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Dienstag den 24. März
Zweites Blatt
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Aints- und Anzeigeblutt für den Ttreis Giefzen.
Gratisbeilage: Hießener Aamilienötätter.
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Groß-Gerau, Reinheim,
Innahmr vor» Anzeigen zu der Nachmittag« für de« felgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr.
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1. Juni. Errichtung deS Leib-Grenadier-Garde Regt- ment« zu Pirmasenz durch Ludwig IX. alS Erbprinz. (1741 den 1. Juni auf den FrohnleichnamStag wurde wir eine Grenadier-Compagnie als Graf von Hanau in Pirmasenz gestiftet, die sich nach und nach zu einem Bataillon vermehr», und den 19. Octobris 1768 auf zwey Bataillons gesetzt wurde und hat
Grenze hatte 1894 einen Werth von 448 Millionen Rubel, das sind 92 Millionen Rubel mehr als 1893. Von dieser Zunahme des Absatzes nach Rußland entfällt der Löwenanteil, nämlich 42 Millionen oder fast 50 Proc. allein auf deutsche Maaren. Die Einfuhr englischer Maaren, die noch 1893 die deutsche um 11 Millionen überwog, blieb 1894 schon um 14*/2 Millionen hinter ihr zurück, die Einfuhr aus dem hochschutzzöllnerischen Frankreich ging sogar zurück trotz aller politischen Verbrüderung beider Reiche. Auch die Ausfuhr Rußlands über die europäische Grenze nahm 1894 zu und stieg um 75i/o Millionen Rubel, auf 596 Millionen, also immerhin bedeutend weniger als die Einfuhr nach Rußland. Von diesem Mehrabsatz russischer Maaren nahm aber Deutschland nur V| auf. Die deutsche Einfuhr nach Rußland stieg also um 42 Proc., die russische nach Deutschland nur um reichlich 11 Procent. Aus diesen Zahlen ergiebt sich: L daß sich im ersten Jahre des Handelsvertrages der gegenseitige Maarenaustausch zwischen Deutschland und Rußland um 57 Millionen Rubel hob und den englisch-russischen Handel, der noch 1893 mit 23 Millionen Rubel über dem deutsch-russischen an erster Stelle stand, einholte- 2. daß der Handelsvertrag Deutschland weit mehr als Rußland Nutzen brachte, indem die deutsche Ausfuhr nach Rußland fast vierfach so stark zunahm als die russische nach Deutschland, so daß jetzt im Verkehr mit Rußland außer Schweden und der Schweiz fein europäischer Staat eine so günstige Handelsbilanz aufweist wie Deutschland- 3. daß der Absatz deutscher Maaren im ersten Jahre des Vertrags 42 Millionen Rubel mehr betrug als im Zollkriegsjahre und 4. daß, obwohl an den im Vertrage gewährten russischen Zollermäßigungen kraft Meistbegünstigung fast alle Staaten Antheil nahmen, dennoch an der vermehrten Einfuhr europäischer Maaren in Rußland die deutsche Ausfuhr allein weit stärker (mit 42 Millionen Rubel) beteiligt war als die Ausfuhr aller europäischen Staaten zusammen (mit 30 Millionen Rubel). Dieser letztere Vortheil wäre aber undenkbar, wenn nicht die deutschen Unterhändler mit großem Geschicke verstanden hätten, hauptsächlich für solche Maaren Zollermäßigung zu erreichen, in denen daS übrige Europa hinter Deutschland zurücksteht.
den Ankauf von Remonten für 1896 betreffend. Grohherzogthum Heffen.
Gießen, den 21. März 1896.
Betreffend: Die evangelischen Kirchenvoranschläge deS Kreise- Gießen pro 1896/97.
Tas Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die evaug. Kircheuvorftäude des KreiseS.
Die rubrkirten Voranschläge werden Ihnen In den nächsten Tagen zugehen.
Sie wollen daS in Ihren Händen befindliche Concept «»bald mit den Ansätzen de- OrigtnalvoranschlagS in lieber» einftimmung bringen und letzteren sodann dem Kirchenrechner
Die Erfolge des deutsch-russischen Handelsvertrages.
