Ausgabe 
18.4.1896 Zweites Blatt
 
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M. 91 Zweites Blatt.

Samstag den »8. Apnl

1896

Amts- und Anzeigeblutt für den Arers Gieren.

Hratisöeitage: Hießener Kamilienölälter.

Alle Lnnoncen-Burnmx de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Uu-nahme bei Montags.

Rcbaction, Expedition und Druckerei:

-chutstraßeKr.^

Fernsprecher 61.

Die Gießener PinitienSktlfer Wkn dem Anzeiger v»q<rtlich dreimal deigelrgt.

Binahme von Anzeige« zu der Nachmittags für bat gchmdm Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr.

Der öi'kfKft Aazeiger i ä#tnt täglich,

Sierleljährtg« jLiexamt«t»prd» i 2 Mark 20 Pfg. mir Bringerlohu.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

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Meßmer Anzeiger

Keneral-Mnzeiger.

tretet

18. April,

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C. BiH

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Born, Gerichtsvollzieher

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auf dem

mit ent*

Wolfkiratze 2U

zu verkaufen.

Grbsenreiser

Nahrungsberg 9.

verkauft

Die Bedingungen liegen Verwaltungsbureau offen.

stellen, leinenen und Lumpen rc.

Sw, geb. Moffatt veg 14.

Dr. Walger, Kreisaseiatentarat.

} Uhr. ju^ii.

Die Lieferung von Weißzeug, und Kleidungsstücken.

Die Lieferung von ca. 2400 Ctr. Anthracitkohlen.

Die Lieferung von ca. 2400 Ctr.

mel. Kohlen.

Die Lieferung von ca. 500 Ctr. Hüttencoaks.

Die Lieferung von 60 Raummtr. Tannen'Scheitholz.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.

Submission.

Für die Großh. chirurgische und ophthalmologische UniversttätS- Klinik sollen für das Rechnungsjahr 1896/97 auf dem Submisstonswege vergeben werden:

lge.

)at es gefallen, tu

Stuttgart ist nächst Leipzig die Metropole des deutschen Buchhandels. Selbst Berlin, das in litte- rarlscher Beziehung schon tonangebend ist, hat bis jetzt noch | nicht vermocht, ihm den Rang abzulausen. Neben den großen, weltbekannten Berlagsfirmen haben sich im Laufe der Jahre solche gestellt, die scharfe Witterung für das Actuelle besitzen und auch den neueren Schriftstellern eine Brücke ins Publt* tum bauen wollen. Der praktische Gesichtspunkt geht mit dem ideellen stet- Hand in Hand. Gerade der Herr Ver­leger, welcher für einige Stunden mein umsichtiger, mich rasch zu den Hauptmerkmalen der Residenz geleitender freundlicher Führer war, gehört zu den Buchhändlern, welche die Be­deutung der Popularwiffenschaft zu schätzen und ihr einen immer breiteren Boden zu schaffen wiffen. Alle im Schwabacher'schen Verlage erscheinenden Werke, gleichviel, ob sie nun Nützlichkeit-- oder lediglich Unterhaltungs-Wecken dienen, ob sie sich betitelnErztehungSlexikon", daS Lexikon der »HauS- und Heilmittel", oder unter den Aufschriften WaS schreib ich meiner Freundin ins Stammbuch" eine ge* schickte SentenzenouSwahl und »Wer will Französisch lernen" für unsere Kleinen ein Vokabularium in VerSsorm bringen, sie zeigen alle den unmittelbaren Zusammenhang mit dem Leben an.

Stuttgart ist rasch durchwandert. Die architectonischen Merkwürdigkeiten liegen concentrirt, und das Stadtbild, daS sein Wahrzeichen an der Stiftskirche, einem dreischiffigen gothischeu Hallenbau hat, prägt sich dem Beschauer sehr leicht ein. Die Köntgsstraße ist für Stuttgart, was die »Zeil" für Frankfurt, dieLinden" für Berlin, derGraben" für Prag. Der Glanzpunkt ist der Schloßplatz. Das alte Schloß mit seinem weiten, von Galerien umgebenen Hof- raum, der in früheren Zeiten als Turnierplatz diente, und seinem Thurm, besten breite terrastensörmige Stufen ein Reiter bequem erklimmen konnte, gemahnt an die Tage von Lichtenstein, welche Wilhelm Hauffs romantische Geschichte unserer Jugendphontafie in solch anmuthigen Farben zu malen wußte. Die broncene Retterstatue des Herzogs Eber­hard im Bart verkörpert gleichfalls in monumentaler Weise die Zeit eines vergangenen Geschlechts.

