Ausgabe 
29.7.1896 Zweites Blatt
 
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em SOjähchen Jubelfeier lest, verbuudeu mti vpheuwald und ist bi lm schulpflichtigen Mtei len.

Grunde unfrei Verem 1 8esie beabsichtigen, hier- lNäugsteus Tamstag lchasten aufgelegten LG sung eines geeigneten G u lassen.

ung von R. Bllchacker^ E. Winter (Althoff).

Der Vorstand. Cafe Leib). 3uli: Cmmi ali-endank

CTl Or. 116, M« Rita rectori §errn 6. Äraufet. Guhti 50 Psg.

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Amt und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.

Kratisöeitage: Hießener Kamilienötätter

2euten Immer einen schönen Verdienst, da sie alle verfügbare i dieser Elgenschasien warnen, wie wir dies in Nr. 17l, erste» Kräfte der Familie bei den Erntearbeiien beschäftigen können. Blatt tha.en, indem wir al« w-'°-°d-» B-W

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DaS ist der richtige Sachverhalt unb auch die richtige Be

Mittwoch dm 29. Juli

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de» Ao kg enden Tag erscheinenden Nummer bi« Sonn. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Ausländer nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

n. Bau der Rtdda, 27. Juli. Wir stehen eben so recht mitten in der Ernte, welche bisher unter der Gunst der Winterung rasche Fortschritte machte. Es war sogar schon wöglich, einen Theil CreScenz vor dem heute Nacht nieder» gegangenen Gewttterregen etnzufahren. Man ist glücklicher» teile von der alten Methode, erst einzufahren, wenn alles Getreide geschnitten ist, gänzlich abgekommen und sucht pamentlich die Gerste so rasch als möglich zu bergen, da ewit tu den letzten Jahren sich mit Vortheil auf den Bau guter Brauergerste geworfen hat und solche Gerste, sobald che einmal beregnet ist, bekanntlich miuderwerthig wird. Der Ertrag vom Hectar stellt sich im Durchschnitt wie folgt: Weizen und Roggen 8 Fuder (ä. 60 Garben), Gerste 62/s und Hafer 7 Fuder. Die Garben werden mit Ausnahme des für den Handdrusch bestimmten Roggens sehr dick gebunden, da daS Dreschen mit der Maschine hier nicht nach der Zeit, sondern fuderweise berechnet wird. Die Körner sind recht schön ausgebildet- nur ganz vereinzelt hört mau Klagen über Mehlthau laut werden. Die Befürchtung, daß der Wetzen» fern sich wegen des raschen Reifens nicht recht ausbilden könnte, scheint glücklicherweise nicht eiuzutreffen. Der Ge- ttrideschuitt geschieht hier im Accord und gibt den geringen

bedeutet für zwei erwachsene Personen (Mann und Frau) einen Tagesverdienst von 5 Mk. Allerdings hat ein solcher Arbeitstag mehr als 10 Stunden. Die Leute gehen mit Tagesanbruch an die Arbeit und lassen sich erst von der finkenden Nacht Feierabend gebieten.

Handlungsweise. ,

A Mainz. 27. Juli. Ueber das vorgestrige Eisen- bahnunglück bei Kastel wird verschiedenseitlich mit- getheilt, daß die anfängliche Annahme, die Entgleisung sei durch den erfolgten Wetchenbruch verursacht, nicht zutreffend, indem die Untersuchung ergeben habe, daß die Locomottve und der Tender schon oberhalb der Weiche aus dem Geleise gewesen sei. Die Betriebsinspection in Wiesbaden erlaßt eine Publikation, worin mitgethetlt wird, daß die Ursache des Unfalls noch nicht festgestellt sei, daß es jedoch den Anschein habe, daß der entgleiste Zug zu schnell gefahren. Nach einem uncontrollirbaren Gerücht soll der Zugführer Hausen in Wiesbaden bereit- seinen Verletzungen erlegen sein Locomotivführer Hartmann wurde heute Nachmittag auf dem Friedhof in Kastel bestattet. Die Betheiligung an dem Leichenbegäugniß war eine außerordentlich zahlreiche, wodurch sich die allgemeine Theilnahme für den allseits be­liebten Beamten und desien schwergeprüfte Familie bekundete.

