Ausgabe 
29.9.1896 Erstes Blatt
 
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Cougreß findet heute Abend eine große öffentliche Ver­sammlung der HaudlungS-Äehtlstnuen statt, zu welcher zahlreiche Eougreßmitglieder ihr Erscheinen zugesagt haben.

Mannheim, 28. September. In Gegenwart de- Groß- herzoglichen und des Erbgroßherzoglicheu Paares sand gestern hier die Einweihung de» Kriegerdenkmals statt, wobei der Großherzog eine Ansprache hielt.

Wie«, 28. September. DieNeue Freie Presse" meldet aus Salo nicht, daß die türkische Regierung sich eutschloffen hat, die 2000 Pfund Lösegeld den Räubern für den entführten Bruder des österreichischen ConsnlS in SerraS zu bezahlen. Seitens *des Militärs geschah bei der Uebergabe des Lösegeldes eiu Mißgriff, sodaß die Räuber einen Ge­fangenen tödteten. Der österreichische Consul in Saloutchi fordert categorisch die Bestrafung der Schuldigen.

Brüssel, 28. September. Seit drei Tagen ist von hier ein bijähriger Rentner, Bernhard Samen, eiu Deutscher, verschollen. Samen verließ am Freitag seine Wohnung, um 60000 Franken zur Bank zu tragen. Mau glaubt, daß er tu eine Falle gelockt und umgebracht worden ist.

WB. Orsowa, 28. September. Die EtoweihungS- fahrt durch den eisernen Thorcanal ist am Sonntag Mittag unter brausendem Jubel der Uferbevölkeruug glänzend verlaufen. Den Königsschiffen mit dem Kaiser von Oester­reich, den Königen von Rumänien und Serbien folgte ein Torpedoboot und ein Donanrnonitor- die Dampferflottille, die serbischen Uferstationen und die rumänischen Gebirgsbatterien donnerten Salutschüffe, der DonaumonitorKöröS" erwiderte. Die rumänischen Dorobanzenregimeuter bildeten am Ufer Spalier. Als das Katserschtff die Roseuguirlaude an der Canalmündung durchschnitten, folgte daS Weihegebet des Bischofs und der Trinkspruch des Kaisers von Oesterreich. Nach der Rückfahrt fand Hoftafel im Herkulesbad statt, Abends erfolgte die Abreise der drei Könige nach Krajowa, Belgrad und Budapest.

Cocelts unö LrovtnzLelles,

Gieße«, den 28. September.

** Einen Taschenfahrplan, enthaltend die Zeiten der in Gießen aus« und einführenden Eiseubahozüge und des OmuibuSverkehrS, hat die Firma Ernst Balser hier heraus- gegeben. Derselbe, in bequemem Format auf zähes Carton- Papier gedruckt, ist zum Preise von 10 Pfg. direct bei gen. Firma, wie bet den OmntbuSschaffnern zu haben. Laut Ver­trag mit der Omnibus-Gesellschaft ist der Firma Ernst Balser, wie in früheren Semestern, der alleinige Verlag und Vertrieb deS OmnibuS-Plakat-FahrplanS über­tragen worden. Das Erscheinen beider Fahrpläne wird ohne Zweifel von dem iuteresfirtkn Publikum mit Freuden begrüßt.

* Sladttheater. Der größte Theil des Personals ist bereits eingetroffen. Die Bühnenproben haben begonnen. Eröffnungs-Vorstellung nächsten Donnerstag, den 1. October: Der Hütt en besitz er."

* * Nansen» Nordpolfahrt. Am 7. October wird JenS Lützen, Privatdocent an der Humbold-Akademie Berlin, auf gemeinschaftliche Veranlassung des Kaufmännischen Vereins und des OltSgewerbe-BereinS einen Vortrag halten über Nansens Nordpolfahrt. Der Vortragende wird den Hörern durch Lichtbilder veranschaulichen die Regionen des ewigen Schnees und Eises. Auch Nichtmitglieder haben zu diesem zeitgemäßen Vortrag Zutritt.

