auch ein Wörtchen mit hinein zu reden. Wir wollten schon schleunigst Frieden stiften."
„Sie können sich aber darauf verlassen, Herr Major, daß die Herren vom CentralcomitL auf das Sorgfältigste Alles vermeiden werden, was uns auch nur die allergeringste Veranlassung zu einem Einschreiten geben könnte. Sie wissen sehr genau, daß wir von den von uns besetzten Forts der Ostfront aus dem ganzen tollen Spuk ein furchtbar rasches Gnbe bereiten können und sie werden sich daher peinlich hüten, mit uns in Differenzen zu gerathen. Nein, nein, wir werden uns über ihre Friedensliebe und über ihr Entgegenkommen nicht zu beklagen haben. Der Versailler Regierung werden sie allerdings eine harte Nuß zu knacken aufgeben und ich neige mich entschieden der Ansicht zu, daß sie einen Angriff öon dieser Seite gar nicht abwarten, sondern vielmehr ihrerseits einen solchen unternehmen werden, um die National - Versammlung entweder zu sprengen, oder in ihre Hände zu bekommen. Hoffentlich gelingt ihnen das nicht, denn sonst wäre es um unsere Aussichten auf baldigen Frieden und Rückmarsch noch schlechter bestellt, als ohne dies."
„An einen Angriff auf Versailles glaube ich nicht," warf der Major dazwischen. „Dabei könnte sich die rothe Gesellschaft doch recht blutige Köpfe holen, denn die Regierung ist im Besitz der Forts und unserer Schanzen und Erdwerke, an denen noch am 19. Januar der große Ausfall gescheitert ist."
„Die Erdwerke haben die Versailler allerdings, aber keine Geschütze und keine Leute, um sie zu besetzen und zu halten. Jndeß — wir wollen im eigenen Interesse das Beste hoffen!"
„Allerdings, und außerdem haben wir Wichtigeres zu thun, als uns über derartige Möglichkeiten die Köpfe zu zerbrechen."
Das Wichtigste waren augenblicklich die Vorbereitungen für den 22., und da bei dieser Gelegenheit bei uns, am Sitz des Regimentscommandeurs, ein großes Festmahl das gesammte
Offizierscorps des Regiments vereinigen sollte, so wurde am 20. W. Hvrissier, der Wirth des „Agneau noir“, von uns nach Paris entsandt, um dort die nöthigen Einkäufe zu machen. Leider aber machten uns die Ereigniffe einen unangenehmen Strich durch die Rechnung, denn am 18. war der vom Doctor prophezeite Bürgerkrieg tatsächlich zum Ausbruch gekommen. Die Revolutionäre hatten an diesem Tage die Regierungstruppen gänzlich aus der Hauptstadt verdrängt und zwei ge- fangen genommene Generäle Lecomte und Thomas erschossen. Die ganze Stadt befand sich nun in ihren Händen, und an sämmtlichcn Thoren wurde sofort die strengste Controlle über alle Ein- und Auspassierenden eingerichtet, unter welcher denn auch unser W. Herissier zu leiden hatte. Als derselbe nämlich am Morgen des 21. mit seinem Wagen voll guter Sachen Paris wieder verlassen wollte, hatte ihn die Thorwache nicht passieren lassen, ungeachtet aller Protestationen. Erst gegen Abend war der Wirth auf den Gedanken gekommen, zu erklären, daß die Vorräthe für preußische Officiere bestimmt seien, und nun hatte sich herausgestellt, wie richtig der Oberstabsarzt die Rothen beurtheilt hatte. Von dem Wachthabenden wurde der Vorfall nach dem Hotel de ville, dem Hauptquartier der Commune berichtet, und noch in der Nacht war der Hotelier im Besitz eines von Flourens*) eigenhändig unter»
*) Flourens, einer der hervorragendsten Führer der rothen Revolutwn der am 31. October 1870 im belagerten Paris den ersten vergeblichen Versuch zur Einsetzung der Commune gemacht, hatte bis zum 22. Januar 1871 im Gesängniß Mazas gesessen und wurde an diesem Tage bei einem zweiten blutig niedergeschlagenen Versuch von seinen Anhängern wieder befreit. Während der Herrschaft der Commune beobachtete er den deutschen Militärbehörden gegenüber das größte Zuvorkommen und verstand es, die Revolutionäre von jedem Uebergriff gegen die Deutschen abzuhalten. Daß er gelegentlich der Einweihung deS Kaiser WUhelm-Kanals einer der Hauptschreier in der franzöfiischen Kammer gegen Deutschland und die Betheiligung der französischen Flotte an den Kieler Festlichkeiten war, wirft em characteriftisches Licht auf die Vaterlandsliebe dieses „Patrioten".
zeichneten Passierscheines, so daß er mit dem - nadjftcn Morgen ungehindert mit seiner Dammartin abfahren konnte.
