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eröffneten Straße errichtet werden soll, noch an ein bereit» bestehendes Hau- einer anderen Straße aoschließt.

Der Allgemeine Verein für Armen* und Krankenpflege hat da- Schuhmacher Gerb er' sche HauS in der Katharinen« gaffe für 8000 Mk. augekaust, um daffelbe in ähnlicher Weise, wie bezüglich einiger anderer Häuser, im Mieth-« vatrooat zu kleineren Wohnungen eivzurichten. Da- ans diesem Anlaß an die Ttadtverordneten-Versammlung gestellte Gesuch, dem Verein ein Darlehen von 6000 Mk. auf diese» Object gegen 3^/,pLt. aus der Plock'schen Stiftung zu leihen, wurde genehmigt.

Die in vorvoriger Sitzung vertagte Verhandlung über ein zu erlaffende- Reglement betr. Untersuchung de- von auswärt- eingeführten Fletsche- wurde, nachdem die vereinigte juristische und Schlachthausdeputatton dem Entwurf einigen Aenderungen unterzogen, wieder aus­genommen. Die Versammlung beschloß nach eingehender Debatte, tu welcher namentlich über die Herstellung von Fleischwaaren, die nach dem Entwurf der nochmaligen Unter­suchung nicht unterworfen werden sollen, wie über die Be­denken verhandelt wurde, welche entstehen, wenn die noch­malige Untersuchung des Fleisches lediglich dem Ermessen de- Schlachthaus-Verwalters anheimgegeben würde. Die Ver­sammlung kam indeß zur Anficht, es tu der Hauptsache bet dem Entwürfe zu lassen, da es sehr schwer halten werde, die Ge­nehmigung de- Großh. Ministeriums zu erlangen. Das Local­polizei-Reglement lautet demnach wie folgt: § 1. Frisches Fletsch barf von außerhalb in den Bezirk der Stadt Gießen, um hier als frisch oder verarbeitet feilgeboten oder in Gastwtrth« schäften oder Speisehäusern verwendet zu werden, nur unter folgenden Vorschriften eingeführt werden: 1. DaS betreffende Fletsch muß, und zwar bei Post- und Bahnsendungen von dem Adressaten, in sonstigen Fällen von Demjenigen, welcher das Fletsch in die Stadt etnbringt, sofort nach erfolgter Ein­führung dem Schlachthausverwalter in Gteßen vorgelegt werden, welcher nach Ermessen eine nochmalige und zwar kostenfreie Befichttgung des Fleisches durch den Fleischbeschauer veranlassen kann. 2. Zugleich mit der Vorlage des Fleisches im Schlachthause ist dem Schlachthausverwalter ein Gesund- heitsschein, ausgestellt von dem Fletschbeschauer des Ortes, wo das Thier geschlachtet wurde, auSzuhändigen. Ein ge­wöhnlicher BefichtiguugSschein genügt nicht. 3. DaS einge­führte Fletsch, und zwar jedes einzelne Stück, muß mit dem Stempel des Fletschbeschauers versehen sein. Die nach Vor­stehendem vorzulegenden Papiere find von dem Schlachthaus­verwalter auszubewahren. § 2. Fletsch von auswärts noth- geschlachteten Thieren darf nur dann nach Gteßen eingeführt werden, wenn durch ein bet der Einführung des Fletsche-, d. h. bet der Vorlage des Fleisches im Schlachthaus, mit« zutheilendeS Zeugniß eines approbtrten ThierarzteS nicht nur der Grund der Nothschlachtung bestimmt angegeben, sondern auch bezeugt wird, daß gegen den Genuß de« Fleisches keinerlei gesundheit-polizeiliche Bedenken bestehen. § 3. Zuwiderhand­lungen gegen die Bestimmungen der §§ 1 und 2 unterliegen, insoweit nicht nach bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, einer Strafe bis zu 30 Mk.

