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Leib
U. Ulrichstein, 24. Juli. Im vorigen Jahre hat der „Gießener Anzeiger" gemeldet, daß unser Steuerbeztrk und die darin wohnenden Steuerpfl'chtigen sich durch große Pünktlichkeit und Sorgsalt im Steuerzahleu auszetchncn. Dieses hat sich auch im letzten Steuerjahre wieder bewiesen,'denn nur ein einziger Poften konnte nicht beigebracht werden, aber nicht etwa deshalb, weil der Steuer- pflichtige kein Geld oder keine Psandgegenftände hatte, sondern weil er nach Amerika auSwauderte, wo man keine hessischen Steuern zu zahlen braucht und auch nicht gepfändet werden kann. Der rückständig gebliebene Betrag ist sehr gering, nicht ganz fünf Mark- unser Steuerbezirk bleibt daher in Bezug auf daS Zahlen immer noch einer der besten.
Nierstein, 22. Juli. Der zehnjährige Sohn einer hiesigen Wittwe, der heute Nachmittag mit seinem älteren Bruder zum Baden in den Rhein gegangen war, wurde dort plötzlich vom Krampse befallen und ertrank so schnell, daß die herbeieilenden Zuschauer seinen Untergang nicht mehr finden konnten. Die Leiche ist vom hochgehenden Strome mitgerisien und trotz eifrigen Suchens noch nicht gelandet worden. Der schwergeprüften Mutter, die vor einigen Wochen schon ein Kind durch den Tod verloren hat, wendet fich die allgemeine Thetlnahme zu. Darwst. Ztg.
geschnitten:
„Welch ein Wetter — blauer Himmel, Voll Erwartung — groß Gewimmel.
Lange Züge, — auß den Wagen Menscheomassen, — Rennen, Jagen.
Festcomits — auf dem Platze Schöne Herren, — Schnurrbart, Glatze. Bravo! Hurrah! — Hochwillkommen! Stolze Hetmath! — Nutz und Frommen! Zug zur Hütte! — Blumenregen. Alle Herzen — warm entgegen.
Auf zur Arbeit, — Strammes Schaffen, Händeklatschen, — Großes Gaffen.
PreiSvertheilung, — Festjungsrauen Lorbeerkränze — Kaum getrauen.
Jubelsttmmung — Gratuliren, Becherkretsen — Depeschiren.
Große Rede, — Freunde, Brüder, Fest umarmen, — Kommet wieder.
Feuerwerke, — Ehrenschweine, Später Aufbruch, — Schwanke Beine.
Arger Kater, — Bald genesen, AbschtedSküffe, — Schön gewesen.
Blätter melden — Vom Profite? O bewahre! — Deficite."
Vermifdptes«
• △ Kinzenbach, 25. Juli. Seit etwa 14 Tagen hat fich in dem großen Wiesengrunde („Kahn"), unterhalb unseres Dorfes gelegen, eine große Schaar Störche, etwa fünfzig an der Zahl, angesammelt. Wahrscheinlich find in anderen Gegenden, welche ihnen sonst als Niftstätten und Wohnplatz gedient, die Teiche und Sümpfe infolge der anhaltenden trockenen Witterung auSgetrocknet und die lieben Storch« famtlirn sahen fich genöthtgt, auSzuwandern. Da die „Kahn" zur Zeit bewäffert wird, so findet der Storch hier reichliche Nahrung. Vogelltebhabern möchten wir empfehlen, fich diese stattliche Schaar einmal näher zu betrachten.
• Gaffel, 23. Juli. Ein Sjähriger Junge hierselbft, Sohn eines Weißbinders in der Unterueustadt, war beauf« tragt, Farbeutöpfe und eine Flasche mit Salzsäure in ein HauS zu tragen. Unterwegs trank der Junge, in der Meinung, daß Branntwein in der Flasche sei, von der Salzsäure einen tüchtigen Schluck. Sofort empfand er
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der Stadt Siehe«.
