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Der fr*t**T Z-zei-er gchemt täglich, i Äuinabme bei Montags.
U-ie Gießener )ie lfte*efälftr r$«n dem Anzeiger B«a1lich dreimal
brigefejL
Erstes Blatt.
DomicrStag den 18 Juni 1806
Gießener Anzeiger
Kmeral-Anzeiger.
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Durch die Post bezog«» 2 Mark 50 Pfg.
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Zlnrts- und Anzeigeblutt für den Tkreis Gietzen.
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Hratisöeitage: chießener Zamitienötätter
Amtlicher Tbeil.
Gießen, den 15. Juni 1896.
! 8||ti : Die Ausführung deS ReichSgesetzeS vom 22. Juni 1889 über die Invalidität-- und Altersversicherung, ins- besondere die Ausstellung von KrankheilSbescheioig- ungen.
r»t> Grotzherzogliche KreiSamt Metze« ««die Vorstände der kranken- und Hülfskassen des Kreises Gießen.
Nachstehendes AuSschretben Großh. Ministeriums des i^toi' und der Justiz bringen wir mit dem Ansügen zu , Der ikkenntniß, daß x?tr Sie vorkommenden Falls mit den : uni ^ stehenden Zwangsmitteln (Geldstrafe bis zu 100 Mk.) i» yt Tj füllung Ihrer unten bezeichneten Verbindlichkeit an* E jjiiltn! werden.
v. Gagern.
'Je ad) § 17 Abf. 2 des rubr. Gesetzes werden solchen W°v>tn, welche, nachdem fie nicht lediglich vorübergehend * »km)die BerstcherungSpflicht begründendes ArbeitSverhältniß e tifiistten waren, wegen bescheinigter, mit Erwerbsunfähigkeit t '«chiMener Krankheit für die Dauer von sieben oder mehr c mtmcnber folgenden Tagen verhindert gewesen siad, dieses SWattniß fortzufetzen, diese Zetten als Beitragszeiten in S iLktchrmng gebracht, ohne daß hierfür Beiträge zu entrichten s ifli). -Zum Nachweis einer Krankheit genügt eine Bescheint- g izug h'kS Vorstandes derjenigen Krankenkasie (§ 135) bezw. d 'chotiqen eingeschriebenen oder auf Grund landesrechtlicher SWriiften errichteten HülfSkasfe, welcher der Versicherte a inyf)i5nrt hat (§ 18 I. u. A. B. G.).
$» ist zu unserer Kenntniß gekommen, daß manche $ Ajen, namentlich freie Hülfskassen, den Erkrankten die k KirktvritSbescheintgung auf erstmalige-Verlangen nicht sofort a iiu^tL- ttn, so daß hierdurch die Aufrechnung der QuittungS* k dmkn iverzögert wurde und für die Betheiligten häufig Wett- liWgbrtten und prcuntäre Nachtheile entstanden. Um solchen IBifoiBinntffen vorzubeugen, bestimmen wir hiermit, daß die BBißibsde der in Betracht kommenden Krankenkaffcn (§ 135 NViE.st bezw. derjenigen eingeschriebenen oder auf Grund l, echtlicher Vorschriften errichteten HtlfSkassen, welchen d in 8«rsicherte angehört, die vorgeschrtebenen KrankheitS- b iktütingungen bei der Gesundmeldung des Kranken sofort «lÜMllen und den Versicherten einzuhändtgen haben.
Gießen, den 16. Juni 1896. BBnoffeud: Die Vertilgung der Blutlaus.
=1:3 Großherzogliche Kreisamt Gießen
• tebiit Großh. Bürgermeistereien deS tdreises.
d iejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung u nfnti' Verfügung vom 2. Mai d. I. — Gießener Anzeiger 91111C05 — im Rückstände sind, werden hieran mit Frist v m i«rti Tagen erinnert.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
betreffend: die Maul« und Klauenseuche.
3li Aßlar (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauen- seal: urloschen und ist die GehöftS- und Gemarkungssperre mach -den.
Stteßen, den 16. Juni 1896.
