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17/11/1896 Zweites Blatt
 
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Nr. 271

Der chtetzeuer A«,ei»er erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag«.

Die Gießener Iramisi-envtätter »erden dem Anzeiger wSchentlich dreimal heigrlegt.

Zweites Blatt. Dienstag de« 17. November____________________

Gießener Anzeiger

Keneral'-Mnzeiger.

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Biertelj^riger ASonuemeutspr^i» r 2 Mark 20 Psg. mrt

Bringerlohn.

Durch die Poft bezöge« 2 Mark 50 Pfg.

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den I xA / ß f ftOttRfrtHor Alle Lnnoucen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen

folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. | YflUH&VniUyv. IHlllvllvllllICAnzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

llmtlkbcr Theil.

Nr. 35 deS Reichs-Gesetzblatt-, auSgegebeu den 12. d. M., enthält:

(Rr. 2344.) Bekanntmachung, betreffend die Ratification der zusätzlichen Bereiubarungea zum Internationalen lieber» einkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr Seitens der Niederlande sowie Oesterreichs und Ungarns. Bom 7. No­vember 1896.

Gießen, den 16. November 1896.

GroßherzogltcheS Kreisamt Gieße«, v. Gagern.

Bekanntmachung,

betreffend: die Maul- und Klauenseuche.

Unter dem Rindvieh des Adam Mandler zu Rod- Heim a. B., im Kreise Biedenkopf, ist dteMaul- und Klauen­seuche au-gebrochen und Gehöftsperre augestduet worden.

Gieße«, den 14. November 1896.

GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen.

v. Gagern.

Deutsche» Reich.

Mainz, 14. November. Da- vorläufige Resultat der ReichStagS-Stichwahl ist Folgendes: Dr. David 6634, Schmidt (Ltr.) 3960 Stimmen. Die Landorte stehen noch aus.

Berit», 14. November. Der ReichStagSabgeordvete Dr. Osann schreibt der ^Nat.-Ztg." aus Darmstadt, eS fei nicht wahr, daß er GefinnungSgenoffen aufgefordert habe, bei der Stichwahl in Gießen für den antisemitischen Candtdateu zu stimmen.

Berti», 14. November. Der deutsch-japanische Handelsvertrag wird, wie dieDoff. ßtg.* erfährt, nächsten Montag imRetchSanzeiger" veröffentlicht werden.

Berti«, 14. November. Der Kaiser nahm nach der heutigen Jagd in Letzlingen das Diner im dortigen Schlöffe ein «nd begibt fich von dort heute Abend nach dem neuen Palais, wo er gegen 11 Uhr eintreffen dürfte.

Berti«, 14. November. Die Eröffnung deS preußifch en Landtags wird, wie dieNordd. Allgem. Ztg." bestätigt, am 20. d. MtS. durch den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe erfolgen.

Berti», 14. November. Der Umstand, daß im Reichs- Haushalts Etat für die Erhöhung der Beamten- G eh älter keine Geldmittel vorgesehen find, hat zu dem Schluß Anlaß gegeben, daß diese Angelegenheit noch nicht zur Entscheidung gebracht worden sei. Diese Annahme ist jedoch nach derNordd. Allgem. Ztg." unrichtig, eS solle vielmehr in einer dem Reichstage vorzulegenden Denkschrift eine Pauschalsumme für den angegebenen Zweck gefordert werden.

Berti», 14. November. Der,Reichsanzeiger" veröffeut- licht einen kaiserlichen Erlaß vom 10. d. MtS., wonach für die afrikanischen Schutztruppen die Stellen­de setz ung der Offiziere und SauilätSosfiziere, sowie der oberen Militarbeamten und die Beförderung zu Chargen der kaiserlichen Entscheidung Vorbehalten bleiben, die Chargen- bezeichnungen denen deS Heeres entsprechen sollen und die Offiziere und Sanitätsoffiziere Patente, die oberen Militär- beamten Bestallungen erhalten. Den Anträgen des RetchS- SauzlerS auf Zucheilung und die Beförderungen im Allge- «einen ist die heimische AnciennetätSliste zu Grunde zu legen.