Juli: 18. August Loch, Kappenmacher zu Gießen, mit Chnstme Katharine Eltsabeth Pauline Kuhl btnfclbft. 18. Friedrich Karl Thiele, Bürstenmacher dahier, mit Bertha Edelmann hterselbfl. 21. Dr. Johannes Friedrich Wilhelm Sommerlad, Lehrer an der höheren Mädchenschule dahier, mit ElSbeth Bertha Marie Prosch !■ Offenbach a. M. 22. Valentin Livvert, Tagwhncr zu Kkrin-Lindeu, mit Sophie Reuschling daselbst. 22. Karl Konrad Hermann Heises Schlaffer dahier, mit Anna Elisabeth Hermann hierselbft. 22. Anguß Habicht, Lehrer dahier, mit Maria Wilhelmine Weitzel hierfelbst. 93 G,ora Beckmann, Schreiner dahier, mit Marie Karoline Frieden« Simon hierfelbst. 23. Karl Sebastian Starck, Bierbrauer dahier, mit Elisabethe Marie Josephine Heim hierselbft.
Juli: 18. Earl Ernst Louis Urbach, Küfer dahier, mU Katharine Becker hierfelbst. 21. Hermann Blumenthal, Schuhmacher zu xord- hafm, mit Hauchen Heldenmuth hierfelbst.
1. Garbenleich, 24. Juli. Gestern Abend fanden unter I Vorsitz des Herrn Kretsfeuerwehrinspectors L00S die Wahlen I der Vorstandsmitglieder der neu gegründeten frei« willigen Feuerwehr statt. Es wurden gewählt zum I ersten Commandanten C. A. Decker, zum zweiten Comman- I bauten und Schriftführer Ehr. Burk, zum Rechner Peter Stumpf, zu Führern der Steiger W. Amend und Heinrich Heller, zu Führern der Spritzenmannschaft Jac. Briegel II. und W. Briegel, zu Beisitzern Jac. Wallbott I. und Fr. Burk, zum Zcugwart L. Briegel und zum Spritzenmeister Jac. Briegel I. Die freiwillige Feuerwehr zählt bis jetzt 42 Mitglieder, wird es aber in Kürze auf 50 Mann bringen.
t Steinheim b. Hungen, 24. Juli. Gestern Abend wurden etwa 5 Gebäude durch einen Brandausbruch zu Grunde gerichtet, welchen Kinder dem Vernehmen nach verursacht | haben sollen. Da die erwachsenen Leute großentheilS auf dem Felde rc. beschäftigt waren, wurde daS Feuer von der Nachbarschaft erst entdeckt, als schon die Rauchwolken und Flammen zum Dache hlnaussttegen. — Don anderer Seite wird unö geschrieben: „. . . . Entsetzt eilten alle hiesigen, auf dem Felde an den Erntearbeiten beschäftigten Einwohner heimwärts, wo man die Hofraithe unseres Bürgermeisters Nikolai, sowie angrenzende Nachbargebäude In Flammen fand. Obwohl man mit aller Energie zu löschen begann und auch bald von außen Brandhilse eintraf, so konnte doch nicht mehr verhindert werden, daß genannte Hofraithe ganz bis aufs Wohnhaus abbrannte. Außerdem brannten die zwei angrenzenden Nachbarn gehörigen Stallungen und die einem wetteren Landwlrthe gehörige Scheuer ab. Als ein großes Glück kann man die herrschende Windstille betrachten. Bei dem geringsten Sturm würde sicherlich viel größerer Schaden entstanden sein, da etwa 10 bis 12 Hofraithen hier aneinander grenzen, welche auch fast sämmtlich Holzbauten
fürchterliche Schmerzen, und trotz angewandter ärztlicher Hilfe ist der arme Junge an den Folgen der innerliche, Verbrennung schon einige Standen später gestorben.
• Ma. 80* der Berre, 24. Juli. Ein furchtbares Unwetter ging gestern im Werrathale nieder und har durch starken Hagelschlag und Ueberfluthang der Landwirlh, schäft großen Schaden gethan. In gleicher Weise laufen Htobsposten aus der Schwalrngegend^ unteren Ederthale eia. Ja der Nähe des Bahnhofes Gerstungen wurde der Land. Wirth Böttqer auf freiem Felde vom Blitz erschlagen. Böttger wollte gerade einen Kornhaufen aufrichten, als der Blitz herniederfuhr. Der Blitz fetzte den Kornhaufen in Brand und auch der Körper deS Erschlagenen stand in Hellen Flammen.