Uns allerdings nutzte das nichts mehr, den« - langte erst spät am Nachmittag wieder bei uns . 97 unier aus Büchsenfleisch u. s. w. improvisierte?-'^ langst vorüber war. Am nächsten Morgen aber n 7' Eder nach dem Fortrahon ab, da eine engere der Truppen befohlen war, weil die Reoolutio^.^ 20. mittelst eines Handstreiches in den Besin her - "" Südfront gesetzt hatten. Die enge (Soncentrano^ ‘ inbefj nicht lange, denn die Commune hatte die Präliminarien mit Deutschland anerkannt, und 2. und 3. April ihre beiden Angriffe auf Vers«Li ' geschlagen wurden, und der Aufstand auf diese w localtfirt war, konnten wir wieder bequemere llaw ' in der Gegend von Lagny beziehen. Und hier q-TT1 Eber flott an's Exercieren im Detail, in (Somali * inv Bataillon, bie «ompagnievorstellungen wurden X Feldbtenst würbe grübt u. s. w. Sechs Wochen iZ*4 wir uns der friedlichen Garnisonthätigkeit hin mh , dumpfe Rollen deS Geschützdonners vorn rocft'lnbni herüber erinnerte unS daran, daß die Zeil bei - obgleich derselbe am 10. Mai zu Frankfurt a abgeschlossen worden, für unS doch noch nicht beran,/^ war, sondern daß sich auf jener Seite der froniöfiiZ^ stadl der letzte Act eines blutigen Bürgerkriegs ad -' auch uns in Mitleidenschaft zu ziehen drohte.
(^OTiirgunQ folgt.)
Ohne Bleiche
Wettermanns r 8Mfd>e 8aOgt«.e$lr<ut rher Tt
, Eal»tar-rerpe«ttn.rtzetUava«,»,tz. , Man achte genau aut Ne uniei Rr. 11773 '
M«ke: (F-brikart L. LeUermann 7 *
BB"* Durch den Vertritt gekauften Artikels wird die Gelegenheit geboten, «ich u » zeit” M. 300 monatlicl ZU beschatten. Off.u.Motto Mm» dienst“ an 8 L OaubeiCo
Bilanz am 31. December 1895
BehördlicheAnzeigen
Ausstände.
3.
Stellen-Angebote.
M. 6411.97
Mk. 6411.97
67
5869
Wolff.
Atzbach, Director.
5858
Jäger, Rendant.
Blattes erbeten.
Bilanz am 31. December 1895
5474
älsbald gesucht.
5M*
1895
HW
Projecte und Anschläge
gratis.
5457
Ltdactiou: L Schcyda.
— Druck und «erlag der vrühl'schen UniversitätS-vuch. und Steindruckerei (Pietsch & Echeyda) in Gießen.
Abgang in 1895 . . Mitgliederbestand Ende
4.
5.
1.
2.
tAC. c9)
. 528.11
. 2273.14
4. Reservesond . .
5. Special-Reservefond
6. Betriebsrücklage .
7. Reingewinn . .
Reservefond . .
Gewinnsaldo . .
Mindercours . .
Daher Stand der Mitglieder 1895 . . Hausen, den 25. März 1896.
1000.-
45690.—
29616.—
79340.88
1095.-
35360.18
14899.60
1200.—
655.-
3245.70
580.16
143.-
393.68
394.43
Passiva.
Aufgenommenes Kapital Geschäftsguthaben der Mitglieder.....
Waarenschulden . . .
Julius Kay, Inhaber der Firma Liebmann Katz zu Hungen, hat seinem Vater Liebmann Kay Procura ertheilt. Eintrag in das Handelsregister ist erfolgt.
Darlehen unterAusnahme- bestimmung an eine Genossenschaft . . .
Bestand an Staatspapieren Eedirte Güterkaufgelder . Vermögen an Immobilien
Bekanntmachung.
