Karl Ramstock vorm. W. Böger Uhrmacher und Optiker dessen
6 Seltereweg 6.
1896
Donnerstag den 24. September
vierteljähriger
Aints- und Anzeigeblntt für den Ttveis Gieren
Bekanntmachung.
8414
mpfehlungen.
««iLls 6 Pfd.
t Mk. 6.60, 9 Pfd. Mk. 9.50 fco. Naohn.
Schweine- uni) WndnichwirKt!»rich
8292
Annahme ö ob Anzeigen zu der Nachmittag- für bex felgtnbtn Lag erscheinenden Nummer bi» Barm. 10 Uhr.
Saupiquet unter und kostete drei
chulstrasse! ergeschäst.
Damen- ui MwG.
erregen, und sein Besitzer konnte ruhig in ein benachbarte- Qwfr gehen, um hier da- Ende des Regen- abzuwarteu.
Er hing dort den Hut au einen Ständer, lieh sich eine Eifrischung geben und setzte sich an einen Tisch, um eine ftltung zu lesen, die er übrigen- verkehrt in der Hand htült, da er an nicht- andere- dachte, al- an seinen ruinirten nriuen Hut.
bringen- ein bt-cheu waschen und bügeln, un hr zu sehend
^Dritter Laden recht-/ wiederholte
Dnnke-worten und lief zu dem Hutmacher.
Nachdem der Regen so ziemlich aufgehört hatte, erhob sih Sauptquet, noch immer in seinen Betrachtungen versunken , nahm halb mechanisch einen neben dem seinen billigenden Hut und wollte eben da- Local verlaffen, als zwei sKellner de- Cafäs ihn festhielten und dem Wirthe zuntefen:
„Wir haben ihn!"
Bringerlohn.
Durch die Post bezöge» 2 Mart 50 Pfg.
Rcbaction, Lxprditta» und Drucker«:
SchBtstratze Ar.H, Fernsprecher 51.
Rr. 225 Zweites Blatt
1 Glühftiümps-Ii,
Bischer, tadt 78.
am 28. September.
Mit Genehmigung Großh. Kreisamts Gießen soll mit dem auf den 28. September d. I. festgesetzten Schweine- nud Riudviehmarkt eine Preisvertheilung verbunden werden, wozu Seitens des Gemeinderaths 200 Mk bewilligt worden sind. Die Bedingungen find folgende:
1. An der Prämiirung können sich alle im Kreise Gießen wohnende Viehzüchter, Viehhändler ausgenommen, betheiligen.
2. Sämmtliche auszustellende Thiere müffen bis 9 Uhr Morgens auf- getrieben sein und werden nur preiswürdige Thiere der reinen Simmenthaler Raffe resp. des Simmenthaler Typus und der reinen Vogelsberger Raffe pramiirt und zwar:
a. Bullen im Alter von 1 -2Va Jahren.
b. Kühe, welche sichtbar trächtig sind oder frisch gekalbt Haden.
c. Rinder, welche sichtbar trächtig sind. - . .
3. Die Thiere müffen selbst gezüchtet oder mindestens drei Monate in eigenem Besitz sein.
4. Der Markt beginnt Morgens 6 Uhr. Lich, den 18. September 1896.
Grobherzogliche Bürgermeisterei.
Heller.
Kiuillston.
Der neue Hut.
Humoreske von Jules Moinaux.
(Schluß.)
Einer der Leute, der mitfühlender war als die andern,
Alle Annoncen-Bureaux des In- und AuSlande» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Matronen
AWnnll-lorafSltigst geladen nllllll|S&iL16 JL. 6.50
Cal. 12 8.50
*—z per 100 etü»,
Waffen, Munition und Jagd- geräthe empsiehlt S888
A. Dickor6, SchanMstr.8.
„Sie tragen sie nicht mehr und stapeln sie bei sich zu Haufe auf?"
„go, mein Herr, meine Frau fagt mir immer, ich solle einen Trödler holen laffen, aber ich denke nie daran, ich bin sehr vergeßlich. So habe ich heute wieder meinen Regenschirm zu Hause gelaffen, ich bin ganz kopflos."
„Sie find kopflos und haben achtundzwanzig Hüte?"
