vernehmen setzen soll, um eine allgemeine Abrüstung yerbeizuführen.
Bonbon, 19. December. Gestern wurde mit dem AuS« vumpen und Heben deS bei Gravesend gesunkenen Schiffes Laurada begonnen. Die Arbeiten waren im besten Gange und versprachen allen Erfolg, als ein am Mast befindliches Tau riß und das Schiff in eine Lage zurücksank, aus der es schwer zu besreien sein wird.
eBnlffl telegraphische« Lorrespondent-Vr-^
Oldenburg, 20. December. Unter dem Jubel der Menge hielten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin ihren Einzug in die festlich geschmückte Stadt. Auf dem Bahnhofe wurde da- erlauchte Paar durch den Oberbürgermeister Namens der Stadt begrüßt. Später überreichten Abordnungen im Schlöffe Adreffen und Geschenke.
Wien, 20. December. Nach Privatmeldungen find bei der Explosion schlagender Wetter im Szechenyi« Schachte 42 Personen getödtet und 19 schwer verwundet worden. 26 Arbeiter werden vermißt. Eine amtliche Mit« theilung beziffert die Zahl der bisher als tobt Gemeldeten auf 36. Schwer verwundet seien 18 und 27 würden vermißt.
Rom, 20. December. Der Papst empfing heute den preußischen Gesandten beim päpstlichen Stuhl, v. Bülow, nebst Familie.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 20. December. Wegen vorzeitiger Vrröffent« lichung eines Auszuges aus der Anklageschrift gegen Sickert und Genoffen find die Redacteure Schade von der „Deutschen Warte" und Stettenheim vom „Kleinen Journal", sowie der GerichtS-Berichterstatter Föllmer in Anklagezustand ver« setzt worden.
Berlin, 20. December. Die Berliner Gewerkschaft-- Commission hat bis jetzt tnSgesammt 50,000 Mk. zur Unter« stützung der Hamburger Ausständigen abgesandt.
Berlin, 20. December. Die „Post" meldet auS Hamburg: Die Ueberlebenden des „Iltis" landen hier morgen, Montag, Nachmittag 3 Uhr. Empfang findet seitens der Offiziere und der RegiwentSmufik der 76er und der Marinevereiue statt. Die Rhederei der „Hertha" gibt ein AbschiedSeffen. Am Dienstag erfolgt die Abreise nach Wil« helmShaven.
Wien, 20. December. Die Polizei entdeckte in Wiener Neustadt eine weitverzweigte Bande von Eisenbahndieben, welche seit Jahren Maaren auS Eisenbahnwaggons entwendeten. Die an den Wagen befindlichen Plomben waren stet- geschickt entfernt worden.
Innsbruck, 20. December. Ein kaiserlich deutsches Cousulat ist hier neu errichtet worden. Der Referendar Carl Aorck ist znm Consul ernannt worden.
Pari«, 20. December. Nach Schluß der gestrigen Kammerfitznng erließ der socialisttsche Ausschuß ein Manifest an die Landleute, worin dieselben aufgefordert werden, ihr Programm und etwaige Wünsche an den Ausschuß zu senden, damit dieselben in der nächsten Session zur Verhandlung gelangten.
Berlin, 21. December. Der Bauunternehmer Schwanz ist mit 21,000 Mark am SamStag Abend durchgebrannt zum Nachtheile zahlreicher Arbeiter.
Berlin, 21. December. Der ÄbtheilungSchef des Milt« tärcabtnetS, Generalmajor Lippe, ist gestern in Dresden gestorben.
Hamburg, 21. December. Die Ewerjührer beschloffen in einer gestrigen Versammlung einstimmig, den Strike fortzusetzen.
Graz, 21. December. Hier herrscht ein wüthender Sturm, verbunden mit starkem Gewitter.
Amsterdam, 21. December. Nach der Art dks Aufschlitzers Jack verstümmelt, wurde hier die Leiche einer Frauensperson aufgefunden. In letzter Zeit wurden hier zahlreiche Frauen angefallen. Die Polizei vermuthet das Auftauchen eines neuen Fraueumörders.
