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lnd Stehplatz 20 pL landlung (f, gOe^ än- und Schülerkarte ünivernilät.
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Der #*mt A«,eiger «scheint täglich, erit AuLrulhme des Msutags.
Die Gießener y**trt<eir4((et »«den dem Rozeigrr «Gchantkch dreimal bcigdeft
Samstag den 25. Januar
Gießener Anzeig er
Kenerak-Mzeiger.
1S93
vierteljähriger Avs„e«entspreiLr 2 Mark 20 Pfg. mit Bring erlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.
Rehaction, LxpedtN« und Druckerei:
KchakstratzeNr.I.
Fernsprecher 51.
Amts- und Anzeigsblatt für den Areis Giefzen.
| Hratisöeitage: chießener Kamitienökätter
Amtlicher Theil
U«»ahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fügenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
entsprossen."
Frankfurt a. M-, 22. Januar. Für den am 10. Mat gelegentlich der Enthüllung de« Opernplatz.Kaiser Denkmal» in Aussicht stehenden Besuch deS Kaisers hat der Magi- strat das erste und zweite Stockwerk deS Gasthofs „Zum Schwan" al» Absteigequartier gemiethet. In diesem Gasthof wurde bekanntlich om 10. Mai 1871 der Friede zwischen Deutschland und Frankreich unterzeichnet.
Wolff« telegraphische« Torrespondmz-Bmeau.
Berlin, 23. Januar. Abend» 7 Uhr fand bei dem Katserpaare im königlichen Schlöffe ein Diner statt, wozu die Botschafter mit Gemahlinnen und die Militär- bevollmächtigten geladen waren. Lascelles und Gemahlin und Swaiue waren wegen der englischen Trauer nicht erschienen. Zur Rechten der Kaiserin saß der franMsche Botschafter Herbette, zur Linken der italienische, Graf Lanza, zur Rechten deS Kaiser» Madame Herberte, zur Linken Frau v. Szögyeny.
Berlin, 23. Januar. Da» „Marine-BerordnungSblatt meldet: Auf Allerhöchsten Befehl Seiner Majestät de» Kaiser» und König» werden die Bezeichnungen „Manöver- gesckwader" und „HerbstübungSflotte" in „I. Geschwader", bezw. „UebungSflotte" umgewandelt.
Berlin, 23. Januar. Die Margartne-Tommtssion de» Reichstag» nahm den Antrag Schumann au, welcher den Gaftwirthschaften und Speisewirthschasteu, welche Mar- garine verwenden, einen entsprechenden vermerk auf den Speisekarten vorschreibt. Ebenso wurde eine Abänderung de» Antrag» Klose angenommen, daß auf 100 GewichtStheile nicht von Milch entstammender Fette nicht mehr al» 100 Ge- wichttheile Milch verwendet werden dürfen.
Neuenburg, 23. Januar. Der Director der hiesigen Handelsbank wurde heute Morgen verhaftet. Man er- wartet auch die baldige Verhaftung deS UnterdirectorS. Bei der Revision der Bücher hatte sich ein Deficit von 1,750,000 Franc» ergeben, welche» durch Börfenoperationen des DirectorS verursacht war. Der Schaden ist durch den Reservefond und da» vermögen de» Verhafteten gedeckt. Der
Alle Annoncen-Bureaux be» In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Ä Fischbeck (frs. Dp.) nochmals für Herabsetzung der Tele- vbonaebühren. Im Auslände sei die Benutzung der Fernsprechein- richtungen wegen der niedrigen Gebühren eine viel ausgedehntere. '
Die Einnahmen werden genehmigt.
Es folgt der Etat der Reich tzdruckerei.
Auf eine Bemängelung deS Abg. Haffe (nl.) bemerkt der Unter- staatssecreiär Fischer, die der Reichsdruckerei bei deren Erwerb er- theilte Richtschnur, im Allgemeinen nur für Reichs- und Staats- Zwecke zu arbeiten, sei noch wieder vor einigen Jahren in Erinne-
I runa gebracht worden, und seitdem seien ihm neue Klagen über eine 'der Privatindustrie gemachte unzulässige Eoncurrenz nicht zu Ohren gekommenber Reichsdruckerei wird angenommen, ebenso debatte- los der Etat b « Reichstages. . , , . ._
Bei dem Etat des Reichskanzler« erklärte Staatssecretär von Bötticher auf eine Anregung des
Aba v Strombeck, er sei gern bereit, darauf hinzuwirken, daß der Reichstag von dem Schicksal der Resolutionen Kennlniß erhalte, an denen sein Herz hänge. (Heiterkeit.)