Elbing, 14. November. Wie die ,(5lb. Ztg." meldet, wurde bet der Probefahrt deS auf der Schichauer Werft ge­bauten norwegischen TorpedobootesHoal" auf dem frischen Haff ein Kesfelrohr undicht. Der auSströmende Dampf verbrühte einen norwegischen Ingenieur und vier Arbeiter. Jedoch sollen die Verletzungen keine lebensgefährlichen sein.

Detmslv, 14. November. Die LandtagSwahlen i« Fürftenth um Lippe-Detmold find nunmehr be« endet. Die Freisinnigen haben zu den sechs Mandaten, die fle bereits besahen, noch drei andere gewonnen und kommen in zwei weiteren Wahlkreisen in die Stichwahl.

Ausland.

Wie», 14. November. Die seit zwei Tagen fällige Poft ouS der Türkei, Bulgarien und Macedonien von der Route PtrotBelgrad ist wegen der dortigen Ueberschwem- «ungen auSgeblieben.

vrißel, 14. November. In Hofkreisen ist man wegen der vom Herzog von Orleans geplanten monarchistischen

Kundgebung desselben gelegentlich seines hiefigen Aufenthalts vom 25. November bis 1. December nicht wenig in Ver­legenheit, da der Herzog mit seiner Gemahlin osficiell am Hofe empfangen werden wird und monarchische Kundgebungen daher unvermeidlich find. Man befürchtet, daß diese Fest- lichk iten in Paris neue Verstimmungen gegen Belgien her« voriufru werden. AuS diesem Grunde geben die Blätter dem Könige den Rath, die strengste Reserve zu beobachten.

Paris, 14. November. Nach einer demEclair" zu­gegangenen Depesche ist der Friede zwischen Abeffhnien und Jtalen nunmehr abgeschloffen worden. Dem König Menelik sei in allen Punkten nachgegebeu worden.

Paris, 14. November. Der russische Thronfolger, dessen Befinden fich bedeutend gebessert hat, wird den Winter in Nizza zubriugen. Die Kaiserin Wtttwe von Rußland, der Großfürst Michael und die Großfürstin Olga werden die Weihnachtsfeiertage bet dem Thronfolger zubringen.

Laudo«, 14. November. Im Hafen von Brtston stieß ein französischer Dampfer auf eine Fischerbarke, welche sofort sank.

Ko»ßa«ti»spel, 14. November. Die Pforte ist nun­mehr entschlossen, die versprochenen Reformen zur Ausfüh­rung zu bringen. Man glaubt, diesen Entschluß den Vor­stellungen deS russischen Botschafters zuschreiben zu dürfen.

Gieße», den 16. November 1896.

Empfang. Seine König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 14. November u. A. den Oberförster Möller von Maulbach, den AnstaltSarzt am Zellengefängniß Butzbach Dr. Wengler, den Amtsrichter Zimmermann von Laubach, den Pfarrer Groth von Wingershausen, den Geh. Kirchenrath D. Stade, Rector der Landes - Univerfität Gießen.

* AuS be« Zustizdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, den Landgerichts- rath bet dem Landgericht der Provinz Oberheffen Maximilian Scriba zum Obe»laudesgerichtSrath bet dem Oberlandes« gertcht und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen AmtSgerichtSrath Carl Dor ns ei ff zum LandgerichtSrath bet dem Landgericht der Provinz Oberheffen, beide mit Wirkung vom 1. D cember 1896, zu ernennen.

Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigft geruht, dem SchiffSführer Adam Laub ach aus Weisenau, in Diensten des Mainzer Schlepp- dampflch fffahrtsveretnS, und den Schiffsführern Wilhelm Sptecker aus Mühlheim a. Rh., in Diensten der Aktien- gefellschaft für Handel und Schifffahrt H A- Disch zu Mainz, und Heinrich Letdhecker aus RüdeSheim, in Diensten deS Mainzer SchleppdampfschifffahrtSvereinS, da- Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für treue Arbeit" zu verleihen.

