie Branden aus Berlin. Abends 8 Uhr im Saale: Concert der Signora Teresa Tostt-Pavzer und des Pianisten Herrn Rudolf Panzer aus Paris. Mittwoch den 21. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrafie. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Auf allgemeines Verlangen: Gastspiel des Herrn Carl Pander vom Thalia-Theater in Hamburg. Heinrich Heine. Vorher: In Cioil. Donnerstag dm 22. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Admds 8 Uhr tm Saale: Tanz. Freitag den 23. Juli, Nachmittags von 4>/, bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr tm Saale: Theatervorstellung unter Mit­wirkung der Kurcapelle. Boccaccio. Samstag den 24. Juli, Nach­mittags von 5 bis 7 und von 8f/a bis 10 Uhr: Concert der Kur­capelle aus der Terrafie. Von 8>/, bis 10 Uhr spielt die Capelle Tänze und kann auf dem nordwestlichen Thetle der Terrafie getanzt werden. Vorläufige Anzeige: Sonntag den 25. Juli, Nachmittags von 4«/, bis 7 und von 8 bis 10 Uhr auf der Terrafie: Doppel- Concert des 100 Mann starken Kölner Ltederkranz und der Kurcapeüe. Montag den 9. August: Gastspiel des Frl. Hedwig Schacko vom Opernhause in Frankfurt a. M. Di« RegtmentStochter.

Hinterbliebenen: r, geb. Lobrich.

lir hierdurch mitjutyeilr itiiebene kiergejW Hrung sämtlicher hm

Gießen, 17. Juli 1897.

Betr.: DaS Kcusermaoöv r.

MS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen

M Me ewte. BtegemcHtmte* M

Der Oberstabsarzt Dr. Plagge vom Infanterie Regi­ment Freiherr von Sparr (2. Westfalisches) Nr. 16 wird Ende dieses oder Anfangs deS nächsten MonatS mehrere Ortschaften des Kreises besuchen, um ein Urthetl über die Wafferversorgung während deS KatsermanöverS zu gewinnen.

Wir empfehlen Ihnen, genannten Oberstabsarzt bet seinen Untersuchungen, soweit irgend möglich, zu unterstützen, v. Gagern.

Achter nicht im Aus. der gesundheitlichen, ;llen der zukünftigen Echkett im denischeu i, von

s, Weimar.

Pnspecte. -

Deutsche» Leich,

Hamburg, 17. Juli. DerHamb. Corresp." meldet auS Berlin: Hiesige unterrichtete Kreise bezeichnen die Mel düng, die Samsanh-Bucht sei als deutsche Flotten* statton in den chinesischen Gewäffern auSersehen, als völlig grundlos.

Hamburg, 17. Juli. Bei der heutigen Regatta er­rang der Mainzer Ruderverein mit einer Vtertellänge den Kaiserpreis gegen den RuderclubFavorite-Harnmonia" Hamburg. Dritter wurde der Kieler Ruderverein.

Karlsruhe, 17. Juli. In Mönchweiler sollen durch eine Feuersbrunst 25 Häuser eingeäschert worden sein.

ArisMg aus den Airchen-üehenr

der Stadt Gießen.

Wvaugelifche Geweiube.

Oetritttti.

Matthäusgemeinde.

Den 12. Juli. Karl Martin Allgeier, Schneider zu Gießen, und Anna Margarethe Bebling, Tochter des verstorbenen ArbetterS Karl Bebling zu Gießen.

Dm 15. Juli. Ernst Albert Rahneseld, Wirth zu Gießen, und Katharine Dieter, Tochter des Ackermanns Konrad Dieter zu Fauerbach vor der Höhe.

Johannesgemetnde.

Den 14. Juli. Johannes Engel, Pfarrverwalter zu Obborn­hofen, und Ann» Elisabeth Maria Albach, Tochter des Realgymnafial- lehrers Christian Albach zu Gießen.

Mtlitärgemetnde.

Den 11. Juli. Georg Karl Haupt. Sergeant, und Margarethe Henriette Volk, Tochter des LademeisterS Johann Volk zu Gießen, itaofti.

Matth Susgemeinbe.

Den 11. Juli. Eine uneheliche Tochter, Marie Elisabeth, ge­boren den 25. AprU.

Denselben. Dem Taglöbner Wilhelm Hofmann ein Sohn, Heinrich Ludwig, geboren den 25. Juni.

Denselben. Dem Knecht Karl Herr ein Sohn, Konrad, geborm den 13. Mai.

LukaSgemeindr.

Den 10. Februar. Dem Kaufmann Bernhard Sellheim ein Sohn, Eduard Carl Wilhelm Heinrich Otto, geboten den 15. Mai.

Johannesgemeinde.

Den 11. Juli. Dem Schlossermeister Ludwig Haubach II. eine Tochter, Anna Luise Mathilde, geboren den 16. Juni.

Den 12. Juli. Dem Wirth Heinrich Knoch eine Tochter, Elsa Amalie Wilhelmine, geboren den 12. Juli 1896.