Pari-, 21. December. Der frühere Herausgeber des „19. Siecle", Portalis, bekannt durch den seinerzeitigen SensationSproceß, wird demnächst eine Broschüre herauSgeben, worin er sich als ein Opfer des damaligen Ministerpräsidenten Dupuy bezeichnet. Dupuy erklärte einem Redacteur auf Befragen, Portalis solle nicht mit ihm, sondern mit der Justiz, welcher er gehöre, diScutiren.
Barcelona, 21. December. Acht Anarchisten wurden vom Militärgericht wegen Theilnahme an dem Dynamit« Attentat im Juni l. I. znm Tode verurtheilt.
Gießen, den 21. December.
Empfang. Seine König!.Hoheit der Großherzog empfingen am 19. December u. A. den Rendanten Hun« finget au« Nidda, den Baurath Roth von der Direction der Oberhesfischen Eisenbahnen, den RegierungSrath bei der Provinzialdirection Oberheffen vr. Wagner, den Kreis« asfistenzart vr. Heinrici von Ulrichstein, den Geheiwerath Freiherrn v. Gagern, Provinzialdirector der Provinz Oberbeffen.
•• AuS dem Iustizdienst Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht: 1) den AntSiichter bei dem Amtsgericht Herbstein Edmund Beyke zum Amts« richter bei dem Amtsgericht Büdingen, 2) den GertchtSaffrffor Josef Pirsch auS Mainz zum Amtsrichter bei dem Amts« aericht Pfeddersheim, beide mit Wirkung vom 20. December an und 8) den GerichtSaffrffor Heinrich Bus au« Weiter« ftabt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein, mit Wirkung vom 21. December 1. I. an, zu ernennen.
•• Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, den Bauinfpector für
besondere Bauausführungen Gustav Renting zu Gießen zum Bauinspector deS HochdauamtS BenShe'm, den Bau affessor Franz Frenay aus Mainz zum Bauinspector für besondere BanauSsührnngen, sowie ferner den Regierung«« baumeister Adam Paul auS Darmstadt zum Bauaffeffor, diese drei gleichfalls mit Wirkung vom 1. Januar 1897, zu ernennen.
Versetzt wurden am 2. December der Pfandmeister bei dem Rentamt AiSfeld Lorenz PonS zu Alsfeld in gleicher Diensteigenschaft in den Beitreibungsbezirk Langen.
*• Postalisches. ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Verzollung der steuerpflichtigen Post« ftück e am 25. December, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr Vormittags, bei dem Großh Hauptstrueramte stattfindet.
Ausstellung im Kuustvereiu. Unter den Gemälden und Studien, die gegenwärtig unsere Kunsthalle am Brand füllen, befinden fich, nach Form und Inhalt, intereffante, den Kenner wie den Laien feffelode Stücke. Wir machen bei unseren Betrachtungen zuerst Halt vor der großen Leinwand BlumeS (München), „Opfer, des StrikeS", welche mit packender Wahrheit und doch ohne jeden häßlichen Naturalismus das Heim einer Arbeiterfamilie wiedergibt, in welche eben der Bote deS Unglücks tritt, welcher die Nachricht vom Tode deS Familienvaters zu bringen hat, deffen Bahre schon von ferne sichtbar wird, während sich auf den Gesichtern der Angehörigen erst der Ausdruck der Erwartung zeigt. Es ist eine Scene, welche der Katastrophe vorangeht. Malerisch ist daran u. A. vorzüglich die doppelte Beleuchtung. Setzen