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12.11.1897 Erstes Blatt
 
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* Der vorgestern verstorbene General der Infanterie v. Lchachtmeier war auS der Jafanterte hervorgegangen und in der Armee wegen seiner großen Dienstkenntniffe, sowie der Strenge und Gerechtigkeit deS Character» bekannt. Er hatte in diesen Richtungen mit dem2ömen" v. Manstetu, zuletzt commandtrender General deS 9. ArmeecorpS, viel Aehnlichkett. General v. Schachtmeier trat im Kriege von 1866 nicht besonders hervor. Er befehligte damals die 32. Jnfanteriebrigade (30er und 70er) der Division Boyer und fand an ihrer Spitze nur wenig Gelegenheit, stch zu be* thätigen. Im Feldzuge von 1870/71 commanoirte er die 21. Division unter dem General v. Bose. Gleich im ersten Treffen vor Weißenburg fand General v. Schachtmeier Ge« legenheit, einzugretfen. Entscheidend wirkte er darauf am 6. August bei Wörth mit. Die Umstände freilich, unter denen die 21. Division dorr zur Thärtgkeit gelangte, waren nicht günstig. Die Verbände der Truppentheile konnten wegen der besonderen örtlichen und tactischen Verhältniffe nicht im nöthigen Grade aufrecht erhalten werden. Die Division be­wahrte aber doch im Allgemeinen zwei kräftige Gefechts- gruppen, die eine am Spachbach, die andere von Gunftett kommend, und focht die Schlacht im Niederwald, sowie bet Elsaßhausen wacker durch. General v. Schachtmeter war da­bei, wie der General v. Bose in der käwpfenden Linie ver­wundet ronrbe; schließlich betheiltgten stch noch einzelne Truppen seiner Division an der E nnahme von Froschwetler. Außer bet Sedan kam dte 21. Division nicht mehr zur Thätigkeit. General v. Schachtmeter hatte dte eiserne und einfache alt- preußische Schule durchgemacht und sich besonders mit der Schießausbildung, sowie der Taktik befaßt. In Bezug auf dte heutige Fechkwetse der Infanterie war der General einer ihrer Hauptsörderer. Nach dem Kriege folgte Schachrmeter dem General v. Schwartzkoppen in dem Commando deS 13. (württembcrgtschen) ArmeecorpS. Hier verstand der strenge und sogar schroffe Mann sich bester in dte Verhältniffe zu staden, als einer seiner Vorgänger. Seine Hauptverdtenste liegen in seiner damaligen, nicht leichten Wirksamkeit. Mitte der achtziger Jahre erhielt der General seinen Abschied und lebte seitdem in Celle. Dlclleicht wird eine- der von ihm im Kriege von 1870/71 befehligten Regimenter feinen Namen erhalten.

Ans dem stenographischen Bericht über LecherS Dauerrede sei eine Stelle wörtlich adgedruckr, weil sie am besten zeigt, unter welchen Verhältnisten zeitweilig der Abgeordnete Dr. Lecher gesprochen hat. Sie lautet: Abgeordnete vr. Lecher: Neuer­lich (Tosender Lärm und Zwischenrufe), bedenkliche Corn Hlikatwnen (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich werde, wie ja begreiflich . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe). Hohes Haus! (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) . . . MUne Herren! . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Hohes Hau»! . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Abermals ergiebr sich eine so peinliche . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Abermals ergtebt sich eine peinliche Situation. . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich fürchte saft, daß die Sitzung (Tosender Lärm und Zwischenrufe) begonnen hat.. (Tosender Lärm und Zwischenrufe) ich meine Rede begonnen habe . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe) unter allgemeinem. . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe. Lärm.) Hohes Haus! . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Complicationen . .. (Tosender Lärm und Zwischenruf«) in diesem hohen Hause . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe) mich verständlich machen . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) ES war schwer

. . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe), nachdem ich seit neun Stunden (Tosender Lärm und Zwischenrufe) an dieser Stelle ftehe (Tosrnder Lärm uab Zwischenrufe) und spreche (Tosender Lärm und Zwi'chenrufk) mich verständlich zu machen. (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich spreche . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich rede (Tosender Lärm und Zwischen- rufe) jetzt schon seit neun Stunden .. . (Tosender Lärm und Zwischenrufe). . . ununterbrochen . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Besonders humoristisch wirkt hier, daß Lecher so oft von dem hohen Hause spricht, besten Benehmen von demjenigen sicherlich erheblich abwich, das man tu und von einemhohen Hause" erwartet.

