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der einzelnen Theile. Selbst die größten Fronten wirken so exact zusammen, als wenn fie auf Commando arbeiteten. Man findet gerade dies nur selten bei pyrotechnischen Leistungen. Auch die rasche Aufeinanderfolge der einzelnen Pro- ductionen ist sehr lobend anzuerkennen. Die Girondola am Schluffe war wiederum das schönste Bouquet dieses reichen Abends, den die bengalische Beleuchtung des Festplatzes und die fontaine lumineuse würdig beschloß. Das Publikum erwies sich sehr dankbar. ES applaudirte anhaltend, wie Herr Wassem, VidacovtchS Nachfolger in Höchst a. M., eS verdiente. __
hörenden Gegenständen, Bienenproducten usw. eröffnet. Dem auf Veranlaffung des Vorstandes des Vereins zusammen- getretenen Localcomits gehören an die Herren Bürgermeister Rullmann, Beigeordneter Braun, Stadtrath Bechtold, Holzhändler Cloos, Landtagsabgeordneter Erk, Lehrer Hotz, Post- meister König, Kaufmann Lorz, Hauptlehrer der Gewerbeschule Meyer, Kaufmann Moll, Rentier Ortolph, Rechner Reuning, Bildhauer und Möbelfabrikant RingShausen und Kaufmann Uhl. Ausstellungsort ist die Brauerei zum GambrtnuS. ES wird zugleich eine Prämiirung mit der Ausstellung verbunden; jedoch werden dabei nur Honig und Völker von VereinSmitgliedern berücksichtigt- auch müffen es von diesen selbst gezüchtete Bienen und selbstgeernteter reiner Honig sein.
C Mücke, 14. September. In welchem Zustand manchmal noch von Handelsleuten Vieh angekaufr wird, zeigt folgender Vorfall. Am vorgestrigen SamStag wurde eine Kuh auf einem Wagen hierher gebracht, welche kaum in den Waggon verbracht, verendete. Dieselbe hatte ein Handelsmann in Unterseibertenrod für den Preis von 25 Mk. erworben. Auf dem Wege hierher brach die Kuh in Rupperten- rod zusammen, konnte sich nicht mehr erheben und mußte auf einem Wagen hierher gebracht werden. Nach diesem Umstand muß mithin die Kuh beim Verkauf schon schwer krank gewesen sein oder auch altersschwach genug.
§§ Ulrichstein, 14. September. Die unselige Regen- Periode, in der wir uns trotz der Prophezeiung des bekannten thüringischen Wetterpropheten Habentcht in Gotha, wonach von Ende August bis in den November hinein ein anhaltend schöner Herbst sein soll, befinden, machte zu unserem heutigen „Michaelimarkte" Vormittags eine Pause, welche dem Markte sehr zu Statten kam. Der Rindvieh- wie Schweinemarkt war sehr stark befahren und recht gut besucht. Die niedrige Stufe, auf der sich seither die Rindviehpreise bewegen, behauptete sich auch auf dem heutigen Markte. Dessenungeachtet ging doch der Handel flott, indem eben die Verkäufer sich mit ihren Forderungen den jetzigen Preis- Verhältnissen anpassen mußten. Für frischmelkende Kühe löste man 250 bis 300 Mk., für zweijährige Rinder 130 bis 150 Mk., einjährige galten 80 bis 90 Mk., das Paar ein- jährige Stiere 135 bis 140 Mk. und 140 bis 150 Mk. Von den Kälbern waren am meisten begehrt die Mutter- thiere, die mit 50 bis 60 bis 70 Mk., je nach Alter und Güte, abgingen. Die Zuchtstiere wurden bet weitem nicht so stark begehrt, wie man eS früher gewohnt war. Auf dem Schweinemarkt übertraf das Angebot in Ferkeln die Nachfrage so stark, daß viele Verkäufer gar nicht um den Preis ihrer Waare befragt wurden und so unverrichteter Dinge wieder abztehen mußten. Die Preise waren in Folge dcffrn auch recht billig- man bezahlte für das Paar Ferkel 25 bis 30 und 30 bis 35 Mk. Viel beffer im Preise standen die Läufer (Einlegschweine), die per Paar einen Durchschnittspreis von 80 bis 90 Mk. erzielten. Der ' morgige Markt gehört dem Krämermarkt.
n. Büdingen, 12. September. Im nahen Calbach wurde gestern eine arme Familie in tiefe Trauer versetzt, indem ihr Ernährer, ein noch junger Mann, tobt heim- gebracht wurde. Derselbe war Heizer an der Locomotive eines Dampfpfluges und gerieth unter daS Rad des in Bewegung befindlichen Dampfwagens. Zu formloser Masse zusammengedrückt wurde er unter diesem herauSgezogen.