Betreffs des Verkehrs der Radfahrer auf öffent­lichen Wegen, Straßen und Plätze hat da- Großh. Polizeiamt mitgetheilt, daß in letzter Zett mehrfach angeregt worden fei, das Fahren innerhalb der Stadt durchweg zu gestatten. Eine Ausnahme von dem Verbot des Befahren- einer Anzahl be­stimmt bezeichneter Straßen wurde auf Nachsuchen denjenigen Personen gestattet, welche fich in Ausübung ihres Berufes des Rades bedienen müssen. Großh. Polizeiamt hält eS wegen der engen Straßen und vielfachen Zusammenstößen für geboten, eS bei den bisherigen, berechtigte Wünsche berücksichtigenden Verfahren zu belassen. Auf rd. 750 Rad­fahrnummern in hiesiger Stadt wurden 180 Erlaubnisscheine zum Befahren der Innenstadt ertheilt. Der Gegenstand ver­anlaßt eine längere Debatte, in welchem eineSthetlS für gänz­liche Freigabe der Stadt etngetreten, anderutheilS empfohlen wurde, in dem Reglement einen Passus aufzunehmen, welcher die Radfahrer zur Einhaltung eines angemessenen Tempos verpflichtet, weiter wurde gewünscht, die Zahl der Straßen, welche befahren werden dürfen, um einige zu vermehren, im ferneren wurde es als belästigend bezeichnet, daß Radfahrer, um von einer ihnen freigegebenen Straße in die andere zu gelangen, gezwungen seien, auf der Zwischenstrecke abzu« steigen, ein weiterer Vorschlag ging dahin, den Antrag der Baudeputation auf Belassung der seitherigen Urbung anzu­nehmen. Die Versammlung beschloß Annahme deS Bau« deputatiovS-Antrage-, doch soll an Großh. Polizeiamt da- Srsuchen gerichtet werden, das Verzeichoiß der fretzugebendeu Straßen einer Revision zu unterziehen.

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Ließen, den 11. Juni.

Oeffentliche Anerkennung edler Thaten. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hat dem Schiffer Joh. Lerch VIII. -u Nlerstetn in Anerkennung der von ihm mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr auSgeführten Rettung des Wilhelm Kessel in Nierstein vom Tode des Ertrinkens die Rettungs-Medaille- dem Kaufmann Ernst Leonhardt zu Gernsheim in Anerkennung der von ihm mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebens­gefahr auSgeführten Rettung des Friedrich Henn in Gerns­heim vom Tode deS Ertrinkens die RettungS Medaille ver- liehen- dem Anton Schumacher in Klein-Hausen in An- erkennung deS von ihm bei der Rettung des Philipp Neu- mann daselbst vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhalten- eine Geldprämie verliehen.

* * Orden-verleihung. Se. Majestät der Kaiser haben Allergnädtgft geruht: dem Obersten a. D. Haupt, bisher Commandeur deS Jnfanterie-RegimentS Nr. 140, den Rothen Adler-Orden 3. Klasse mit der Schleife zu verleihen.

* Militärische-. Se. König!. Hoheit der Großherzog hat au» Anlaß de» 200jährigen Bestehens des 3. Großh. Hess. Jnfanterie-RegimentS Nr. 117 I

I an dasselbe einen Tagesbefehl erlassen, in welchem e» am Schlüsse heißt:Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten de» Leib-Regiment»! Eure Borfahren haben in den zwei ver­gangenen Jahrhunderten Meinen Ahnen und Meinem Hause Treue gehalten im Kriege und Frieden, in guter und in böser Zeit! Gelobe fich'S Jeder am heutigen Tage, solchen Vorbildern zu folgen. Blau ist die Farbe der Treue, blau die Farbe Meines Leib-Regiment-! Sie sei der Wider­schein Euerer treuen Gefinnung, welche Euere Vorfahren durch zwei Jahrhunderte fleckenlos erhalten haben. So beginnt den ersten Tag des 3. Jahrhunderts, den Blick auf Euere Fahnen gerichtet und den alten Hessischen Wahlspruch Gott Ehre Vaterland" im Herzen, mit de« hehren Schwure, die alte Hessentreue Unserem erhabenen Krieg»herrn, Seiner Majestät dem Kaiser, zu halten und Gut und Blut eiuzusetzen für des Kaisers und des Reiche- Wohl, für Unser geliebte- deutsche- Vaterland. Gegeben Mainz, 10. Juni 1897. Ernst Ludwig. Um Meinem 3. Jnfameric- Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117 am heutigen Tage seine- 200jährigen Bestehens für die zu allen Zeiten bewiesene ehrenhafte und musterhafte Führung einen besonderen Aus­druck der Anerkennung und de» Wohlwollens zu geben, finde Ich Mich zu folgenden Gnadenbeweisen veranlaßt: 1) Ich ernenne Ihre Königliche Hoheit die Großherzo­gin Victoria Melita, Meine vielgeliebte Ge- mahlin, zum 1. Inhaber des Regiments. 2) Ich verleihe den Fahnen des 1. und 2. Bataillons die Säcular- fahnenbänder. 3) Ich bestimme, daß am Helm ein Au»- zeichnungSband mit den Jahreszahlen 1697 und 1897 zu tragen ist." Kerner wurden eine Anzahl OrdenSauSzeich- nungen an active und ehemalige Offiziere und Unteroffiziere verliehen.