Die Lieferung des Brodes für das Hospital und die Stadtarnun für die Zeit vom 1. Juli 1896 bis 81. März 1897 soll anderweit vergeben werden und sind Offerten bis zum Montag den SS.Juui d.J., Nachmittags 6 Uhr, beim Armenamt einzureichen, woselbst auch die Be dingungen zur Mnsicht offen liegen.
Gießen, den 25. Juni 1896.
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.
5810J Ein tüchtig« Geid-tcßrr qegen hohen Lohn auf bäumtk Arbeit sofort gesucht.
___________Chr. Zim■ tr.
Wer aussühren will für die Gemeinde:
1) Lützellinden: Ausbau einer Feldwegs zu ca. 1500 Mk.,
2) Oberkleen: Herstellungen im Pfarrhause, wie Maurer-, Schreiner-, Glaser- und Anstreicher» 2c. Arbeiten zu circa 2200 Mk.,
3) Niederkleen: Anbringung von 17 Fensterläden amPfarr- Hause,
wolle feine Forderungen schriftlich
Reisender für ein Colonialwaaten^l^-n'. gesucht, welcher Oberheffen itnb Xr j. bereits mit bestem Erfolg njjrc.i t besucht hat. Schrift. Cnenni ml: Nr. 618 an die (rntei h ti
.-•558] Zwei tüchtige Gtsteetzitzul«» aftucht v. W-lf. eibnbcHtrü^'
Activa.
1. Kassabestand . .
Bürschtbca von 15—17 Jahren gesucht. Wo? sagt die Erved'tton b. 81
A. Erd-, ChausstrungSarbeiten und Kunstbauten,
8. Erbauung eines Empfangs« gebäudeS nebst Güterschuppen und Abort
Gr.ObtthMchr Eisenbahnen
Es soll die Sirfttting von 18 vier rädertgen Bahnsteig«Gepäckwagen vergeben werden- Angebote sind bis zum 2. Juli d. IS., Vormittags 10 Uhr. bei dem Unterzeichneten etnzureichen und können daselbst auch Bedingungen und Zeichnung eingefehen werden.
Gießen, den 25. Juni 1896.
5876] Der Großh. Maschinenmeister-
Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1894 . . 63
Während 1895 gingen zu.......5
ab.......1 4
Ein Wärter
für die Medieiuifche Ältn?
2.
3.
Bringe mein Lager und Reparatur« werkstätt« von Aahrrstder« in empfehlende Erinnerung. Sehr mäßige Preise, coulante Bedienung. Zubehärthetle in großer Auswahl.
Fr. Krogmann, 2881 Wetzsteiugaste 83.
Ssmstag Örn 25. Juli,
Mobiliarwerth nach Ab« schreibung von 10 pCt. 160.30 Waarenvorrath . . . 3307.42 Ausgeliehenes Kapital . 143.—
Vermögen. JL
Darlehen gegen Hypotheken 219020.73
Darlehen gegen Schuldscheine ..... 102514.15
Die Angebote sind bis zum Eröffnung«, termtn am
Montag de« 8. Jnii, Nachmittags 4 Uhr, portofrei, verschlossen und mit entsprechen« der Aufschrift versehen, hierher einzu« reichen.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, den 22. Juni 1896.
„ Roth, 5870
vroßh. Eisendahnbauinspector.
bis 4. k. Mts., Vormittags
Mk. 582309 81 9 hierhin einreichen. Bedingungen ic. vorher hier einsehen. Gr.-Rechtenbach, 25. Juni 1896. Das Bürgermeister«Amt. 5881
Antigen E nach Auswürts Wf werden stets zu
Originalpreisen besorgt durch die
■< Srpkditioii drs *■ 6it$t«rr Adriger».
Uhtmacheriehtiiiß pfA
Wo? lagt die
5831] Ein braoeS •**!•** vom Lande, im Aller von 1?
gesucht-__
6889) Ordentliches, Mädchen auf sofottodet Wag Nähere- in der Erpedttiee d^-
Montag, Mittwoch und Samstag frischen Dikbkikllchkll empfiehlt die 5519
Couditorei und Bäckerei
W. Amend,
Bahnhosftrafte 58.
Paul Begas & Co
Hoflieferanten.
Electrische Lichtanlagen. Frankfurt a. M.
