dem Gesuche Walldorfs unter eingehender Begründung au- geschloffen und gebeten, falls dtr Stadtverordneten Versammlung deren Zulassung auf dem Marktplatz ablehnen sollte, ihnen das Aufschlagen ihrer Stande auf dem Lindevplatze zu gestatten, da weder der Oswald- Garten, noch der in Vorschlag gebrachte Brandplatz dazu geeignet seien. Eß wird beschlossen, den Gesuchstellern den Ltudenplatz zu überlassen, jedoch mit der Einschränkung, daß an Wocheumarkttagen erst um 3 Uhr Nachmittag- mit dem Aufschlagen der Stände begonnen werden darf.
Frau M. Dampfmawu hat"um Erlaubniß zur Aufstellung eine- Verkaufsstande- in der Vorhalle de- alten RathhaufeS nachg sucht, da sie in dem von ihr nach Eintritt der neuen Marktordnung gemietheten Laden tu der Wetter- gaffe ihre Rechnung n chr findet. — Ein gleiche- Gesuch hat Frau Tommerlad eingereicht, mit dem Anerbieten, dieselbe Miethe zu entrichten, wie für ihren Stand in den Marktlauben. Dtr Marktcommisfion hat beantragt, dm Gesuchen nicht zu entsprechen; es würden, wie in der Begründung angeführt ist, die Bemühungen, den gesummten Marktverkehr in die Marktlaubeu zu concentriren, gekreuzt, ebenso werde der Verkehr im alten Rathhause selbst beeinträchtigt^ wollte man dem Gesuche stattgeben, so könnte eine Verpachtung der frag!. Vorhalle nur auf dem Wege de- MeistgebotS erfolgen, wobei vielleicht gerade die Gefuchsteller durchfallen würden. Die Versammlung beschloß au- diesen Erwägungen, den Gesuchen keine Folge zu geben.
Zum Verkauf von 46 Mtr. Straßengeläude an Herrn Phil. Kröck an der Rooheimerftraße, welche- Gelände demselben s. Z., bevor die Straße in den Besitz der Stadt überging, zu 1 Mk. 30 Pfg. per O Mtr. zugesagt worden war, wurde Genehmigung ertheilt.
Die Verhandlung über den folgenden Gegenstand: Bau einer Kleinbahn nach Bieber, wird au-gesetzt, da der diesbezügliche Vertragsentwurf zwischen der Stadt und der Bahugesellschaft noch einige Abänderungen erfahren soll.
Nach Mittheilung de- Kirchenvorstandes soll die Stadt- ktrche im Inneren und Aeußeren demnächst einem Umbau unterzogen werden. Es ist beabsichtigt, auf dem Raum zwischen Kirche und Stadtthurm, den gegenwärtig noch das alte Spritzenhaus einnimmt, ein Treppenhaus für die Kirche zu errichten, ferner die Treppe gegenüber dem Ftllmann'fchen Haufe zurückzulegen, so daß die Straße breiter wird. Der Kirchenvorstand hat dann noch angefragt, ob die Stadt das Spritzenhaus zu entfernen gedenke und für die Zurückoerlegung der Treppe eine angemeffrne Entschädigung zahlen wolle. Die Versammlung beschloß auf Antrag der Baudeputation, das Spritzenhaus zu entfernen und das Gelände, welches bisher noch Etgenthum der Stadt war, der evang. Gemeinde zu überlasten, und^für die Entfernung der Treppe diejenige Entschädigung zu gewähren, die sonst bet ähnlichen Gelegenheiten Privaten gewährt wird, nämlich Ersatz der Baukosten nach dem noch aufzustellenden Voranschlag.
Nach einem vor Kurzem an die Städte Deutschland- ergangenen Rundschreiben lebt Henry Dunant, der Begründer des Rothen Kreuze- und der Genfer Convention, in so dürftigen Verhältnissen, daß eine zu dessen Unter
stützung eingeleitete Sammlung einen Theil der Ehrenschuld abzutrageu bestimmt ist, welche alle civil,firteu Nationen, die der Segnuungen der Genfer Convention theilhaftig geworden, Dunant schulden. Die Ftnanzcommiffion hat beantragt, von einer Sammlung in der Bürgerschaft abzusehen und 100 Mk. an- der Sradtkaste zu bewilligen. Die Versammlung beschloß demgemäß.