Den 14. Juli. Dem Schmied Jakob Waldschmidt ein Sohn, Heinrich, geboren ben 2. Juli.

Den 15. Juli. Dem Schreiner Carl Ostermann ein« Tochter, Charlotte Margaretha Elisabeth, geboren den 14. Juli.

Militärgemeinde.

Dm 14. Juli. Dem Hoboist Heinrich KlauS ein Sohn, Will, Ludwig Emil, geboren den 29. Juni.

Bmbiau.

MarkuSgemetnde.

Den 15. Juli. Valentin Erzgräber, Taglöhner, ein Wittwer, 72 Jahre alt, starb den 13. Juli

LukaSgemcinde.

Den 15. Juli. Marte Stief, geb. Bischoff, Wittwe deS Stadt- baumetsters Johannes Stief, 69 Jahre alt, starb den 12. Juli.

Austaud.

Wien, 17. Juli. In der gestrigen Sitzung deS Ge« meinderaths beantragten sowohl die Liberalen als auch die Deutsch-Nationalen eine scharfe Kundgebung gegen die Vorfälle tu Eger. Diesbezügliche Anträge wurden dem Ttadtrathe zugewiesen.

Prag, 17. Juli. Die BetriebS-Dtrection der Staats­bahn erließ den strengen Befehl, daß auf den Stationen Ankunft und Abgang der Züge zuerst in deutscher und bann io tschechischer Sprache auSzurufen ist. Der Grund soll der sein, daß in letzter Zeit auf vielen Stationen Ankunft und Abfahrt der Züge nur in tschechischer Sprache auSgerufen wurden.

Laibach, 17. Juli. Die Regierung beabsichtigt, hier eine erdmagnetrsche Station zu errichten. Viele -Familien verlaffen die Stadt, um sich definitiv wo anders wzufiedeln.

Bozen, 17. Juli. Im oberen Ranzerthal wurde gestern neuerdings ein heftiger Erdstoß wahrgenommen. ES folgten Erdschwankungen in der Dauer von 30 brS 50 Sekunden, begleitet von mehrfachem unterirdischem Rollen.

Lilli, 17. Juli. Gestern gab der Gemeinderath seiner Entrüstung über die gegen die Deutschen in Eger ber­ühren Gewaltthaten Ausdruck, die Waffenbrüderschaft aller Deutschen Oesterreichs betonend.

Caceles und

Gießen, den 19. Juli.

Aus dem Handelskammer-Bericht. Den im Handels* kammer-Bericht für 1896 enthaltenen Berichten über That- fachen entnehmen wir ferner folgendes auf Grund der von den einzelnen Branchen eingelaufenen Berichte Erstattete:

Manufacturw aaren, Herren* und Damen­konfektion. DaS Geschäft in Manufacturwaaren, Herren* und Damenkonfektion war im Frühjahr und zu Weihnachten recht lebhaft, im Sommer und Herbst wurde daffelbe durch den anhaltenden Regen ungünstig beeinflußt. Zu coustatireu ist, daß sich das kaufkräftige Publikum von der billigeren Waare mehr und mehr zu der befferen wendet.

Maschinenindustrie. DaS Berichtsjahr kann im Allgemeinen als ein für die Eijenbravche und insbesondere für die Maschinenindustrte günstiges bezeichnet werden und waren wohl alle Maschinenfabriken, wenigstens in der zweiten Hälfte des Jahres, sehr reichlich mit Aufträgen versehen und stark beschäftigt. Der Absatz der Fabrikate erstreckte sich in erster Linie auf daS Inland, iudeffeu war auch die Nachfrage vom Auslande, insbesondere von Belgien, Norwegen, Rumänien, Rußland, Schweden, Süd-Amerika eine sehr rege und der Versandt dorthin zum Theil recht lebhaft. Der Absatz nach Oesterreich, Spanien, Italien rc. ist in deu letzten Jahren zurückgegangen. TheilS liegt dies an den ungemein ungünstigen Zoll* oder Frachtsätzen, theilS find eS auch die mißlichen wirthschaftlichen Derhältniffe einzelner dieser Staaten und die hierdurch verminderte Unternehmungslust und Kauf­kraft dieser Länder, zu denken ist hier besonders an Griechenland, Italien, Spanien und die Türkei welche einer gesunden Entwickelung des Geschäftes eutgegensteheu und die davon abhielten, diesen Absatzgebieten eine größere Ausmerksamkeit zu widmen. Die erste Folge deS guten Geschäftsganges war zunächst gegen Ende des Jahres ein starkes Steigen der Rohmaterialienpreife, sowie eine Steigerung der Arbeitslöhne, da die vielen neu gegründeten und erweiterten Fahrrad-Fabriken eine Menge von Arbeitskräften absorbirten. Allerdings mag das Aufblühen gerade dieses Geschäftszweiges, sowie die vielen Unternehmungen auf elektrotechnischem Gebiete bei Anwendung der Electricität als Betriebskraft, und der zum Theil bedeutenden Ausschreibungen von Eisenbahubedarf usw. usw. zu der starken Beschäftigung der Maschinenindustrie beigetragen haben. Trotz deS Anziehens der Preise der Rohmaterialien konnte für die Fertigsabrikate bis zum Schluffe des Berichtsjahres eine Erhöhung der Verkaufspreise nicht erzielt werden, sodaß der lebhafte Geschäftsgang zunächst nur den Producenten der Rohmaterialien Nutzen brachte, aber auch den Arbeitern zu gute kam.