Abg Barth (frs. Vp.) erbittet Aufklärung um das Schicksal der Währungsconserenz. Nachdem in Englar.d Herr Balfour, der bekannte Bimetalist, ans Ruder gelangt ist und erklärt hat daß er sich von einer Conferenz Nichts verspreche, ist eS wichtig, über die Stellung unserer Regierung unterrichtet zu sein. Nur in der Unsicherheit der amerikanischen Währungsverhältmsse liegt die Ursache der Panik, welche di- Cleveland'sche Botschast über Venezuela zur Folge haben konnte. In Frankreich hat der leitende Staatsmann erklärt, er wolle gelegentlich die Protocolle der stattgehabten Verhandlungen
I nachlesen. (Heiterkeit.) __
Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Ich bin zu meinem Bedauern nicht in der Lage, die Auskunft heute schon zu geben, die der Herr Vorredner wünscht. Ich werde aber in der nächsten Zeit in der Lage sein, eine Erklärung abzugeben über die Stellung, welche die verbündeten Regierungen^in dieser^Angelegenheit: einnehmen.
I Abg. v. Kardorff (Rp.): Die Herren links sollten do» in ihrer Position sich nicht so sicher fühlen; Sie baden in ihrer Freihandelsstellung schon einmal sehr plötzlich Schiffbruch gelitten, lieber
I Herrn Balfour haben wir uns keiner Illusion htnzegeben. Durch den Beitritt Rußlands zur Goldwährung kann sich unsere Position nur verbeffern. Wir haben in England und in dem französischen Ministerium überzeugte Anhänger der Doppelwährung. Zunächst interefstrt ist am Btmetalltsmus die Landwirthschast; aber auch die Industrie wird bei ihrem Export sich überzeugen, daß wir ohne das
I Silber nicht auskommen können, namentlich wenn die Eoncurrenz Japan« und Chinas auf den Plan tritt. Mögen Sie spotten, so
I ^el Sie wollen, und möge die Antwort des Reichskanzlers ausfollen wie sie will, wir werden unsere Bestrebungen nicht aufgeben
I (Bravo rechts.)
I Präsident v. Buol bemerkt, daß auf der Tribüne der Journalisten sich wiederholt Unruhe bemerkbar gemacht habe und Zwischen-
I rufe und Mißfallsbezeugungen von dorther vernommen worden find, er hoffe, daß der HinrreiS auf $ 63 der Geschäftsordnung genügen werde um derartige Wiedervorkommniffe für die Zukunft zu verhindern.
Abg. Graf Limburg-Stirum (c.) gtbl feiner Freude darüber Ausdruck, daß unser Verhäl niß zu Rußland sich gebeffert habe. Ebenso dankt er der Regierung für die energische Vertretung der deutschen Jntereflen in den afrikanischen Vorgängen.
Abg. vr. Barth: Schade, daß die Fraction des Grafen Limburg sich von den gleichen Rücksichten gegen Rußland nicht auch bei Beratbung der Handelsverträge hat leiten lasten. (Sehr richtig links.) Wenn die Bimetalisten bei uns statt von den B-zahlten des Cobdeoclubs sprechen, so wäre es vielleicht interessanter, genaueres über die bezahlten Agenten des Bimetalismus zu erfahren.
Abg v. Kardorff: Ick erkläre, wenn mir der Abg. Barth nicht den Beweis bringt, daß die bimetalisttsche Liga bezahlte Agenten nnterbält, ihn für einen infamen Lügner! (Große Um «he. Rufe: l Zur Ordnung!)
Deutscher Reichstag
2g. Sitzung. DouuerStag, den 28. Januar 1896.