Der nächste, die Errichtung von Feuermeldestellen betreffende Gegenstand wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da das von Herrn Branddirector Schmandt auSgearbeitete Project über die Anlage eine-Netze- von öffentlichen, mit dem Polizeiamt verbindenden Feuermeldestelleu noch nicht in der Commission vorberatheu werden konnte.
Die folgenden Gesuche um Erlaubniß zum Betrieb von Schankwirthschaften wurden, soweit da- Bedürfniß zum Ausschank von Branntwein in Frage kommt, befürwortet: a) Gesuch der Frau Karl Balzer Wwe. (Ausdehnung de- Wirthschaft-betrieb- auf den Neubau im Burggraben)- b) Gesuch de- Herrn I. F. Sorg er (Wirthschaft zum Deutschen Hof am Neuenweg), c) Jo HS. Ferber (Restauration zum Herkules, Neustadt).
Die Oran ienb rau er ei in Dillenburg beabsichtigt, in den Häusern Ltudenplatz 5 und Neustadt 1 sog. Stehbterh allen zu errichten. In denselben soll außer Bier, Wein und Branntwein auch Kaffee (die Taffe mit Milch, Zacker und Brödchen 10 Pfg.), Suppe, belegte Schnittchen u. s. w. verabreicht werden. Die Commission hat Verneinung bezüglich de- Bedürfntffes zum Ausschank von Branntwein beantragt, da in unmittelbarer Nähe der oben bezeichneten Häuser eine Anzahl, dem Bedarf genügende Branntweinverkauf-stelleu und Wirthschaften sich befinden- die Versammlung schloß fich dem Anträge au, deSgl. wurde die Bedürfnißfrage verneint bezüglich des Gesuches dks Herrn Carl Valentin, welcher im Hause Rodhetmerftraße 36 eine Wirthschaft mir Scbweinemetzgeret errichten will.
• Kassel, 8. December. Die hiesige Allgemeine deutsche Obstau-stellung im Anfang des MonatS October hat gegen alle Erwartung einen Ueberschuß von 1853 Mark ergeben.
• Kastel, 9. December. Eine sehr interessante Operation wurde gestern im Diaeoniffenhaus zu Wehlheiden ausgeführt. Im Gefängniß zu Wehlheiden befindet sich ein Gefangener, welcher 1889 in einer Nadelfabrik gearbeitet hat. Als die Nadel Polirmaschine zersprang, drang dem Mann eine unbestimmte Anzahl Nähnadeln in den Arm und in die Hand. Eine größere Zahl konnte sofort entfernt werden, andere wurden nach und nach im Verlauf der Jahre gefunden. Als die Hand vor einigen Wochen sehr stark anschwoll, wurde sie durch Herrn Regierungsbaumcister Schwartzkopff zu Wilhelm-Höhe mit Röntgen-Strahlen Photographirt. ES zeigte sich, daß noch vier ganze Nadeln und zwei Stücke in der Hand bezw. dem Arm saßen. Nach dem Bild wurde von dem dirigirenden Arzt des DiaconiffenhauseS, Dr. med. Hartdegen, die Operation vorgenommen und bald waren die Nadeln gefunden und herausgenommen.
* Kriedevald, 9. December. In voriger Woche ereignete sich dahier ein eigenartiger Unglück-fall. Der ArbeiterX., ein dem Trünke ergebener Mensch, begab sich, al- er wieder einmal in angetrunkene» Zustande fich befand, in die Wohnung eine- htefigen Einwohner-, bet dem gerade geschlachtet wurde. Dort nahm N. ein Stück Fleisch, steckte daffelbe tu den Mund und entfernte fich damit wieder. Auf der Straße angrlangt, blieb ihm jedoch da- ziemlich große Stück im Halse stecken. Er versuchte daffelbe auSzubrechen, aber vergeblich. Rach einigen Minuten fiel er erstickt zu Boden. Der Verunglückte war 52 Jahre alt und hinterläßt Frau und mehrere Kinder.