* Ein Oberhesse dl Kunstseuerwerker. Ein großes Feuerwerk, welches Herr Wassem, ein geborener Ulrichsteiner, auf der Wiese vor dem Conversationshause in Baden- Baden kürzlich abbrannte, war nach dem einstimmigen Ur- theil des sehr verwöhnten Publikums das brillanteste, daS Baden-Baden gehabt habe. Herr Waffem war sich bewußt, daß er an diesem hohen Festtage ganz besondere Leistungen bieten mußte. Er besitzt viel Geschmack und Phantasie in Erfindung neuer Combinationen. Man bekam wirkliche Neuheiten zu sehen, darunter großartige Fronten, wie das Schaukelspiel in Brillantfeuer, die Schmetterlinge, die sich horizontal fortbewegenden großen Feuerräder und vor Allem die riesigen F-ontainen in Brillantfeuer, die unter drei großen Portalen angeordnet waren und durch ihren Glanz bestechend wirkten. Auch die in der Luft sich öffnenden kleinen Leuchtkugeln , als Trauben auswerfend römische Lichter, dürfen nicht vergessen werden. An die Bedeutung des Tages, Geburtstag deS Großherzogs von Baden, erinnerten zwei Fronten, wovon die Schlußfronte — die von einem coloffalen Bombardement begleitet war — sich durch besonderen Glanz auszeichnete. WaS Herrn Wassrms Feuerwerke auSzeichnet, ist speciell die Pracht seiner Farben, der Geschmack in der Combination derselben und die Präcifion im Zusammenwirken
Dermiföte*-
♦ Oberbiel, 14. September. Gestern Abend hat ein hiesiger braver, 18jähriger Bursche plötzlich seinen Tod gefunden. Derselbe holte auf dem Boden eines Stalles Futter. Beim Herabstetgen rutschte die Leiter und der be- dauernswerthe junge Mann stürzte nun mit dem Unterleib in einen langen eisernen Haken. Da eine Schlagader gerissen war, trat der Tod in Folge Verblutung bald ein.
» Schmalkalden, 11. September. Bei einer Felddienst- Uebung stürzte ein Husar mit seinem Pferde so unglücklich, daß er einen Schädelbruch erlitt und sofort tobt war. DaS Pferb, bas bie Varberbeine gebrochen hatte, mußte ab- gestochen werben.
* lieber die Beschäftigung des Freiherr» von Hammer- stein im Moabiter Zuchthause weiß ein Berichterstatter zu melden, daß sich die Zelle desselben im sogenannten Schneiderflügel befindet. Indessen hat Frhr. v. Hammerstetn bis jetzt noch nicht eine Nadel zwecks Ausbesserung von alten An- staltskleidern angerührt. Er wird vielmehr feit seiner Einlieferung in die Strafanstalt mit Schreibarbeiten für eine große Berliner Firma beschäftigt. Jeder Gefangene hat bei seiner Einlieferung außer seinen Civilsachen auch den Trauring an den Hausvater abzugeben, der ihn bis zur Entlassung aufbewahrt. Da nun der Trauring des Frhrn. v. Hammerstein, wie man sagt, „inS Fleisch eingewachsen" ist, so wurde von einer Durchfeilung desselben Abstand genommen. Frhr. v. Hammerstein ist der erste Sträfling, dem diese Vergünstigung gewährt wird. Im Allgemeinen hat er sich in sein wohlverdientes Schicksal völlig ergeben, er spricht der ihm durch eine in der Zellenthür eingelassene viereckige Oeffnung gereichten AnstaltSkost (Morgens Va Liter Kaffee, Mittags 1 Liter Essen, bestehend auS gewöhnlicher Hausmannskost, wie Hülsenfrüchten, Gemüse, Schellfisch, Rüben u. s. w. und etwa 75 Gramm Fletsch, Abends ’/< Liter Suppe und täglich 550 Gramm Brod) tapfer zu. In der Zelle wird er von den Aufsehern mit „Hammerstetn", außerhalb der Zelle mit der Nummer angeredet. UebrigenS spricht man davon, daß Frhr. v. Hammerstein noch vor der vollständigen Verbüßung seiner Strafe begnadigt wird. Gute Führung wird dabei hauptauSschlaggebend sein. Bis jetzt hat sich Frhr. v. Hammerstein nichts zu Schulden kommen laffen - er ist fleißig, willig, gehorsam und verkörpert somit alle Eigenschaften, die ihn einer Begnadigung „würdig er- scheinen lassen würden.________________________
-1- Hungen, 13. September. DaS hiesige Markt- comtte, welches allezeit sowohl für die Interessen der Handels- erleichterung für die Umgebung deS Städtchens bestrebt ist, als auch zur Aneiferung guter und bester Biehzüchtung jährlich eine PreiSvertheilung für eine bedeutende Anzahl von Bullen, Kühen und Rindern arrangirt, war auch in diesem Jahre bemüht, eine Prämiirung zu veranstalten, wofür 500 Mark auSgeworfen waren, welche durch eine Verloosung von landwirthschaftlichen Maschinen und Gerätheu und 12, auf dem am 21. September d. I. stattfindenden Markt anzukaufenden Rindern, aufgebracht werden sollten. Der Viehmarkt, sowie die Prämiirung find nun leider durch die hier aufgetretene Maul- und Klauenseuche für dieses Jahr vereitelt. Eine Verschiebung des Marktes ist in der vorgerückten Jahreszeit und bet dem nicht bestimmt vorauszusehenden Verlauf der Seuche, welche zwar Heuer nicht hartnäckig zu sein scheint, nicht gerathen. Die Verloosung, welche bereit- durch den vorgeschrittenen Loosevertrieb, welcher, wie bet allen seitherigen Verloosuugen dieses solidesten Unternehmens, günstig verlief und fast ausverkauft ist, findet bestimmt am 21. September d. I. planmäßig statt. Die unter anderem zur Verloosung kommenden 12 Rinder werden von benachbarten Vtehbefitzern der nächsten Umgebung an- gekaust, von wo fie den glücklichen Gewinnern überwiesen werden. In unserem Nachbarstädtchen Lich ist für den 28. ds. MtS. auch ein Rindviehmarkt mit PreiSvertheilung geplant.
