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Nr. 304 Zweites Statt
Freitag den 25. Dccember
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Zum Bezug des „Gretzenee Anzeige^ für das 1. Vierteljahr 1897 laden wir hiermit ergebenst em. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Laufenden. Unterstütztdurch an allenOrtender Provinz O b e r h e s s e n ansässig e Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschast wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten llnterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienbläiter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.
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Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- h. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda).
Weihnachten.
O Weihnacht! Weihnacht! höchste Feier, Wir fassen ihre Wonne nicht, Sie hüllt in ihre heil'gen Schleier Lad seligste Geheimnis dicht.
Denn zöge jene NaLt die Decken Dom Abgrund unö der Liebe auf, Wir stürben vor entzücktem Schrecken, Eh' wir vollbracht den Erdenlauf.
So fingt der Dichter Lenau und dieses Wort findet heute seinen Wtederhall in unseren Herzen. Stehe, ich verkünde euch große Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren! DaS ist die Engelsbotschaft des Heutigen Tages. Ja, wie ein Gruß aus HtmmelShöhen klingt fie uns noch immer!
Bon dem Wiederhall dieses GrußeS find heute unsere Herzen erfüllt. Ja, wenn es noch ein Wort gibt, das die Herzen mit Freude und Hoffnung erfüllt, daS die Sorge verscheucht und die Klagen verstummen macht, so ist eS das Dort Weihnacht. Wenn eS noch einen Tag gibt, wo Freude herrscht, selbst in der Hütte deS Armen, wo sonst die Sorge heimisch ist, selbst im Palaste de» Reichen, wo man sonst vor lauter Uebersättigung selten zur Freude gelangt; wenn e» noch einen Tag • gibt, wo wenigstens auf Augenblicke der Kranke seinen Schmerz und der Traurige sein Leid vergißt,
so ist e» der heilige Christabend mit seinen Gaben und Lichtern.
Die Physiker haben die Wärmemengen ausgerechnet und dargestellt, welche Jahr um Jahr von der Sonne auSgestrahlt werden, und fie find dabei zu erstaunlich großen Zahlen gekommen. Aber wir fragen: Wer vermöchte die Wärme und den Segen zu berechnen, die, von der Liebesquelle zu Bethlehem ausgehend, hivetngestrahlt find in die kalte, liebeleere Welt? Was wäre die Erde ohne Bethlehem? Ein verfluchtes Land voll Dornen und Disteln. Was wäre die Weltgeschichte ohne die Thatiache der Geburt Christi? Ein dunkle» Räthsel voll unbegreiflicher Widersprüche. Wa» wäre das Menschenleben ohne den, der da ist der Weg, die Wahrheit und daS Leben? Eine Irrfahrt in der Wüste ohne Weg und Ziel. Wa» wäre da» Meufchenherz ohne einen Heiland? Eine finstere Sorgenkammer ohne Licht und Trost und Frieden.
So ist denn das WethnachtSfest recht eigentlich ein Freudenfest. ES ist kein Fest für die große Ocffentlichkeit, wie die Feste deS Sommers. Im trauten Schoß, im engsten Kreise der Familie feiern wir'». Es ist das schöne, finnige, unvergleichliche Familienfest.
Freilich, wo eS recht steht, wo man des Festes eigentliche Bedeutung nicht vergißt, da geht der Werth des Festes nicht in dem freundlichen Geben und Nehmen, in Tanneuduft und Lichterglanz und Kinderjubel auf, da bleibt die Hauptsache immer die Krippe in Bethlehem, und die Geburt deS Christkindes gibt allem Anderen erst feinen tiefen Sinn, feine volle, heilige Weihe.
Die mitten in frostiger Winterzeit grünende Tanne mit ihrem Lichterschmuck wird zum Sinnbild des Lichtes und Lebens, das daS Christkind uns gebracht hat. Die Geschenke und Gaben, die der Kcrgerrichiwmer deS Christbaum» überstrahlt, weifen hin auf die Christbescheerung, die der Vater im Himmel seinen Menschenkindern hergerichtet hat. Und der Odem der Liebe, der daS HauS durchzieht, gibt Zeugniß von der Liebe, die im H'mmel auf dem Throne fitzt und der da» Weihnachtskind auf Erden die Stätte bereitet hat. Aber eben deshalb ist gerade da, wo der Heilige Christ das A und O de« Festes ist, daS WethnachtSfest erst recht das große, frohe, gesegnete Familienfest!
