♦ * Srueiumnge«. Seine Sgl.Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgft geruht, den LehramtSasseffor Dr Georg Jacob za ÄlSfc-ld zum Lehrer an der Realschule daselbst, den LehramtSaffesior Ludwig Hasselbaum zu Darmstadt zam Lehrer an dem Realgymnasium daselbst, den Lehramt», assessor Ludwig Balser zu Darmstadt zom Lehrer an der Realschule daselbst und den LehramtSasseffor Joseph EuderS zu Oppenheim zum Lehrer an der Realschule daselbst zu nrv.untn. •
* * Ernannt wurde am 2. Januar 1896 der HilfS- brrmser bet den Oberhesfischen Eisenbahnen Wilhelm Köhler auS Queckborn zum Bremser bet diesen Bahnen.
• * Von dem Ausschuß für dte Feier der 25. Wiederkehr deS Jahrestage» der Wiederaufrichtuug de» Deutschen Reiche» erfahren wir, daß das Programm für den am Sonntag den 19. d. M. stattfindeudeo Festact, wie für den FestcommerS nunmehr in allen Einzelheiten festgestellt ist. Der — ohne Restauration — tu SteinS Saalbau stattfindende F e st a c t, bet welchem auch Damen willkommen find, wird eine Ansprache d«-- Herrn Prof. Dr. Köstlin (des württembergischen Feld- p edtgerS im Kriege 1870/71) zum Mittelpunkts haben und daneben noch Vorträge vereinigter htefiger Gesangvereine darbieten, welche letztere ihre Mitwirkung auch für den am Abend stattfindenden EommerS in dankenöwerther Weise zugesagt haben. Wenn schon beide Säle in Steins Garten nutzbar gemacht werden sollen, so hat der Festausschuß doch geglaubt, den freien Eintritt zu beiden Veranstaltungen in der Weise regeln, insbesondere auch einer Ueberfüllung des Locales und vergeblichen Gängen dadurch vorbeugen zu wüsten, daß dafür zuvor schon, und zwar lediglich nach der Reihenfolge der Anmeldung, Karten auSgegeben werden, welche ausschließlich zum Eintritt in die Festräume berechtigen. Mit Bezug auf die Bekanntmachung deS Festausschusses im Jnseratentheile können wir danach unseren Lesern auch an dieser Stelle nur empfehlen, ihre Wünsche, ob für Festact, oder EommerS, oder für Beides, möglichst bald, mündlich oder schriftlich, auf Z mmer Nro. 15 der Bürgermeisterei zum Ausdruck zu b tagen.
* * Genetti Herein. Zu dem gestrigen dritten Coucert des EoncertoereinS war eS der Concertleitung gelungen, das berühmte und von seinem letzten hiefigeu Auftreten im Winter 1894 her noch in bester Erinnerung stehende Künstlerensemble der Herren Max Pauer (Pianoforte), Florian Zajic (Violine) und Heinrich Grünfeld (Cello) zu gewinnen, ein Umstand, der allein schon genügen konnte, dem Concert einen guten Besuch zu sichern, denn ein Jeder, der diese ausgezeichneten Künstler in ihrem vorigen hiesigen Concert gehört hat, hat sicherlich diese schöne Gelegenheit, sich einen wahren Kunstgenuß zu verschaffen, nicht unbenutzt vorüber gehen lassen. Das gestrige Concert wurde eingeleitet durch Beethovens Trio in D-dur, opus 70, 9tr. 1, — (nicht Nr. 2, von dem irrthümltcher Weise sogar die Bezeichnungen der Tempi auf dem Programm abgedruckt waren) —, hierauf folgten Solostücke für die drei einzelnen Instrumente und den Schluß bildete Schuberts großes Trio in B-dur, opus 99, ein Werk, da» an die ausführenden Künstler außerordentliche Anforderungen stellt und an Schwierigkeiten jeder Art auf dem Gebiet der Kammermufik- Literatur feines Gleichen sucht. Was die Wiedergabe zunächst der Velden Trios anbetrifft, so war dieselbe eine auögezeich- n le, ja, wir möchten fast sagen, mustergültige. In der t chmschen Behandlung zeigten sich die Herren als Meister in des Wortes voller Bedeutung, das Zusammenspiel war ü'ocrull präclS und sicher, und der Vortrag so abgerundet und bis in die kleinsten Details ausgearbeitet, daß demselben, mag er nun von der ersten Probe an dagewesen oder erst d>e Frucht eines längeren Zusammenspiels fein, unbedingte» Lob gezollt werden muß. ES war ein Genuß, diese beiden