* Kleine Ausreißer. Gestern Nachmittag machte eine zwar sparsame, aber doch gemüthliche Gesellschaft einen Ausflug per Wagen durch daS Busecker Thal. ES dunkelte bereits, als sie von Lollar den Rückweg antrat. Auf der Landstraße nach Gießen sahen die Insassen deS Wagens zwei kleine Knaben, die unkundig de» etnzuschlagenden Weges schienen. Auf Befragen erklärten sie, daß sie am Mittag von Gladenbach weggegangen seien und daß sie in Gießen ihren Onkel besuchen wollten. Die Herren nahmen nun die beiden Kleinen in ihren Wagen und nachdem sie dieselben auf der WellerSburg mit Speise und Trank erquickt, mit nach Gießen. In ihrer Stammkneipe angelangt, ließen fie den ihnen bekannten Onkel rufen, der vor Freude über den Familienzuwachs seine Begrüßungsrede mit den Worten schloß:Jetzt geht» nach Hause, morgen früh erhält Jeder eine Tracht Prügel und dann gehtS auf die Bahn."

ObstauSstelluug. In der Zett vom 9. bis 12. October findet zu Lauterbach eine ObftauSstellung des Ober­hessischen Obstbauvereins, verbunden mit einer Ausstellung von Producten der Obstverwerthung sowie Geräthen der Obstbaumpflege und Obstverwerthung statt. Nach den ein- gelaufenen zahlreichen Anmeldungen zu schließen, dürfte sich diese Ausstellung ebenso interessant wie lehrreich gestalten, indem dieselbe ein zutreffendes Bild, was eine intensive Obstbaumpflege auch in weniger von der Natur bevorzugten Lage zu leisten vermag, ergibt. Den Mitgliedern deS Ober- hessischen ObstbauvereivS sowie Freunden deS Obstbaues sei daher der Besuch der Ausstellung warm empfohlen, nachdem die Direction der Oberhesfischen Eisenbahnen dadurch er­leichtert hat, daß auf eine einfache Fahrkarte, sofern dieselbe in der Ausstellung zur Abstempelung gelangt, freie Rückfahrt gewährt wird.

Thierschnhverein. In seiner Sitzung vom 17. Sep­tember hat der Vorstand des hiesigen Thterschutzverein» be­schlossen, wiederum zu Weihnachten eine größere Anzahl Thierschutzkalender an Gießener Schulkinder vertheilen zu lassen. Um nun vielfachen früheren Anfragen an den Verein zwecks Abgabe von Kalendern zum Selbstkostenpreis zu genügen, ersuchen wir die Herrn Lehrer, diesbezügliche Wünsche baldigst dem Vorsitzenden, Lehrer Curschmaun, zu unterbreiten.

Der Verein -irr Züchtung retier Hunderassen in Gieße« wird am Freitag, den 2. October, Abends um i/i9 Uhr,

in Hotel Kaiserhof seine nächste Monatsversammlung abhalten. Der Verein kann sehr erfreuliche Fortschritte ver­zeichnen, die Mitgliederzahl hat nämlich 120 schon überstiegen, was in der kurzen Zeit des Bestehen» gewiß viel heißen will. Der Schliefplatz auf der Schönen Aussicht ist nahezu fertig. Der Schulbau daselbst ist bereits vollendet, so daß den Jägern unter den Mitgliedern die beste Gelegenheit ge­geben ist, ihre Teckel und Fox-Terriers gründlich einzuarbeiten. Der erste Vorsitzende, Herr F. Windecker, hat dem verein zur GratiSverloosung unter den Mitgliedern einen braunen Teckelrüden und eine Teckelhündin, braun, edelsten Blute» zur Verfügung gestellt. Die Berloosung unter den allgemeinen Berloosung-bedtngungen de» Vereins wird am vereinSabend stattfinden. Ferner wird die projectirte Hundeschau für Hunde aller Rassen zur Sprache kommen, wa» weitere Kreise interesfiren dürfte. Herr Vet.-Arzt Sei derer wird einen bereit» angekündigten Vortrag über Hundeaufzucht und Pflege sowie über Hunderassen halten. Es ist demnach das Pro­gramm für die demnächst stattfindende Monatsversammlung gewiß reichhaltig und wird eS auch hoffentlich nicht verfehlen, einen größeren Kreis von Interessenten anzuziehen. Noch erwähnt werden muß, daß für die bereits genannte Schau außer den in Diplomen bestehenden Preisen schon 6 Ehren­preise gestiftet find ohne zwei vom Vorstände bereit- in Vorschlag gebrachte VeretnSpreise,- sechs weitere stehen in Aussicht. Die auf der letzten MonatSversamwlung verlooste hochedle Fox Terrierhündin gewann Herr Han» Carl Ftesser. Anmeldescheine für die Schau sind vom ersten Vorsitzenden, Herrn Ferd. Windecker, SelterSweg Nr. 2, zu beziehen.

* Manoverbilder an» Alzey unb Umgegend. Selbst- erlebteS. ES ist noch düster, aber schon reges, mili­tärisches Leben in den Straßen Alzeys. Da führt auch ein Offiziersbursche ein Pferd vor seines Herrn Quartier. Doch siehe, eS liegt noch alles in Morpheus Armen, wer weiß auch, wenn für die Krieger diesmal die Nacht begonnen hatte. Aber die Zeit drängt, denn schon marschiren die Züge nach dem Sammelplatz. Laute» Klopfen weckt bald etliche Schläfer, nur der zum Oeffnen de» Thore» Befohlene, dem Hausschlüssel und Wecker vertraut waren, läßt noch schlaf­trunken nichts von sich hören noch sehen, so fehlt denn auch des Thores Schlüssel. Kurz entschlossen steigt der Rosse- bündiger durch» Fenster, um bald in Begleitung seine» Herrn, eine» etatmäßigen Stabsoffizier», wie un» die Haus­tafel belehrt, durch diesen ungewöhnlichen Weg zur Truppe zu eilen. Leider ist heute ein regnerischer Manövertag, wie öfter- fast fängt der rheinhesfische Lehmboden an uu- gemüthlich zu werden, doch tapfer folgt daS Publikum den Spuren der Vaterlandsvertheidiger. Allerdings hat das diesmal seine Schwierigkeiten, denn die Feldgendarmerle hat strenge Weisung. Hier zieht ein schneidiger Polizeisergeant, hoch zu Roß, wie ein Laiengeneral, vor einem großen Troß von Schlachtenbummlern her. Rechts oder links auszubrechen rentirt heute nicht, da» Feld ist zuanhänglich" und wer eS nicht glaubt, kann die Wirkung der feuchten Mutter Erde in den früher einmal weißen Unterkleidern einiger kühnen Stadtdameu beobachten, die nach unten vollständig im Local­ton schimmern und Hellen Jubel Hervorrufen, wo sie sich zum ersten Male zeigen. Doch der Himmel zürnt nicht immer, die Sonne bricht durch und Kanonendonner verkündet, daß fie auch denFeind" hat verrathen helfen. Nun ist daS Publikum nicht mehr zu bändigen- ein langer Zuckerrüben­acker mit Strohwisch trennt noch daS Ctoil vom Schlacht­feld. EtlichePfälzer Krischer" brechen mit Hurrah! durch, sofort setzt sich die Gendarmerie in Bewegung, doch flehe, auf der ganzen Linie avanctrt die Masse. Etliche Unschul­digste unter den Schuldigen werden gegriffen. Merkwürdiger Weise erklärt jedes der Opfer:Der Acker gehört unser!" Sag nur den Namen nicht I", ruft hinten ein Revolutionär, der wohl kürzlich in gleicher Verdammntß war. Ingrimmig überläßt der Gendarm den vielbeseflenen Acker seinem Schick­sal und folgt den großen Spuren der ungetreuenFlur- schädenmacher."Das Ganze!",Halt!" bringt den Sol­daten unb den geängsteten zahlreichenManöverhasen" endlich Ruhe. Ueberall heiterste Stimmung. Marketenderwageu und fliegende Cigarrenhändler treten in Action, zahlloses Bröderpapter flattert über die Stoppelfelder. Doch was ist daS für eine Gruppe unter jenem Birnbaum? Ein halbes Dutzend junger Damen, von schneidigen Lieutenants umrahmt, isteinen Augenblick recht freundlich", was auch gar nicht schwer fällt. Schnellgeknüpfte Cafinobekanntschaften find zunächst allerdings nur auf der photographischen Platte fixirt worden. Hat ja doch daszweierlei Tuch" auf den Alzeyer SommermarktSbällen wieder seine volle Anziehungs­kraft bewährt und manchem jüngeren Herrn schwere LtebeS- sorgen bereitet, doch auf die Dauer ohne Grund denn andre Städtchen! andre Mädchen." Schlagfertig waren Bursche eines benachbarten Dorfes. ES war gerade Kirch- weihe und zu später Stunde tanzten noch flott Krieger allerdings in Civil. Da unternimmt es ein in Nachturlaub tanzender Vorgesetzter, dieselben zu fassen. Doch was geschah? Ich thätS auch kund, wenn ich eS wüßte. Niemand hat eS in der Dunkelheit des HofeS gesehen. Nur etliche Kirchweih­bursche kamen später ohne den Verhauenen zu der Gesellschaft zurück.