wir unsere Wanderung fort, so fühlen wir und bei dem Scholz'scheu Bilde der hl. Genoveva mächtig ge« rührt, durch die innere Wahrheit der Gestalt, die ihr Söhnchen an der Hand führt und so gar nichts von dem romantischen Aufputz an fich hat, welche die süßliche Richtung einer überwundenen Schule derartigen Legendenstoffen zu geben Pflegte. Schaarschmidts „Sommer", bei welchem dem Maler vielleicht ein Alma Tadema« Motiv vorgeschwebt haben mag, ohne daß es ihm gelang, das Vorbild zu erreichen, Deug« lers „Abschied" (Karlsruhe), Kleinschmidts (Caffel) „Frische Kinderscenen", Max Rendels (München) „Alte Leute", Agnes DoererS „Mädchen mit Gesangbuch", Schäfers (Berlin) „Unterm Weihnachtsbanm", das gerade jetzt sehr stimmungsvoll berührt rc. rc., vervollständigen die Serie Genrebilder, unter welchen wir noch dem „Liebeswerben" von Hans Koberstein, der in der modernen Kunst seinen Platz hauptsächlich durch decorative Malerei erworben hat, eine bevorzugte Stelle einräumen möchten, denn wir haben eS hier thatsächlich mit einem kleinen Meisterwerk zu thun. Dieser zottige Satyr, welcher der geliebten Nymphe etwas vortanzt, ohne sie sonderlich durch seine Künste bezaubern zu können, ift vielleicht ein Motiv, das nicht Jedem znsagen mag, aber die lichtvolle Behandlung ist für ein geübtes Ange von ungewöhnlichem Reiz. Künstler wie Eberle, Sichel, Mali sind durch ihren bestimmten Motivkreis, aus dem sie sich selten oder nie herausbewegen, den sie aber dafür auch formaltechnisch beherrschen, sofort erkennbar. Die Landschaft ist vertreten durch Gogrow („Waldwaffer"), Luise Hartmann („Thiergarten"), ^o end eck, an dessen LandschastSbildern der zarte, weiche Ton angenehm auffällt und Follmann, deffen kleines Bildchen „WaldinnereS" von intimem Reiz ist. Unter den Künstlern, welche die Ausstellung mit BlumenftÜcken beschickt haben, ragt hervor unsere heimische Malerin Frl. E. Dingeldein, Über welche wir freilich nichts Nene« sagen, wenn wir ihren vornehmen Geschmack in der Anordnung ihrer Frucht« und Blumenstücke so wie ihre Gabe, Plastisch zu malen und jedes Object in seinem eigrnthümlichen Character zu exfaffen, lobend betonen. Unsere volle Achtung verdienen auch zwei andere Damen: H. Beck (Karlsruhe), welche vortreffliche Studienköpfe, und Ilse Müller, welche gut gemalte „Paeonien" und einen „Hasen, am Küchenfenster aufgehängt", vorführt. Selbst« verständlich fei nicht vergessen, daß auch unser geschätzter Mitbürger Fritz, dem wir schon so manchen künstlerischen Genuß verdanken, gleichfalls und zwar diesmal durchs Portrait vertreten ist. In Anbetracht der großen Mühe, welche fich die Verwaltung des Kunstvereins gibt und im Hinblick auf das wirklich doch immer recht Achtbare und SehenSwerthe, daS auf diese Weise unserer Musenstadt zu« geführt wird, sollte auch das Publikum die Verpflichtung fühlen, durch zahlreichen und häufigen Besuch entsprechend dafür zu quittiren. In Kapitalkräftigen dürfte mitunter sogar der ©efrante auftauchen, daß Bilder nicht nur besehen, sondern auch gekauft werden können.