• Hebet ein hoch auf Kaiser vnd Reich auf Bebel» Reich», tagSfih berichten die „Dr. N.": Bei Besichtigung deS Reich». tacSqebäudes am Sonntag durch eine Gesellschaft von ca. 300 Personen hatte ein älterer Mann auf dem Sitze Bebel» Platz genommen. Nach den Schlußworten beß Führerß erhob er sich plötzlich und sagte: „Werthe Anwesende! Ich bin Arbeiter und gestatte mir, von diesem Platze auß, von dem gewiß noch kein Hoch auf Kaiser und Reich außgebrocht worden ist, ein solche» auszubringen. Se. Majestät der Kaiser und daß Reich, sie leben hoch!" Sämmlliche Anwesende stimmten begeistert in daß Hoch ein.
• München, 23. Juli Die „Münchener Post" tbellt mit, daß in verschiedenen Kiämereien und Käsehandlunqea eineß hiesigen Stadtbezirks ganze Stöße von außgesüllten Anmeldeformularen zur Rekrutirungßstammrolle auß bem ! Jahre 1895 als Einwickelpapier Verwendung finden. I Die Formulare enthalten Mittheilungen über die Personalien I und Familienstandßverhältniffe der Militärpflichtigen, allen- falsige Vorstrafen der Letzteren rc.
* EubmisfiouSweseu. Man schreibt der „Fuld. Ztg": „Wie daß heutige Submissionßwesen daß ehrliche und redliche Handwerk zu schädigen geeignet ist, dafür liefert die Submission der Wafferleitungß-Arbetten auf Bahnhof Bebra I einen neuen Beweis. Während das höchste Gebot (einer Caffeler Firma) sich auf 7695 Mk. belief, hat ein Frankfurter Herr sich erboten, die Arbeiten für — 3753 Mk. auszuführen. Nach Ansicht der Sachverständigen können für I diese Summe die zu der Wafferleitung nothwendigen Rohre nicht beschafft werden. Wie soll da daS ehrliche Gewerbe I bestehen können?
* Durch Elektrizität betriebene Belozlpede werden aus I den großen Pariser Trainirbahnen jetzt zuweilen zuw I Schrittmacherdienste verwendet. Die Einführung I solcher elektrischer Schrittmachermaschinen bedeutet eine« großen Fortschritt, da das Tempo je nach Wunsch beß geführten Fahrerß im Augenblicke verlangsamt ober verschärft werden tonn, und auch eine Müdigkeit und Ueberanftrengung der Schrittmacher ausgeschloffen ist, sodaß das Zelt raubende und schwierige, zuweilen sogar gefährliche Abwechseln der I Schrittmacher-Mannschaften aufgehoben wirb. Die Bedenken, I die auß vielen Kreisen beß Belozipebsportß gegen ble Schritt- wacher überhaupt erhoben werben, finben gegenüber bat elektrischen Schrittmachern atteibingß erhöhte Berechtigung.
• Die Festwuth. Schweizer Blätter veröffentlichen folgenden Musterfestbericht, den modernen Festen auf den
Weinkanne tu prächtiger moderner Arbeit, sowie der Ehren- 1 preiß eines Gönners oeß Rudersports (Bowle) — als Prachtstücke zn bezeichnen. Für die nicht minder schönen Ehren- preise beß Regatta-ComitöS, bet passiven unb aktiven Mit- gliebet sind bie bekannteren Formen — silberbeschlageneß Horn mit entfprechenbrm Sockelaufsatz und Pokale gewählt worben. Der Regattaausschuß kann stolz darauf sein, den an der Regatta beteiligten Ruderern solche Prachtstücke von Ehrenpreisen für bie morgen stattfinbenben sportlichen Wettkämpfe zur Verfügung stellen zu können.
** Steinl ©arten. Nächsten Dienstag Abend wirb die Capelle des Bockenheimer Husaren-RegimentS Nr. 13 concertlren. Wir machen jetzt schon darauf aufmerksam, ba genannte Capelle fich bie Gunst deS hiesigen mufikltebenben Publikums durch ihre Leistungsfähigkeit schon erworben unb daher In bestem Andenken steht.
