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Der Hietzener Anzeiger erfdjcint täglich, mit Ausnahme bei Montags.
Die Gießener y«miri<tt0r6ttez »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Zweites Blatt.
Mittwoch den 26. Februar
1S96
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
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Vierteljähriger Avaanementrpreis» 2 Mark 20 Psg. mit Bringerloh«. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
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Zokgendcn Tag erscheinenden Rum"-?«-m | Hralisöeikage: Hteßener Aamilienökätler.
Lsrrilleton.
Der gute DnKel.
Ei»e tragikomische Geschichte von Anna Behuisch.
(Schluß.)
Denn daß, falls der Onkel heirathete, ich einst des mir zugedachtkten Erbes verlustig ginge, war mir in meiner Niedergeschlagenheit völlig gleichgiltig geworden. Doch eben die Gedrücktheit meiner Stimmung halte auch keine jtner Zdren feste Gestatt gewinnen lassen.
Von Margarethe hatte ich nur hin und wieder durch ihre Verwandten oberflächlich gehört. An sie zu schreiben, halte ich nicht gewagt, da ich ihr ja nichts Entscheidendes mitiheilen durste. Mein ganzes Vertrauen setzte ich auf den folgenden Sommer, in dem Margarethe wieder einige Nochen auf dem Gute verleben wollte. Wenn sich meine tzikcuniären Verhältnisse bis dahin auch nicht nennenSwerth verbessert haben würden, so würde ich doch Gelegenheit haben, mein Bild dem Herzen des angebetenen Mädchens aufs Neue einzuprägen. Der Gedanke, daß sie mir Der* Hiutfjlld) grollte, bereitete mir zwar noch immer Pein, doch «ar ich wenigstens vollständig sicher, daß fie mich, den sieg» zewohnten, verwöhnten Mann, trotzdem nickt vergeffen und MerS Jahr ebenso beglückt wie ich sein würde, wenn wir «r die Hände zur Versöhnung reichen könnten.
Bon Onkel Fritz liefen allmonatlich die bestimmten Geldsendungen mit unveränderter Regelmäßigkeit ein, denen ritmal- mehr als ein kurzer Gruß beigefügt war; ich Mine mit ebenso kurzem Dank darüber, jeder Austausch -ersövlicher Interessen unterblieb seit der letzten Unterredung.
Da geschah etwas Unerwartetes. Dom O«kel kam ein Brief. Schon die Aufschrift, flüchtig, unleserlich, wie in größter Eile oder Auflegung hingeworfen, verwunderte mich. Neugierig, in frohem Ahnen bedeutsamer Nachrichten, riß ich daS Couvert auf. Die weiße Karte, die wir entgegen» fiel, enthielt nur wenige Zeile».
„Liebster Junge," schrieb Onkel Fritz, „fomm an mein Herz, laß Dich umarmen. Ich sühle mit Dir, ich verstehe Dich. Eile auf Flügeln deS WindeS zu dem Mädchen, daS Du liebst, gestehe ihr Dein Verlangen und nimm sie zu Deinem Weibe. Für alles Weitere laß mich sorgen, Du sollst mit wir zufrieden sein. Denn, Bruno, aber Junge, vernimm daS Unglaubliche: ich habe wich verlobt. Alles Nähere später. Dein glückseliger Onkel Fritz."
Wohl zwanzig Mal mußte ich daS Schreiben durch- lesen, ehe ich eß ganz verstand, ehe ich faßte, daß ich nun dicht vor dem Ziele meiner kühnsten Wünsche stand. Wie leicht verschmerzte ich in dieser Stunde die früher erhoffte Erbschaft, deren Verlust durch diesen Brief Gewißheit geworden. Mir wurde ganz schwindelig vor Freude und Stolz. Dann aber raffte ich mich auf und nachdem ich an Onkel Fritz einen Glückwunsch depeschirt — den aufrichtigsten, den ich je im Leben versendet — eilte ich, wenn auch nicht auf Flügeln des WindeS, so doch auf Flügeln deS DampfroffeS nach Berlin.
