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unaufschiebbaren Reise die Sitzung vor der Abstimmung verlassen.
Bad Nauheim, 1. December. Gestern feierte Herr Geh. Medicinalrath vr. Friedrich Bode seinen 80. Geburtstag. Zahlreiche Glückwünsche von Nah und Fern erfreuten unseren Mitbürger an diesem seltenen Tage. Geh. Mebiciual- rath Dr. Friedrich Bode ist zu Ziegenhain bet Cassel am 30. November 1811 geboren. Gr ließ sich im Frühjahr 1837, vor 60 Jahren, al» erster Badearzt in Nauheim nieder und arbeitete unausgesetzt au der Größe und Wohlfahrt de- BadeS. Am 6. März 1884, an seinem 50jährigen Doctor- jubtläum, ernannte ihn die dankbare Stadt Bad Nauheim zum Ehrenbürger. Das „GeburtStagSkind" ist mit einer vorzüglichen Gesundheit begnadet und heute noch so frisch, wie vor Jahren. Einst verrieth er daS Gehetmniß, daß er nach über 60jährigcm Wirken noch so rüstig sei. Er habe nämlich jedes Jahr mindestens fünfzig Sprudelbäder genommen. Die schönste Erinnerung deS trefflichen Mannes
Ctcoles rrrrd provinzielle».
Vteßen, 3. December 1897.
•• Aufbesserung ber Eoldateokost. Die zur Zeit
in Gültigkeit. Unter den heutiges Berhältoiff-n kann aber, so heißt es im ReichShauShaltS-Etat für 1898/99, der soeben dem Reichstage zugegangen ist, diese Verpflegung-- gebühr nicht mehr als ausreichend erachtet werden. Um die GesammttageSverpflegung des Soldaten zu einer auskömm- ltchen zu gestalten, ist es nach den eingehenden Erwägungen erforderlich, bet der Garmsonverpflegung die Fleischportton um 30 Gr. und die Gemüseportton auf die Sätze der Manöverkost unter gleichzeitiger G währuag einer Fettzugabe von 40 Gr. zu erhöhen und bet der Manöververpflegung eine Fettzugabe von 60 Gr. zu gewähren. Die gewöhnliche GesammttageSverpflegung des MauueS soll danach künftig bestehen aus: 180 Gr. frischem Fleisch (Rind-, Hammeloder Schweinefleisch), oder 120 Gr. geräuchertem Speck, 40 Gr. Nierenfett, 250 Gr. Hülsens?üchte, (Erbsen, Bohnen oder Linsen), oder 125 Gr. ReiS, Graupe oder Grütze, oder 1500 Gr. Kartoffeln, sowie 25 Gr. Salz nebst den erforderlichen sonstigen Speisezutbateu und 10 Gr. Kaffee in ge bräunten Bohnen. Daraus soll künftig für den Mann eine Morgen, Mittag- und Abend ko ft, statt bisher nur Morgen und Mittagkoft hergestellt werden. Die Mehrkosten belaufen fich für das preußische Contingent auf 7 128 015 Mk.
stehenden P or r io nS s S tz e für die tägliche Beköstigung Soldaten find in der Hauptsache bereits seit dem Jahre 1858
lafht werde mit Verantwortung für eine Sache, für die er | Georgi und Wolff und die Stadtverordneten Homberger, Scheel, »tcht eingetreteu sei. t Keller, Flett, vr. Gaffky, . vr.Schäfer, Schiele, Hryligenstaedt,
Ploch und vr. Thaer. Herr H eich eh etm mußte infolge einer
Herr Petri hält für den künftigen Viehmarkt eineu doppelt so großen Raum, als den jetzigen, für nö'htg- durch Weglaffuvg der Stallungen werde das Project billiger, der Bahnanschluß sei nicht absolut nöthig.
Herr Helfrich weist auf die Gefahren der Klauenseuche, die zur Zeit wieder in Wtes!ck ausgebrochen, hin- breche dieselbe in den Ställen de- Biehhofe- aus, so werde der Markt erst recht geschädigt.
Herr Professor Dr Thaer spricht gegen das Project, «eil ihm der Platz hinter dem Schlachthause nicht zusage. Er hält e- ferner für bedenklich, mit einer Majorität von etwa zwei Stimmen einen so folgenschweren Beschluß zu fassen und hält die Versammlung nicht au ihren früheren Beschluß gebunden. Die Sache sei noch nicht spruchreif, weil noch Widersprüche vorhanden. Er empfiehlt nochmalige Com- miffion-berathung; Abstriche seien aber nicht angebracht, eS solle vielmehr ein Biehmarkt geschaffen werden, der allen Anforderungen entspreche- er wünsche de-halb Wiederherstellung deS ursprünglichen Vorschlags. Die Versammlung solle zeigen, daß fie einig in der Wahrung städtischer Jutereffen sei.
Herr Oberbürgermeister Guauth verspricht fich von einer CommisfionSberathuvg nichts, da die Commission bereit- ihr Beste- gethan, er werde fich der Abstimmung über Com- misfionsverwetsuug enthalten.
