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Berlin. 11. December. Die Berliner Stadtverord- neten-Bersarnmlung überwies die Magistraisvorlage, betr- ffer.b die Uedernahme einzelner Zweige der Polizetver- waliung, insbesondere der WohlfahrtSpolizei, in die städtische Berwaiiung an den Ausschuß.
Berlin. 11. December. Die coulervativen Mitglieder der Lehrerbesoldungscommission brachten in der heute Nachmittags begonnenen zweiten Lesung eine Resolution ein, die Regierung zu ersuchen, dem Landtage baldigst ein allgemeines auf christlich confesfioueller Grundlage beruhendes Volks Schulgesetz vorzulegen.
Köln, 11. December. Nach hier vorliegenden Meldungen auS Berlin erklärte der Eisenbahnminister in der Sitzung des LaudeseisevbahnratheS, daß der Rohstofftarif mit dem 1. April 1897 auch auf Brennstoffe, Kohle, Coats und Braunkohle ausgedehnt werde. Die Vorlage betreffend Erztarrfe wurde auf v. Stumm gegen die Anträge erhobenen Einwendungen zur nochmaligen Prüfung an den Ausschuß zurückoerwtesen.
Bremen. 10. December. Fast alle Hoffnung ist geschwunden, daß bei dem in der Nähe von Cap Corrubedo an der spantichen Küste erfolgten Untergang des Norddeutschen L vyddampferS „Salier" Menschenleben gerettet worden find. Der am 28. November von Bremerhaven abgegangeue Dampfer langte letzten Montag in Toruna an, nahm noch Passagiere auf und fuhr Nachmittags nach B'llagarcia weiter. Do.t hätte er Dienstag früh eintreffen müffcn, muß aber schon in der Nacht vom Montag auf Dienstag durch den furchtbaren Orkan auf Untiefen geschleudert und hier mit allem v rloren gegangen sein. Nur schwach find die Hoffnungen, daß noch Menschen gerettet werden können, wenn auch ein HülfSdampser nach der vermuthltchen Unglücksstelle abgegangen ist. Große Trauer herrscht besonders in Bremer« Haven, dort und in der Umgegend ist zumeist die Mannschaft zu Hause, die auS 65 Köpfen bestand. Aus Bremerhaven stammten v. A.: Capitän H. Wempe, der 1. Offizier Andreas Caftiischer, der 2. Offizier Conradtn v. Moor, der 3. Offizier He mich GehrelS, der 4 Offizier Christel Eyben und der Obermaschtuist Johann Sellmann. Zur Besatzung zählten u. A. noch der Arzt Dr. Ernst Schmidt aus Barmen und der Zahlmeister Hermann Schilling. DaS Sch ff, auf welches gehandelt wurde und das daher vielleicht bald verkauft worden wäre, wurde im Jahre 1875 aus Eisen gebaut auf EarleS Werft in Hüll. Es war 3214 RegistertouS Brutto und 2000 Tons Netto groß. Die Länge betrug 351, die Brette 39 und die Raumtiefe 32 Fuß englisch. Die Maschinen in* dicirten 2300 Pferdestärken. Das Schiff stand jedenfalls nur noch sehr niedrig zu Buch. Die Versicherung trägt der Nordd L oyd bekanntlich selbst.
Bremen. 11. December. BöSmannS Bureau kann die Gerüchte, die Anzahl der Paffagtere des Dampfers „Salier" betrüge 4—500, für vollkommen unbegründet erklären. Nach den neuesten Erkundigungen betrage die Zahl der Pasta- giere 214.
Paris, 11. December. In einem Rundschreiben deS HandelSmintsters an die Vorsitzenden der Handelskammern wird insbesondere die Entsendung von Reisenden, die der deutschen Sprache mächtig, nach Deutschland, sowie die Errichtung ze tweiliger Musterlager in großen deutschen Städten empfohlen.