Was ich auf dem Herzen hatte, konnte ich nicht schreiben, ich mußte es meiner Margarethe Äug' in Auge anvertrauen. Als ich die Klingel zu ihrer Wohnung zog, fühlte ich mich wie der Märchenprinz, der sein Dornröschen, daS ihm in Hangen und Bangen entgegenharrt, erlösen kommt zu jauchzender Seligkeit.
Margarethe öffnete selbst. Ich sah nur, daß fie noch
schöner geworden den Eindruck, den mein unerwarteter Anbl ck auf sie machte, zu beobachten, war ich zu aufgeregt. Mit halbem Ohr hörte ich, wie sie bedauerte, daß ihre Mutter nicht zu Hause sei. Dann führte fie mich in et« reich mit frischen, abgeschnittenen Blumen geschmückte- Zimmer, deren Duft mich derartig verwirrte, daß ich ohne weitere Einleitung vor dem tief erröthenden Mädchen auf- Knie sank:
„Margarethe, Sie ahnen, was mich zu Ihnen führt- Sie w ssen, was ich für Sie empfinde, fett ich Sie kenne. Meine Lage, die mir bisher meine Wünsche zu verschweige« gebot, hat plötzlich eine so günstige Wendung ersahren, daß ich eS wagen darf, Ihnen heute meine Liebe zu gestehen und Sie zu fragen, ob Sie wein sein wollen."
Sprachlos, scheinbar verständnißloS, hatte mir Margarethe zugehört, nun zog sie den Mund krampfhaft zusammen — es sah fast aus, als unterdrücke fie ein Lächeln — und sagte leise:
„Herr Doctor, stehen Sie aus — haben Sie denn keine Ahnung, daß . .
Sie stockte, wieder spielte jener sonderbare Ausdruck um ihre Lippen. Von einer jähen Angst betroffen, sprang ich auf.
„Eine Ahnung — wovon?"
„Daß ich feit zwei Tagen mit Ihrem Onkel Fritz verlobt bin!*
„Na, Kinder, daS Weitere erlaßt mir. Aber daß ich seitdem alle- Haffe, was Onkcl heißt -auf Erde», daß ich mich selber baffe, weil ich ein Onkel geworden bi«, und daß mir die Lust zum Heirathen gründlich verdorben war, werdet Ihr begreifen."
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Mittwoch den 26. d. Mts.
Das Bürgermeister-Amt.
1718
1
West-
2.
3.
4.
2
1850
140»
in Gießen.
1858
5.
6.
n
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i» eine goldene Herrenuhr vo« R Lange & Söhne, Glashütte, mit goldener Kette.
Submission.
Für die Gr. chirurgische und ophthal- mologische Universitäts - Klinik sollen für das Rechnungsjahr 1896/97 auf dem Wege der Submission vergeben werden.
1. Die Lieferung von:
Backwaaren, Fleischwaaren, Specereiwaaren, Milch, Butter und Eier, Bier, Eis, Schreibmaterialien, Bürstenwaaren, Porzellan- und GlaSwaaren. Das Reinigen der Oefen und Heerde.
Das Reinigen der Senkgruben u. das Fortschaffen des Kehrichts. Die Abgabe von Knochen und Gefpül.
Die Abgabe von leeren Flaschen. Die Unterhaltung des Gartens.
Nachmittags 2 Uhr, werden in meiner Amtsstube — anlage 11 — versteigert:
Bekanntmachung.
Dienstag, 3. März 1896, Vormittags 11 Uhr, sollen 19 Stück ca. 15—25 Cmtr. starke Erlenstämme am Bachufer, oberhalb der Straßenbrücke der Straße Gießen—Hersfeld, nächst der Leppermühle, unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen an Ort und Stelle versteigert werden.
Grüaberg. 23. Februar 1896. Großh. Straßenbauamt Grünberg. 1852 Schnitzel.
Die Versteigerung ad. 2 findet befiimmt statt
1810 Geißler, Gerichtsvollzieher.
Submission.