Herr Schwall ist gegen Commission-Verweisung und mahnt vor allzu zähem Anklammern an den Bahnanschluß- man solle feststellen, ob da- meiste Vieh mit der Bahn oder zu Fuß ankomme, für da- vom Lande kommende Vieh sei der Bahnanschluß nicht nöthig.
Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt, den Eindruck zu haben, daß mehr al- die Hälfte de- Viehes mit der Bahn ankomme, sicher sei aber, daß weit mehr mit der Bahn abgehe.
Herr Schiele hält nochmalige Commisfionsberathung ohne vorherige Programmangabe für zwecklos.
Herr Beigeordneter Georgi erklärt, gegen den Com- «tsfioaSautrag zu stimmen, weil er für den Antrag auf Uebecweisung an die Commission sei.
Nachdem nach kurzer Debatte beschloffen, dem Commissionsantrag, welcher die Anlage deS VtehhofeS hinter dem Schlachthause bezweckt, bei der Abstimmung die Priorität vor dem auf Urberweisung an die Commission lautenden einzuräumev, erfolgte die Abstimmung. Sie ergab Annahme des Com- misfionsautrages mit 15 gegen 13 Stimmen. Für deu Antrag der Commission stimmten folgende Herren: Beigeordneter Grüueberg, die Stadtverordneten WallenfellS, Jug- Hardt, Löber, Habenicht, Orbtg, Helfrich, Haubach, Faber LooS, Kirch, Grünewald, Brück, Schmall, Petri; dagegen: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten .■■nimm i —
ist der Durchbruch des „großen Sprudel-" vor 51 I ihren. Ja der „Chronik von Bad-Nauheim" ist ausführlich über die Verdienste Bode- um die Hebung unseres Bade- berichtet. Wir haben dem nunmehr alten Herrn viel zu danken- möge fich sein Lebensabend zu einem glücklichen gestalten!
Büdingen, 29. November. Wie dem „B. A. A." au- ficherer Quelle mitgetheilt wird, will die Hanauer Kleinbahn- Gesellschaft die durch daS Seementhal von Büdingen aufwärts projecrirte Bahn nicht etwa nur bi- Rtndertügen oder Wolferborn, sondern vorerst bis Kefenrod bauen. Ebenso ist die Wetterführung von Kefenrod eveot. über WeningS oder Nieder-, Mittel- und Ober-Seemen mit An'chluß an die Linie Herbstein-Lauterbach bestimmt in Aussicht genommen.
* Berlin, 1. December. Die Stadt Berlin beabsichtigt die Aufnahme einer neuen Anleihe im Betrage von 6880 0000 Mark zur weiteren Ausführung der Canalisation, zur Fortsetzung von EiwetterungSbauten der Wasserwerke und Gaswerke, zur Erweiterung deS Central-Btehmarkte» und Schlachthofes, zu Brückenbauten rc.
• Diphtherte heilferum. Die Berliner »Post" schreibt: „Nach Mtttheilungen von durchaus glaubwürdiger Seite bezieht Gehcimrath Professor Dr. Behring, der glückliche Entdecker des Diphtherie-Heilserum-, von den Höchster Farbwirken bei Frankfurt a. M. monatlich ungefähr 70,000 Mk. Um die Ursache der außerordentlichen Höhe dieser Summe zu verstehen, darf nicht vergessen werden, daß da- Diph'herie- Heilserum nicht allein al- Heilmittel bei der sehr verbreiteten Diphtherie verwendet wird, sondern daß dasselbe namentlich in Kinderholpitälern zur Schutzimpfung für ganze Abtheil- ungeu benutzt wird."
* Za einer Kirche in Libau bemerkte ein GenSdarm jüngst der Nacht- Licht. Mit einem Gehülfeu öffnete er die Kirchenthür und schloß sie sogleich von Innen ab. Ein wunderbare- Bild bot sich den etntretenden GenSdarmen. Am Altar, dessen stlberne Leuchter und Verzierungen verschwunden waren, saß ein Einbrecher und zechte aus dem Alrarkelch den Kirchenwetn. Im Augenblick war der Mann auch verschwunden und seine Laterne ausgelöscht. Al- man ihn endlich in einem Versteck aufgetrieben hatte, setzte er fich mit einem Messer zur Wehr. Er entpuppte fich als fahnenflüchtiger Soldat deS dort liegenden Besatzung-.Bataillons.
* DaS genügt. Bei einer Treibjagd in Züllschau traf kürzlich ein Schütze mit einem Schuß anstatt der Hasen u. s. w. nicht weniger al- sechs Treiber. Am andern Tage wurden vom Arzt die Schrotkörner, die keine erheblichen Verletzungen verursacht hatten, entfernt.
Bekanntmachung.
Da» durch die Geradelegung der Wieseck gewonnene, zwischen der letzteren und der Noll'schen Besitzung gelegene, von der Moltkestraße aus zugängliche städtische Gelände soll
Montag, den 6. December 1897, Nachmittags 2 Uhr, zunächst in zwei Abtheilungen von je ca. 660 qm und danach im Ganzen unter den üblichen Bedingungen an Ort und Stelle öffentlich meistbietend auf 6 Jahre verpachtet werden.
Gießen, den 27. November 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen
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