In der seit Jahren von vielen Seiten umstrittenen Frage, ob Deutschland von seinem neuen Handelsverträge mit Rußland einen nennenswerthen Nutzen habe, und ob überhaupt der deutsch-russische Handelsverkehr dadurch zu einer höheren Entwickelung gelangen könne, kann man nun nach der amtlichen russischen Handelsstatistik die richttge Antwort erhalten. Der Secretair der Dresdener Handelskammer, Herr P. Schulze, hat die Zahlen dieser Statistik im „Dresd. Anz." einer vergleichenden Prüfung mit den früheren deutsch-russischen Handelsergebniffen unterzogen und daraus ergeben sich tatsächlich die Beweise eines guten Fortschrittes im MaarenauStausch zwischen Deutschland und Rußland seit dem Abschlüsse des Handelsvertrages, also seit 1894. Die gesammte Einfuhr Rußlands über die europäisch-russische
Rom, 21. März. Die Revanche-Gelüste verschwinden allmählich. Einerseits wird die Finanzlage Jta» llenS, andererseits die HeereSstärke Meneliks als Friedens- araument angesührt. Menelik soll seinen Untertanen befohlen haben, die Italiener alS Freunde zu behandeln und das Land dem italienischen Handel zu eröffnen, da der Frieden demnächst unterzeichnet würde.
Rom, 21. März. Der „Opinione" zufolge ist der Papst unwohl. Er leidet an Schlaflosigkeit und großer Nervosität.
Mailand, 21. März. Seit einigen Tagen finden ©tu-- d enten-Kundgebungen statt, wegen mißliebiger Professoren. Gestern nahmen die Demonstrationen einen derart stürmischen Character an, daß die Universität geschloffen werden mußte.
Eine unmittelbare Folge des glorreichen Krieges gegen Frankreich, in dem die langersehnte Einigung Deutschlands durch die Wiedererrichtung des Kaiserreichs herbeigesührt wurde, war der Abschluß einer neuen Militärconventton von Heffen mit Preußen am 13. Juni 1871. Nach dieser Convention trat die Hessische Divifion am 1. Januar 1872 in den verband der Preußischen Armee unter der Benennung: Großherzoglich Hessische (25.) Divifion.
Unterm 25. Oktober 1871 erschien ein Allerhöchster Er- laß, welcher einstweilen die neue Organisation der Truppenteile regelte. Hinsichtlich der Infanterie trat eine For» mirung deS 1., 3. und 4. Infanterie Regiments zu drei Bataillonen ein, während daS 2. Infanterie-Regiment zwei Bataillone behielt. Zu diesem Zwecke trat zu dem seitherigen 1. Infanterie Regiment daS 1. Jäger Bataillon als Füsiller-Bataillon mit der Benennung „Garde-Füfilier- Bataillon", bei dem 3. Infanterie-Regiment wurde ein neue« Füsilier-Bataillon errichtet und zu dem seitherigen 4. In- fanlerte-Regiment trat da« 2. Jäger Bataillon als Füsilier- Bataillon mit der Benennung „Leib-Füfilier-Bataillon".
Die Regimenter erhielten die Namen:
1. Großherzoglich Hessisches Jnfanterie-Regiment (Leib- Garde-Regiment) Nr. 115,
2. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment (Groß» Herzog) Nr. 116,
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Anlagen.
n Anschläge frei. t!
Alle Annoncen.Bureaur de« In- und AuSlandc« nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Zum Ankäufe von Remonten im Alter von drei rnönahmSweise vier Jahren sind im Bereiche de« Groß» Herzogtums für düse« Jahr nachstehende, Morgens 9 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar:
Feuilleton.
«kschichtr der Großherzogl. Hessischen Fahnen und Flundarten.
Unter diesem Titel ist im Verlage von E. S. Mittler Sohn in Berlin ein im Auftrage des verstorbenen Groß» hetzogS Ludwig IV. von dem Oberst und Commandeur deS Sioßls. Hessischen GenSdarmeriecorpS, Fritz Beck (früher in Gießen) bearbeitetes Werk erschienen, daS einen hoch» irterefianten Beitrag zu der ruhmreichen Geschichte der hessischen Truppen bietet. DaS Werk ist in sauberem Druck u\ bestem Papier hergestellt und neben dem reichen Inhalt nlt 17 farbigen Tafeln der hessischen Fahnen und Stand» Mn ausgestattet. Wir entnehmen dem Werk im Folgenden einige Capitel:
Nachdem am 16. Juli 1870 die Mobilmachung für hl ganze deutsche Heer ausgesprochen war, befahl Groß» hnzog Lndwig III., daß im Falle eineß AnSmarsches der tzroßh. Hessischen Armee-Divlfion die Fahnen der beiden Iigerbataillone und die Standarten der Reiter-Regimenter i® Residenzschloffe zu Darmstadt abgeliefert und biß zur Mkkehr der qu. Truppenteile daselbst aufbewahrt werden feiten. Infolge dessen nahmen nur die vier Infanterie» üigimenter ihre Fahnen mit tnß Feld.'