Madrid, 11. December. Der Dampfer „Salier" verließ Corunna, wo er 52 Auswanderer aufnahm, bei schlechtem Wetter. ES kam ein furchtbarer Sturm auf und das Schiff verlor zwei Boote. Der Capitän des spanischen Sch ffes „Iberia" sagt auS, die Wellen seien über 20 Fuß hoch geweien. DaS Sch ff ging in der Frühe deS 8. December unter. 20 Leichen find geborgen und zahlreiche Gegenstände wurden angeschwemmt.
Loudon, 11. December. ES verlautet, der Lohnstreit auf der London North Wefterubahn sei bei gelegt, indem die Gesellschaft zugeftand, daß die entlaßenen Arbeiter, die bis Montag zur Arbeit zurückkehren, wieder eingestellt melden.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 11. December. Die wirthschaftliche Vereinigung deS Reichstages trat heute Vormittag zu« fammen. Zur Verhandlung stand die Margarinefrage. Binvende Beschlüffe wurden vorläufig nicht gefaßt. Die all- seitige Meinung ging dahin, die Margarine-Vorlage in der Faffuug, wie sie vomReichStage angenommen und vom Bundes- rarhe abgelehnt worden sei, wieder einzubringrn.
Berlin. 11. December. Im Justizministerium ist man zur Zeit, wie die „Post" vernimmt, mit der Feststellung einer Geschäftsordnung der Gerichtsschreiber der Amtsgerichte beschäftigt, welche bereits mit dem Beginn deS nächsten Jahres in Wirksamkeit treten soll.
Berlin, 11. December. Die Wahl deS neu gewählten Abgeordneten PeuS (Soc.) ist von der ersten Adtheilung des Reichstags, da mehrere Proteste vorliegen, der Wahl- prüfungS Commission Überwiesen worden. Dagegen wurde die Wahl deö Abgeordneten Dr. Schmidt« Mainz (Ctr.) für giltig erklärt.
Berlin, 11. Deceyiber. Die hiesige Agentur deS Nord« deutschen Lloyd theilt uns mit, daß der Dampfrr „Salier" bei lehr stürmischem Wetter in der Nacht vom 7. auf den 8. dsS. MlS. 4 Meilen nördlich von Billa Garcia vor der Einfahrt in den Hafen in der Nähe von BaffonaS beim Cop Torro Bedo, 21/, Seemeilen vom Festlande entfernt, gescheitert ist. Bei der fürchterlichen Brandung, welche zur Ze t dort herrschte, ist das Schiff auseinandergebrochen, so daß Niemand mit dem Leben davongekommen sein dürfte. Tcümmer deS Schiffes treiben bereits ans Land.
Berlin, 11. December. Wie der „Post" geschrieben wird, ist man in gerichtlichen Kreisen erstaunt, daß im Prozeß Leckert-Lützow unter stillschweigender Geneh
migung deS Vorsitzenden deS Gerichtshofes StaatSfeeretär von Marschall gewiffermaßen als Dirigent der Verhandlung und gleichzeitig als Staatsanwalt auftreten konnte. Namhafte Juristen haben bereit» mit Parlamentariern zu dieser Angelegenheit Stellung genommen und man nehme in Juristenkreisen an, daß bei den Berathungen des JustizetatS im Abgeordnetenhanfe der Justizmivister zu diesen Vorgängen sich zu äußern haben werde. Die „Post" bemerkt hierzu: Eine Bestätigung dieser Angaben auS parlamentarischen Kreisen bleibt abzuwarten.
Berlin, 11. December. Die Plenarsitzung deS Deutschen Lan dwirthsch aftSrathS ist für die Tage vom 8.—13. Februar in Aussicht genommen.
Berlin, 11. December. Der Sängerchor des großen Berliner Lehrervereins ist der „Volkszeitung" zufolge vom Kaiser eingeladen worden, am nächsten Samstag im Neuen Palais vor ihm GesangSvorträge zu halten. Der Kaiser habe die Stücke selbst bezeichnet, die et zu hören wünscht.
Hamburg, 11. December. 320 englische Arbeiter, welche auf dem „Fürsten Bismarck" einquartiert waren und deren 14tagigrr Contract abgelaufen ist, wollen die Arbeit niederlegen. Im SeemannShause findet weder eine An« noch Abmusterung von Seeleuten statt. Der Hafen ist von Schiffen überfüllt. E» find etwa 70 mehr als sonst im Durchschnitt vorhanden.