** Z« Amerika verstorbene Hessen. Brooklyn, N. U, Frau Christine Leisenheimer geb. Casper, 48 Jahre alt, auS Wörrstadt. Daselbst Frau Elisabetha Butzky geb. Lahn, verwittwete John Maurer, 55 Jahre alt, auS Flonheim. Milwaukee, Wt»., Simon Kahn, auS Hessen- Darmstadt. Jersey City Height», N. I., Dr. Friedr. Wilhelm Briegl eb, 76 Jahre alt, ans Hessen-Darmstadt. MaScoutah, Jll., Adam Pfaff, 60 Jahre alt, auS Groß- Umstadt. Auf dem SchnelldampferHavel" auf der Reife nach New Kork, Louis Kreuder, 57 Jahre alt, aus Grünberg. __________

n. Kriedberg, 27. September. Der Wetterauer Seflügelzuchtverein hat beschlossen, im nächsten Jahre

hier eine Ausstellung zu veranstalten, bei welcher ngr Mitglieder des Verein» ausstellen könne«. Um die Ver­breitung nützlicher Seflügelraffen zu fördern, legt ber Bereit Znchtftationen an, au» welche« Eier im Preise von 15 Ph da» Stück an Jedermann innerhalb der Provinz Obnblffe, abgegeben werden. Der Inhaber der Station darf da» .;e vom Verein überlieferte Geflügel weder verkaufen, vertavich» oder schlachten. Jrn Uebertretung»falle ist er ersatzpflichtig. Als Entschädigung har er dem Verein im Herbst de» zrvruer Jahre» nach dem Empfang de» Zuchtstammes einen hH, und soviel Hennen als er erhalten hat, abzugeben. Mn dn Erfüllung dieser Pflicht geht der Zuchtstamm in da» thum der seitherigen Pflegers über. Bei der Ausstellns, werden für selbftgezogeneS Geflügel noch Extrapreise am gesetzt. Der Verein wird darum Eontrollfußringe im niefcne Jahre gratis zur Verfügung stellen.

Mainz, 27. September. Laut amtlicher Bekan«. machung hat die Offenlegung der Reichs ta g sw ähle,, listen im Wahlkreis Mainz-Oppenheim vom 8. bi» 15. October zu erfolgen. Der Termin zur Ersatzwahl selb- ist noch nicht bestimmt. Seitens der verschiedenen Parinr: herrscht bezüglich der Wahl noch die größte Ruhe und?-_> bis jetzt nur die Socialdemokraten mit ihrem (Xanbibatt: dem Redactenr der hier erscheinendenVolksstimme", Dr. Tav-r hervorgetreten. Bezüglich der Landtagswahl ist die zwiita der demokratischen unb deutschfreifinuigen Partei getroffen Vereinbarung wieder fraglich geworden, indem der eine be beiden ausersehenen Landidaten, Fabrikant Dr. Otto GafftL sich entschieden weigert, ein Mandat anzunehmen.