Bekanntmachung,
betreffend den Ankauf von Remonten im Jahre 1896.
Nachstehende Bekanntmachung beß Königl. Preußischen SriegSministerium«, Remontirungß-Abthettung, bringen wir hirrmit zur öffentlichen Kenntniß.
Gießen, den 19. März 1896.
Großherzoglicheß Kreißamt Gießen.
v. Gagern.
Der frei euer Anzeiger erscheint täglich, Btt Ausnahme de« Montag«.
Die Gießener Jimitie« «kälter ®nbm dem Anzeiger Wöchentlich dreimal Angelegt.
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3. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment (Leib- Regiment) Nr. 117,
4. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118.
Die Reiter Regimenter i 5 EScadronS erhielten die
Namen: //T1
1. Großherzoglich Hessisches Dragoner-Regiment (Garde- Dragoner-Regiment) Nr. 23,
2. Großherzoglich Hessisches Dragoner-Regiment (Leib- Dragoner-Regiment) Nr. 24.
Die Artillerie, zwei Abteilungen ä drei Batterien, erhält 1874 die Benennung:
Großherzoglich Hessisches Feldartillerie Regiment Nr. 25 (Großherzoglicheß Artilleriecorps).
AuS den daß Werk enthaltenden Stammtafeln der hessischen Jnfanterie-Regimenter entnehmen wir die beß hier in Gießen garnisonirenben Jnfanterie-Regiment« Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116:
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Die von ber Remonte»Ankauf»Commission erkauften Pferbe werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt.
Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den LandeS- gesetzen den Kauf rückgängig machen, find vom Verkäufer gegen Erstattung de« Kaufpreise« und der Unkosten zurück-- zunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste, sowie Wallache mit ausgesprochener Hengstmanier, welche sich in den ersten zehn bezw. achtundzwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depot« al« solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigentümlich gehören oder durch einen nicht legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorgeftellt werden, find vom Kauf anSgeschloffen. e .
Die Verkäufer find verpflichtet, jebem verkauften Pferbe eine neue starke rlnbleberne Trense mit starkem Gebiß unb eine neue «opfhalfter von fieber ober Hanf mit zwei minbeften« 2 Meter langen Stricken ohne befonbere Vergütung rnltzu- geben.
Um bie Abstammung ber vorgesührten Pferbe feststellen zu können, finb bie Deckscheine resp. Füllenscheine mitzubringen, auch werben die Verkäufer ersucht, bie Schweife ber Pferbe nicht zu couptren ober übermäßig zu verkürzen. Ferner ist eß dringend erwünscht, daß ein zu massiver oder zu weicher Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten nicht stattfindet, weil dadurch die in den Remontedepot« vor» kommenden Krankheiten sehr viel schwerer zu überstehen find, alß dieß bet rationell und nicht Übermäßig gefutterten Remonten der Fall ist. Die auf den Märkten vorzustellenden Remonten müffen daher in solcher Verfassung sein, daß fie durch mangel» hafte Ernährung nicht gelitten haben und bet der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur ausgebildet find.
Berlin, den 3. März 1896.
KriegSministerium. Remontirungß-Abtheilung. gez. Hoffmann-Scholtz.
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2Inttiid?cr Theil.
Gießen, den 21. März 1896. Betreffend: Die Ableistung beß Huldigung«- unb Vcr» faffnngSeibeS.
MS ««tzhetMtiche KreiSawt Gießen an die Großh. Bürgermeiftereie» der Awts- gerichtsbezirke Gründ erg und Homberg.
Die Ableistung beß Hulbigungß» unb Berfaffungßeibeß t>tr in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortßbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hesfischen Untertanen, welche sich, ohne Ortßbürger zu werden, verheiratet haben, soll Samstag den 4. April d. I., Vormittags 9 Uhr, in dem Rathhause zu Grünberg stattfinden.
Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Per- ionen zu dem Termine vorzulaben unb wie geschehen unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzvzeigen ober zu berichten, baß Niemanb vorzulaben war.
Halten sich berartlge Personen außwärtß auf, so wollen Sie deren Aufenthaltßort angeben.
v. Gagern.