Großherzogliches KreiSamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
betr. Rothlaufseuche.
z>a Berghausen (Kreis Wetzlar) ist die Rothlaufseuche erck-irm.
Stteßen, den 16. Juni 1896.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Deutscher Reichstag.
106. Sitzung. Dienstag, den 16. Juni 1896.
Irn BundeSrathStische! Staatssecretäre Gras PosadowSkt m»!i !Ftephan, KrtegSmtntftcr Bronsart v. Schellendorf.
One zweite Beralhung de« NachtragSetatS wird fortgesetzt dv id» ! Forderungen sür die Militärverwaltung.
Dlit erste Rate für einen Kasernen-Neubau in Itzehoe wird dem S^^Ii'ionSantrag mtsprechend gestrichen, die erste Rate für einen Älhtio iin Wiesbaden, deren Streichung die Commission gleichfalls be «nig.it, dagegen auf Antrag deS Abg. Dr. Lieber (Str.) gegen
freisinnige DolkSpaitei, Soctaldemokralen, Antisemiten, sowie eines großen ThetlS deS Centruws bewilligt.
Eine wettere kurze Erörterung veranlaßt die Forderung für eine Kaserne in St. Avold, welche von der Sommtsfion bewilligt worden ist.
Unter Heiterkeit des Hause« tritt Abg. SolbuS, ohne da« zu feinem Wahlkreise gehörige St. Avold kränken zu wollen, gleichzeitig für das ebenfalls in seinem Wahlkreise lieaenbe Forbach ein Beide Orte hätten ihn gebeten, für ihre Interessen einzutreten und ihnen die Dortheile des zu errichtenden neuen Kasernements zuzuwenden.
Die Forderung für St. Avold wird genehmigt.
Für Kasernements beim württembergischen Kontingent sind 600000 Mk. auSgeworsen.
Abg. Rembold (Str.) beantragt, nur 360000 Mk. zu bewilligen, zteht aber seinen Antrag wieder zurück, nachdem Württemb. Bevollmächtigter v. Gorton und Abg. Dr. Lieber (Str.) dagegen gesprochen.
Die übrigen Forderungen für HeereSzwecke werden debatteloS genehmigt, ebenso die NachiragSsorderung sür die Marine (für ein «esselprobirhaus in WilheimShaoen) und die Nachträge zum Postetat (neue« Sabel nach England) und zum Etat der Reichsbahnen (für eine BahnhosSerweiterung).
Aus Antrag Leipziger, Lieber, Paasche wird dann noch zu dem den 'Nachtragsetat begleitenden Snleihegesetz die Bestimmung deschloffen, daß von der Anleiheermächtigung nur insoweit Gebrauch iu machen ist, alS der BedarsSbetrag nicht durch Mehrerträge bei den regelmäßigen Einnahmen de« Reichs feine Deckung findet.
Der zweite Stachiragsetat, durch den zu Versuchen tm Bereiche deS Artilleriewesenö 40000 Mk. gefordert werden, wird in erster und zweiter Lefung genehmigt.
Die Militärvorlage wird debatteloS in dritter Lesung angenommen.
Aus der Tagesordnung stehen dann noch 40 Petitionsberichte.
Bei einer Anzahl Petitionen, betr. den Befähigungsnachweis für das Baugewerbe, beantragt die Commission Ueberweisung an den Reichskanzler als Material, Abg. Fischbeck (frf. 93p.) dagegen Uebergong zur Tagesordnung.
Abg. Benoit (frf. 93g.) schließt sich letzterem Anträge an. Er selbst sei jahrelang Mitglied von Piüsungscommissionen gewesen und habe hinlänglich die Erfahrung gemacht, daß der Befähigungsnachweis nicht« nützen würde.
Abg. Jacobskötter (conf.) tritt dieser Auffassung kurz entgegen.
Nunmehr verkündet Präsident Schmidt in demselben Moment, da sich noch der Abg. Fischbeck zum Worte meldet, den Schluß der DiScussion.
Abg. Fischbeck bezweifelt vor der Abstimmung über die vorliegenden Anträge die Beschlußfähigkeit des Hauses.
