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mit farbiger Kreide malte. Du Maurier warf ost Geldstück tu seinen Hut. «n einem bitterkalten Morgen hieß er thio die nächste Garküche gehen, wahrend er seinen Platz ein-- nahm und sich erbot, Geld einzusammelv. Während der Abwesenheit de« Straßenkünstlers wischte Du Maurier die schauerlichen Bilder: Schlachtensch'ffe, treue Hunde u. dergl., die der Bettler gezeichnet hatte, aus und fing an, mit Kreide die GesellschaftS'Herren und -Damen zu zeichnen, mit denen „Punch" die ganze Welt bekannt gemacht hat. Die Vorübergehenden blieben stehen und eine reiche Geldernte belohnte den Vertreter. Als der Straßenkünstler nach einer Stunde zurückkam, war er hoch erfreut, so viel Geld tu dem alteu Hut zu finde», aber bedauerte sehr, daß sein Kunstwerk aus- gewischt war. „Das geht au für einige Kunden," sagte er^ indem er sich darau machte, die feinen Salongestalteu auS- zuwtscheo, „aber hier dieser Soldat gesollt allen Leuten," und zeichnete Tommy AtkinS Bild auf da- Pflaster.
• Leimkitt für Steiuarbette», 6I08 mb Porzellan. Man bereitet eine dickliche Lösung von Tischlerleim, d. h. mau quellt Leim in kaltem Waffer aus, erwärmt diese Gallerte uud setzt ihr unter Umrühren so viel frisch zu Pulver gelöschten Kalk hinzu, bis die noch warme Mafie zu dem be- abfichtigten Zwecke dick genug ist. Die Gegenstände, welche gekittet werden sollen, müfien vorher womöglich gelinde erwärmt werden; dann wird erst der warme Kitt dünn auf die Bruchflächen aufgetrageu und diese durch Binden oder Zwingen aneinander gepreßt. Nun läßt man den gekittete« Gegenstand einige Stunden in Ruhe und wischt dann de« über die Fugen herauSgetretenen Kitt mit naffen Lappen weg, weil man ihn sonst, wenn er einmal völlig erhärtet ist, nicht mehr wegbringen könnte. Dieser Kitt wird so fest, daß er dem Wasser widersteht.
• Eine mutige Dame. Der Tochter deS Fabrikanten Lederhausen in Braunschweig ist vom Großherzog von Oldenburg die Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Bei einer Sturmfluth in der Nähe von Cuxhaven rettete die Dame mit eigener Lebensgefahr eine andere Dame aus dem Strome, nachdem fich selbst Fischer geweigert hatten, sich im Boote in die Wellen zu wagen.
Restaurant- iu einem der größeren Bahnhöfe au der Linie Elm—Bebra befand fich dieser Tage iu ganz außeroudent- licher Aufregung und nicht viel fehlte, so hätte er noch die wenigen Haare, die fein Haupt zählte, auSgerauft. Ein Freund traf ihn iu diesem Zustande und fragte theilnehmeud nach der Ursache desselben. „Ach, daS ist wirklich schrecklich", antwortete der Restaurateur mit Thränen in den Augen. „Denken Sie sich, gestern Abend ließen fich vier Herren ein feines Souper geben L 10 Mk. und dann gelang eö ihnen, ohne Bezahlung sich davon zu machen!" — „DaS ist", er- widerte der Freund, „etnt Summe, die ohne Zweifel von Bedeutung ist — aber ich glaube, sie ist nicht so groß, daß Sie darüber so trostlos ..." — „Was?- unterbrach ihn der Restaurateur, „ich soll nicht trostlos sein, weun mein armer Kellner, der dafür haftbar ist, mir die Summe ersetzen muß! Ein Familienvater, mit Frau und 4 Kindern, eine solche Summe — brechen wir ab, mein Herr, ich sehe schon, daß das Leben in der heutigen Zeit auch Ihnen be- reit- da» Herz verhärtet hat!" — Einer von den vier Zechprellern, der Co!porteur Hermann Diener aus Kleinaga bei Gera, welcher in Fulda Vorträge über Sitten uud Gebräuche in Ostindien, woselbst er sich 13 Jahre lang herumtrieb, halten wollte, ist daielbst verhaftet worden.
* Geben Eie mir lieber noch eine« Monat dazu! meinte jüngst der Arbeiter Weh lau zum Vorsitzenden der 136. Ab- theilung deS Berliner Schöffengericht-, al» ihm das auf vier Monate Gefängntß lautende Erkenntniß wegen Beleidigung und Hausfriedensbruchs verkündet wurde. Der Gerichtshof erblickte in dieser Aeußerung eine grobe Ungebühr, die mit einer sofort zu verbüßenden zweitägigen Haftstrafe geahndet wurde.
• Ueber Du Maurier, den ehemaligen Zeichner des „Punch" uud Verfaffer des berühmten Romans „Trilbh" (cer soeben in deutscher Uebersctzung im Verlag von Rob. Lutz in Stuttgart erschienen ist), wird eine Aneedote er- zählt, die bezeichnend ist für da« generöse Temperament dieses Künstlers. Vor einigen Jahren hatte ein seither verstorbener Straßenkünstler seinen Stand in der Hampstead Road, wo er auf dem Asphalt des Bürgersteigs seine grellen Bilder
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• Siegen, S. Decembrr. Ein Raubmordversuch ereignete fich am Montag Abend in der Poststraße. Um diese Zeit kam ein Handwerk-bursche in den Laden deS Schäften- machens Engel, wo gerade der Schwiegervater deS Besitzers allein anwesend war, und verlangte irgend einen Gegenstand zu kaufen. In dem Augenblick, als der alte Mann sich bückte, um daS Gewünschte hervorzuholeu, ergriff der Fremde ein auf der Theke liegendes Schustermeffrr und brachte damit dem Nichtsahnenden eine tiefe Wunde am Halse in der Nähe der Wirbelsäule bei. Der Getroffene rief um Hülfe, worauf der Besitzer des Ladens, der fich mit seiner Familie im ersten Stockwerk beim Abendeffen befand, herbeteilte und von seinem Schwiegervater noch die Mittheilung hörte, daß ein Haudw-rks- bursche ihn gestochen habe, dann fiel der alte Mann iu Ohn- wacht und blieb auch bewußtlos bis zu seinem gestern Abend erfolgten Tode. Der Thäter ist inzwischen davongelaufen, doch gelang es der Polizei, zwei HandwerkSburscheu, einen Metzger und einen Schuster, festzunehmen, die dringend der That verdächtig sind. Sie leugnen zwar, doch ist es ihnen zur Zeit noch nicht gelungen, ihr Alibi nachzuweisen. Der Schuster, der als der eigentliche Thäter gilt und in der Dienstag Nacht in einem Stollen außerhalb der Stadt sich aufgeholten hat, wurde in dem benachbarten Niederichelden festgenommen, der Metzger, der von einem jungen Mädchen als ein Mann wiedererkannt wurde, der um die angegebene Zeit nach der Wohnung des Engel gefragt hatte, konnte an demselben Abend noch auf der Herberge zur Heimath verhaftet werden.
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