♦ Berühmten Namen begegnet man, wie die „B. B. Ztg." schreibt, im neuersch enencn Berliner Adreßbuch fast auf jeder zweiten Seite. Doch haben ihre Träger meist zu Beschäftigungen gegriffen, die der Tradition nur wenig ent« sprechen. So gilbt Caesar eine Börsencorrespondenz heraus, Augustu» ist Postschaffner, Marius ist Gelbgießer geworden. Von den übrigen „Römern" fungirt CoccejaS als Oberkellner, Claudius al» Maffeur, Cassius betreibt die Buchbinderei, Valerius gar die Panttnenmacherei. Nur Cicero hat einen paffenden Beruf gewählt, indem er Kanzler der italienischen Botschaft wurde. Auch die Helden der Geschichte und Sage scheinen von ihrer Ritterlichkeit auf ihre Namenk vettern von heute wenig vererbt zu haben. Ein Wilhelm Tell ist Kunststopfer, ein Roland Seifensieder - Tannhäuser hat'» nur bis zum Hausdiener gebracht. Siegfried widmet sich Privatstudien, der grimme Hagen der friedlichen Osensetzerei. Wittekind kann seine Kühnheit als Bankdirector höchsten» bei gewagten Travsactionen, Richard Löwenherz al» Chemiker tm Umgang mit Explosivstoffen bekunden. Frankreich» erste Geschlechter haben in Berlin ihre Vertreter, ein Capet ist Tischler, ein Valois BerficherungS- ogent, ein Gutse zieht eS vor, statt Ränke Hufeisen zu schmieden. Bon Deutschlands historischen Persönlichkeiten be wirthschastet Martin Luther das „Restaurant zur Wartburg", Wallenstein macht Wechselgeschäfte, der alte Ziethen übernimmt Mehleommissionen, die Pappenheimer find Hypotheken- agenten, Blücher ein Poftpraktikant, Scharnhorst ein Schneider geworden. Von Philosophen finden wir Plato als Stadt- sergeanten, Schopenhauer als herrschaftlichen Portier wieder. Schleiermacher handelt mit Nähmaschinen, Leibnitz mit Gummi-Arabicum EagroS und Kant ist — o reine Vernunft — Inhaber eines GngagementSbureauS für weibliche Dienstboten. Der deutsche Parnaß ist durch einen Goethe, der über den Maximalarbeitstag ratsonnirt, durch den Glasermeister Friedrich Schiller, den Feuerwehrmann Seume, den Wagenlackirer Hebbel, den Gerichtsvollzieher Heinrich Heine, den Büchsenmacher Fritz Reuter und den Lieutenant der Reserve Gleim vertreten. Am Weitesten von der Väter Bahnen hat fich jedoch ein Hutten entfernt, der seines großen Ahnherrn „Ich hab'» gewagt!" nur citireu kann bei seinen . . . Hühneraugen-Operattonen.