Abg. v. Bennigsen: Da der Abg. Fischbeck alS Antragsteller nicht zu Wort gekommen ist, so beantrage ich Absetzung des Gegenstandes. Ich denke, damit wird sich auch der Abg. Fischbeck zufrieden geben.
Abg. Fischbeck bleibt bet seinem Zweifel an der Beschlußfähigkeit des Haufe«.
Die dadurch nothwendig gewordene Zählung ergibt al« anwesend 176 Mitglieder, daS Hau« ist also beschlußunfähig.
Präsident Schmidt beraumt die nächste Sitzung auf morgen 11 Uhr. I-suiten-Jnterpellation Hompesch; VereinSgesetz-Anträge; Schutztruppenaefeh usw.
Schluß 5 Uhr.
Deutsches Reich.
Berlin, 15. Juni. In einem Interview, welches heute Vormittag ein Mitglied der Redaction der „Post" mit dem Dicekönig Li-Hung-Tfchang hatte, erklärte derselbe u. A., er könne sich dem nicht verschließen, daß bei Beginn des chinesisch japanischen Krieges die deutsche Preffe für Japan Partei ergriffen habe. Dies sei aber leicht zu verstehen. Deutschland fei nicht genügend über China und chinesische Derhältniffe unterrichtet gewesen, was zum großen Theil auch daran gelegen, daß China in Berlin keinen geeigneten Vertreter gehabt, der den übertriebenen Nachrichten über japanische Siege und Erfolge hätte entgegentreten können, während der japanische Gesandte, Vicomte Aoki, sich keine Gelegenheit habe entgehen laffen, direct und indirect die öffentliche Meinung weiter für Japan zu gewinnen. Er, der Vicekönig, sei von der Haltung der deutschen Preffe umsomehr überrascht gewesen, als Japans Auftreten gegen China durchaus nicht ritterlich gewesen sei. Japan habe China stets seiner Freundschaft versichert, und China habe nicht geglaubt, daß eS eines Tages von Japan überfallen werden würde. ES fei daher auch nicht gerüstet gewesen. Im andern Falle würde Japan niemals als Sieger ans dem Kampfe hervorgegangen fein, so wenig wie es in Zukunft im Stande sein werde, wieder ähnliche Vortheile über China zu erringen. DeS Weiteren betonte Li-hnng-tschang, daß beabsichtigt sei, in Berlin eine besondere Vertretung China- zu unterhalten, lieber den Zweck seines Aufenthaltes in Deutschland sprach sich der Dicekönig dahin auS, daß er die großen industriellen Werke Deutschlands auS eigener Anschauung kennen zu lernen wünsche.
Berlin, 15. Juni. Am Mittwoch steht, wie verlautet, bei Festsetzung der Tagesordnung für Donnerstag (zweite Lesung des Bürgerlichen Gesetzbuchs) eine scharfe Geschäfts- ordnungSdebatte bevor. Besonders soll die deutsch» soziale Resormpartei entschieden Einspruch dagegen erheben,
das Bürgerliche Gesetzbuch überhaupt vor der Vertagung zu berathen.
Köln a. Rh., 15. Juni. Zum Besuche Li-Hung- TfchangS am Berliner Hofe schreibt die „Köln. Ztg.", anscheinend officiöS inspirirt, eS hätte nahe gelegen, daß auch der Kaiser von Japan die Gelegenheit der Moskauer Krönung benutzt und den gleichzeitig mit Li-hung-tschang in Berlin anwesenden Marschall Uamagata mit einer außerordentlichen Sendung an den deutschen Kaiser beauftragt hatte. Die politischen Gründe, welche die japanische Regierung hiervon abgehalten hätten, seien bekannt. Aber eS sei auffällig, daß der Marschall jene deutschen Offiziere, mit denen er durch Freundschaft und Dankbarkeit verbunden sei, nicht ausgesucht, oder eS streng vermieden habe, einzelnen Besuchen einen amtlichen Character oder eine politische Bedeutung beizulegen. ES sei möglich, daß der Prinz Tuahimi mit einem Auftrag an den deutschen Kaiser betraut sei, was aber die Bedeutung der Thatsache nicht abschwächen würde, daß der eigentliche Vertreter der japanischen Regierung, Uamagata, der zu wichtigen Verhandlungen mit Ruß- land bevollmächtigt gewesen sei, in Berlin durchreiste, ohne in amtlichen Verkehr mit den leitenden deutschen Staatsmännern zu treten.