Für die Großh. neuen Kliniken zu Gießen soll die Lieferung des Bedarfs an Nutz- und Maschiueu- kohleu sowie Holz für das Rechnungsjahr 1896/97 auf dem Submissionswege vergeben werden.
Die Bedingungen können auf dem Verwaltungs Büreau der neuen Kliniken an den Wochentagen, Vormittags von 9—12 und Nachmittags von 3—5 Uhr, eingesehen werden.
Offerten sind verschloffen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Montag den 2. März 1896, Mittags 12 Uhr, auf dem oben erwähnten Büreau abzugeben.
ZuschlagSfrift bis zum 20. März.
Gießen, den 15. Februar 1896. Großh. Verwaltungs - Direction der 1594 ' neuen Kliniken.
Kutz u. Brennholz-Versteigerung
im Gkmeiiidkwald Mjinchholchaiiskil.
1. Sophas. Commoden, Glas- und Kleiderschränke, 1 an liker Schreibtisch mit Aufsatz. 1 Tafelclavier, ein Pianino, Console, VerticowS, 1 vollständiges Bett. 1 Eisschrank, 62 Biergläser und -Krüge, 2 Hobelbänke, eine Partie Werkholj. Kupferstiche, Oelgemälde, Oeldructbilder u a. m.
Mlwoch btn 4. Man,
Nachmittags 2'/- Uhr.
wll lcvs dem hiesigen Ortsgericht die der und Kinder des Wilhelm NiMMNN in Gießen gehörige Hofraithe: ftluir 1 Nr. 1108 — 69 qm bei der Kirche ^ffemlM meistbietend versteigert werden.
GÄejrn, den 11. Februar 1896.
8r»ßh. Ortsgericht Gießen.
3. A-: Bogt.
1. Samstag, den 29. Februar er., Zusammenkunft Bor- »«ittags 9 Uhr auf der Straße Wetzlar-Gießen in District 13:
Sichen: 2 Stämme I. Kl. ----- 6 fm, 14 II. Kl. ----- 26 fm, 551III. Kl. — 26 fm, 18 IV. Kl. — 3,21 fm und 11 rm Nutzholz. Niadel: 132 Stämme III. und IV. Kl. ---- 28 fm, 22 Stangen II—III Kl. und 25 rm Nutzholz.
2. Montag, den 2. März er., Beginn Bormittags lildllhr in der Wirtschaft „Zum Australischen Hof" in Münchholzhausen: Eichen: 45 rm Derb, 33 rm Stock und 94 rm Reiser
Buchen: 32 „ „ 25 „ „ „ 155
Nadel: 71 „ „ 44 „ „ „ 284
Groß-Rechtenbach, 19. Februar 1896.
Ulltzhch-Derflkiserullg im ßrmeinbrtunlb ilglptttsljanftn Donnerstag den 5. k. Mts., Beginn Vormittags 9 Uhr im District 5a an der Rheinfelserstraße: Eichen: 1 Stamm 1.Kl. —2,61 fm, 17 Stämme 2. Kl. — 26 fm, 108 Stämme 3. Kl. — 67 fm, 33 Stämme 4. Kl. — 8 fm und 35 rm Nutzholz.
Nadel: 128 Stämme 3. u. 4. Kl., 84 Stangen 1. u. 2. Kl. und 30 rm Nutzholz.
Groß-Rechtenbach, 21. Febr. 1896. 1838 Das Bürgermeister-Amt.
Bekanntmachung
Bur Vergebung des für das Jahr 1896/97 zur Unterhaltung der Geleise nölhigen, gesiebten KieteS im Betrag von 5400@ubi(meter ist öffentlicher Termin auf Gamstag de« 7. März d. I, Vormittags 11 Uhr, in dem Amtszimmer der Dienstti elle anberaumt. Porto- und bestellgeldfreie Angebote wolle man unter Beifügung von Kiesproben bis dahin an die unterzeichnete Dienststelle einfenben, woselbst auch die Lieferungsbedingungen eingesehen und Angeboisformulare zum Preise von 50 H gekauft werden können.
