'm tafjt
SäJ'
"8 btt $8^
»NHI, ''^
lchegwi ie"
tt 8ebeusdj> len Damen o; $ zu erschkilij- rortragenden i t frei.
looooe
br, am ForeÜi
?n M
»renseu
ise (3500 a| , (4500 u Hf. au Preis« ttraum.1
kr. 243 Zweites Blatt.
Donnerstag den 15. October
1S«>6
Gießener Anzeig er
Kenerat-Mnzeiger.
Zlints- nut' 2lnz«igel»latt für den ICrets Gieren
Rkdaction, Expedition und Druckerei:
-chulftratzeAr.7.
Fernsprecher 51.
Vierteljähriger Abonnemcntsprcis: 2 Mark 20 Psg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Die Gießener ^iwikien Vkällcr icof-n dem Anzeiger Amtlich dreimal brigclrgt.
Der
$le| c*er Anzeiger «i-ichemt täglich, rt Lu-nahme des
Montag-,
Innahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den schänden Tag e, scheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Gratisbeilage: Gießener Kamilienbtätter.
Alle Lnnoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" -entgegen.
Feuilleton.
typtm vom internationakn Frauen-Longreß in Berlin.
(Origtnalbericht für dm .Gießener 9lnicigcre.)
(Nachdruck verbotm.)
Dr. M. Acht Tage hat dieser Congreß gedauert, der itrüt Heiner Art in Deutschland und auch sonst in seiner Zu« fsaunl-nsetzung und seinem Verlauf neu und characteristisch. Mai ;zählt an 2000 Theilnehmer, über 90 Vorträge und «ilv t viel Redner und Rednerinnen. Letztere hatten natür« ■ii driS Uebergewicht.
Die Pflicht der Höflichkeit gebietet, daß wir zuerst der Slllldnderinnen gedenken, die von allen Culrurlandern in litt l Über Anzahl herbeigeströmt waren, um sich mit ihren IM Id en GefinnuvgSgenoflen über die Angelegenheiten ihres M|chl»chtS zu berathen
Die Machte des Dreibundes: das stammverwandte Vlftlkrreich und das uns politisch verbrüderte Italien Blüten vorzügliche Vertreterinnen der weiblichen Interessen gjilanlH. Da war zunächst Frau Therese Schlestoger- «cksti'in (Wien), eine energische, klare Persönlichkeit, welche Hü Alrbeiterinnen-Enquete in ihren Ursachen und Resultaten ■il lngischtr Kürze darlegte. Den Ruf der Wiener Gemüth- Mihi rechtfertigte Frau Metßuer«Diemer gleich am AizithungSabend durch die herzlichen Worte, mit welchen fie Str Gastfreundschaft der Berliner Lob zollte.
MlS sehr sympathische Persönlichkeit erwies sich auf dem llmgnkß die Signorina Dottoreffa med. Montessori (Rom), 1 Wli tcim) den angesehensten italienischen Städten abgeordnet, ' li'mh! die Angelegenheiten des vierten Standes, wie die der ! Msitzwiden mit Tact und Sicherheit vertrat. Gediegen war
i,er Vortrag, den Signorina Emma Castelbologmefi ' JMano) über Ausbildung und Stellung der Oberlrhrerin iinQhiüen hielt.
Frankreich hatte in den Damen Pauline Dupont,
die fich als einsichtsvolle, von humanen Ideen getragene Pädagogin bewährte, und in Madame Vincent (Paris), die vier Vereinigungen vertrat und ein elegantes Litteratur- franzöfisch sprach, ausgezeichnete Wortführerinnen.
In England, wo die Frauenfrage die meisten prac- tischen Resultate aufzuweisen hat, wo selbst hohe Geistliche und erste Staatsmänner für die' politische Gleichberechtigung de- anderen Geschlecht- eintreten, Halen fich im Laufe der Jahre eine Menge tüchtiger, mit den Aufgaben eine- Son- grrsse- vertraute Rednerinnen herangebildet. Zu den Berliner Verhandlungen hatten sich eingefunden: Miß Park, die über Jugendhorte sprach, Miß Galloway (Glasgow), welche über das Studium der Frauen in Schottland berichtete, MrS. Ormifton Chant, die einen sehr lebendigen Vortrag über die Mäßigkeitsbestrebungen hielt, Miß Georgina Hill, welche den Nutzen der öffentlichen weiblichen Armen« pflege beleuchtete, Miß Helen Blackburn, welche Über den jetzigen Stand des Frauenstimmrechts in England reserirte, MrS. Bright, die unS sagte, wa- die Frauenliga für das Stimmrecht in Großbritannien und Irland anstrebt, und MrS. A. Lockwood, deren Vortrag sich mit den politischen Rechten der Frauen in den Vereinigten Staaten beschäftigte.