dem Eingangs gedachten milden Zweck „durch Schüler des hiesigen Gymnasiums SamStag den 14. Januar 1871, Abends um 6 Uhr, im Leib'schen Saale: Wallensteins Lager (dramatisches Gedicht von Schiller) und hierauf: Kurmärker und P carde (Genrebild in einem Act von Schneider), unter Begleitung eines aus Gymnafiasten gebildeten Orchesters zur Aufführung gelangen würden. BilletS ä 30 Kr. (im Saale) und ä 18 Kr (auf der Gallerie) feien an der um 5 Uhr eröffneten Kasse und vorher bei Herrn Roloff (am Lindenplatz) zu haben." Die Eintrittspreise waren gewiß bescheiden/ denn 30 Kr. find ungefähr 85 Pfg. und 18 Kr. 50 Pfg. nach unserem heutigen Gelbe. Wenn trotzdem unsere Brutto-Einnahme 312 fl — 536 M k. betragen hat und nach Abzug aller Unkosten 244 fl. — 427 Mk. an daS HilsScomii« abgeliefert wurden, fo kann sich Jeder, der den damaligen Leib'schen Saal noch in der Erinnerung hat, leicht vorftellen, welch ein Gedränge am Abend der Vorstellung dort herrschte.
(Schluß folgt.)
Dik heilige Stabt brs Isla«.
Die mohammedanische Weltreligion besitzt allerdings eine ganze Menge berühmter und geweihter Stätten, aber deren belligste ist und bleibt doch Mekka, die e'gentliche religiöse Hauptstadt der ganzen mohammedanischen Welt. Zwei Eigenschaften haben dieser an sich gar nicht so bedeutenden Stadt ihre specielle wichtige Rolle für die Bekenner deS Islam verliehen, Mekka ist erstlich der Geburtsort des Begründer» der mohammedanischen Religion, und dann die Stätte, welche die Kaaba, dos alte Nationalelgenthum der Araber, in sich schließt, und diese Doppelbedeutung Mekka» erhebt die Stadt weit über ihre anderen Rivalen im Kampfe um die Gunst und die Bewunderung Seiten» der Gläubigen. Ist doch das Geheiß de» Propheten, es solle jeder Moslem wenigsten» einmal in seinem Leben die Kaaba und hiermit also die Ge- burtSstadt Mohammeds besuchen, eine der Grundsatzungen de» islamitischen Bekenntnisse», welche noch heute von Hundert
herrlichen Ensemble • Nummern anzuhören und der reichliche Beifall, den beide Trios fanden, wird den Künstlern der beste Beweis für bte Vorzüglichkeit ihrer Leistungen fein. Die eingelegten Solonummern hatten in der Hauptsache wohl den Zweck, Abwechselung zu bringen und den Künstlern vor allen Dingen Gelegenheit zu bieten, die virtuose Seite ihres Können» zu zeigen. Daß ihnen die» in hohem Maße gelungen ist, beweist der außerordentliche Applaus, den jeder einzelne dieser Vorträge erweckte, wenn dieselben zum Theil auch nicht den Geschmack aller hiesigen Kunstfreunde getroffen haben mögen. DaS Publikum ließ mit seinen Betfallsbezeugungen nicht eher nach, als bis jeder der Herren sich zu einer Zugabe herbellleß und zwar spielte Herr Grün seid ein Menuett von Balenfiu, Herr Pauer ein Scherzo von Mendelssohn und Herr Zajic daS herrliche Biolinsolo auS dem zweiten Act von Kreutzers Oper „DaS Nachtlager von Granada". Wir können den heutigen Bericht nicht schließen, ohne den lebhaften Wunsch, die geschätzten Künstler recht bald wieder in unserer Stadt als Gäste zu begrüßen.