*
Diese Anklage einem Manne gegenüber, der notorisch reich und ehrenhaft war, konnte natürlich nicht aufrecht erhalten werden, wie denn der Commiffar seines Viertels, dem er persönlich bekannt und deffen Zeugniß er anrief, ihn auch glänzend rechtfertigte. Saupiquet beeilte sich, nach Hause zurückzukehren, wo er seine Frau noch abwesend fand, die infolgedessen nicht- von seinen Streichen wußte. Bon diesem Tage an wurde jedoch der neue Hut, deffen ungenügende Reparatur Madame Saupiquet sofort bemerkt hatte, zum Gegenstände ewigen Spottes und bei jeder Anschaffung von kostspieliger Garderobe antwortete fie spöttisch:
„Verwehre ich Dir etwa, neue Hüte zu kaufen?" — Und wenn er sie fragte, warum fie so lange au-blieb, versetzte fie: „Weiß ich, waS Du an dem Tage thatest, da Du Deinen neuen Hut aufgesetzt hattest?"
Dreißig Jahre > fr ater blickten die beiden Gatten, die alt und häuslich geworden waren, einstmals bei strömendem Regen zum Fenster hinaus.
„Welch entsetzliches Wetter," sagte Saupiquet.
„So etwas habe ich noch nie erlebt," versetzte Madame, dann besann fie sich jedoch und fügte lächelnd hinzu:
„Ach, ja doch, an dem Tage, wo Du Deinen neuen Hut aufgesetzt hattest."
Feinster Rahmkäse
„Perle der Wetterau“. 7807 Alleinverkauf: I. M. Schulhof.
Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar von Mittwoch deu 23. bis einschließlich Mitt woch deu 30. September l. Js. auf dem Bürgermeifterei-Büreau — Zimmer Nr. 14 — zu Jedermanns Einsicht offen. Innerhalb jener Lffenlegungsfrist ist gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste schriftlich ober zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache zu erheben.
Gießen, den 19. September 1896.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff.
Alice-Schule in Gießen. Beginn des Winter-Semesters am 13. October.
Aufnahme der Schülerinnen am 12. Oetober, 10 Uhr. Auszug aus dem Unterrichlsprogramm:
1. Klaffe: Englische und französische Conversation, Bügeln, weibliche Handarbeiten; 10 Wochen; 50 Mk.
S. Klaffe: Hand- und Maschinennähen, Sticken u. s. w., Bügeln, oder Kleidermachen und Bügeln; 10 Wochen; 20 Mk.
3. Klaffe: Hand- und Maschinennähen, Flicken, Stopfen, Weißsticken, Fach- und Freihandzeichnen; 10 Wochen; 15 Mk.
Ausführliche Einzeleurse:
5monatliche (Surfe für Lehrerinnen (40 Mk.), im Weißnähen ober Kleiber» machen (30 Mk.), im Sticken (12 Mk).
2V«monatliche (Surfe im Bügeln oder Kunstwaschen (12 Mk.), in französischer und englischer Conversation (je 20 Mk.), Kochcursus (50, Vormittage 36 Mk.).
Gedruckte Programme sind durch den Vorstand oder die Oberlehrerin, Fräulein Möser, erhältlich. 7898
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Mknoicn r. dto- c.
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Die Operation währte eine Stunde
Francs. Der Hut sah zwar nicht gerade neu au-, aber nun konnte ihn schließlich doch aussetzen, ohne Aussehen zu
“ Durch den jähen Untergang S. M. S. „Iltis" ist unsere Marine wieder von einem schmerzlichen Verlust betroffen worden, der 70 Menschen- letben dahingerafft hat. In treuer und furchtloser Pflichterfüllung haben brr Commandant, die Offiziere und die Mannschaft mit einem dem obersten Kriegsherrn Seiner Majestät dem Kaiser ausgebrachten dreifachen Hurrah ihren Tod in den Wellen gefunden.
Die unterzeichnete Deutsche Marine • Stiftung, welche seiner Zeit durch das Centtal-Comits der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz ge- dilldet wurde, um für die Hinterbliebenen der beim Untergang des Panze^ chiffes „Großer Kurfürst' Verunglückten Sorge zu tragen, glaubt auch bei diesem traurigen Anlaß eine Pflicht erfüllen zu können, indem fie time Sammlung zum Besten der durch den Untergang des „Iltis" in Trauer und Leid versetzten Familien eröffnet.