Hamburg, 11. December. DaS Altonaer Landgericht hat gestern einen Arbeiter wegen Nöthigung, verübt gegen einen Strikebrecher, zu einem Jahr Gefängniß verur- theilt. — Die Strikendeu bekunden ihre Ungedu'.d durch Excesie. Auf den Sch'ffm find Schutzleute stationirt.
Leipzig, 11. December. Der Getreidehändler Max Lustig, welcher der Urkundenfälschung, und zwar der Fälschung eines Wechsels über 324,600 Mk., angeklagt war, wurde von der dritten Strafkammer des hiesigen Landgerichts freigesprochen.
TemeSvar, 11. December. Ganz Süd-Ungarn ist infolge der Regengüße der letzten Tage von Hochwasser bedroht. Die Bega ist an vielen Punkten ausgetreten. Bei Oravicza wurde der Eisenbahndamm unterwaschen, wodurch ein Zug entgleiste. Drei Last- und ein Personenwagen wurden zertrümmert, jedoch ist Niemand verletzt.
Pari», 11. December. Madame Furtado-Heine, die bekannte große Wohlthäterin, ist gestern Abend gestorben.
Pari», 11. December. Der Erfinder deS Dynamits, Nobel, ift gestern in San Remo gestorben.
London, 11. December. Dem Londoner Lloyd wird mit- getheilt, daß ein englischer Dampfer, von London nach dem Cap unterwegs, in der Bai von Saltdantia unter - gegangen sei. 14 Mann find ertrunken.
Antwerpen, 11. December. Der englische Dampfer „Lington", dem englischen Rheder Holmann in London gehörig, welcher am 1. December Gibraltar verlaßen hatte und seitdem auf der Reise hierher begriffen ist, ist vorläufig verschwunden. Bon dem Dampfer ist bisher keine Nachricht hier eingelaufen.
Berlin, 12. December. Dr. Esser ist von seiner Forschungsreise nach Kamerun hierher zurückgekehrt. Derselbe plant die Gründung einer großen Cacaoplaniagen- Gesellschaft für Kamerun. An der Spitze deS Unternehmens dürfte voraussichtlich Spengler, der Biceconsul von Sonetthome, stehen.
Berlin, 12. December. Die Commission deS Abgeord* nelenhauses zur Berathung des Gesetzentwurfs über die Schuldentilgung und den Ausgleichfond- berieth gestern den § 3 und begann die Berathungen mit einer grundsätzlichen Aussprache über den Ausgleichfonds, in der Finanzmiuister Miquel wiederholt zur Bertheidigung deS Ausgleichfonds das Wort ergriff. Ein endgültiges positives Ergebniß wurde nicht erzielt, vielmehr wurde eine Subcommission, aus 5 Mitgliedern bestehend eingesetzt, der die Anträge des Dr. Sattler und Frhrn. v. Zetl tz überwiesen wurden. Diese Sub Commission soll auch darüber befinden, ob der Eisenbahnminifter zu den Berathungen hinzugezogen werden soll. DaS Centrum lehnte die Betheiligung an der Sub-Commission ab. Diese wird am 13. d. M. zusammen- treten.
Berlin, 12. December. Im ReichStage verlautete gestern, daß der BundeSrath daran festhalte, daß die Strafkammern nach Einführung der Berufung nicht mit fünf, sondern mit drei Richtern besetzt sein sollen. Wenn der Reichstag darauf nicht eingehe, würde die Justiznovelle zurückgezogen.
Hamburg, 12. December. Eine Versammlung Bewerb« treibender beschloß, eine Abordnung an den Senat zu senden. Dieselbe soll um Hilfe zur Beendigung des StrikeL bitten.
Gießen, den 12. December.
* • Der Personalbestand an der LandeS-Univerfitat beträgt für da» laufende Wintersemester 626 immatriculirte und 41 nicht immatriculirte, zusammen 667 Hörer. Davon gehören 51 der theologischen, 175 der juristischen, 196 der medicinischen und 204 der philosophischen Facultät av. Der Staatsangehörigkeit nach besuchen 451 Hessen und 175 Richt- Hessen die Vorlesungen.