Die Specialberathung be« Poftetatö wird fortgesetzt mit dem £U<1 Lbg.^Bebel^Soc.) wiederholt seine vorjährigen Beschwerden über die Verwendung von Postunterbeamten zu Privatzwecken für ihre Vorgesetzten. In Ellerbeck, wo er diese Mißende im vorigen Zahre geißelte, bestehen dieselben ruhig wester Die dortige Postmeisterfrau, auf welche sich seine vorjährige Beschwerde bezogen, habe, nachdem fte von den damaligen Verhandlungen erfahren, gesagt: d e Abgeordneten sollten sich um andere Sachen — und nickt um die ihrigen bekümmern, sonst könnten sie was erleben. (Heiterkeit.) Die Sonntagsruhe-Vorschriften seien für die Unterbeamten so gut wie nicht vorhandm- Denselben würde auch »u viel zugemuthet, so müsse ein Postbote ba und dort sehr oft Schlitten mit schweren 1 Packeten bergauf ziehen-
Abg. JSkraut (Antis) bemängelt besonders, daß'den Beamten zu wenig Sonntagsruhe gelassen werde.
Präsident v. Buol: Die Frage der Sonntagsruhe sei neulich eingehend erörtert worden, weshalb fich Redner an die Tagesordnung .Unterbeamte" halten möge.
Abg. Jskraut (Antis): Ich spreche hier nicht von der Sonntagsruhe im Allgemeinen, nicht von derjenigen der oberen Beamten, die ja auch wohl Zeit genug dazu haben, Sonntags)Lgerei zu treiben, sondern von der Sonntagsruhe der Unterbeamten; ich spreche also zu dem Tsiel^ ^uol: Mag dem Herrn Redner die Einsicht dafür abgeh«. so muß ich doch dabei beharren, daß die Frage der Sonntagsruhe jetzt nicht zur Debatte steht.
Abg. JSkraut: Nun, dann werde ich, wenn ich nicht von der Sonntagsruhe sp echen darf, von der Arbeitszeit sp ecken. (Heiterkeit.) Wenn schon Herr Singer von seinem mosaischen Standpunkte aus der Postverwaltung neulich nahe gelegt habe, wie wenig Sonntagsruhe die Unterbeamten haben, in welchem Lichte erscheint da die Postverwaltung. Das sei doch nichts Anderes als Sonntags-Unruhe! (Heiterkeit^Ent ^uol ersucht den Redner, endlich diese- Thema zu verlassen und macht ihn auf die geschäftsmäßigen Folgen eines ^nwiderhaudelns gegen diese« wiederholte Ersuchen aufmerksam.
Abg Jskraut wünscht sodann noch eine Regelung der Be- kleidungSsrage für die Unterbeamten, je nach der Saison, Sommer und Winter, und ferner Ertheilung regelmäßiger Erholungsurlaube.
Geh. Rath Wittke stellt eine Ueberbürdung der Unterbeamten in Abrede. In den letzten Jahren seien etatsmäßige Mehranstell- ungen von Unterbeamten in großem Umfinge erfolgt. Unrichtig fei auch, daß bei den Remunerationen die Unterbeamten zu kurz Urnen.
Abg. v. Jagdzewski (Pole) erneuert abermals feine Beschwerde Aber Beitritt von Postbeamten zu dem verhetzend« H. K. T.-Verein in der Provinz Pofen. Genugthuung empfinde er darüber, daß auch Anterstaalsfecretär Fischer neulich zugegeben habe, e« sei für die Beamten Zurückhaltung geboten gegenüber einem Verein, welcher etwa in politischen Bestrebungen zu weit gehe.
StaatSsrcretär v. Stephan: Der Vorredner vergißt aber zu erwähnen, daß Herr Fischer auch gesagt hat: es müffe dem Tact jede« einzelneu Beamten überlassen sein, sein Verhalten in dieser privaten Hinsicht zu regeln.
Abg. Paasche (natl) bestreitet noch, daß der H. K. T.-Berein
Abg. Jskraut spricht seinen Dank für die Mittheilung über die Mehranstellungen von Unterbeamten aus.
Abg. Bebel kündigt einen Antrag auf Abschaffung deS Grati- ffcationsunwesenS an, weil die Vertheilung der Gratificationen zu ungleichmäßig und zum Nachtheil der Unterbeamtenflaffe erfolge. Weiter »erlangt er, daß die etatsmäßige Anstellung nach 12 Jahren mindestens sofort unkündbar erfolge; 12 Jahre seien doch ausreichend, nm ein en Unterbeamten kennen zu lernen, dazu bedürfe es nicht erst voller 24 Jahre.
StaatSsecretär v. Stephan: Bereits im Vorjahre hat ja eine Herabsetzung der Wartezeit für die Unkündbarkeit von 20 auf 12 Jahre, .von der etatswäßigen Anstellung an gerechnet, stattgefunden. Anträge auf Abschaffung der Gratificationm sind schon früher gestellt, aber stet« abgolehnt worden, weil man der Gratificationen auch zu Snterstütz- *n|tn in Krankheitsfällen rc. bedarf.