* Au dem juristischen Staatsexamen haben fich, laut Darmft. Tgl. Anz.", in diesem Frühjahr 16 Candidaten beteiligt. Drei derselben bestanden mit gut, elf mit ge­nügend, zwei der Herren haben das Examen nicht bestanden.

* Postpersonalnachrichten. Versetzt sind: Der Post- inspector Baltrusch von Darmstadt nach Berlin- der Post« kaffirer Köhler von Berlin nach Darmstadt al- c. Post« inspector. Bestätigt tu ihrer Dienststelle find: Der Post­director BerniuS in Friedberg (Hessen)- der Postkafftrer Stroh in Gießen. Der Postaflistent Lotz in Mainz ist zum Ober Postaffistent ernannt worden. Angestellt find: Als Postsecretär der Postpractikant Körber auS Dresden in Darmstadt - als Postaffistent der Postafftstent Kilian in Darmstadt; der Postanwärter Jeglinger in Büdingen - der Postanwärter Rau in Gießen- als Telegraphenassistent der Telegraphenanwärter Muntermann in Offenbach (Main)- der Telegraphenanwärter Roth in Butzbach. Angenommen find zu Postagenten: Der Bürgermeister Meyer in Großen-Buseck, der Landwirth Ruhmann in Münster (Hessen). ES treten in den Ruhestand. Der Postsecretär Ltpke in Mainz. Gestorbenist: Der Ober-Postsecretär a. D. Gundel in Mainz.

* Sine Dichtergreifiu in Gießen. Von ihren Freunden und Verehrern beglückwünscht feierte gestern eine würdige, alte Dame, Fräulein Johannette Lein, ihren 7 8. Ge­burtstag. In voller geistiger und körperlicher Frische blickt Fräulein Lein auf ein langes, arbeitsame» Leben zurück. Ihr Dasein erhielt aber eine höhere Weihe, da die Muse der Dichtkunst ihr seit frühsten Tagen das Geleite gab. In zahlreichen, formschönen und tiefempfundenen Gedichten hat Johannette Lein ihr reiche» Gefühlsleben auSgeströmt. In ihrer bescheidenen Weise theilte die Dichterin bei Gelegenheit ihre poetischen Gaben unter ihren Freunden auS. Diese ver­einigten fich nun in dem finnigen Gedanken, die Gedichte zu sammeln, in Druck zu geben und in Gestalt eines zierlichen Bänd­chens der Jubilarin auf den Geburtstagstisch zu legen. So fieht die liebenswürdige Dichterin an ihrem Lebensabend die Kinder ihrer Muse um fich versammelt und darf sich an ihrem An­blick erfreuen. Die Gedichte von Johannette Lein gewinnen in unseren Tagen, wo eine eifrige Forschung den Spuren der zeitgenössischen Volksdichtung nachgeht, eine erhöhte, über den Bannkreis der Stadt hiuauSgehende Bedeutung. Erscheint doch die Gabe der Dichtung auch bei der Jubilarin als etwas ganz Losgelöstes von der Person, als ein Himmelsgeschenk, daS die mühseligen Tage der schlichten Nähterin mit seinem Glanz vergoldet hat.