DaS prächtige neueResidenzschloß,in französischem Renaiffance-Stil ousgeführt, daS unter anderen Sehens­würdigkeiten eine kostbare Sammlung italienischer Majoliken enthält, umfaßt nicht weniger als 365 Zimmer, also gerade so viel Gelaste als Tage im Jahre. ES ist vorzugsweise zum Aufenthalt fremder fürstlicher Gäste bestimmt, denn der I König zieht es vor, anstatt in diesem weitläufigen Prunkbau | in dem ungleich bescheideneren WilhelmSpalaft zu refidiren, den er von einer Taute geerbt hat.

Versteigerung Samstag den 18. April l. A, Nachmittags 3 Uhr, imUbier* dahier: Fortsetzung derPorceüan- versteigerung vom 14. d. M. Es kommen noch zum Ausgebot: 7 Kaffee- und Theeservice.

*) Unter dieser Aufschrift veröffentlichen wir in zwangloser Wahn folge Plaudereien über verschiedene deutsche Städte, unter diejenigen, die in diesem Jahre durch eine Ausstellung btkelutaierffamfdt weiterer Kreise beanspruchen, den Vorzug haben Die Red.

Bureau abzugeben.

Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage.

Gießen, den 10. April 1896.

Großh. Verwaltung- - Direction der chirurg. und ophthalm. Univ.-Klinik. Bose. Vossius. 3597

A. Kilbinger,

Seltersweg 19.

Luxus-Wagen und Geschirre. 2631

ion V rmttozi9'

Sin beliebter Spaziergang der Stuttgarter find die Schloßanlagen, die bis nach Cannstatt führen. Änt Ende der Mittelallee befindet fich die EberhardSgruppe vom Paul Müller, Ebarhard im Bart darstellend, der sein Haupt in dem Schooße eines Hirten geborgen hat, nach dem be­kannten Gedichte Kerners. Eine coloffale Dannecker'fche Nymphengruppe und gelungene Copien antiker Bildwerke reden von dem Kunstsinn der Fürsten, die nicht nur in ihrem Privatgemächern ästhetisch genießen, sondern auch ihrem Volke etwas Schönes zur täglichen Schau hinsetzen wollten. Um so peinlicher empfindet man es, daß der scheue Sinn der Prüden diese Götterbilder inmitten der Parkanlagen als anstößig" verurtheilt und immer wieder von Zeit zu Zett der Versuch auftaucht, die Kunstwerke womöglich zu beseitigen.

Daß wir im Geburtslande Schillers find, sagt uns das Thorwaldsen'fche Erz-Standbild des Dichters auf einem freien Platz westlich vom alten Schloß, das freilich weniger durch feine Schönheit als durch fein Alter bemerkeuSwerth ist- es ist das erste, welche- in Deutschland errichtet wurde. Ein beredter Zeuge der Vergangenheit ist noch die recht ver­räuchert auSschaueode KarlSakademte, die, trotz aller Pietät wohl bald abgeriffen werden dürfte. Vorläufig ist sie für Beamtenwohnungeu eingerichtet. Der Hoftheater* Intendant hat z. B. daselbst seine Wohnung.

Im geistigen Leben Stuttgarts dominirte ehemals die Dichtkunst. Männer wie Miirtke, Hauff, Freiligrath, Gerock, der Aesthettker Bischer hatten Über die engere Hetmath hinaus einen großen Ruf. Es fehlt jetzt an reichem Nachwuchs. Wohl leben in Stuttgart noch Dichter, so z. B. der finnige Carl Weitbrecht, deffen DramaSigrun" auch kürzlich im Hoftheater aufgeführt wurde, der bald sein 80. Lebensjahr vollendende Lyriker Johann Georg Fischer, der fich auch auf dramatischem Gebiete versucht und einen Florian Geher" lange vor Hauptmanns Auftreten geschrieben hat aber sie repräsentiren keine LebenSmacht. Fast scheint e-, als wolle die bildende Kunst fich in den Vordergrund des intellectuellen Interesses schieben, denn die gegenwärtig in Stuttgart befindlicheInternationale Gemälde- Ausstellung", die namentlich im Portrait-Stück Hervor­ragendes bietet, erringt die Theilnahme aller Schichten der Bevölkerung und wird selbst von Solchen gewürdigt, die fich noch vor einigen Jahren verflixt wenig um Bilder und Maler gekümmert haben. In derGesellschaft" gehört es natürlich zum guten .Ton, die Bilder deS Königs, der Königin und daS de- Deutschen Kaisers von der Vilma Pariaphi gesehen und fich ein Urtheil darüber angeeignet zu haben.

Offerten, versiegelt und sprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 25. d. Mts., Vor­mittags 11 Uhr, auf dem erwähnten

El. MlllÄhMd.

Kreibarrk. [3633

Heute und morgen:

Ochsensteisch

nicht labenrein, per Pfd. 56 Psg.

Heute und die folgenden Tage bleibt die Freibank bis Abends 10 Uhr geöffnet.

Bekanntmachung,

betreffend : Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit.

Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Art. 79 des FMrafgefetzes aufgefordert, ihre Tauben von jetzt bis 30. April in den LWg.en emzuhalten. Ueberttetungen dieser Vorschrift müssen nach Maß- .vitfces Feldstrafgesetzes zur Anzeige und Bestrafung gebracht werden.

Gießen, den 17. April 1896.

Emil Orbig,

Bahnhofstrasse 30. 3169

Die Abgabe von eisernen Bett­wollenen

Versteigerung eines Faselochscn.

Dienstag den 21. April 1896, Vormittags 10 Uhr, soll ein der Gemeinde Wieseck gehöriger, schwerer, fetter Faselochs auf hiesiger Bürgermeisterei versteigert werden.

Wieseck, am 16. April 1896.

Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck- Sommerlad. 3736

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8 wie folgt.

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.Feuilleton.

Moderne Städtedildrr. *)

Reisebriefe für denGießener Anzeiger'.

(Nachdruck verboten.)

Stuttgart.

Dr. M. Bon Bruchsal ab sagen eS unS schon die -.weithin fichtbaren Plakate in den EisenbahuwaggonS und in Wartesälen, daß die württembergische Refidenz in daS rmobtme Zeichen der Ausstellungen getreten ist. Neben der e-AuSstellung ist eS besonders die internationale e«Sl de-Ausstellung, welche feit einer Woche anfängt, Me| zu gewinnen. DaS in Hügeln eingebettete Stuttgart wtzcivt <ganz dazu angethan, den Fremden auf längere Zeit iegelten. Wie man M enschen untereinander vergleicht, soi Städte, und für Stuttgart ergiebt fich am der Vergleich mit Zürich, wo auch die Rebe die iünfrtlhfienben Berge htnanklettert, nur daß da- Wasser im Mot|chuftsbilde fehlt, aber so eine Art von Uetlt hat die wtlmtribergische Refidenz auch imDegerloch", wohin j e| bei allen Wetnstetg eine Zahnradbahn führt. An der flfrdbHMre ist hier eine ganze villencolonie entstanden.

Kaf den Passanten wacht Stuttgart einen sehr freund- Irin Lnd gastlichen Eindruck. Schon die letzte Bahnstrecke lüm LmdwigSburg, daS württembergische Spandau, weil d.HO Militär hier den Hauptcharacter verleiht, gewährt ein- nihnenle Borstationen. Auf dem großen, splendid gebauten A-hnhofe angelangt, der durch seine gärtnerischen Anlagen i an6 feine großen Länderkarten in den Wandelhallen, die eine oi ovgmehme und praktische Ergänzung zum TaschencurSbuch oieübttt, den Reisenden.gar wohlthuend anmuthet, findet man citi ftgreiflich, daß dii)eS Gebäude lange Jahre unter allen ktzwdllhs.fSaulagen Deutschlands den ersten Rang behaupte» fiTrontt. Später ist ihm dann der Frankfurter Centralbahnhof z,ii oi Müdesten ebenbürtig an die Seite getreten.

Die günstige Lage Stuttgarts befördert den Fremden- onüikrhi» Die Herausgabe eines neuen Führers hat fich als ni«i)»undig erwiesen, und als wir vor einigen Tagen der ivMiiembergischen Hauptstadt einen kurzen Besuch abftatteten, leMtelien unS aus ben buchhändlerischen Auslagen überall roth-gelben Einbände des neuen Handbuches entgegen.

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E. G. m. b. H.

Eamstag, dev 18. April, Abends 8'/, llhr, im Restaurant H ti d e l b540

Außerordentliche Generalversammlung.

Tagesordnung: 1) Besprechung über die Haftpflicht der Genossen. 21 lirtrag des seitherigen Vorsitzenden des AnfsichtSrathS: den Fahrpreis friibii ganzen Strecken auf 15 Pfg. ä Person zu erhöhen und die Tarif- g!iA>eil für die Theilstrecken, welche zu 10 Pfg. weiterzufahren sind, bintf den Vorstand vorschlagen zu lassen. 3) Wahl des Vorstandes und 8 lchchtsrathes. 4) Versicherung des Pferdebestandes.

Der Vorstand.

Adami. Hanau. Kirch.

36661 Eine frischmelkende Ziege mit zwei Lämmern zu verkaufen.

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«VUllivlUiß auf OSwaldsgarten. rit

Erbsenreiser |

Gemüse

Erbsen, Spargel, Carotten, Schnitt-, Prinzess-, Kern-, Wachs-, Perl-, Brech- und Dicke Bohnen, Cham­pignons, Teltower Rübchen, Stein­pilze, Morcheln. Ferner Compot und Beilagen, Ananas, Aprlcosen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Melang, Mira- bellen, Nüsse, Pflaumen. Pfirsiche, Reineclauden, Preiselbeeren, Mixed- Pickles,Pfeffergurken, Perlzwiebeln, in nur besten Qualitäten bei Jiillig- stem preise empfiehlt