* ♦ Theater Verein In Folge vielseitig eingelaufener Beschwerden ficht sich der Vorstand deS Theater-BereinS ver- anlaßt, seine geschätzten Mitglieder und vor allen Dingen die verehrten Damen zu bitten, Mäntel und Hüte nicht mit in den Theatersaal zu nehmen, da dadurch der, für jede Person ohnehin nicht übermäßig berechnete Raum noch mehr verkümmert wird. Die Garderobenverhältnisse de» Theater- VereinS sind fast als ideal zu bezeichnen, vier Räume von zwölf dienstbaren Geistern belebt, stehen zur Verfügung und wenn nicht leider die Mehrzahl der Besucher knapp vor Anfang der Vorstellung abgefertigt sein wollte, würde sich alles noch weit glatter abwickeln. Sollte nun aber aus irgend einem Grunde diesem freundlichen Ersuchen von Einzelnen doch nicht entsprochen werden können, so wird doch vorausgesetzt, daß keine Dame den Hut im Theatersaal aufbehält, da dadurch den Hinterfitzenden der Blick zur Bühne gesperrt wird. Dieser Bitte enlgegenzukommen ist so einfach und die Bitte selbst so bescheiden, daß der Vorstand im Interesse Aller unbedingt auf Erfüllung derselben sehen maß. Gleichzeitig würde eS sich auch sehr empfehlen, wenn die Besucher ihr Kommen so einrichteten, daß um 7*/, Uhr der Anfang ohne Störung stattfinden kann. AuS Rücksicht für die Künstler, die oft zum Theil noch an demselben Abend Gießen verlassen, muß zur festgesetzten Stunde daS Zeichen zum Anfang gegeben werden.
* * Deutscher und Oesterrelchischer Alpeuvereiu. Der gestrige Sonntag wurde von dem Alpenoeretn zu einem TageSauSflug auf den DünSberg benutzt. Schien doch schon seine kalendarische Stellung zwischen HyginnS und Hilarius einer symbolischen Deutung auf den Einfluß einer gesunden Leibesbewegung auf die Heiterkeit deS GemüthS zugänglich zu fein. Ueber ein Viertelhundert Mitglieder und FrrUnde deS Vereins, verstärkt noch durch werthe Genossen aus Wetzlar, hatten fich in zum Theil fehr echter Ausrüstung um 8 Uhr an der Lahnbrücke versammelt. Ließ schon die zunehmende Bewölkung TagS zuvor keine klare Aussicht erhoffen, so wurde doch die damit verbundene Temperatur- zunayme auch von den abgehärteten Gletfchermännern angenehm empfunden. Konnte man doch fo den ganzen Tag über den Mantel vorsorglich im Rucksack verpackt halten. Die noch festgefrorenen und nahezu fchneefreien Wege ermöglichten ein müheloses, rasches Wandern über den Vetzberger Hof nach Fellingshausen. Der etwa 10 Ctm. tiefe Schnee des DünS- bergß war körnig, sodaß nur die kurzen, stellen Partien vor und über den Ringwällen einige Anstrengung kosteten und ungeübten Touristen die von den anderen erwünschte Gelegenheit zur Aufführung drolliger ©eenen boten. DaS dunstige Wetter gestattete, auf dem Gipfel fich ohne zeitraubende Rücksicht auf den Fernblick mit vollem Behagen dem
taufenden gläubiger Mohammedaner streng befolgt wird, wenngleich zu den Glanzzeiten des Islam die Sitte des Mekkapilgern» eine weit verbreitetere war, als jetzt.