*• Achtes MoutagS Coucert. Daß nächste Montags Concert I auf der „Schönen Aussicht" findet am 27. Juli statt. Diese so beliebt gewordenen Coocertr finden immer mehr I Anklang im Publikum, was der mit jedem wetteren Concert wachsende Besuch beweist. Im Jntereffe deS WirtheS sowie des Publikums läge es, wenn ble geplante Verlegung des Thlerparkeß recht balb geschehe, bamit daß prachtvolle Panorama, welches man bann von ben Sitzplätzen auß bequem I genießen könnte, zur Geltung kommt.
•• Die ölarltlauben werden nun endlich ihrem oroei1 I der Benutzung vom 1. August ab zugeführt. Die gestern ftattgefundene Verpachtung ergab für die Laube 50—57 Mk. I per Jahr, die Keller wurden für sich verpachtet und lag daß Gebot zwischen 12-20 Mk. Hoffentlich bewährt fich die Neueinrichtung für Pächter und Publikum.
*• Zu 4 Wochen Gefauguttz verurtheilte baß Schöffen- gericht gestern ben Schreiber einer anonymen Neujahrs- Karte, welche voller schwerer Anschuldigungen gegen ben Empfänger war. Die Strafe würbe, abgesehen von bet Schwere bet Beleidigungen, um deßwillen so hoch bemeffen, weil er ein städtischer Beamter war, deffen dienstlicheß Verhalten durch den Inhalt der Karte auf das Gröblichste und Gemeinste getadelt wurde. Durch einen Zufall Ist bet Schreibet bet Schmähkarte entdeckt worden.
** gin recht bedauerlicher Unglucksfall, dem ein junges | Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete fich gestern Nachmittag in einem Hanse am Neuenweg. Daß dreijährige Söhnchen beß Kaufmannß S. hatte sich in bet Waschküche zu thun gemacht unb war in unbewachtem Moment auf den Deckel beß mit kochendem Wasser gefüllten Waschkeffels gestiegen. Der Deckel, der jebenfalls nicht mit seiner ganzen Rundung auflag, kippte und der Junge fiel tn daß kochende Wasser. Obschon Hülfe gleich zur Stelle, war daß Kind doch derart verbrannt, daß in der Nacht der Tod eintrat. _
•* Zur Pariser Weltausstellung. Der Director der „Kaiser Friedrich-Quelle", Herr Johanneß Fischer, ehe- maliger Generalsecretär der hessischen Landeß-Gewerbe-Auß- stellung 1879 zu Offenbach a. M-, der Pfalzgau-Außstellung 1880, der ersten Kochkunst-Ausstellung und der Bau- unb Jndustrie-Ausstellung im Bunbespalaiß zu Frankfurt a. M., sowie verschiedener anderer Ausstellungen, versendet gegenwärtig an die ehemaligen Theilnehmer der erstgenannten Hessischen Landes-Gewerbe-Ausstellung Circulare, worin er sich zur Uebernahme der Vertretung der hessischen Aussteller in Paris bereit erklärt.
•• Zu Amerika verstorbene Hessen. Rhtne Wis., Andreas Buchholz, 84 Jahre all, auß Spießheim. — Fredonia Station, Wis., Frau LaurenzKrauß,80 Jahre alt, auß Rheinhessen. — Wallace, Perth Co., Ont., Nico- lauß Schienbein, 72 Jahre alt, auß Queck, Kreis Alsfeld. — Penfield, N. Y., Johann Fuhr, 72 Jahre alt, auß Ruttershausen. — Union Hill, N. I-, Frau Eva Maria Goelz geb. Gebhardt, 75 Jahre alt, auß Auerbach. — Chicago, Jll., UrbanuS Schmitz, 60 Jahre alt auß Bornheim. — St. Louiß, Mo., Christian Hofmann, 51 Jahre alt, auß Hessen-Darmstadt. — Allegheny, Pa., Martin Lappe, 78 Iahte alt, auß Umstadt.