Mechanische Weberei. Die schwankenden Notir­ungen der RohBaumwolle haben die Dispositionen des Einkaufs sehr erschwert und den an und für sich bescheidenen Nutzen noch geschmälert, denn die fertige Maare mußte dem Rückgang deS Rohstoffes Rechnung tragen, ohne von der wiederkehrenden Steigerung profitiren zu können. Die schon im vorigen Berichte beklagte Bevorzugung der billigen Fabrikate durch die Consumenten hat noch zugenommen. (Schluß folgt.)

-o- Blofeld, 16. Juli. Seit dem 1. dss. MtS. hat ein Herr R. aus Gießen die Apotheke in Echzell, wo auch wir unsere-Medicamente beziehen, vorerst pachtweise über­nommen. Herr R. versteht sich aus Botanik und Chemie, denn er entdeckte auf einem Streiszuge in unserer Gemarkung eine ganze Colonie atropa Belladonna (Tollkirsche), von der Niemand einen Gebrauch zu machen wußte, im Gegentheil, bte Leute fürchteten fich alle vor der sogen. Wuthbeere, die ein starkes Gift enthält, das sogen. Atropin. Auch die Wurzel und Blätter des Strauches, der gerade in unseren Bergwäldern günstige Verhältnisse für sein Gedeihen findet, enthalten daS Gift, das in den Apotheken in Keinen Mengen bei Krämpfen, bet Augenoperattonen u. f. w. angewandt wird. Die Ernte hat auch bei uns begonnen, sie fällt gut anS. Wir bekommen auch wieder Obst, besonders Aepfel, die an anderen Orten ganz fehlen, weil unsere hohe, dabei aber gegen scharfe Windzüge geschützte Lage nicht durch Matfröste geschädigt wurde. Die Acpfrl werden tirseS Jahr sehr theuer werden.

Nachmittags beantworten.

Loudon, 17. Juli.Daily Mall" meldet aus Ron» stanttnopel: Der Sultan willigte ein, Thessalien zu räumen, jedoch nur unter der Bedingung, daß Griechenland

^utiuopel: Der Großvezir, der nach Kreta abreisen iellte, habe unmittelbar vor seiner Abreise Gegenbefehl nhalien.

Athen, 17. Juli. Die Großmächte haben die Kriegs- !«sten - Entschädigung aus 4*/, Millionen festgesetzt. Ligen der Lapitulation werde« unter Mitwirkung der Groß-

Aufruf.

Die Erneuerung unserer Stadtkirche geht ihrer Vollendung im Rohbau entgegen. Nun handelt eS sich um

tzikrtkljähriger >6onxtmcwUptete8 2 Mark 20 Psg. mtt Briugerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.

Nedaction, Lxprditi«*. und Druckerei:

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Paris, 17. Juli. Ein Vertreter desGauloiS" hat den Etadtvorsteher von Petersburg interwievt, der Präfident tzaure habe danach gesagt, da- definitive Programm seiner Seife nach Petersburg sei noch nicht feftgestellt. Er g-denke jedoch zwei volle Tage in Petersburg zu bleiben, (Mann nach Moskau zu reisen und von dort wieder nach «eterSburg. Ein anderes Blatt meldet, daß an den Tagen Dor der Ankunft Kaiser Wilhelms in Petersburg die I Metin Wittwe sich auf kurze Zeit nach Kopenhagen ober btm Kaukasus begeben werde. Bei der Ankunft Faures tn

«ffl/ibme bei dein ®i$ Lrs Lefürbie eionöere $ r sagt liliugsttn

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nfa u.irflC' # ganzen Kriegskosten vorher bezahlt. ' U. LHn"Ur9 ««.kn» 17. Mi. DerStänden

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Petersburg werde die Kafieriv-Wutwe wieder dort sein.

.Meislagea'^ Paris, 17. Juli. In der heutigen Kammerfitzung > W 1-6° V 1J biachren Antide und Bojer eine Interpellation ein über die - schmeckend, Ä vrientfrage. In derselb n wird die Türkei wegen Der-

L'iflOl®2'! '<1,un8 her Friedensverhandlungen aufs Heftigste an* SO.' ,q 1,60, 1-^1 gegriffen. Minister Hanotoux wird die Interpellation erst eilt, d"- ' ' Nachmittags beantworten.

J nb nur diejenigen M M* besuch« Borstaud.

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