Ausland.
Wien, 15. Juni. Der „Wiener Allg. Ztg." zufolge erhielt Baron Albert Rothschild aus Budapest einen Brief, in welchem unter Androhung deS Todes 1 20000 Gulden gefordert werden. Die polizeilichen Recherchen haben ergeben, daß der Brief von dem Infanteristen des 32. Regiments Carl Benedek und einem Einjährig-Freiwilligen abgesendet war. Die Untersuchung ist eingeleitet.
Wien, 15. Juni. Um 23. oder 24, August wird der Kaiser von Rußland hier eintreffen. Deshalb unterbrechen särnrntliche österreichische und ungarische Minister ihre Sommerferien, um an den Empfangsfeierlichkeiten theilnehmen zu können.
Pest, 15. Juni. Heute Vormittag wurde im Prunk- faale des neuen Stadthauses der dritte internationale Preßcongreß eröffnet, zu dem etwa 400 Delegiere au- allen Ländern eingetroffen find. Der Präsident des ungarischen Journalistenvereins, Ra kost, und der Oberbürgermeister Rath hielten Begrüßungsansprachen. Singer Wien brachte da- Hoch auf den König von Ungarn auS. Danach theilte der Vorsitzende mit, daß da- Episkopat fein Bedauern ausgesprochen habe, daß seine Mitglieder am Erscheinen verhindert seien- eS bringe jedoch Allen seine volle Sympathie entgegen und ertheile den Arbeiten den Segen. Namentlich ließen der FürstprimaS BaSzary, Cardinal-Erzbischof Schlauch und Erzabt Feher ihr Fernbleiben mit dem größten Bedauern entschuldigen. Singer-Wien hielt sodann die Eröffnungsrede in französischer Sprache.
Paris, 15. Juni. Gestern Abend hielt Bourgeois in St. Monde im dortigen Arbeiterverein eine Rede, welche mit der Erklärung endigte, daß er kein Collectivist sei. Hierauf toastete er auf die Versammlung der socialen Gerechtigkeit und auf die Versöhnung der Gewerkschaften. Pelletan feierte den früheren CabinetSchef Bourgeois, dessen einziger Fehler gewesen fei, daß er in dem Kampfe gegen den Senat nachgegeben habe.
Athen, 15. Juni. Nach Meldung des Blattes „Asty" erhielt das englische Geschwader den Befehl, unverzüglich nach Kreta in See zu gehen. Die in Kreta ankernden englischen Schiffe sollen zum Schutze der Christen Truppen gelandet haben.
Ne ueste
Wolff» telegraphisches Lorrespondery-vnrnm.
Berlin, 16. Juni. Die „Post" schreibt: In der Fraction der Deutschen Reichspartei wurden heute die CommisfionS- beschlüffe zum Bürgerlichen Gesetzbuch durchberatheu. SS ergab sich eine fast völlige Uebereinftimmung mit der Haltung und den Anträgen der CommtsfionSmitglieder. ES wurde beschlossen, alle Mitglieder dringend zu ersuchen, sich zur Berarhung am Donnerstag vollzählig einzufinden.
Berlin, 16. Juni. Die Antisemiten brachten im Reichstage eine Interpellation über den Fall Bashford ein.
Berlin, 16. Juni. Dem ältesten Sohne deS Ex-Vice- königS Li-Hung-Tschaug, Lord Litt, ist dem „Berl. Tagebl." zufolge, der Kronenorden 1. Klasse verliehen worden.
Polsda». 16. Juni. Nach dem Frühstück im Neuen Palai» begab sich der Kaiser und Li-Hung-Tschaug mit Gefolge zur Besichtigung de- LehrinfanteriebataillonS.