*♦ Deutscher und Oesterreichischer «lpenverein. In Er« gänzung unseres Bericht« in voriger Nummer theilen wir nachstehend noch daS Vortrags Programm für die kam- menden MovatSfitzungen mit. ES werden folgende Herren Vorträge halten: Fabrikant A. Bock, Wanderfahrten tu der Schweiz und in Tirol- Professor Dr. Brauns, Uebet die Bildung der Gletscher; Privatdocent Dr. Dieterich, Anleitung zu volkskundlichen Forschungen- Professor Dr. ElbS, DaS Klima der Alpen- Realgymnasiallehrer Dr. Erb, Die Entstehung der Kalkhöhlen (Tropfsteinhöhlen)- Privatdocent Dr. Finger, AuS dem Tödigebiet- Professor Dr. Hansen, Heber die Flora der Alpen- Kaufmann Th. Hau dach, Fahrt nach Spitzbergen- Realgymnafiallehrer Hedderich, Touren in den Centralkarpaten, Erlebnisse und Beobachtungen im Ungarnland- Dr. med. Markwald, Hochtouren im Zillerthal und in den Dolomiten; LehramtSasseffor Dr. Neh- Ling, Fluchthorn und Tnrwieserspitze- Prof. Dr. Sommer, Wandervilder au« Italien. Wie bisher, findet auch fernerhin an jedem ersten Donnerstag im Monat officielle Sitzung mit Vortrag, an den übrigen Donnerstagen gemüthliche Zu« sammenkunft der Mitglieder im Vereinslocal statt. Dieses befindet sich von jetzt ab in den schönen Räumen de« Neubaues des Case Ebel (C. Balzer), Burggraben 9. Ferner finden monatlich Ausflüge statt, die so bemessen sind, daß sie ohne große Anstrengung auSgesührt werden können. Wir machen schon jetzt darauf aufmerksam, daß der Verein seine
Thaf'gkeit im neuen Jahre Donner-tog den 7. Januar mffr dem Vortrag deS Herrn Realgymnafiallehrer Hedderich, Touren in den CentralkarPaten, Erlebnisse und B odachtungen im Ungarnland, beginnen wird (Anfang: 9 Uhr pünktlich^ Local: Cafö Balzer). Am darauffolgenden Sonntag des 10. Januar wird der Ausflug auf den DünSberg stattfindeo (Abmarsch 8 Uhr Morgers von der Lahnbrücke).
•• Der erste WeihnachtStag ist von jeher für jede« gefühlvolle Menschenherz ein Tag frommer Erbauung. Nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen beschäftigen fich darum an dem frohen Feste in ihren Gedanken und ihrem Sehnen mit dem göttlichen Kinde tm lockigen Haar, an dessen Krippe daS hochheilige Paar Wache hält. Diesem berechtigten Gefühle Rechnung tragend, wird auch diese- Jahr wieder von Mitgliedern der hiesigen katholischen Gemeinde ein biblische« Schauspiel aufgeführt werden, welches das hehre Festgeheimniß zum Gegenstand der Handlung hat. Das sünfactige Weih- nachtSspiel „Licht vom Lichte", daS am ersten We'hnachtS- tage, Nachmittags 5 Uhr, in Stein- Garten zur Aufführung kommen soll, schildert die Berufung der Heiden, die Hoffnung Israels, die Erwartung der Völker, Verkündigung und Anbetung. Namentlich wird das Schlußbild, in welchem die etwa 70 spielenden Personen sämmtlich ihre Anbetung dem Weltenheilande darbringen, einen unauslöschlichen Eindruek in den Herzen der Zuschauer hinterlassen. Wenn wir noch hiuzusügen, daß der Kirchenchor wieder den gesanglichen Theil übernommen hat und u. A. die Weihnachtsmotette von Haller, dem Me'ster klassischer Kirchenmusik, zum Vortrag bringen wird, und daß fast sämmtliche Costüme eigens für daS Spiel hergestellt wurden, theilweise nach Entwürfen deS bekannten Malers Schmalz!, so werden wir nicht fehlgehen, wenn wir den Spielenden zu Gunsten der hiesigen barmherzigen Schwestern einen vollen Erfolg Voraussagen. Da jedenfalls auch diefe- Jahr wieder, wie schon jahrelang, der Saal bis auf den letzten Platz besetzt sein wird, so weisen wir die Leser darauf hin, daß schon von Dienstag an in den Geschäften von Holtexhoff und Teipel Eintrittskarten auSgegeben werden. Preise: erster Platz (nummerirt) 1 Mk., zweiter Platz 50 Pf., dritter Platz 25 Pf.
Lustbarkeiten. ES sei an dieser Stelle darauf hin« gewiesen, daß nach unserer hessischen Gesetzgebung sowohl am Bescheerabend als auch am ersten Weihnachtsfeiertag alle öffentlichen Lustbarkeiten gänzlich untersagt find. E« handelt fich hiernach nicht nur um Festlichkeiten, die Seiteoder Wirthe, sondern auch um solche, die von Vereinen in dem Falle veranstaltet werden, da auch andere al« dem betreffenden Verein angehörige Personen Zutritt haben. Oeffent- lichkeit ist immer vorhanden, wenn ein Eintritt«geld erhoben oder wenn von dem Unternehmer auf andere Weise ei» Bortheil erzielt wird.