** Kirchliche Dieustnachrichteu. Ernannt wurden: Pfarr- amt-candidat Kalbhenn zu Burg-Gräfenrode, Decanat Rodheim, zum Pfarrasfistentcn daselbst- Pfarramtscandidat H a n o ck zu Kirch-GönS zum Psarrasfistenten in Offenbach a. M. (Bieber-Bürgel), Dkcanat Offenbach- Pfarrasflsteut Jacob zu Rimbach zum Pfarrvicar in Lengfeld, Decanat Groß- Umstadt- Gymnasiallehrer t. P. Pfarrer Dr. Dieckmann zu Mainz zum Pfarrverwalter in RoLheim v. d. H, Dkca­nat Rodheim- Pfarrverwalter Dr. VaconiuS zu Groß- Gerau zum Pfarrverwalter in Wald Uelvershetm, Decanat Oppenheim- PsarramtScandidat Korell zu Lollar zum Ver­walter der ersten evangelischen Pfarrstelle zu Alsfeld, Drca« nat Alsfeld- PsarramtScandidat Axt zu Elsheim zum Pfarrasfistenten in Ober Ramstadt, Decanat Eberstadt- Pfarr- amtScandidat Kl öS zu Lauterbach zum Pfarrvicar in Als« heim, Decanat Oppenheim- PsarramtScandidat Schäfer zu Lauterbach zum Pfarrasfistenten in Schwanheim, Decanat Zwingenberg- Pfarrverwalter Jost zu Londorf zum Pfarr­verwalter in Rieder-FlörSheim, Decanat WormS- Pfarr­verwalter Wilhelm zu Ettingshausen zum Pfarrverwalter in Bleichenbach, Decanat Büdingen- Pfarrverwalter Adam Heußel zu Brauerschwend zum Psarroerwalter in Holzheim, Decanat Hungen. Die Schlußprüfung im August 1896 haben bestanden: Friedrich Axt auS Elsheim, Philipp Erck- mann aus Dieburg, Carl Eschenröder aus Frank­furt a. M., Wilhelm Fresenius auS Butzbach, Heinrich Hanack auS Kirch-Göns, Carl Kl öS aus Nidda, Georg Koch auS Wktterfeld, Adolf Korell aus Ober Gleen, Otto Schäfer auö Sandlofs, Heinrich Schuldt aus Staden, Heinr ch Wagner auS Groß Gumpen, Jacob Walter aus Ober-Schöamattenwaag.

- |- Nidda, 13. November. Mehrere hiesige Einwohner hatten s. Zt. Strafbefehle bekommen, weil sie unter­ließen, die Erkrankung ihrer an der Bräune creptrten Schweine anzuzeigen. In Folge Einspruchs Erhebung wurden die Denunctaten heute von dem Schöffengerichte kostenlos frei­gesprochen, weil die hier in Betracht kommende Ausführungs­verordnung und Bekanntmachung nicht in dem hiesigen An- zetgeblatt publizirt worden war.

? Aus dem niederen LogelSberg, 13. November. Wie daS Streulaub im Walde, so find die Sägspähne bei den Holzschneidereten zur Streu gegenwärtig sehr stark von den Landwirthen begehrt. Der Wagen voll Sägmehl wird mit 1015 Mark bezahlt, früher kostete er kaum die Hälfte. Dabei tst die Nachfrage darnach bet den Holzschnetdereien so stark, daß fie nicht ganz befriedigt werden kann. Streulaub ist in diesem Herbste nicht abgegeben worden, obgleich es stark begehrt worden wäre. Seither war auch das Wetter nicht dazu angethan, daS Laub trocken heimfahren zu können, was doch der Fall sein muß, wenn cS zu genanntem Zwecke gebrauchsfähig sein soll. Der Mangel an Streu rührt theilS auS der schlechten Sommerfruchternte und theilS auS dem wenigen Grummetergebniß her. DaS Stroh der Sommer- frucht wird deshalb nicht zur Streu, sondern zur Versütterung verwandt. Allerdings verlangt die verbesserte und vermehrte Viehzucht auch einen größeren Bedarf au Streumaterial, wodurch als natürliche Folge auch eine größere Production von Dungstoffen zusammenhängt, die wieder gesteigerte Frucht- erträgniffe bewirken hilft. Der Weizen ist eben sehr begehrt- er wird von Händlern in den Ortschaften aufge­kauft, so daß die Verkäufer nicht nöthig haben, die Frucht- Märkte zu besuchen. Je nach der Qualität wird er mit 15,50-16,50 Mk. bezahlt. Zum Lob unserer Bäcker muß diesmal gesagt werden, daß sie bisher noch keinen Aufschlag der Brodpreise erfolgen haben lassen.