Schulden. v4t Geschäftsanteile . . . 9942.36
Aufgenommene Kapitalien 520907.67
Gentner's Wichse ‘"ÄÄ,"“ kann man auch eingefettetes Schuhzeug wieder wichsen Dieses vorzügliche Fabrikat erzeugt auch auf fettem «M« °Uf b,n foU«n im W-g- (»riftii»« aeg,6ol8
Carl Zentner in €töppingen, °°B-'di»gMg,"und Z-<chmmg-n. sowie _ , . denn die rothen Dosen find von vielen Fabriken nach, ArbeitSverzeichntffe sind auf dem Büreau
Schutz m ark e. aemacht worden. des Unterzeichneten. Frankfurterstraße 24,
3« haben in den meiste« SefchLfte«. 393 in den GefchSftSstunden zur Einsicht offen gelegt.
Schneidcrlchrlingi '"“Va. Art, t.
5851J Für eine
Apotheke in der Nähe von dtzrck«kf«rt 1. Vctvber ein «.
Lehrling gc,u»u
Qualif- für Gpmnat Bedingung. Offerten unter H. an «udolf »Ost-,
1894 . 102
. . . 8
110
6
104
GkNllltk sSlljUljMlThrachtij, Die bei Erweiterung deS Haltepunkts । „ .. .. ” __ BücheS, DüdelShei« vorkommenden
1« rothen Dosen mit dem Kaminfeger Arbellen und Lieferungen und zwar •
einzufetten, damit das Leder nicht brüchig wird. Mit
Ein KuM, solid unb zuverläsftß, w* einem auswärtige» Arzt g> sucht. Näheres bei liedr. Scheel, Giessen
5807] Ein tüchtiger, t»»«' lässiger, verheiratheter fre kutscher, welcher bereits Stellung bekleidet unb gm Zeugnisse aufzuweifen hu (tzieffen und weiterer Uurßtge« bekannt ist, wird zum sofort,ze> Eintritt gesucht. Wo. M r Expedition diese» Blattes.
Kaffavorrath und rück« ständige Forderungen 105033.05
Mk. 582309 81
Mitgliederbestand Ende Zugang in 1895 . .
Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die der Wilhelm Ztzillmann «ittwe in Gießen gehörige Hofraithe:
Flur 1 Nr. 1108 - 69 qm bei der Kirche öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 12. Juni 1896 Großh Ortsgericht Gießen.
I. A.. Vogt.
Hungen, den 24. Juni 1896.
Der Vorstand der Spar- und Leihkaffe Hungen
Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. - ionr?
Klös. Rr. Schmidt. «ast. 5874 Hängen, bcn 25‘ 3uni 1896-
---Großh. Amtsgericht. 5880
Nicht nur im Winter, sondern ebensowohl “ZT7 t :------
ju 3®tmmür lf* ‘8 n6t6*6' f£ln Schuhm-rk non Seit Mklhksßschk Elsklldahnell.
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ecttii, 27. Im LUftrüllUß na^n lotifteittn ”n
eerltii 26- jv MiW derlO.o taj ftan. Äl» Ehl , v-etticher, Seheii inner waren an® Id Betwer Mag'st Arbeiter ui». ®01 niinet. sie S'tzur gab datiUtberblicf gcnofjcni^aftenieitbe <ibne in einer Snvi ad) wie vor bie Di •lunbgebanfen für irfinifation nur fd) ;t|ige auhn Stanbi bezritzt anerkennend gab bittet, unbeirrt erkennt ebenfalls bie ■treen Sorten an. Entwurf, bett, bie %
FetlU, 26. 3d Btrgnhdjen Sesetzb recht haben bie Sei -erjanmlllng beulfj
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vuiin, 26. Jiu u btt »hohenzolltr tag Nacht ober Mor taz Boreittag säht Ntlhelm-ianal nach ■tarnt, um bann nc k»ntllch am 1. Jul fteujen* stattfinben bann feine Äorblan!
8edh, 26 I, bekannt gemacht lvi Kchwarzburg • 9 tzttliehen worben.
Sulin. 26. Ji btm Vorsitz bi brr 6ad)Derft4nbigtti lallfibrungibef ßkfetz berufen stab.
vulin, 26.
verlepsch h üwe Entlassung nach '^e gewäbre Julien Ablehnunz '-»■enhLnzen in
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26, Ix la1 111 TewnbeSc V“ »«* fnnjiBfi ®tctbei|nng bei
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