* * Kirchliche Dienstnachrichtev. Am 19. Novemb.-r wurde dem Pfarrverwalter Sulzbach zu Birkenau, Decanat Heppenheim, die kathoi. Pfarrstelle daselbst übertragen.
• •H. Stadttheater. So oft auch die Poffe „Kyritz* Pyritz" auf dem Repertoir erscheint, so findet sich auch stet» ein für solchen Genuß dankbares Publikum. Auch die gestrige Aufführung des hier schon öfter gesehenen SlückeS hatte sich befriedigender Theilnahme zu erfreuen. Die Posse selbst kann nur durch eine recht packende Wiedergabe ftßeln und den guten Willen dazu bezeugte doS ganze Ensemble. Für die Soubrettenrolle deS SecundanerS Emil T^ülecke war
als Gast Fräulein Cela En riet vom Frankfurter Stadt» theater gewonnen. Ihre Verkörperung diese-, deS Schick-alS- Fäden aneinanderknüpfenden, in Secnndanerliebe schwärmenden- Emil war eine recht erfreuliche und die mit guten Stimm» Mitteln vorgetragenen, fein pointirtrn Gesangseinlagen thaten das Uebrige, um das Publikum für großen Applaus und Dacaporufe zu begeistern. Im Uebrigen machten sich unUre heimischen Kräfte um die Ehren deS Sbends verdient. In erster Linie Herr Director Helm als Bäckermeister Rux-. er erzielte den größten HeiterkeitSerfolg durch feine corrcte Zeichnung dieses Kyritzer Spießbürgers. Ihm zunächst seien die Herren Kunert, Fritzschler, Peickner, Schalter und Leuschner erwähnt, sowie die Damen Helm, Dell- mar, Kruse und Egger. Herr Schröder war etwa« zu altväterisch, fein Peter Lietzow hätte beffereS Exterieur verdient. Die übrigen Rollen waren paffend bes'tzt. Die Gesangsleistungen deS Pyrttzer Terzett» waren mehr al»- drastisch, fanden jedoch gleichfalls Würdigung. Die musikalische Leitung des Herrn Kruse verdient besondere Anerkennung, da eS oft äußerst schwierig war, den Vorsprung oder Abstand aus der Bühne mit den vorgeschriebenen Tacteu der Partitur zu vereinen.
Stadttheater. Die Direction Kruse-Helm bietet AlleS auf, um die letzten Theaterabende noch recht intereßant zu gestalten. Die SonntagS-Ausführung der beliebten Nestroy'schen Poße „Lumpaci-VagabunduS" soll unS die Bekanntschaft eines der bedeutendsten Komiker Deutschlands vermitteln. Herr Han» Portz, der erste Kom ker des Kölner Stadttheaters, tritt hier in „Cumpaci" als „Zwirn", eine feiner besten Rollen, auf. Da dürfte der Direction bei der Beliebheit der zur Aufführung gelangenden Poße ein ausverkauftes HauS gewiß fein. — Sonntag Nachmittag ist noch einmal Kindervorstellung. Gegeben wird „Max und Moritz", ein Bubenstück in 7 Streichen. Da werden sich unsere Kleinen wieder recht zahlreich im Theater cinßnben. — Als. letzte Vorstellung ist für Dienstag in Vorbereitung: „Wilhelm Tell".
* * Fleifchschwuggel. Ein Metzger und Händler au» Leihgestern, welcher öfters Fleisch in hiesiger Stadt zum Verkauf bringt, wurde gestern von einem Schutzmann mit der Lunge und Leber eines Hammels betroffen, ohne einen Gefundheitss chein über das Fleisch vorzeigen zu können, weshalb der Schutzmann die Fleischtheile zur Fleischbeschau in das Schlachthaus bringen ließ. Hier wurden dieselben als vollständig ungenießbar erkannt und dem Abdecker überwiesen. lieber da» von dem Metzger bereits an seine Kundschaft abgelieferte Rindfleisch konnte derselbe ebenfalls keinen Gesundheitsschein vorzeigen.