Eine sehr tüchtige Kraft stand in der Holländerin Frau Haighton da, welche gleich am BegrüßungSabend einige paffende Worte fand und dann am vorletzten Tage über das Wahlrecht der Frauen in Holland sprach.
lieber den noch wenig gekannten Culturstand von Portugal und Armenien enthielten die Reden der Frl. Luise Ey (Porto) und der Dr. med. Margareth Melik Be glar« janz (TifliS) intereffante Aufschlüsse, lieber Univerfitats- curse für Frauen in Rußland berichtete Frl. E. Schaffe (Petersburg), und ein günstiges Bild vom Stand der Frauenbildung in Ungarn und dem ersten Mädchenghmnafium in Budapest, daö in diesem Monat mit 80 Schülerinnen eröffnet werden konnte, entwarf Herr Profeffor Dr. Alexander Bernhard.
Von deutschen Frauen kommen zunächst die Haupt-
Leiterinnen in Betracht: Frau Stadtschulrath Minna Cauer, ans der eine große Aufgabe ruhte, die außer ihren Prä« fidiumSpflichten noch den Verkehr mit der Presse zu regeln hatte und thatiächlich ihre Augen und ihren Rath überall haben mußte, ferner die rührige Frau Lina Morgenstern, deren Verdienst um die Berliner Volksküchen stets un« geschmälert bleiben wird, die tapfere Frau Hauna Bieber- Böhm, welche in der Sittlichkeitsfrage, die zu vertreten eben keine gerade dankbare Aufgabe ist, unentwegt ihr Programm verficht.
Die Rechtsfragen wurden behandelt von Frl. Amita Augspurg (München), Frau Marie Stritt (Dresden), Frau Sera Proelß (Berlin). Letztere hielt einen ausgezeichneten Vortrag über „Deutsches Familienrecht". Shakespeares Porzia gehört nicht mehr dem Reiche märchenhafter Poesie an, fie wandelt im Sonnenschein der Wirklichkeit und dürfte noch manchem Tribunal zu schaffen machen.
Bildungsfragen im Allgemeinen, wie Frauenstudium, vethätigung der Frauen in Kunst und Litteratur wurden be» handelt von Frl. Ottilie von Bistram, welche über das Karlsruher Mädchengymnasium und die Ursachen seiner Gründung berichtete, von Dr. Käthe Schirmacher (Paris), Dr. Ella Mensch (Darmstadt), Frau Hermine von Preuschen-Telmann (Rom), die uns einen fein- finnigen Extract aus dem Capitel „DaS Kunststudium der Frau" bot, Frl. Natalie von Milde (Weimar) u. v. a.
Jedenfalls hat dieser Congreß, dem in Berlin von Seiten der Behörden, in erster Linie vom Magistrat, der zu den Sitzungen den RathhauSsaal bewilligt, höchst sympathisch begegnet wurde, gezeigt, daß auch die deutschen Frauen fich über die großen socialen und wirthschaftlichen Fragen klar zu werden beginnen, daß fie daS Bedürfniß und die Kraft nach Eigenentfaltung verspüren und in dem gewaltigen Ringen der Zeit, in den inneren EntwickelungS- kämpfen ihre Stellung einzunehmen wünschen.
|t, Damit 8 W. V um des R« irrk
Stier’
lj vorher in
itbtn 8»««'*’ «L, *
L n,rr
&*
t*1
d<-///
Iiice-Schuie in Gießen.
öeyimt des Winter-Semesters am 13. Oktober.
S Aufnahme der Schülerinnen am 12. Oktober, 10 Uhr.
Auszug aus dem Unterrichtsprogramm:
I. Klaffe: Englische und französische Conversation, Bügeln, weibliche Handarbeiten; 10 Wochen; 50 Mk.
2. Klaffe: Hand- und Maschinennähen, Sticken u. s. w., Bügeln, oder Kleidermachen und Bügeln; 10 Wochen; 20 Mk.
8. Hand- und Maschinennähen, Flicken, Stopfen, Weißsticken,
Fach- und Freihandzeichnen; 10 Wochen; 15 Mk.
Ausführliche Einzeleurse:
k NüiQÜiche Curse für Lehrerinnen (40 Mk.), im Weißnähen oder Kleidermachen (30 Mk.), im Sticken (12 Mk.).