** verein zur Züchtung reiner Hnnderaffeu. Derverein jur Züchtung reiner Hunderassen" hält am Sonntag den 13. Juni d. I. seine Schau für Hunde aller Rassen ab, verbunden mit Preisschliefen für Foxterriers und Teckel. Die Thätigkeit der Leitung der Schau wird durch eine un­erwartet hohe Anmeldung 175 Hunde aller Raffen belohnt, ein erfreulicher Beweis für da» Interesse an der ganzen Sache. Es lohnt fich wohl, die Ausstellung zu be­suchen und eingehend nach dem Cataloge zu studiren, da Hunde gemeldet find, deren Werth auf mehrere Tausend Mark veranschlagt wird. Daß das junge Gießener Unter­nehmen bereit» in Fachkreisen einen Ruf genießt, beweist die Collectivbeschickung von Seiten ganz hervorragender Kenner und Züchter, u. A. Jean Fußhöller in Siegburg. Er­freulicher ist da» Resultat für den thätigen Verein ganz be­sonder» deshalb, weil, nicht wie man erwartet, nur etliche wenige Hunde mehr, sondern gleich über die doppelte Anzahl von Hunden gemeldet wurde. Dieser Umstand machte die Errichtung einer eigenen äußerst schmucken Halle nothwendig, die Eigenthnm des Verein» bleibt. Die Hunde selbst werden «usiergiltig untergebracht und ist ein entsprechende» Wärter­personal zu deren Warte und Pflege eugagirt, selbstverständlich ist auch für Futter gesorgt. ES werden außerdem noch einige Firmen, auch von auSwärt», Ausstellung von Bedarfs­artikeln für Hunde und Jagd veranstalten, sodaß der Sport»« mann sowie der Jäger in jeder Hinsicht befriedigt sein kann. Um auch dem Publikum noch ein UebrigeS zu bieten, wird, nachdem eine feierliche PreiSvertheilung stattgefunden hat, gegen 5 Uhr ein Eoncert stattfinden. Gegen 6 Uhr treten die Vierfüßler vom Programm ab, zur Beruhigung

enragierter Musikfreunde besonder» betont, die fich dann dem zweiten Theile de» Ohrenschmauses, der wohl weniger Dissonanzen bieten wird, voll und ganz hingeben können. Ganz besonder» machen wir auf die ungefähr 30 ge ftiftrten Ehrenpreise und Geldpreise aufmerksam, unter deue» fich ganz vorzügliche Stücke finden. Die Schau beginnt Morgens Punkt 9 Uhr, um welche Zeit olle Hunde zur Stelle sein müssen. Da» PreiSrichterawt ist mehreren her­vorragenden Kennern anvertraut worden. DaS Richten über die Hunde beginnt um 9 Uhr. Die Schliefen das Arbeiten auf Raubzeug unter der Erde haben die Nennung von 13 Dachshunden und 6 Foxterrier- aufzuweisen, also scharfe uud interessante Concurrenz. Für die Schliefen ist eine ganze Anzahl sehr hübscher Ehrenpreise gestiftet, überhaupt find bei den Ehrenpreisen möglichst viele Chancen für den BerusSjäger in Betracht gezogen worden. So wäre noch zu wünschen, daß der Himmel mit seinem feuchten Segen bisher genug gethan haben möge und ein schöner, warmer Sonntag daS mit vieler Mühe zu Stande gebrachte Unter­nehmen aufs Beste gelingen lasse.

Zu« Krankevkafsenvesen in Hessen. Die in der freierr Vereinigung von Krankenkassen im Großherzogthu« Hessen gruppirten Kaffen zählten, lautOffb. Ztg.", a* Schluffe des Jahre- 1896 63, darunter 40 Ort--, 20 Be­trieb»- und 3 Jnnung»-Krankenkaffen. Ihre Gesammtmit- gliederzohl betrug 65865, wovon 49093 auf die Ort»«, 15949 auf die Betrieb»- und 880 auf die Jnnung»kranken- kaffen entfielen. Ihr Gesammtvermögen beläuft sich auf Mk. 1063 918, wovon Mk. 971573 al» Reservefond» baar zurückgestellt sind. Die Gesammteinnahmen betrugen in 1896 Mk. 1535198, die Gesammtau-gaben Mk. 1453480. Da­von erhielten die Aerzte al» Honorar Mk. 257 707 und die Apotheken und Bandagisten Mk. 151458. An Krankenunter­stützungen wurden Mk. 473910, an Sterbegeldern Mk. 34161 und für Kur- und verpflegung-kosten au Krankenanstalten Mk. 128426 verausgabt.

** Wetterbericht. Das Gebiet des niederen Drucke» hat rasch unter vielfachen Gewftter-Erscheinungen den Continent durchzogen und sich nach dem Südosten des Erdtheil» ver­legt. Das Barometer ist daher über Central-Europa, nament­lich aber im Westen und Nordwesten wieder merklich gestiegen. Die Luftdruck Bertheilung ist zunächst noch sehr unregelmäßig geblieben. Daher hat die Witterung auch noch den unbe­ständigen Charakter beibehalten. voraussichtliche Witterung: Im Allgemeinen unbeständige» Wetter; da­zwischen nur vorübergehende Bessernng.