Mekka liegt In der arabischen Provinz HedschaS, in einem engen, unfruchtbaren, von kahlen Höhen umschlossenen Thale, durch welches daS Flüßchen Wadi el Tarafeyn fließt. ES weist ziemlich breite, aber ungepflasterte Straßen im Berhältniß zu den meist engen Gassen der anderen mohammedanischen Städte auf, feine fast durchgängig steinernen Häuser find oft drei Stockwerke hoch — ebenfalls eine Seltenheit int Orient — und hauptsächlich für den Aufenthalt der Pilger eingerichtet. Die Beherbergung und Verpflegung der jahraus, jahrein aus allen Theilen der moham- medanischm Welt in Mekka eintrcffenden Pilger (HadjiS) bildet denn auch neben dem schwungvoll betriebenen Tauschhandel mit allerhand Reliquien, Rosenkränzen u.f.ro. beinahe die einzige Beschäftigung und Erwerbsquelle der etwa 60,000 Einwohner der Stadt. ES gibt zwar einige Töpfereien und Färbereien, aber sonst existiren in Mekka, sieht man eben von der verhältnißmäßig bedeutenden Fabrikation von Rosenkränzen ab, feine Manufakturen, die Bewohner der heiligen Stadt Haden ja in der Ausnutzung der frommen Pilger die einträglichste und bequemste Beschäftigung, die fich denken läßt. Der jährliche Geldzufluß nach Mekka in Folge der Pilgerzüge ist auf durchschnittlich 60 Millionen Mark berechnet worden, eS kommt also auf den Kopf der Einwohnerschaft Mekka» ein durchschnittlicher Verdienst von 6000 Mk. auS dem Verkehr mit den Pilgern, wa» am Ende nicht nur für orientalische Verhältnisse eine außerordentliche Summe darstellt. Zur Zeit der eigentlichen Pilgerfahrten gestaltet fich Mekka zu einem der größten Märkte de» Orients, auf welchem sich die Producte fast aller mohammedanischen Länder kreuzen. Hafenstadt ist dos zehn Meilen in nordwestlicher Richtung entfernt gelegene Dschedda ober Dschidda, wohin eine ziemlich gute Straße führt. Die sanitären Verhältnisse Mekka» find, da eS an gutem Trinkwasser absolut mangelt und Alle» nach der Gewohnheit deS Orient» i« Schmutz starrt, wenig günstige, daS Zusammenströmen großer Pilgermassen gerade zur Zeit der größten Hitze in der Stadt
Genuß de» Frühstücks zu widmen. Nun ging e» hinab nach der Obermühle, jenseits wieder hinauf und am Waldrand her nach Bubenrod, wo die liebenswürdige Wirthin eie einfache», kräftiges Mahl bereit hielt. Der Rückmarsch durch baß Schwalbenbachthal und über Kinzenbach wurde daher erst um 4 Uhr angetreten. Ein Theil der Gesellschaft liifc eS sich dabei nicht nehmen, der rothpuuktirten Nebenlinie folgend, dem Himberg noch einen Besuch abzuftatten. Zeiten für einigermaßen rüstige Wanderer: Gießen (Ladnb ücke)—vetz- berger Hof — Fellingshausen — DünSberg 21/, Stunden,- DünSberg—Obermühle (birect ohne Berührung der Rehmützle) nach Bubenrod 1 Stunde 40 9Rtn.; Bubenrod—Himberg— Kinzenbach — Heuchelheimer Mühle — Gießen (Lahnbrücke) 2^ Stunden, Summa 6 Stunden 25 Min.
* * Hessischer Fechtverein „Waifenfchntz". Der Verband Gießen hält am 1. Februar l. I». tm Caf6 Leib einen Maskenball ab. Die Veranstaltungen des Verein» erfreuen fich großer Sympathie und fo ist zu hoffen, daß auch dieser Maskenball sehr zahlreich besucht wird, insbesondere da da» Erträgniß einem Überaus guten Zweck, der Unterbringung speciell hessischer Waisen, dient.
* * Ein Gießener Student al» Bühnenschriftsteler. Der Tag der Aufführung von „Frühling" in Marburg wird im „Gießener Anzeiger" bekannt gegeben werden. Der Intendant einer auswärtigen Bühne wohnt der Erst-Auf- führung bei.
* • Diebstahl. Bei einem hiesigen Dienstmädchen fand sich am Samstag Abend ene unbekannte FraueuSperfou ein, stellte fich als Landsmännin vor und bat um ein Darlehen von 2,50 Mk., um nach ihrer H imath reifen zu können. Da e» schon spät war, bewog da» Dienstmädchen die Fremde, bis zum anderen Morgen bei ihr zu bleiben, was dieselbe auch that. Nachdem die Fremde den Morgenkaffee getrunken und da» gewünschte Darlehen erhalten hatte, verabschiedete sie fich unter vielem Dank. Später entdeckte da» Dienstmädchen, daß mit ihrem Gaste auch ein Kleid, ein Hat und eine Menge andere Kleidungsstücke tm Werthe von circa 80 Mk. verschwunden waren.