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find. Getreide wat noch wenig ritrgefahreu, dagegen wurden namentlich bie Heavorräihe der vier Betroffenen vernichtet. Daß Vieh konnte sämmtlich gerettet werden. Das Feuer soll tn einem Holzschuppen durch Kinder entstanden sein.
f Nidda, 24. Juli. Unsere diesjährige Kirch weihe ist auf den 30. und 31. August vorverlegt worden, angeblich mit Rücksicht auf bie zu Anfang der zweiten September- Woche in bet Nähe stattfinbenben Viehmärkte. — Der weit- bekannte Circuß Büglet-Althoff, welcher fich auf ber Durchreise von Oberheffen befinbet unb sein Domicil für I kurze Zeit hier aufgeschlagen hat, gibt heute Abend die erste I Vorstellung auf dem als Schauplatz dienenden Wiesencomplex des Besitzers vom „Carlßhof".
- a- Vadenrod, 23. Juli. Bei dem Gewitter am 22. d. Mtß. geriet!) ein kleines WohnhauS durch Blitz- I schlag tn Brand und wurde fast ganz kingeSschert.
- a- Storudorf, 24. Juli. Ein hiesiges Ehepaar geriet^ wie schon öfter, wieder einmal tn Streit. Im Ver- 1 laufe desselben reichte der Mann ber Lebensgefährtin einen Strick mit bem Anfinnen, fich baran aufzuhängen. Die Frau nahm den Vorschlag des Manne» ernst, ging hinaus und hängte fich in der That auf. Beinahe zu spat wurde die Lebensmüde entdeckt unb abgenommen, sie liegt nun krank darnieber.
—n— Gettenau, 24. Juli. Die Nebenbahnbauten burch bie Wetrerau werben wohl ba und dort Einiges zu Tage fördern, daß für die Geschichte und Alterthumswlffenschast von Jntereffe ist, sagte dieser Tage ein sachverständiger Herr zu dem Schreiber dieser Zeilen. Gestern stießen die Bahnarbeiter auf dem linken Horloffufer, in ber Nähe ber Brücke, | die auf bet Grenze bet Gettenau unb Echzell über baS Flüßchen führt, auf ein menschliches Skelett. Diese» lag etwa anberthalb biß zwei Meter unter der Erdoberfläche tn auf- geschüttetem Boden mit bem Angesicht nach ber Erbe. Der । Arbeiter, welcher ben Schädel zuerst sah, hielt ihn für einen alten Topf und schlug ihn entzwei. Eß fanden fich noch weitere menschliche Knochen, der Zahn eines Ederß und Knochen von einem Pferde. — Unsere Gegend ist seit neunzehnhundert Jahren durch die Römer einer höheren öultur erschlossen. Zwei Römerftraßen kreuzen fich hier,- die eine kommt auß Südweft von Friedberg, Schwalhelmer Sauer- brunnen zwischen Melbach und Dorhetm nach Echzell- die I andere kommt von Norden, Wohnbacher Hochstraße, zieht nach SÜdweft und trifft in Echzell mit der ersten zusammen. Beim Forsthause ist noch ein Stück Pfahlgraben vorhanden und Grabhügel finden fich dorten eine größere Anzahl. Im dreißigjährigen Kriege, speciell 1634, wurde hier gekämpft. Die Croaten erstürmten das Schloß Bingenheim, raubten, mordeten, sengten, brannten unb mlßhanbelten bie Frauen. Im Jahre 1796, also gerade vor hundert Jahren, ging es tn hiesiger Gegend heiß her. Am 10. Juli 1796 I schlugen die Franzosen unter Jourdan die Oesterreicher bet I Ober-Mörlen an demselben Tage rückten die Franzosen tn Friedberg ein. Am 12. Juli wurde bet Fauerbach scharf I gekämpft- noch heute stecken Kanonenkugeln in ben Häusern.
An demselben Tage gelangten die Franzosen noch biß vor I Frankfurt. In ben J.chren 1796 unb 1797 hatten ble Dörfer Gettenau, Echzell, Bingenheim unb Heuchelheim schwer zu leben. In ber Osterwoche 1797 schlugen bie Franzosen I zwischen Gettenau unb Heuchelheim ein Lager und plünderten I die ganze Gegend aus. Der damalige Schultheiß kam Wochen- I lang nicht au« ben Kleibern unb hat verschiedene Aufzeich- I nungen gemacht. Der Fund an ber Horloffbrücke wird wahrscheinlich nicht der einzige bleiben.
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