** Bor falschen Zwanzigmarkscheinen wird gewarnt. DaS Papier ist glatt und gelblich - weiß, der Aufdruck „Zwanzig Mark" auf der Rückseite ist hellroth, statt braun- roth, es fehlen die Wafferzeichen und die Fasern. Die Ge- fichtSzüge der beiden Knaben find verzerrt und die Straf« androhung ist in dünner unregelmäßiger Schrift gegeben.
•• Einstellung Einjahrig-Freiwilliger. Da- Armee-Ver- ordnungsblatt veröffentlicht eine Ueberficht derjenigen Truppen- theile, welche am 1. April 1897 Einjährig-Frei- willige einstellen dürfen. Die» find für den Bezirk des 11. Armee CorpS da« 1. Hess. Mif. Regt. Nr. 81 zu Frankfurt a. M., daS 3. Hess. Jnf.Regt. Nr. 83 zu Kassel, daS 3. Bataillon de« 5. Thür. Jnf.-Regt«. Nr. 94 zu Jena, das 1. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 115 zu Darmstadt und da« 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 116 zu Gießen.
* Uebet die Tragfähigkeit des Eise« find vielfach gan- irrige Vorstellungen verbreitet, au« denen nicht selten tobt« bringende Unfälle hervorgehen. So gibt e« Waghalsige, welche da« Eis schon betreten, wenn eS erst 2 bis 3 Lenti« metcr dick ist, während eS erst bei einer Stärke von 4 Lenti- meter einzelne Personen, aber keine Anhäufung von solchen sicher zu tragen im Srande ist. Hat eS eine Stärke von 8 Zentimeter erreicht, so mag man sich ihm sorglos anver- trauen, und bei einer Stärke von 12 Zentimeter können e« selbst leichte Wagen befahren. Wenn die Dicke de« Eise« 35 Zentimeter Überschreitet, so vermag e« selbst die größte» Lasten zu tragen, aber nur bet Froftwetter. DaS Eintreten von Thauwetter löst das EiS so rasch, daß selbst tragfähigeS EiS nicht ohne Gefahr betreten werden kann.
-H Nidda, 20. December. Gestern Nachmittag verendete im städtischen Faselstalle ein werthvoller Bulle, wodurch der Gemeinde em bedeutender Schaden erwachsen ist. — Nächsten Dienstag Nachmittag findet im Saale de» Gast- Hauses „Zur Traube" dahier eine Ehrist besch eerung für die Kleinkinderschule statt. — Am 2. Weihnachtsfeiertag veranstaltet die Turngemeinde eine Abendunterhaitung
mit Christbaumoerloosung.
L. Leidhecken, 20. December. Unsere Schüler haben seit 14 Tagen Ferien. Der Lehrer ist, wie Ihnen damals berichtet wurde, nicht in den Tod gegangen, sondern nach Amerika auSgewandert. Da« hätte er aber gar nicht nöthtg gehabt, wie durch eine Untersuchung von Seiten der Staatsanwaltschaft festgestellt worden ist. Die "ersten Leute hier sehen jetzt ein, daß der Schullehrer nur durch gehässige Hetzereien fortgetrieben wurde. Besonder« soll ein Manu- au« Burggräsenrode förmliche Erpressung-Versuche an dem Lehrer auflgeübt haben. Seine Familie beabsichtigt, ih« später nach Amerika zu folgen.
K Reichelsheim L d. W., 20. December. «uf unserem neuen Bahnhof g ebände tst nun auch der DachstM ausgerichtet worden und die Eindcckung soll al-bald in griff genommen werden. — Unsere Molkerei ha sechs Jahren ihr Anlagecapital getilgt, ein Beweis dafllr, daß das Geschäft blüht und gut verwaltet worden tsi. Während die umliegenden Gebirge deutliche Schmeern ff zeigen, liegt er bei uns kaum einen Zoll hoch. Dabei M e- ganz milde. - Die Rehjagden geben auch bei
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