In der Gemeinde Ilbeshausen, Kreis Lauterbach, Ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen und Gehöft» nab Gemarkungssperre angeordnet worden.

Gießen, den 27. Juli 1896.

GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen.

v. Gagern.

Vierteljähriger JtfotmcnwnbyttUl 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.

Durch dir Post bezog« 2 Mark 50 Pfz.

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Kr. 176 Zweites Blatt

Bestätigung der alten Privilegien die Studenten beredet, wieder zurückzukehren unter vielen Zusagen, sie hinsortan als Scholaren bei ihren adeligen Freiheiten zu erhalten. Der Scherge, der Anfänger des Streites war, wurde gerichtet, auch die anderen der Justicia nach gestraft.Ist also solches, das ein schwerer Handel gewesen, verrichtet und zufrieden gestelt worden".

Nicht selten wurden Auszüge veranlaßt durch Stremg- keiten zwischen den Studenten unb bem Militär. Wir, die wir uns jetzt völlig eingelebt haben in bie allgemeine mili­tärische Dienstpflicht, wo jeher Stubent mit nur wenigen besonderen Ausnahmen sein Jahr ab dient und dann nach seiner Studentenzeit mit der Anwartschaft auf sein Aufrücken als Offizier zeitweise einberufen wird und einen guten Theil seines Lebens in des Kaisers Rock seine militärischen Pflichten erfüllt, wir können uns kaum noch in die früheren Zeiten versetzen, wo gerade der Student vom Militärdienst aus­genommen war oder dvch durch eine kleine Summe sich von demselben frei machen konnte. Offiziere wurden die Adeligen durch Familienüberlieferungen und die Mannschaften waren zusammengewürfeltes Volk, das sittlich auf einer sehr niederen Stufe stand.

Dadurch entstanden häufig Reibungen zwischen Studenten und Soldaten, namentlich auch Offizieren, die jetzt ganz un­denkbar find.

So lange Gießen Festung war, konnte sie einer Garnison nicht entbehren. Daher waren auch in dieser Zeit Reibungen zwischen Studenten nnd Besatzung nicht selten. Gefährlich für den ferneren Bestand der Hochschule Gießen hätte ein derartiger Streit im Jahre 1792 werden können, um so mehr als gleichzeitig sich die Nachricht verbreitete, 400 Jenenser Studenten seien im Begriff, nach Erfurt über­zuziehen. Wie nahe lag der Gedanke, die Gießener Studenten könnten die Gelegenheit benutzen, nach Marburg abzuziehen.

(Fortsetzung folgt.)

n. Orlenberg, 27. Juli. Eine Deputation des hiesigen KriegerveretnS brachte gestern mit einer Mufikabtheilung seinem ältesten Mttgliede, Herrn Peter Günther in Bellmuth zu seinem 81. Geburtstage ein Ständchen. Die Namens des Vereins überreichten Geschenke waren recht practische, den Bedürfntffen des Alters vom Gefeierten an­gepaßt. Sie bestanden nämlich aus einem Spazierstock und einer Flasche stärkenden, altenKloster,Korn". ___