* Zeitgemäß. A :Kann ihre Frau Gemahlin schon radfahren^' B. (den das Rad seiner Frau schon viele Reparaiuren gekostet):Leider nein! Vorerst nur rade­brechen !

Raffilltrt. Zimmervermietherin zu einem Studiosen: 2Benn Sie daS Zimmer miethen wollen, muß ich vorher bemerken, daß es dreißig Mark Miethe kostet. Ist Ihnen das genehm?" Studiosus:Selbstverständlich!" Ver- mietherin:Darm kann ich Ihnen daS Zimmer nicht geben, denn wer bei diesem Preis so gleichgiltig Ja sagt, der will gewiß schuldig bleiben."

* Schlagender Beweis. Lauste (ihrer Freundin nach- blickend):Da sagt man immer, Ella wäre unglücklich ver- hetrathet, und sie hat doch schon wieder einen neuen Hut auf!"

Universität- - Nachrichten.

An der Universität Göttingen unterlag bisher die Zu­lassung von Damen ,um Hören der Vorlesungen k-inen besonderen Schwierigkeiten. Der Senat bat jetzt eine wesentliche Aenderung beschlossen. Damen, welche Vorlesungen hören wollen, müssen demnach vor dem Docenten entweder durch eine Art Colloquium oder durch Zeugniste Nachweisen, daß sie die genügende Vorbildung besitzen. Danach gibt der Docmt sein Urthetl an die Facultät ab, diese be­richtet dem Prorecior, welcher dann die Zulassung genehmigt oder verweigert.

Schiffrnachrichten.

Der PostdamoserFrietzland" derRed Star Linie" «r Antwerpen ist laut Telegramm am 9. November wohlbehalten in Newyork angekommen.

Verkehr, Cxmb* tmfc Vottswirthfchnft»

Mm-metz, 10 November. Frachtmarkt. Roth er Weir en X 16,69, weißer Weizen X 00.00, Korn X 10.90, Gerste X 10 98, Hafer X 6.79.

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Samstag den 13. November 1897.

Vorabend 480 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, SchrlftrrklLrrrrrg, Sabbathausgang 580 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Reltgiousgesellschas;

Sabbathfeier am 13. November.

Freitag Abend 4" Uhr, SamStag Vormittag 830 Uhr, Nach­mittag 3 Uhr, Sabbathausgong 680 Uhr.

Nachmittag 2U Uhr EchrtfterkMrrrng Bahnhofstr. 60.

Wochengottesdienft Morgens 7 Uhr, Abends 430 Uhr

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Bekanntmachung.

In der Generalversammlung vom 2. lfd. Mts. ist an Stelle des Herrn Otto Nonthaler I. zu Langd Herr Otto Meyer daselbst als Mit­glied des Vorstandes der Spar- und Darlehuskaffe, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Langd, ge­wählt worden. Eintrag in das Genoffenschaftsregifter ist erfolgt.

Hungen, 9. November 1897. 10392

Großherzogl. Amtsgericht.

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Nonnenroth für 1898/99 liegt vom 11. November an acht Tage lang zur Einsicht der Betheiligten auf hiesiger Bürgermeisterei offen.

Nonnenroth, den 9. November 1897. 10387

Großh. Bürgermeisterei Nonnenroth.

__Jacob._________________________

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Ettingshausen für 1898/99 liegt vom 12. d. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürger­meisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Jntereffenten offen.

Ettingshausen, den 9. November 1897.

Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen.

_ Görnert. 10401

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Utphe für 1898/99 liegt vom 12. November ds. Js. an acht Tage lang auf dem Bürger­meistereibureau dahier zur Einsicht der Jntereffenten offen.

Utphe, den 10. November 1897.

Großh. Bürgermeisterei Utphe.

_________Sch neider. 10393

Bekanntmachung^

Der Voranschlag der Gemeinde Annerod für 1898/99 !ie;}t vom 13. November l. Js. an acht Tage lang zur Einsicht der Bethei-1 Hgten auf unserem Bureau offen.

Annerod, den 9. November 1897.

Großh. Bürgermeisterei Annerod.

Horn. 10398

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