A Mainz. 27. September. Die morgen mit grotei Festlichkeiten zur Eröffnung kommende Neben bah, Badenheim-Obernheim-Alzey vermittelt den vn kehr auö dem Herzen ber Provinz Rheinhessen nach tu ihre Hauptorte verbindenden Linien der Hessischen Ludwig», bahn. Ihre Länge beträgt von Bodenheim nach Alzey » Ganzen rund 31 Km., Spurweite unb Stärke sind dieses» wie bei einer Hauptbahn, so daß die Wagen auf den An- schlußftationen nach unb von den Hauptlinien übersühn werben können. Außer ben Anschlußstationen Badendem unb Alzey find acht selbständige Stationen für den Personen verkehr wie den Güterverkehr eingerichtet. ES find die» Gau-BischofSheim, Harxheim, Mommenheim, SelzenHov- heim, UndenheimKöngernheim, Bechtolsheim, Gau Oben heim unb Framersheim. Die Bahn schmiegt fich Überat möglichst beut Terrain an, wobei jedoch eine Benützung vor­handener Straßen möglichst vermieden ist. Die größte cor- handene Steigung beträgt 1 : 60. An größeren Kunstbauten ist bemerkenSwerth eine eiserne Brücke von 9 Meter Spann weite über die Selz unb die Verlängerung ber Unterführung der Pariser Straße bei dem Bahnhof Alzei. Der staatliche Kostenaufwand für die Bahn beträgt ca. Mk. 2,400,000 Der Betrieb erfolgt nach Maßgabe ber Bahrordnung »fit die Nebeneisenbahnen Deutschland». Die Bahn gehött zu dn durch Staat-Vertrag vom 23. Juni d. I. errichteten hessisch- preußischen Eisenbahngemeinschaft und wird für die Fotze von ber Eisenbahodirectio« Mainz betrieben und vermlm werben.

Schwurgericht.

W. Gieße«, ben 28. September 1896.

Heute Vormittag 9 Uhr würben von Herrn Landgerichts- rath Dr. MöbiuS dieSchwurgerichtSfitzungen eröffnet. An- geklagt ist Andreas Merle von Althattendorf wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und Widerstand unb liegt der Anklage ber folgende Tatbestand zu Grunde: In ter letzten Verhandlung ber vorigen SchwurgerichtSsesfion wvrte in zweitägiger Berhanblung gegen Magnu» Merle, Maurer von Althattenborf, wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung un' Diebstahl verhandelt. Der damals Angeklagte bestritt ganz entschieden seine Schuld und suchte einen Alibibewei» za führen, wobei er ben Anbrea» Merle als Zeugen angad bieser war bereit, seine Aussage, welche dahin ging, roh MagnuS Merle unschuldig sei, zu beschwören. Der Gerichtsho' beschloß aber, den damaligen Zeugen nicht zu vereiden. Tit Verhandlung endete damals mit der Berurtheilnng des vrant- stifterS zu 2 Jahren 3 Monaten Zuchthaus, wobei die Gt- schworenen apnahmen, daß die That in Gemeinschaft eu einem Andern auSgeführt sei. Nach ber verurtheilung mtl'ttt fich MagnuS Merle beim Staatsanwalt unb theilte demselben mit, baß sein Entlastungszeuge, ber heutige Angeklagte, Mt That mit ihm gemeinsam begangen habe. CS folgte darauf deßm Verhaftung unb legte berselbe theilweise ein Geflävdnih ab. AnbreaS Merle erklärt, früher Schäfer gewesen zu feto, er ist am 13. Juni 1844 geboren, wegen Mißhandlung url Beleidigung vorbestraft und wegen gewohnheitSwögig» Schnap-ttinkenS entmündigt. Der Angeklagte gibt ferner zu, daß, wenn der Herr Staatsanwalt e» zugelaffen, baoa hätte er voriges Mal einen falschen Eid geleistet, tr habe damals gelogen, um MagnuS Merle herauSzuhefen ES fei richtig, daß er am 23. März d. I Abends der MagnuS von Althattendorf nach der Gemarkung Eudorf be­gleitet. Dieser habe ihm getagt, er wolle da dem Heinnt Schaumburg seine Hütte anstecken, er hätte nur anfpaneo sollen, daß Niemand komme. Er habe fich erst geweigert, mitzvgehen, sei aber dann der Ueberrebung unterlegen. bestreitet aber entschieden, daß er selbst mit Hand angelegt bei dem verbrechen. Zu der falschen Aussage vor dt» Schwurgericht habe ihn der Bruder des MagnuS» Georg Heinrich Merle, verleitet. Den Widerstand, den der «y geklagte gegen den Gendarm Henn von Alsfeld geleistet habe« soll, bestreitet er. Die ganze Sache sei v«cht s» ernftlifl gewesen, wie jener fie schildere. AuS der derlesuog ee AugenscheinSprotocollS geht soviel über die Oertlichkett e- ber That hervor: In der Gemarkung Dotzelrod nabe ett preußischen Grenze liegt ein de« Freiherrn von Rofwa- gehöriger Kiefernschlag, daS sogenannte Wäldchen; in diesem befindet fich, demselben Besitzer geh

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