-u- Bermuthshain, 27. Juli. DieErklärung und Richtigstellung" des Herrn §§ in Nr. 173, erstes Blatt vom 25. Juli l. IS. über einen Steuerbetrug von sechs Pfennigen, der zuletzt sechs Mark, also daS Hundertfache an Kosten verursachte, bedarf selber wieder einer Erklärung und Richtig, stellung. Einmal ist eS unrichtig, daß nur 2 Mk. 93 Pfg. Kosten für jeden Zahlungspflichtigen entstanden find, sie be­tragen mehr, so z. B. verschiedene Portoauslageu, die den Pflichtigen nicht angesetzt werden. Dann ist nicht richtig, was über die gepfändeten Gegenstände gesagt wurde. Endlich ist eS völlig unrichtig, daß das Grundstückchen nicht mehr vorhanden sein soll. Ein sehr kleines Bischen Erdboden ver» schwindet nicht ohne Weiteres in der Welt. Geht eS in anderen Besitz über, so muß dafür gesorgt werden, daß daS BiSchen Erdboden ab» und zugeschrieben wird, dann ver­schwinden die Steuerzettel von selbst. Ist dies aus irgend» welchen Gründen unmöglich, daun muß ordnungsmäßig reelamirt und die Sache am Gericht und am Steuercommis, sariate in gesetzlicher Weise geregelt werden. Heutzutage muß jeder Bürger wiffen, daß man der Behörde keinen Widerstand leisten darf. Derartige Dinge werden mit Ge» fängniß bestraft. Die M'S. Erben können noch froh sein, daß sie so glimpflich durchkamen, die Geschichte hätte äußerst unangenehm ausfallen können. Jetzt kennen die Leute den Weg und werden ihn recht schön zu gehen wiffen. Herr §§ hat den M'S. Erben einen ziemlich ungeschickten Dienst ge» leistet, indem er die WiderftandSsache auSposaunte. Man soll die Leute auf ihre GemüthSruhe, Unbeholfenheit und Trägheit aufmerksam machen und sie vor den Übelen Folgen

Feuilleton.

Merl« über Studentenauszüge.

Von Dr. O. Buchner.

(Nachdruck verboten.) (1. Fortsetzung

Nachdem sie am 11. Mai 1409 bei einer Zusammen- luvft aller Universitätsglieder im Beisein des Stadtraths burch den bisherigen Rektor Mag. Henning Boldenhagen nit einer feierlichen Prolestation die Rektoratsabzeichen, näm­lich das Siegel, die Statuten und die Matrikel niedergelegt hatten, verließen innerhalb weniger Wochen an 4000 Stu­denten die Hochschule Prag und vertheilten sich an verschiedene Orte, Ingolstadt, Rostock unb Krakau. Ueber 2000 Studenten rber kamen unter Anführung des Johann Hofmann von Schweinitz aus Schlesien nach Leipzig. Sie wurden daselbst vom Markgrafen zu Meißen und nachmaligen Kurfürsten zu Sachsen Friedrich dem Streitbaren gütig ausgenommen. Er hatte schon vom Papst Alexanders. die Stistungsurkunde für eine Universität erhalten und diese wurde am 2. December 1409 tivgeweiht, auch mit herrlichen Freiheiten begabt. Der Bischof von Merseburg wurde zum Kanzler der Akademie ernannt unb zum ersten Rektor Mag. Joh. Otto von Mönsterberg irr Schlesien erwählt.

Dies wirb wohl einer der großartigsten und folgen­schwersten Studentenauszüge gewesen sein. Andere auf kleineren Hochschulen und auf kleinlichere Ursachen hin waren weniger tirf einschneidend, meist auch von kürzerer Dauer.

Auch bei einem Studentenauszug von Bologna nach K errara im Jahr 1560 waren die Deutschen die erste Ver- rmlaffung, ähnlich wie bei dem von Prag 1348.

Genaueres erfahren wir darüber aus den Briefen des S-lndenten Christoph Kreß von Nürnberg in einem Brief in seinen Vater (Mittheil. d. Vereins f. Geschichte d. Stadt Nürnberg, Heft 11, 1895, S. 159.) Er erzählt:

Der chiehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag«.

Die Gießener P«mikie«vtLller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.