4- Lich, 10. Juni. Gestern fand die Aufnahme­prüfung für die zweite Klasse der hiesigen Präparanden- anftalt statt. Zu derselben hatten fich 35 Schüler gemeldet, wovon 31 den Anforderungen genügten. Die erste Klaffe dieser Anstalt zählt 28, die zweite Klaffe hingegen außer diesen vorgemerkten 31 Schülern noch weitere drei au» dem früheren Jahrgange herübergekommene Schüler, so daß nun­mehr diese Lehrer-Bildungsanstalt von 62 Zöglingen be­sucht wird.

+ Nidda, 10. Juni. Der Dogel»berger Hvhenclud hielt gestern seine diesjährige General-Versammlung im Gasthau»Zum GambrinuS" dahier ab, welche ziemlich gut besucht war. ES wurde u. A. beschlossen, daß der Ge- sammtverein die öffentliche Anregung zur Errichtung eine» National- und SiegeSdenkmalS auf dem Schloßberge bei Ulrichstein für die großen Begründer de» deutschen Reichs in die Hand nehme, zu welchem Zwecke ein Comitä gebildet ward- ferner, daß an den HauptverkehrSpunkteu de» Vogels- berg» entsprechende OrientirungStafeln angebracht werden sollen. Der Voranschlag pro 1897/98 weist in Einnakme und Ausgabe 1522 Mk. auf. Nachdem die Versammlung ihre Tagesordnung erledigt hatte, fand im Gasthau»Zur Traube" baß gemeinsame Mittagsmahl statt, dem ein schöne» Eoncert imGambrinuS" folgte, welches viele Theilnedmer bi» zum späten Abend vergnügt beisammen hielt. Al» Ort der nächsten Versammlung wurde Lich gewählt.

K. Nieder Mockstadt, 8. Juni. Am zweiten Pfiagst- feiertag wurden im hiesigen Schulhause zwei Kuädlein getauft; da der Geistliche nicht gleich zur Stelle war, wurden dieselben einstweilen neben einander gelegt. Bei der nun stattfindenden Taufe wurden dieselben verwechselt. Die Mütter wurden die Verwechslung erst gewahr, als fie in ihren Wohnungen angelangt waren. Begreiflicher Weise ge« riethen dieselben darüber in große Bestürzung, da dieselben auch andere Namen erhielten, als im StandeSamtSregister eingetragen war.

-1- Ranstadt, 9. Juni. Bei der Schafschur, die heute vorgenommen wurde, war auch der Wasenmeister der Ge­meinde Dauernheim beschäftigt. Ein kleiner Junge von 6 Jahren, der denselben sah, machte die Bemerkung:Da ist ja auch der Schinder". Derselbe ergriff fich den Jungen und schnitt ihm mit seiner Schafscheere da» halbe Ohr ab. Die ersten Heugra»versteigerungen hiesiger Gegend haben heute hier und auf den fi-calischen Wiesen bei dem Forsthause Finkenloch ftattgefunben. Trotz der guten FutterauSfichten waren die Preise höher, al» in den vorhergehenden Jahren. ES kam der kleine Morgen (300 Klftr.) auf ungefähr 24-28 Mk.

W. Darmstadt, 9. Juni. Gestern tagte hier in der Bleichstraße eine Versammlung israelitischer Lehrer, welche die Gründung eines neuen Verein» beschloß. Ans der am 27. Mai d. I. in Frankfurt stattgehabten Geueralver- ammlnng deS israelitischen Lehrervereins im Großherzogthum Hessen trat nämlich eine Spaltung ein, weil eine kleine Majorität einen Antrag auf Anschluß an den verband der deutsch-iSraelitischen Lehrervereine annahm. von der Minorität traten damal» sofort 28, in deren Auftrag die gestrige ver« ammlung einberufen war, an». Sie thaten da» deshalb, weil im Vorstand diese» Lehrerbunde» der Gemeindebund Sitz und Stimme hat. Vorsitzender de» neuen Verein» ist Herr Dr. Barnaß in Pfungstadt.