• 6hi zweckmäßiges Verbot, da» auch anderorts Nach-
admung verdient, hat die Eisenbahndtrection Berlin er- taffen: „Die Annahme von Ehrengaben und sonstigen Geschenken, welche vorgesetzten von untergebenen Beamten oder Arbeitern bei besonderen Anläfsen, wie Dtenstjubtläev, Ausscheiden auS einer, längere Zeit bekleideten Stellung us». bargebracht werden sollen, kann nicht für aogemcfseu erachtet werden, und deshalb werden Sammlungen zu solchen Zwecken verboten. Die Dieof>st:llenvorsteher haben sofort bei de» zuständigen JnspeetionSvorsteher Anzeige zu erstatten, wenn sie von Zuwiderhandlungen Kenntniß erhalten." •
* Nansens Abschied von der Heimath. Nansen und seinen 12 Begleitern, die unS in der soeben ausgegebenen 3. Lieferung von „In Nacht und Eis" (Leipzig, F. A. BrockhauS) einzeln vorgrstellt werden, mag der Abschied von der Heimath schwer genug gefallen fein. Mit Stolz und inniger Liebe hängt der Norweger au seinem Baterlaude, und Nansen vor allem ist ein echter Norweger. Bei allem Wagemuth, der ihn hiuaustreibt, für die Wissenschaft unter Hintansetzung deS Leben» da» Unbekannte zu erforschen, hat die Liebe zur Heimath und den Seinen einen sicheren Platz in seinem Herzen. Dieser Characterzug Nansens tritt in der 3. Lieferung bereit» ebenso lebhaft hervor wie seine humoristische Ader, die fich in den schlimmsten Lagen geltend macht. Welch tiefe Empfindung liegt darin, wenn Nansen schreibt: „Nun ein letzter Gruß dem heimathlichen Hause, da» dort auf der Landzunge liegt. Bora der glänzende Fjord, Tannen- und Fichtenwald ringsum, lachendes Wiesen- land und langgezogene waldbedeckte Gipfel dahinter. Durchs Fernrohr sah ich eine weiße Gestalt schimmern, auf der Bank unterm Fichtenbaum — — Das war der schwerste Augenblick der ganzen Fahrt." Den ersten Kampf, den die „Fram" mit der stürmischen See zu bestehen hatte, schildert er theil» ernst theil» lustig: „Es war ein kummervoller Augenblick. Seekrank stand ich auf der Commavdobrücke, mit getheilten Gefühlen, indem ich abwechselnd bald den Meeresgöttern opferte, bald die größte Angst auSstand wegen der Mannschaft, die fick vorn auf Deck abmühte, zu bergen, wa» zu bergen war. Oft sah ich nur einen Wirrwarr von Wellen, treibenden Planken, Armen, Beinen und leeren Fäffern. Hier schlug die grüne See einen zu Boden, daß die Wafserfluth um ihn spritzte, dort sah ich die braven Leute über wirbelnde Balken und Fässer hinweg springen, damit ihnen nicht die Füße eingeklemmt wurden. Sie hatten gewiß keinen trockenen Faden am Leibe . . . . Juell (der Schiffskoch) lag und schlief im „Grand Hotel" — wie wir da» eine Großboot nannten. Er erwachte und hörte unter sich die See gleich einem Wasserfall. Ich traf ihn in der Cajütenthür, als er gerade gelaufen kam und ausrief: „Da oben ist'S. nicht mehr sicher, besser die paar Lumpen retten!" — er hatte sein Bündel unter dem Arm. Dann eilte er nach vorn, um seine Schiffskiste zu bergen, die auf dem Vorderdeck munter in der salzigen See schwamm - er schleifte und schleppte fie hinter sich her nach hinten, während eine Sturzwelle nach der andern sich über ihn ergoß. — „Einmal tauchte die „Fram" mit dem ganzen Bug ins Wasser und bekam die Wellen über Back. Da hing einer und zappelte am Ankerdavtt über dem weißen Strudel. DaS war schon wieder Juell." — Später berichtete Nausen sogar von einem befürchteten „blutigen Revolverdrama", das fich aber auf humoristische Weise aufklärte. Die mit zwei interessanten Vollbildern und vier Textbildern aurgestattete 3. Liese- rung führt unS bis an die Grenze des gefürchteten Karischen Meeres. Mit den in diesem Meere erlebten Abenteuern wird fich die nächste Lieferung von „In Nacht und Ei»" beschäftigen.
Ein vornehmes Weihnachts-Geschenk: *
Meyers •
Historisch-Geographischer Kalender
auf das Jahr 1897.
Als Abreisskalender eingerichtet.
Mit Ober 600 Landschafts- und Städteansichten, Architekturbildern, historischen Porträts, Autographen und Wappenbildern.
Preis: 1 Mark 50 Pfennig.
Ausführlicher Prospekt gratis in allen Buchhandlungen.
Bibliographisches Institut in Leipzig und Wien.