— Mendorf a. d. Lba, 10. Januar. Der Gründung deS deutschen Reiches vor 25 Jahren will der hiesige Kriegerverein am Abend de» 19. Januar gedenken. Zu diesem Zwecke versammeln fich die Mitglieder genannten Verein» mit ihren nächsten Angehörigen in der Zinßer'schen Wirthschaft. Die Unterhaltung soll durch Claviervorträge und Gesänge belebt werden — Der Bienenzüchterverein „Lumdathal", der jüngste Zweigverein de» Oberhesfisden Bienenzüchterverein», hält Sonntag den 19. d. M., Nachmittag» 3 Uhr, in ter Otto'schen Wirthschaft dahier eine Versammlung ab, in welcher der Präsident de» Verein» einen Vortrag halten wird.
x Londorf, 10. Januar. Nächsten Sonntag, Nachmittag» 3 Uhr beginnend, wird unser Kriegerverein eine Gedenkfeier zur Ecinneruug an die Gründung de» deutschen Reiche» in dem Jordan'schen Saale dahier veranstalten, wozu auch auswärtige Vereine geladen sind- die Feier soll mit einem Balle schließen.
H. Hungen, 11. Januar. Dahier plant man die Errichtung einer RohstoffEin- und VerkaufSgenossen- schäft. Die Anregung kommt von den Mitgliedern der Molkereigenossenschaft und dürfte die Gründung in der Kürze erfolgen.
§ Ober-MooS (Kreis Lauterbach), 11. Januar. Mit welchen Schwierigkeiten gegenwärtig die Holzhauer bei ihren Arbeiten in Folge des hohen Schneee», der Kälte, besonder» auch noch de» öfter» herrschenden Nebel» zu kämpfen Haden, zeigt folgendes Vorkommniß. E,ne Holzhauerrotte au» ceot benachbarten Freiensteinau, 16 dis 18 Mann stark, war
Mohammed» stempelt dieselbe denn auch zu einem der Seuchen- Heerde des Orients, von dem aus namentlich die Cholera schon oft ihren unheimlichen Zug angetreten hat.
Mekka steht unter einem eigenen Sheris, neben welch-» der türkische Gouverneur nur nominelle Macht besitzt, ja, unter den Beduinenstämmen Arabien» ist da» Ansehen de» Sheris» der heiligen Stadt fast durchgängig ein wett größere», al» jene» de» Padifchah in dem entfernten Stambul. Zur Zeit, da Mohammed geboren wurde (570 n. Ehr. Geb.) stand Mekka und das umliegende Gebiet unter der Herrschaft der Koreischiten, welchem mächtigen Stamme der Prophet selber angehörte. Die einflußreichen Persönlichkeiten der Koreischiten waren indessen der von Mohammed verkündeten wunderbaren neuen Lehre abgeneigt, vielleicht, weil sie von derselben eine Bedrohung ihrer politischen Machtstellung befürchteten. Sie legten darum dem Fortschreiten de» v n Mohammed begonnenen Werke» allerhand Hindernisse in den Weg und feinbeten schließlich ihn selber dergestalt an, daß fich Mohammed 622 zu der Flucht nach Medina entschloß, die bann al» eigentlicher Anfangspunkt ber islamitischen Bewegung so berühmt geworben ist. Aber schon 627 konnte Mohammed seinen triumphirenden Wiedereinzug in seine GeburtSstadt halten und von da verbreitete sich die von ihm verkündete neue Lehre reißend schnell. Nach dem lobe be» Propheten warb Mekka da» Erbtheil feiner Nachkommen, bereu Haupt unter dem Titel eine» Großsherif regierte. 930 eroberten bte Karnathier bte heilige Stadt später nahmen die osmanischen Sultane den Titel al» Beschützer ber heiligen Stabt Mekka an unb ernannten ben Großsherif au» ber Mitte ber Sherife, doch war ber Einfluß ber Sultane auf bte Verhältnisse in Mekka stets nur ein höchst beschränkter. 1803 wurde Mekka von den wilden Wahabite» erobert, 1813 aber ging sie in ben Besitz be» Qtctfßrig» Mehemeb Ali von Egypten über, doch schüttelten die Sherise 1840 da» egtzptische Joch wieder ab.
(Schluß folgt.)