Rieder-Gemünden, 13. September. In der Södler'schen Gastwirthschaft fanb heute Nachmittag eine gemeinschaftliche Versammlung ber Bezirkslehrervereine Grüuberg, Ruppertenrod, Groß-Felda, Kirtorf und Alsfeld statt. Auf der Tagesordnung stand die Gründung eines Feuerverfiche- ruugsverbandeS hessischer Lehrer. Nach einem sehr ausführlichen Referat deS Herrn Lehrer Dern zu Meder-Ohmen sprach sich bie Versammlung einstimmig für bie Grünbung eines solchen Vereins aus. (Darmst. Ztg.)
Ridda, 13. September. Die 36. Wanberversammlung deS oberheffischen Bienenzüchtervereins wurde heute Nach- mtttag 3-Uhr mit ber Ausstellung von zur Imkerei ge-
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Literatur unt TLrrnst.
- «hiffre und Kabbala in SoetheS Saust. Neue Bei- trSge zur neuen Faust-Forschung von Ferdüiand August Louvier. VH unb 147 Seiten gr. 8°. Elegant geheftet. Preis Mk. 3-. Hellmuth Henklers Verlag, Dresden-A. Der Verfasser setzt im vorstehenden Buche seine bereits in einer Anzahl früherer Werke niedergelegten Untersuchungen über den Faust, die so bedeutendes Aufsebm erregt haben, fort unb bringt eine große Anzahl weiterer „„dunkler Stellen", die bisher der Erklärung selbst der „berufensten Faust- foricker hartnäckig spotteten, dem Verstäudniß des großen Kreises der Goethe-Verehrer näher. Schon bdmrcb "wirbt 1 S. SJ- Louvier ein großes Verdienst, da sicherlich dem Andenken des Altmeisters der Dichtung nur genützt werden kann, wenn sich eine Erklärung für Stellen findet, bei denen man sonst nur Hellen Unsinn oder besten Falles inhaltloses Wortgeklingel vernahm; — mag man sich nun im Uebrtzen zu der Mode der Erklärung stellen wie man will. Jede neue Publikation des Vers .ffers schließt dm Ring der Beweise für eine Nebenbedeutung des Faust als eines GeheimbucheS enger, unb so sehr auch bie gelehrten Goetheforscher ihr wetseS Haupt schütteln, diese neue Methode der Faust-Erklärung wird sich zum Stege durchringen, weil ihre Schlüsse unwiderleglich sind. So begreiflich es ist, daß die gelehrte Zunft sich dem Eindringling, der nichts mehr unb nichts weniger, als dm völligen Bankrott der ganzen bisherigen Faustforschung herbeizufuhrm geschickt erschttnt, mit allm Kräften widersetzt - ihm einen Jrrthum zu beweisen vermag fie nicht.
Bekanntmachung,
betreffend: die Abhaltung von Viehmärkten im Kreise Gießen.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Großh. Ministerium des Innern die Abhaltung des Viehmarktes zu^Allendorf a. d. Lumda am 23. September d. I. unter folgenden Bedingungen gestattet hat:
1. Mr den Auf- und Abtrieb ist den Anordnungen des Kretsveterinäramtes gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen.
2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten Orten des GroßherzogthumS Hessen, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens sieben Tage in unverseuchten hessischen Orten in seuchefreiem Zustand zugebracht haben, aufgetrieben werden.
3. Außer der Controle der Ursprungszeugnisse hat selbstverständlich auch die thierärztliche Besichtigung der Thiere vor dem Austriebe zu erfolgen.
Gießen, den 14. September 1896.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Gießen, den 14. September 1896.
Betr.: Entschädigung für an Milzbrand und Rauschbrand gefallene Thiere.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
*tt die Orotzh. Bürgermeistereien M KreiseS.
Mit nächster Post wird Ihnen ein Exemplar der amtlichen Handausgabe des Gesetzes, die Entschädigung für an Milzbrand unb Rauschbranb gefallene Thiere betreffenb, nebst ben zu besten Ausführung von Großh. Ministerium erlasienen Vorschriften zugehen. Wir beauftragen Sie, bieseS Dienstexemplar in Ihrer Amtsstube sorgfältig aufzubewahren unb bem dienstverrichtenben Beamten zur Verfügung zu stellen.
Der Empfang ist innerhalb 8 Tagen berichtlich anzu-