* * Wenn der Baler mit dem Sohne —! Als in vergangener Nacht ein hiesiger Student beim Zertrümmern einer Gaslaterne abgefaßt wurde, stellte sich die fast unglaubliche Thatfache heraus, daß zu gleicher Zeit auch fein in seiner Gesellschaft befindlicher Vater (ein hiesiger Bürger) sich am Unfug beteiligte, indem er einen Karren quer auf die Kirchftraße schob und solche versperrte.
* ■* Aus Roth? Eine Frau von hier erschwindelte gestern Abend in einem hiesigen Geschäst den Stoff zu einem Anzug im Werthe von 40 Mk. Dem Ladeninhaber kam die Sache etwa- verdächtig vor und er schickte einen jungen Mann nach, wodurch es gelang, den Namen der Schwind- lerin festzustellen. Dem Schutzmanne gegenüber erklärte die Frau, die Noth habe sie zu dieser Handlung gezwungen.
* ♦ Mangel an katholischen Lehrern? Die hessische Schulbehörde sieht sich veranlaßt, wegen de» gegenwärtigen Mangel» an katholischen Lehrern in Hessen auf» wärtige Schulamt»candidaten (au» Oldenburg und Boyern) im Schuldienste zu verwenden. Da die katholischen Zöglinge sowohl in den drei hessischen Srminarien al» auch in den drei Präparandenanftalten in äußerst minimaler Zahl vertreten sind, so dürste der Lehrermangel durch einheiwlsche Candidaten in absehbarer Zeit nicht gedeckt werden, umsomehr, als in Folge der neuen Gehalt» und PensionSregu- Ihung am 1. April 1897 ein größerer Abgang von älteren Lehrern zu erwarten steht.
* • Aus dem Buchdruckgewerbe. In der Bewegung zur Ein- und Durchführung de» Deutschen Buchdrucker- Ta rifS haben der Vorstand des Deutschen Buchdrucker- Vereins und die Prinzipal-Abtheilung deS Tarif Ausschußes der Deutschen Buchdrucker einen bedeutsamen Schritt gethan. Während die Durchführung deS im vergangenen Sommer von Prinzipalen und Gehülfen vereinbarten Lohntarif» in Deutschland im Allgemeinen ohne besondere Schwierigkeiten vor sich geht, setzt in den Provinzen Rheinland upb Westfalen eine Oppositionspartei der Buchbruckereibesitzer alle H del in Bewegung, die Einführung diese» Tarif» zu verhindern und an seiner Statt einen Sondertarif zur Geltung zu bringen, der den Gehülfen bedeutend niedrigere Löhne, als der Deutsche Buchdrucker-Tarif, den Buchdruckereibesitzeru weit günstigere Concurrenzbedingungen bieten soll, al» die anderen Buchbruckereibesitzer sie haben. Hierüber ist e» bereits zu vielen Confltcten zwischen Buchdruckereibesitzeru nnb Gehülfen gekommen. Um nun der Ausdehnung de» Lohn- kriegeS vorzubeugen und den Deutschen Buchdrucker-Tarif, der den Concurrenz- wie den LebenSverhältniffen überall Rechnung trägt, unbeeinträchtigt zu erhalten, Haden die btken genannten Körperschaften in der „Zeitschrift für Deutschland» Buchdrucker" einen „Offenen Brief" an die Buchdruckerei' besitzrr Rheinlands und Westfalens gerichtet. In demselben wird das Gewerbsschädliche deS Vorgehens der Tarifgegner bargelegt und warm für den Deutschen Buchdrucker Taris und für die auf Grund desselben den rheinisch westfalischen BuchdruckergehÜlsen zustehenden Rechte eingrtreten, und schließ' lich wird den Buchdruckereibesttzern dringend an's Herz gelegt, den gemeinsamen deutschen Organisationen der Buchdr^ckcrei- befitzer und der gemeinsamen Tarifsache auch ferner treu zu bleiben. Hoffentlich hat dieser, auf gewerblichem Gebiete wohl einzig dastehende Schritt den Erfolg, in Rheinland und Westfalen den gewerblichen Frieden wieder herbeizuführen