= Neu dseubnrg, 12. November. Tin heitere- Mißverständniß passierte heute in einer hiesigen Schweine­metzgerei. Obwohl wirStädter" sind, so ist es hier immer noch Brauch, die Schweine unter der Obhut eines Hirten auf die Weide zu treiben. So geschah es auch heute, und nm dem Hirten das Zusammentreiben der Schweine zu er» leichtern, treiben die Besitzer ihre Thtere auf den Marktplatz, der den Hauptsammelpunkt bildet, was sich, wie von den Anliegern versichert wird, sehr imposant auSntmmt, wenn sich diese Borstenthiere um das Kriegerdenkmal gruppiren. Brachte da heute Morgen eine Hausfrau daS ihr so treu ergebene, auf dem Fuße folgende Mutterschwein und ließ es ohne Aufsicht auf oben genanntem Platze laufen. In der Nachbarschaft wurden gerade Schweine geschlachtet, und eine Anzahl derselben tummelte fich noch im Hofe herum. Durch Zufall gelangte nun das Mutterschweiu unter seine dem Tod geweihten Brüder. Die Heerde wurde hinaus- und zurück- getrieben, ohne daß das Fehlen des Mutterschweines vo« dem Hirten bemerkt wurde. Zu Hause gerieth die ganze Familie in nicht geringe Aufregung, als fie über den Ver­bleib ihres ThiereS keine Auskunft erhielt. Man suchte eifrig, in der Annahme, daß fich dasselbe in irgend eine Hofraithe verlaufen habe. Endlich klärte fich der Sachverhalt auf. Gleichzeitig löste sich auch das Rärhsel, wie auS 7 lebenden 8 geschlachtete Schweine wurden! Die Metzgerburschen hatten ahnungslos daS zugelaufene Schwein mitgeschlachtet! Lange weinte dessen Herrin, als fie das traurige Laos ihres Lieb­lings hörte. Jedoch soll fie sich wieder beruhigt haben, als ihr eine angemessene Entschädigung verabfolgt wurde. Selbst­verständlich erregt dieser Vorfall hier große Heiterkeit.

THEE-MESSMER

BERÜHMTE MICCHOHGEN KT 2-60 » 0-50 PR- PFUND. PROBEPACKETE 60 fc 00 Pf.

Für unsere Leserinnen dürfte die Mitlhetlung von Interesse fein, daß sie sich beim Einkauf von BelourS-Schutzborde jetzt licht davon überzeugen können, ob ihnen auch wirklich bas Vorwerk'sche Original-Fabrikat verabreicht wird. Gegenüber den vielen Nach­ahmungen, die größtenthetls in Qualität und Haltbarkeit erheblich geringer sind, aber vielfach als Vorwerks Veloursborde verabfolgt werden, hat nämlich der Erfinder zur besseren Kenntlichmachung seiner Ortginalwaare seit Kurzem die Etnrichtu-g getroffen, daß seiner Borde der NameVorwerk" in kurzen Zwlschemäum-n deutlich und haltbar ausgedruckt wird. Dadurch tst es den Damen möglich, sich von der Aechihett der im Laden gekauften oder an einem neuen Kleide gelieferten Borde zu überzeugen, und eS wird ihnen dies jedenfalls angenehm fein, da es wobl bet keinem Artikel so sehr auf gute Qualität und Dauerltchkelt ankou mt, wie bet Kletderschutzborde und das Vorwerk'sche Fabrikat sich seit fast zwei Jahren als ganz vo zügltch bewährt hat.