So kann ich euch, lieber H. Vater, leider diesmal nicht bergen, daß sich am 24. April 1560 allhier zu Bologna getragen, daß die Schergen oder Schützen, wie ihrs bei euch nennet, die hier der Regierung zu Bologna untertänig, aus Mutwillen ohne allen Befehl der Obrigkeit sich unterstanden, und einem Deutschen von Adel, einem von Heim, aus dem gewaltigsten Adel aus Meißen, bei nächtlicher Weile in sein Haus oder Habitation, da er samt zwei welschen Scholaren gewohnt, eingefallen und ihm das Seine, da sie ihn selbst persönlich an demselben Abend nicht gefunden, mit Gewalt, was ihnen gefallen, geplündert. Der Rektor sammt der ganzen Universität und im Beisein aller Studenten haben sich gegen die hohe Obrigkeit beklagt unb begehrt, daß solcher Mutwille bestraft werde- es wurde auch zum Schein so ge­handelt, aber doch durch die ginger, gesehen. Die Welschen, die von Natur hitzig unb tolle Köpfe sind, sind zugefahren, als ihnen die Justicia mit höhnischen Worten abgeschlagen wurde, sie griffen der Schergen Palast aus Zorn mit be­wehrter Hand an unb es entstaub ein solcher Tumult, daß von beiden Teilen zwei auf der Walstadt blieben, der dritte, ein Scholar, Niederländer, der mit einem Stein geworfen wurde, war auf den Tod verwundet. Als man den Ernst erkannte, wurde der Streit gestillt und den Scholaren Friede zugesagt. Als sie am zweiten Tag wieder der Versprechungen wegen angesucht, ist ihnen alles abgeschlagen worden, ja es sollten ihnen ihre alten Privilegien entzogen werden. Darauf entstand neuer Zusammenlauf, alle Nationen wurden zusammen- gefordert, unb nach langer Beratung wurde beschlossen, aus der Stadt zu ziehen, was auch geschah. Mit bewehrter Hand und aufgerichteten Fahnen und ihren Privilegien wollten sie nach Ferrara, daselbst sich niederzulassen, da diese Stadt nicht weit und auch schön sei. Auch versprach der Herzog von Ferrara, ihnen treulich zu helfen. Als sie zwei welsche Meilen weit waren, so hat es die in Bologna gereut, al§ sie erkannten, daß es vieler Bürger und des gemeinen Man­nes Verderben sein werde- so haben sie mit Erneuerung unb

Kichmer Anzeiger

Kenemt-Wnzeiger.

Amtlicher

Nr. 22 des ReichS-GesetzblattS, auSgegeben den 25. d.M., enthält:

(Nr. 2323.) Verordnung, betreffend die Aufhebung der Verordnung vom 25. Mal 1894 wegen Erhebung eines Zollzuschlags für aus Spanien und den spanischen Colonien kämmende Maaren und der dazu erlaffenen AbänderungS» Verordnung vom 30. Juni 1895. Vom 25. Juli 1896.

Gießen, den 27. Juli 1896.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Cüaratur uttfc Kauft

Welche Roth undLeiden die Pariser Bevölkerung während der Belagerung von 1870/1871 zu ertragen batte, unb welche Demoralisation in den Besatzungstruppen herrschte, sehen wir auS dem feffelnden und intrreffanten Inhalte der uns alS Fortsetzung vorliegenden Hefte 5 bis 7 des LteserungSwerkeS. 9t» «itefferr «oh«, Grinnerungen elne» Pariser »attonal- aardive« cu d. I» 1870/1871, welches im Verlage von Stephan Getbel in Altenburg erscheint. In den Eapiteln: 93artfet Hunger- rnisöre, die Sptonenjagd, Vorpostendienst und Bombardement, innerer Dienst der Götter Mars und Amor, die Schlachtbank der Nationalgarde, das Blutbad vom 22. Januar 1871, Waffenstillstand und Ende der Hungersnoth, Friedensschalmei unb neue ©türmet boten, bieten auch diese Hefte außerordentlich anregende Schtlderungm der Zeitverhältntsse, welche wiederum durch eine Anzahl wahrheits­getreuer Abbildungen aus der Künfilerhand R. StarckeS tllustrirt find. Wir empfehlen deshalb das hochinteressante Werk, zu welchem die Verlagsbuchhandlung auch eine hochelegante Einbanddecke zum Pret|e von Mk. 1.. Herstellen läßt, allen unseren Lesern wiederholt zur Anschaffung. ___

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Mittwoch den 29. Juli: Hänsel und Gretel. Hieraus.

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