Bee-lan, 9. December. Der „Bre-l. Gen.-Anz." meldet au- Rosenberg in Oberschlefien: Die beiden Kutscher Dragon und Bowe wurden gestern Abend auf dem Heimwege hinter einer Scheuer überfallen und erschlagen. Der Bruder eine- der Ermordeten ist schwer verletzt. Die beide» Erschlagenen hinterlaffen eine zahlreiche Familie. Einige der Mörder sind bereit- verhaltet.
• Einige Worte über Patente. Seit dem Bestehen des Patentgesetzes find in Deutschland etwa 90000 Patente ertheilt worden, von denen, wie man als sicher annebmen darf, etwa ein Procent die Erwartungen der Erfinder in Bezug auf Rentabilität erfüllt haben. 99 Procent aller patentirten Erfindungen find entweder gar nicht oder doch nur in geringem Umfang zur Geltung gelangt.
• Auf de« Pferdemarkt. Händler: „Warum wollen Sie da» Pferd denn nicht nehmen?" — Bauer: ,®tt Hufeisen von meinem tobten Gaul paffen ihm nichts
Unioerfitäts • Nachpichten.
DaS Verze^chniß der Studirenden der Universität Halle weift 1501 immatrtculirte Studirende auf (gegen 1502 im Winterhalbjahr 1895/96 und 1427 im Sommerhalbjabr 1896). Außer den Jmma- triculirten sind 119 zum Hören der Vorlesungen berechtigt, so daß fich die Gesamrrtzahl der Hörer aus 1620 stellt. Nach den Facultäten vertheilen fich die Studirenden auf die theologische mit 409 juristische 293, medicinische 236, philosophische mit 563. Unter litzleren befinden fich 210 ohne Zeugniß der Reife. An Stelle der 2 im Sommersemester zum Hören von Vorlesungen zugelastenen Damen sind für das Wintersemester 9 Damen aukgesührt, ferner fungtrt eine Dame, Dr. phil Maria Gräfin v. Linden in Stellvertretung deS nach Neapel beurlaubten Assistenten am Zoologischen Institut, Privatdocent Dr. phil. Brandes, als Assistentin an diesem Institute.
Die Gefammtzahl der an der Universität Königsberg in diesem Semester immatriculhten Studirenden beträgt 691, von denen 85 der theologischen Facultät angchören, 220 der juristischen, 237 der medicinischen, 149 der philosophischen. Die Zahl der Hörer beträgt 33.
Die Universität Breslau wird von 1427 immatriculitttn Studirenden besucht. Die katholisch-theologische Facultät zählt 250, die evangelisch-theologische 87, die juristische 412, die medicinische 310, die philosophische 368. Außerdem haben die Erlaubniß zum Hören et halten 124 (einschließlich 34 Hörerinnen).
Der Bestand der Universität Leipzig beläuft sich auf 3126 Studirende, 1603 Sachsen und 1523 Nichtsachsen. In der theologischen Facultät sind 343 Stubirende eingeschrieben, in der juristischen 1012, in der medicinischen 677 und 40 Studirende der Zahnb U« künde, in der philosophisch n 1054. Außerdem haben noch 150 Personen die Erlaubniß, Vorlesungen zu hören. Die Zahl der deutscher» Studenten beträgt 2784, die Zahl der außerdlutschen Europäer 257, Die Gesammtsumme der Hörer ergiebt gegen daS vorige Wintersemester eine Zunahme von 119.
AllMMkr Jerfin für Arme«- imd Krattkettpflegk.
Außerordentliche Generalversammlung
Montag den 14. December er., Nachmittags 5 Uhr,
im Coufirmandeusaal, Neustadt 61.
Tages-Ordnung:
1. Erbauung eines neuen Schwesternhauses, besonders Wahl des Bauplatzes. 2. Abänderung der Paragraphen 11 bis 16 der Statu'en.
Die Mitglieder werden hiermit auf Grund der Paragraphen 4, 5 und 7 der Statuten ergebenst eingeladen.
10805______________________Der Vorstand: Schlosser.
KrtsKranKenKasse Gießen.
Die Wahl für die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur General-Versammlung findet
Dienstag den 15. December 1896,
Nachmittags von 4 bis 8 Uhr,
im Saale des Lenz'schen Felsenkellers statt.