2^.monatliche Curse im Bügeln oder Kunstwaschen (12Lstk.), in französischer und englischer Conversation (je 20 Mk.), Kochcursus (50, Vormittage 36 Mk.).
'Ned ruckte Programme sind durch den Vorstand oder die ONKIelhrerin, Fräulein Möser, erhältlich. 7898
W
Eisenwerke Hirzenhain u. Lollar Eisengießerei unb Maschinenfabrik
Hirzenhain Aditi-Uima Hirzenhain oberhissen cAUllJCUUliy Oderhessen
Landwirtschaftlicher Maschinen
Ghstpressea Keklkvprtffttt ferner
Srockklmühlk« kutterschskiLiiiaschilleil
Weivpreffkil ApfklmShleii ferner 8025
Kartoffklqilktsihk« Mcksklmaschillm
größtes Lager fchuellste Lieferung
liefern billigst in bewährtester Construc- tiou und solider Ausführung.
ÄWK Prospecte grätig und franco. W8W».
Wlntereemeeter.
4. November.
|KehTrdiiche Anzeigen |
Submission.
Für die Großh. neuen Kliniken in Gießen soll die Lieferung von:
600 Centner Speisekartoffeln und
20 Centner gebrochener Aepfel wiederholt auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungsbüreau der neuen Kliniken an den Wochentagen Vormittags von 10—12 und Nachmittags von 3—5 Uhr eingefchen werden.
Offerten sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Donnerstag den 15. October 1896, Mittags 12 Uhr, auf dem oben erwähnten Büreau einzureichen.
Zuschlag erfolgt am 20. October 1896.
Gießen, den 9. October 1896. Großh. Verwaltungs - Direction der
Neuen Kliniken. 8956
Empfehlungen.
Herrenhemden
nach Maaß oder Muster werden unter Garantie des guten Passens in kürzester Zeit geliefert. Reiche Auswahl in Stoffen und Einsätzen. 8693 Geschw. Heerz, Neuenweg 7.
Echte
Holländer Cigarren
in vorzüglichen, preiSwerthen Qualitäten empfiehlt
Philipp Weiler. Havsnua-Haus
Markt 1. 8564
Faponniren
von Damen- und Kinderhüten besorgt
rasch und billigst 8663
A. Fangmann, Babnbofstr. 29.
Normal Hemden
Jacken und Hosen
in großer Auswahl sehr billig.
Auswahlsendungen.
8108
Leih-Bibliothek
E. Seuling, 8462
Mech. Strickerei, Wetzsteinstraße 45.
Zitherlehrer
Adolf Arnold Giessen, Neuen Bäue 16. Kunstgerechter Unterricht nach anerk. bester Methode.
Lager und Besorgung aller Musikalien, Bücher, Instrumenten, Saiten etc. — Cataloge gratis. —
von Karl Krebs
Schuletrasse Nr. 10
300 neue Bände.
gatalog
steht unentgeltlich su Diensten.
WuiMiM
Pulver, Schrot, Hülsen rc., gelad. Patronen, mit Pulver Nr 4 der KölN'Rottweiler Pulverfabriken, total gasdicht, mit innerer Metallhülse, p r 100 Stück Mk. 6.60, einzeln Stück 7 Pfg., empfehlen
Brüder Schmidt,
8208 SelterSweg.
Bettsedern
werden gut und billig gereinigt.
J. Arnold Wwe.,
8919 23 Asterweg 23
vormals Frau Mahta, geb. Wagner.
LlLnstz und Ratten werden schnell und sicher ge- tödtet durch Apoth. Freibergs (Delitzsch) Rattenkuchen.
Menschen, Hausthieren und Geflügel unschädlich. "Wirkung tausendfach belobigt. Dos. 0,50, 1,00 und 1,50 in der Hirsch- Apotheke, Otto Schaaf, Giessen. 8055
JO
Matronen _ sorgfälttgft geladen 5 Gal. 16 JL 6.50
Cal. 12 JL 8.50 per 100 etft«.
Waffen, Munition unb Jagd- geräthe empfiehlt 6888
A viekorS, Zchaujcugr.8.
Möbel-Transport » Joh. Kessler donnenstr. 5, Giessen. Eigenes Fahrwerk.
Im Krautschneiden hält sich bestens empfohlen
J. Carlä, Bruchstraße.
AM' Bestellungen werden angenommen bei Frau Roll Wwe., Kanzleiberg 5, «. Heuser, Ludwigstraße 36, Lehrmvnd, Neuenweg 36, H. velloss, Altcestraße 20. 8994