Zuschlagsfrist drei Wochen. 1806 Marburg, den 19. Februar 1896.
König!. Äsenbahn-Betriebs-Jnspectton.
In Hungen ist ein dicht am Bahnhof der Oberhessischen Eisenbahn belegenes, 1694 - Mir. großes Arundstülk mit Gebäuden, Lagerhallen re., in Folge Ab- 1 ebens des Eigenthümers zu verkaufen. Dasselbe eignet sich zu Fabrikzweckeu, Verkaufslager oder Bierdepot.
Auskunft ertheilt der Bevollmächtigte : Rechtsanwalt Grünewald
Lot;- und Düngersäcke-Versteigerung.
6 3* d. A- werden aus den Districten Zeileichen,
cnb ?unterrgraben der Fo.stwartei Saasen sowie aus den D.ftricten Lo^-Hskops und Bellershainerwald der Folstwartet Netnbardsbain versteigert rttLvmer 48 Lichen mit 16 fm, 45 Buchen mit 37 fm, 15 Fichten mit 10 fm, - Etn mit 1,4 fm; Scheiter rm: 790 Buche, 36 Eiche, 2 Nad.lhoU: Snüvvel
. das Brennholz im District Zeileichen wird bei der Versteigerung vor- S iaİ l ?lr u unmorra8t «egen elf Uhr Vormittags am Feuer 01131^1 3eileitöen oeifauft Nach Beendigung der Stammholzversteigerung ocMir 161 gebrauchte DürrgerlLcke zum Ausoebot.
Zusammenkunft Vormittags neun Uhr am Pflanzgarten, District NeuboiS- heerzE, auf der Keeisstraße Reinbardshain—Winnerod.
Grünberg, den 24. Februar 1896.
Großherzogliche Oberförsterei Grünberg.
. .__Sch ober.
Mittwoch den 11. Mär,.
Nachmittags 3 Uhr, oBIoir dem hiesigen Ortsgericht die den fltylfflittmann Eheleuten in Gießen UtWe Hofraithe:
51löp1 Nr. 102«/ioo — 262 qm auf dem
Reichensand
ffeMb meistbietend versteigert werden. Wir, den 28. Januar 1896.
Großh. OrlSgericht Gießen-
I. A-: Vogt. 940
AH^eiue Besitzungen in Grüu- berg, in der Neustadt gelegen, bestehend aus zwei nebeneinander stehenden Wohnhäusern mit Hofraum und Stallungen, sowie in deren Nähe stehenden Scheuer, welche sämmtlich in gutem Zustand erhalten sind, mit circa 1600 Meter Grab- und Grasgarten, bin ich willens zu verkaufe».
Die Einrichtung der seit vielen Jahren betriebenen Weißgerberei ist noch vorhanden wäre einem Gerber gute Gelegenheit geboten, sich preiswürdig eine Besitzung zu erwerben.
Käufer, welche sich dafür interes- iren, wollen sich mündlich oder christlich an mich wenden. 1848
Laubach, den 24. Februar 1896.
Carl Peppler Wwe.
Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, Nachmittags von 3—5 Uhr, auf dem Verwaltungsbüreauoffen.
Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 5. März d. I., Vormittags 11 Uhr, auf dem erwähnten Büreau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 14. März d. I.
Gießen, 23. Februar 1896. Großh. Verwaltungs - Direction der chirurg.- und ophthalm. Univ.-Klinik.
Bose. Vossius. isog
Die Skarrtirre deS 4. Bataillons Jnf.-RgtS- Kaffer Wilhelm (Nr. 116) soll vorn 1. Avril d. Js ab verpachtet werden. Angebote find mit Betr. Aufschrift, verschlossen und portofrei bis 4. März, Vormittags 10 Uhr, dem Bataillons Geschäftszimmer einzureichen. Der Bataillons Commandeur behält sich eine Zuschlagsfrist von 6 Tagen vor. Die Bedingungen können im Bataillons-Geschäftszimmer (Cas.U) etngesehen werden.
Gießen, den 23. Februar 1896. 1839
Der »ataillons-Lommandeur.