Laut Beschluß des Vorstandes soll dieselbe in der Weise vorgenommen »erden, daß jedes wahlberechtigte Mitglied seinen Stimmzettel an die ernannte Wahlcommiffion in obigem Locale abgibt. Stimmzettel für beide Theile find vorher bei Herrn Rechner Heidt, sowie am Wahltage in dem Wahllocale erhältlich.
Es haben zu wählen die Arbeitgeber 49 und die Arbeitnehmer 98 Vertreter.
Wahlberechtigt sind sämmtliche Mitglieder der Kaffe, welche voll- jährig sind. — Die Wahl der Arbeitgeber und Arbeitnehmer findet getrennt statt. 10806
______________________________H. Winn, Vorsitzender.
Spar- und Leihkaffe Gießen.
Im Monat December l. I. werden bei der unterzeichneten Kasse jede» Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag Zahltage abgehalten. Die Einleger werden ersucht, an diesen Tagen unter Vorlage der Einlagebücher ihre Zinsen in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Zinsen, welche bis zum 1. Januar n. I. nicht erhoben oder beigeschrieben sind, werden in den Büchern der Kasse ohne Weiteres zugeschrieben und von diesem Tage an verzinst. Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger im December nicht zu erscheinen, welche nur Zinsen beischreibeu lassen wollen, dies kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres geschehen.
Gießen, den 28. November 1896.
Spar- und Leihkaffe Gießen. 10564 Doering.
Vienenzüchterverein Gießen und Umgegend.
Versammlung: Sonntag den 13. d. Mts., Nachmittags präcis I
Uhr, bei Bauer. — Tagesordnung: 1. Vortrag; 2. Freiverloosung
3 Uhr, bei Bauer.
Zur Feinbäckerei
unter die anwesenden Mitglieder; 3. Letzter Termin zur kostenlosen Er
hebung der Beiträge.
Der Vorstand.
10866
Für den Aufstchtsrath: Weyl.
1037t
10868
D. O.
Zusendung.
17. Marktplatz 17
10867
Meyer.
Feier Leppla, Neustadt 79
. offerirt zu bekannt billigen Preisen:
10569
reinwollene Cheviot- und Burkin-Refl-Coupons
der des die
Für den Vorstand: Rau, Director.
Knorrs Hafermehl, Kneips Malzkaffee,
empfiehlt tu bill. Prebe»
Gust. Walter,
x10069 Mäuebarg XI.
Asse IaLartikel in nur feinsten Qualitäten
sowie
empfiehlt ganzen, gemahlenen und selbstgestoßenen Puder- und Baut- liu-Zucker, ganze und geriebene Maudelu, Wallnüsse, Haselnüsse, Haseluuftkerne, Tnl- taua-, Kiup- u. Eleme-Rosiueu und Corinthen, ganzen und gemahlenen chinesischen u. Ceylon- Zimmt, Nelken, Citronat, Vanille, Orangeat, Citroue» rc. rc. in nur feinen Qualitäten zu billigsten Preisen
Chr. Wallenfels,
17. Marktplatz 17.
Ferner empfehle:
Maggis Suppenwürze und Kapfel»,
Engelhardts Malzkaffee, Henkels Bletchfoda und sämmtliche Wafchartik'l.
la. Amerik. Petroleum, frei ins Haus. Die leeren Kannen lasse nach Bestellung abholen.
Bei größerer Abnahme entsprechender Rabatt. — Nach auswärts franc»
Bekanntmachung.
Freitag den 18. d. M., Abends 8 Uhr, findet in Wirthschaft des Kaspar Rau eine General-Versammlung Consumvereius Alten Buseck e. G. m. u. H. statt, wozu Mitglieder hiermit eingeladen werden.
Tages-Ordnung:
1. Ergänzungswahl des Auffichtsraths;
2. Verschiedene Vereinsangelegenheiten.
Alten-Buseck, am 10. December 1896.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Großen - Buseck für 1897/98 liegt vom 14. d. MtS. an acht Tage lang zur Emsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier offen.
Großen-Buseck, am 11. December 1896.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck.
Lattinoirthschllftilitzkr CliOm-DerkM MM
E. G. m. «. H.
Abends 8 Uhr:
General-Versammlung
bei Wirth Karl Dorfeld.
Tages-Ordnung:
1. Ergänzungswahl des Vorstandes und Aufsichtsraths.
2. Verschiedenes.