Vorstehendem Aufruf, erlaffen von dem Central-Eomtt6 der deutschen Lereiue vom Rotheu Kreuz und von der Deutsche« Marine-Stiftung 1878, schließen wir uns wärmstens an; nicht um das Reich in den Verpflichtungen, die ihm bezüglich der Hinterbliebenen obliegen, zu entlasten, sondern um das, was das Reich thun wird, zu ergänzen. Wir erfüllen durch unfere Gaben nur eine Danke,pflicht für unsere so heldenmüthig im vater- ländischen Dienst dahin geschiedenen Brüder und stärken unsere Manne »«durch, daß sie das Bewußtsein hat, für ihre wackeren Mannschaften im ssalle der Roth auf die Opferfreudigkeit der Ration sicher rechnen zu dürfen.
Darmstadt, den 18. August 1896.
Der Vorstand des Hülfsvereins vom Rothen Kreuz im Großherzogthum Hessen.
Weber, Finanzminister, Ehrenvorsitzender. Buchner, Geh. Oberconsistorial- c.rth, Vorsitzender. Dr. Slewm, Finanzrath. Diefenbach, Commerzienrath. Emmerling. Geheirnerath. «wald. Geh. Oberfinanzrath. Dr. med. Kauf- manu. Macheuhauer, LandgertchtSpräsident. «tcheü, Ministeria^rath.
Dr. Pfeiffer, Geh. Obermedicinalrath. Strack, Mlitäroberpfarrer.
Indern wir vorstehenden Aufruf zur öffentlichen Kenntniß bringen, b.itten wir um freundliche Zuwendung von Gaben, zu deren Empfang» mrhme und Weitersendung der Rechner des hiesigen Zweig-Hülfsvereins, tzerr Staatsanwalis-Secretär Manu dahier, .sowie die Expedition diese» Blattes bereit sind.
Gießen, den 17. September 1896.
Der Vorstand de» Zweig-Hülfsvereins vom Rothen Kreuz. Jvckel, Gr. Landgerichts-Director.
sagte zu ihm:
„Im dritten Laden rechts von hier wohnt ein Hut- mncher, der könnte Ihnen Ihren Hut wieder in Ordnung und es ist nichts
Der ttejeeer Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme bd Montags.
Die Meß en er 0 kälter »erden dem Anzeiger »Schentlich dreimal beigelegt.
„Endlich," tagte der Wirth, „endlich haben wir den | Hutmarder."
Wüthend sträubte sich Saupiquet und fchrie:
„Ich ein Hutmarder?"
„Das Nähere wird sich auf dem Polizeibureau finden," war die Antwort.
Und ohne fich auf Redensarten weiter einzulaffen, schleppte man ihn durch die Straßen unter Begleitung der Gaffenjungen, die shn bis zur Polizeiwache heulend umkreisten. Dort führte man ihn in das Privatcabinet des Beamten und der Wirth des Casös sagte:
„Herr Commiffar, seit mindestens vierzehn Tagen schleicht fich ein Spitzbube in mein (Safe, und wenn er fortgegangen, bemerkt man stets, daß ein Hut verschwunden ist. Dieser Manu hier ist der Dieb, wir haben ihn soeben aus der That ertappt."
„Aber ich bin ja ein reicher Mann," stöhnte der Unglück- selige Angeklagte, „ich bin als Ehrenmann bekannt, Sie brauchen ja nur zu mir zu gehen."
Er gab seinen Namen und seine Adreffe an, worauf der Commiffar einen Beamten nach Saupiquets Wohnung schickte.
* • *
Nach Verlauf von kaum einer Stunde kehrte der Beamte mit einer riesigen Anzahl von Hüten beladen zurück.
„So," sagte er, „das habe ich alles bei ihm gefunden; die Frau dieses Menschen war ausgegangen, aber daS Dienstmädchen hat mir bei meiner Haussuchung geholfen."
„Nun?" sagte der Commiffar zu dem Angeklagten, „wollen Sie noch immer leugnen, daß Sie den Diebstahl von Hüten berufsmäßig betteiben?"
„Das bestreite ich sehr energisch!" brauste der Angeklagte auf, „diese Hüte habe ich gekauft, ich trage fie nicht mehr, das ist die einfache Erklärung."
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Meßmer Anzeiger
Kenerat-Mzeiger.
Samstag den 26. Srpltmber,
Nachmittags 2 Uhr,
sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Erben der Marie Ramspeck in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 1 Nr. 257 — 19 qm Hofraum (Mist- stätte) in der Löwengaffe,
Flur 1 Nr. 75 — 75 qm Hofraithe daselbst
freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 14. September 1896.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I. A.: Bogt. 8166
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