Der Titel wird genehmigt.
Bei dem Titel „Stellenzulagen" beantragt
Bekanntmachung, betreffend. die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb de« Großherzogthum«.
Der Wetterauer Geflügelzuchtoerein beabsichtigt mit der »om 20. bi« 23. März l. I. zu Friedberg abzuhaltmden Geflügel Ausstellung eine Verloosung von Rutzgeflügel rc. zu verbinden. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr al» 7000 Loose, zu 40 Pfennig da» Stück, ausgegeben «erden dürfen und mindestens 60 pCt. des Bruttoerlöses tu» dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegen- stäude« zu verwenden sind.
Zugleich ist der Vertrieb der Loose tm Großherzogthum zeflattet worden.
Gießen, den 22. Januar 1896.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagery.
Ad« Werner (Äntif.)., bie S>-ll-n>uI-g.n im nächsten Jahre I Aba. Dr. Barth. DA- SrobMt unb, ».»
Tag- unb Nachtdienst verschieden zu bezahlen! -
Der Antrag Werner wird abgelehnt. Deutsche» «eich.
Da« Ordinarium wird im Uebrtgen bebattelofi genehmigt.
Beim Extraordinär tum bemerkt — Prinz Heinrich v on B attenb erg. Ueber btt
nl*t Juaendjahre de» in Westafrika dem Fieber erlegenen Prinzen eine S et nj tg 01° Postens beanttage. ^Angesichts der großen Mehrheit, werden der »Frkf. Ztg." an» Darmstadt von gut unter-
mit welcher die Eommission ihre Beschlüsse gefaßt, wolle die confer- ^tetet Seite folgende Einzelheiten mitgetheilt. „Prinz
vative Fraction auch hier im Plenum keine StreichungSantrSge c.etnit* bon Battenberg wurde am 5. October 1858 in
stellen, obwohl ihr bie gefoiberte Mailand geboren, wo sein Bater damals in Garnison stand.
IM J°hrk 1862' k-hrt'e ber Prinz mit ,-'nen Eltern nach niedrig r , Deutschland zurück unb erhielt nun unter ber Leitung feiner
Abg. Schmidt-Warburg (Ctr.) mahnt von zu splendiden M^er, sowie vorzüglicher Lehrer bi» zum 14. Leben«jähre
3» m-säss asst» r ffSÄS bauen. DaS beste ist ein guter Mittelweg. Schnepfenthal bet Gotha, später in ba» Cabettencorpß zu
Abg. Singer: Uebertriebmm LuxuS bei den Postbauten wollen Bresben. Im April 1877 trat Prinz Heinrich als Seconde- auch wir nicht, aber eS Ist durchaus geregt®UlUeutenant in ba» 1. sächfische Husarenregiment ein. Die I Ä SÄÄ Ä Osstii-rsprstsung bestund er mit der Nutu: Wit Au-j-ichnuug.
können. . Den practischen Dienst erlernte er 1877—79 zuerst in ber
Abg. Graf Limburg-Stirum (cons.): Wir sind bei Militär- Militärrettanstalt zu Dresden, dann in Großenhain im
- s-.-äs» =>■ «Äfi-s
Das Extraordtnarium wird mwerLaderMemhmtgt. Bei den bruat 1880, worauf er große Orientreisen mit einem Jugendfreund machte und zwar nach Ober- unb Unter Egypten, nach Syrien, Griechenland, Kleinasien unb ben Balkanländern. Im Herbst 1880 trat er bet ben KönigShusaren in Bonn ein, unb 1882 würbe er in baS Garde-CorpS nach Potsbam versetzt. In ber Gesellschaft von Berlin unb Potsbam war er sehr beliebt. Der Prinz besuchte bamalS auch mit seinem Bater ben russischen Hof, ferner Italien und Egypten. Gelegentlich ber Vermählung seines Bruders Ludwig mit der Prinzessin Victoria von Heffen lernte er die Prinzessin Bea- trice kennen, worauf mehrere Monate später bie Verlobung stattfand. Die Vermählung fand am 23. Juli 1885 zu Windsor statt. Die Ehe war eine überaus glückliche, und es find derselben vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter


