Ausgabe 
18.6.1896 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Donnerstag den 18. Juni

Zweites Blatt

1806

W. 141

Aints- und 2lnzeigeblutt für den lircis Gietzen.

Mi:

Hratisbeikage: Gießener Aamilienötätter

Iiirihm« von Anzeigen zu der Nachmittags für de» Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

Nedactton, <Expfbiti®» und Druckerei:

Z«s»rNraheNr.7.

Fernsprecher 61.

(rrr «Kietz en er

in iric»er4(tet II" i dem Anzeiger IlH-iT Üd) dreimal leigrlrgt.

viertelfähriger Asa»»tment5»rei> i 2 Mark 90 Pfg. mit VringeNodil. Durch die Post deroge» 2 Mark 50 Pfg.

Ter

«tzOemer Amzeiger l ull täglich, i 1 liSnohme des Montags.

^bet das

All: Rnnoncen-Lureaux de» In» und Auslandes nehme» Anzeigen für denLietzener Anzeiger" entgegen.

-SSE

Gießener Anzeiger

Kenerat-Wnzeiger.

3*'w o

lttb debilen.

irchksh Garten

Ning Sui, homas Sei, <>f kapelltnj lL,im ^orvirkir v M. 1.-.

der Verkaufsstelle. -

Curnve:

! diesjährige 28. und 29. > vgeu statt.

Liste zum Ginmk r liegt m unferer ia fahrt: Samstag r 5 Uhr 9 Min., eit ttags 8 Uhr 14 K

Fahrpreis-En zahlreiche Setheili: __________$t des Kaz

idingen ,d 29. Juni 1 gramm:

Feuilleton.

IRib als der Großvater die Großmutter nahm.

Von M. Efcherich.

(1- Fortsetzung.)

Fitzt schlägt fie dem Untenstehenden mit dem Fächer Ii 4ty tuf die Schulter.

,?Pourquoi ei triste ? Sie find ein hübscher Junge, n di! nittch potzigeS Costume; eia ganzer Narr, comme il f &H1 Nicht wahr, Marquis?"

Sie lachte hell auf. Der Marquis neigte sich noch nicht W ihr.

.Wie herzlos ®*r spotten können! Das hätte ich b lOkfin «schönen Lippen n,cht zugetraut. Ich fürchte mich fast txion^knen."

^O, Sie haben nichts zu fürchten. Oder war ich je« nnull 'trj)on böse gegen Siek"

Lie blauen Augen blicken zärtlich in die seinen, nun siWnt er ihr hastige Worte in- Ohr- fie senkt das hoch- s iichieiKöpfchen, der KieS knistert unter den leichten Schritten, ninitltin fie schon längst meinen Augen entschwunden sind.

Aber noch zwei andere Augen sehen dem jungea Paare u illij: Der junge Mann im Narrencostüm blickt starr auf den rs<k, ifctt in den Park führt, als wolle er die Eindrücke z ilkltn, die ihr Fuß in den feinen KteSstaub gedrückt. Jetzt z Wie- eine welke roihe Rose aus der Brusttasche und wirft ft ifii qüI die Erde. Ein Aufschrei, halb wildes Lachen, halb CMchzen .... dann plötzlich schlägt der Mann wie in b Wg i'uffwallender Bewegung die Hände vorS Geficht und toedu ...

Hub ferner und ferner verklingt die rauschende Tanz- n mfl, «wie grauer Nebelflor finkt eS herab, alles verhüllend, d ml ^erleuchtete Schloß, den dunklen Park, die weihen $ Btjt, übte einsame Gestalt. Dichter und dichter senken fich d bi Dülken vom Himmel- daS seltsame Bild, daS fich vor xr «tmirotlt, ist verschwunden.

Los meinen Augenlidern liegt es wie Blei- endlich

lüftet fich die Wolkenwand ein rosiger Schein bricht hindurch mir ist, als wären Tage vergangen jetzt reißt der Nebelflor.

Da steht eS wieder, daS alte gräfl che Schloß- aber kein Licht schimmert aus den Fenstern, aus der halb offenen Balkonthüre. ES ist Morgen. Lachender, freudiger Sonnen­schein. Er liegt auf den dunklen Bäumen, auf den in ächt französisch pedantischem Geschmack zugeschntttenen ToxuShecken, aus den naffen Wiesen, auf dem jungen Paare, das inmitten dieses Rahmens steht. Er spiegelt fich wieder in den blanken Fensterscheiben, in den thaufeuchten Gräsern und Blättern und in den strahlenden Augenpaaren der beiden schönen Menschen.

Hortense," flüsterte der junge Mann leise.

Mon eher ami! Mon Fredi! erwiderte fie in gleichem Tone.

Frühling, Sonnenschein, süße, erste Liebe!

Hortense liegt in FrederikS Armen und lächelt ihn glücklich an.

Wo ist der ernste Mann, der dort lehnte am Fuß der Treppe? Wo die Tanzmusik? Verschwunden, verrauscht.

Auch fie hat ihn vergeffen, sie fieht nur die lebens­lustigen Äugen de» Geliebten, dessen heiteres, übermüthigeS Wesen ihr warmes Herz gefangen genommen. Sie kosen und kichern miteinander wie gedankenlose Kinder. Endlich sagte sie:Aber Fredi, nun mußt Du zu Papa gehen und um meine Hand bitten!"

Freilich thu ich daS," erwiderte er lachend,ich war ja schon immer sein Liebling. Ich kann mir wohl denken, daß er mich nicht abweift "

Und nicht wahr, Fredi, wenn ich Deine Frau bin, so hast Du mich lieb wie jetzt, und wenn ich hundert Jahre Deine Frau bliebe!"

Er lacht fröhlich auf.

Aber meine süße, kleine Hortense, wie kannst Du zweifeln? Ich schwöre Dir," dabei läßt er fich auf rin Knie nieder,bei Deinen Augen, die nie weinrn können Liebe und Treue bis in den Tod!"

Fredi!"

Er springt auf und hält fie schon wieder in seinen Armen.

Nun, bist Du jetzt zufrieden?"

Ei freilich, aber" sie wird plötzlich ernsthaft, warum sagst Du, bet meinen Augen, die nie weinen könnten?"

Et nun, weil daS eine reine Unmöglichkeit ist. Glaube mir, ich verstehe wich sehr gut auf Augen. So lange fie so hell und klar sind, haben fie noch nicht geweint und wenn Du einmal mein eigen bist, dann gibt- überhaupt keinen Grund mehr zu Thränen."

Sie blickt ihn groß an.

Kein Mensch weiß, waS die Zukunft bringt. Meine Augen könnten doch einmal weinen und dann wärest Du Deines SchwureS ledig."

Er verzopft ärgerlich einen KaktuSzweig, endlich wirft er ihn fort.

Jetzt hör mir auf mit den tollen Einwänden. Ueb« rigens, da wir beide doch nichts von Schluchzen und Flennen verstehen, so muß ich wohl zu Deinen schönen Augen schwören, oder scheint Dir daS auch undauerhast?"

Dagegen läßt sich freilich nichts einwenden."

Sie droht ihm nur schalkhaft mit dem Finger- er aber zieht die kleine Hand an seine Lippen und küßt sie.

Und jetzt sührst Du mich zu Papa und stellst ihm seinen neuen Sohn vor."

Ja meinen Fredi!"

Noch einmal senken sich die trunkenen Blicke ineinander Frühling, Sonnenschein, süße, erste Liebe!

---dann . . . dann finken graue Wolken

vom Himmel, immer dichter, immer dunkler, alles verhülleud.

Lange Zeit vergeht, mir ist, als wäre e- ein halbes Jahr. Dann plötzlich reißen die Wolken.

(Fortsetzung folgt.)

Nachmittags 1 L itilun-, kooceri, Nachmittag?: tW«" rt, Tanz.

Brillantfeuer» merkte J. Sturm, des ssestplaM Itttt raptklt WO irg avSgesührt.___

0000003: i* litte mm. S«br nWf \

Fr. IW*

mitt,

Mittag den 22. Juni, Nachmittags 3 Ubr, sc M-i dem hiesigen Ortsgericht die 18Ä Nr. 581» ioo 463 qm zwischen dem Wäldchen und dem Schieß, hauS lWirthschaft zur »Wilhelms- höhe" an der Licherftraße) fiteelUifl meistbietend unter den bet d, «mkchfteigerung bekannt gemacht wer d, NU! Isehr günstigen Zahlungsbedtng« u Bar. versteigert werden

fchem, den 6. Juni 1896.

Ssroßh. OrtSgericht Gießen.

I. A.: »ogt. 52^9

Zu verkaufen.

ttafchenbiere

8h Artienbrauerrt Gießen enieiililt in stet» frischer Füllung

Carl Germann,

41181' _______Wolkenqaffe 13.

Stellfisch u. Cabliau,

fla prallt irisch, imRebfloÄ*. 1^5 1

Umut.'

!t i nehme 1 Liter Weingeist, IV« Liter ® »5,, füge für 75 Pfg Rellinghoff's G Essenz hintu, so erhält man 2* ickrrr Cognac, wclcher der chemischen Z ickranensetzung nach dem echten gleich Mittel ihm an Geschmack und Bekömm- li i nicht nachsteht Mellinghost'4 Wchuee-Sstenz ist echt nur in Original­st« ta.*a ; zu 75 Pf«, mit dem NamenSzuge de < r-stellerS, l>r. A. W. Melling hi eil:: Mülheim an der »nur. In «Hiim i zu haben in den Drogerien von VÜtveckchass und Emil Alschbach I

Prima Aepfeltvein

frisch vom stzatz.

ReNttturation Mühleissen, Brandgasse S.5526

Von jetzt ab bringen wir neben unseren anderen Bieren auch ^Porter

in Flaschen zum Ver­kauf und empfehlen dies Bier als ein Ge­nuß- und StärkungS«

Dienen schwärme verkauft Otto Schmidt, 5320 SelterSweg 67.

Ein Wort an Alle, die Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Polnisch, Russisch oder Böhmisch wirklich sprechen lernen wollen.

Gratis und franco zu beziehen durch die

KoHeHthalscheVerlagshandlg. in Leipzig.

56611 Zwei frischmelkende Ziegen und zwei Lämmer zu verkaufen.

RahrnngSberg 7«

mittel ersten Ranges. Hat wenigAlcohol, da« gegen hohen Malz- extract - Gehalt, fördert die Ernährung des Körpers und be­kommt gut.

In Original Porter« flaschen, a Flasche 25 Pfg. Jedes Quantum frei in's Haus. 4649

Gebr. Röhrle.^c

Erportbier - ßrautrri,'^®

Gießen.

5479) Famtlienlogis mit allem Zu­behör, Lagerhaus, ein Stückchen Garten- antheil, mit Bleichplatz zu vermiethen und bis 1. August beziehbar.

_______Shristtan LSber I. Wwe.

139] In meinem Haufe Gcke de» Damm« n. Steinstraße, nächst der Nordanlage, ist der zweite Stock mit > Zimmern, allen Bequemlichkeiten und Gartenantheil per sofort zu vermiethen.

Andr. Snler, Steinstr. 11, u

725] Der mittlere Stock meines HauseS, 5 Zimmer, Badezimmer und alles Zu­behör, per sofort zu vermiethen.

Gmil «albsteisch, Licherftraße 1.

Lchwarzwälder 5rirchwasser, Ast. Cognac.

Restanration Mühleissen,

5525 Brandgasse 3.______

I Wie neu wirb Jeder I mit vechtel'S Salmiak «Sall« I Seife gewaschene Stoff jeden Ge- I webes u. Farbe, vorrätb- in 1 Pid - qßacf. ju 41'4, bei Beoaer &, Krumm. |

1258] Bleichstratze 11: Fünf Zimmer nebst Zubehör zu vermiethen.

Näheres Bleichstratze 1«, part.

3440] Fünf Zimmer mit allem Zu­behör und drei Zimmer mit allem Zu­behör Ltcherstratze 6 zu vermiethen. _____________Näheres Licherllratze 5.

4857] Ein hübsches MansardenlogiS, 3 Zimmer mit 2 Cabinets, Küche und allem Zubehör, auf Wunsch auch Garten­antheil, sofort zu vermiethen.

Arankfnrterstratze 68.

3532] Schöne Wohnung im ersten Stock (3 Zimmer mit allem Zubehör) wegzugshalber per 1. Juli zu vermiethen.

Gg. »rast, Wetzsteinstroße 42.

4294| »ahnhofstr. 51, II: Zwei biS drei schöne Zimmer an einzelne Dame oder Herrn per 1. August zu vermiethen. ___________________«ngnst Roll.

4199] Eine Familienwohnung, 4 Zim- mer mit allem Zubehör, zu vermiethen. __»sterweg 6.

4549] Schöne Wohnung, 4 Zimmer mit allem Zubehör, zu vermiethen.

Näheres Bahnhof kratze 2, 1.

4675] Wohnung von 4 Zimmern, Bade­zimmer und sonstigem Zubehör bis zum 1. Juli zu vermiethen. Löberstratze 8.

5090] Ein kleines Logis von 3 Zim­mern, Küche io, per sofort an ruhige Leute zu vermiethen Marktplatz 9.

5233) Ein kleines Logt« von 3 Zimmern, Küche rc. sofort zu vermiethen- ________Sonnenstraße 8, II.

5234] Zwei Mansirdenztmmer zu oer- miethen. L. -tzeidsl, Sonnenftraße 3.

5293] Der mittlere oder obere Stock meines HauseS, Sirchenplatz 21, ist zu vermiethen, event. getheilt.

__________«. Wallenfels Wwe.

6528] 2. Stock, 4 Z., Corr- n. Zub., zu veem- Wolfstratz« 10, Ecke Grünbgrstr.

5527] Sonnenstratze 26 ist der zweite Stock, bestehend aus 2 Zimmern nebst Zubehör, per 1. Juli 1896 ab zu ver- mtethen- Näheres bei der

Bürgermeisterei, Zimmer Nr-15.

3702] Der dritte Stock meines neuen HauseS, Steinstratze 17, 5 Zimmer mit allem Zubehör, ist alsbald anderweit zu ocrmieiben. ttndr. Enler,

Steinstraße 11, II-

^5555] Wallthorstratz« 21 Hinterbaus zweiter Stock, Wohnung, 3 Zim-, Küche rc-, 15. Juli oder 1. Aug zu oerm. Pr. 14 JL

4909] LogiS, 5 Zimmer mit Zubehör sowie Gartenantheil, zu vermiethen.

Näheres LudwtgSplatz IS, pari.

5245] Weserstratze 8, nächst der Nord­anlage, ist der untere Stock mit 6 ger. Zimmern und allem Zubehör zu ver- mietb-n. Näheres daselbst und bei

LoniS Hellmold, Steinstraße 31.

5459] Ein Familienlogis zu vermiethen. __Dawwstratze 19,

5181) Freundliche Wohnung im Hinter­hause (4 Zimmer nebst Küche) per sofort an ruhige Leute zu vermiethen.

___________________Vletchllratz« 24.

5169] Schöne, freundl. Wohnung von 4 Zimmern per 1. Juli, ev. auch später, zu vermiethen. Näheres ______________Conditorei Hettlrr.

4940j Grünbergerstratze 82, III: Wohnung, 5 Zimmer mit allem Zubehör, per sofort oder auch später zu beziehen; auch kann auf Wunsch Stallung dazu gegeben werden.________________________

3497] Eine Wohnung, bestehend auS vier Zimmern nebst allem Zubehör, per Mitte Juli zu vermiethen.

_______Näheres »ahnhofstratze 18.

430o] Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen_______MLnSbnrg 7»

4805] Schön möbl Zimmer zu oer- miethen. syrankfnrserstratze 98.

4994] Ein schönes, möblirteS Zimmer billigst zu vermiethen Seltersweg 6.

5465] Ein möblirtes Zimmer zu ver» mietben.____________Tiefenweg 17.

5559] Zwei flut rnSvltrte, inetn andergehende zimmer, mit separ. Eingang, zum 1. «ugust zu ver« miethen. »iSmarckstratze 22, II.

5284) Einf. mövl., frvl. Zimmer im Hinterhaus zu vermiethen.

L.oni« E.ony, »adnhofstr. 27.

4522] Schöne Zimmer, möbl. oder un- möbl., zu oerm- SelterSweg 68, 9ibhs.

mit oder ohne Logis zu

«UPClt vermiethen. 4230

A Rothenberger. Lindenplatz 8.

mit Wohnung per sof.zu v. **1 bauen M. Vogt Wwe., Galltborstr.8.

4*931 Stallung, Boden, Burschen- stube zu vermiethen.

Carl Stohr L., Ludwigsplatz 5.

Mieth-Gesuche.

4012] In gesunder, freier Lage hübsche Wohnung, 3-4 Zimmer lWafferlettg ), aus 1. Anli erwünscht. Offerten unter Z. 3. 4 erbeten an die Exped. d. Bl.