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Gießen, den 5. December 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
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im sqioff- fteckenben S«wff-l unb lies eilig» davon. Da jedoch >um Unglück be, «usrelffrr« die «mtistub- noch einen N-benauszong halte, wurde er durch dl-leu von dem Trau-, porteur fofoxt »erfolgt und bald daraus in einer btt Neben straffen wieder ergriffen. Der -inge|chl°ff.n- «».«rich.er aber oll über diele Frechheit eine» Arrestanten etwa» verblüfft
dreing-lcha^bab-n. $l, ln der Opp-istrah-
wohnende 40jLdrige Wittwe Bergmann wurde heute früh mit ihren drei Kmdern im Alter von vier, lech« und tlf Jahren durch die Polizei In ihrer Wohnung ‘»bi nufge- junden. Die Frau hatte In der Erregung darüber, bah ihr Mauu gestern in der Diakoutffen-Anstalt gestorben ist, ihre Kinder und sich selbst vergiftet.
• Leipzig, 6. December. Daß Haß und Liebe dicht beieinander wohnen, dafür gab ein gestern vor dem Schwur „richt verhandelter MeinetdSproceß gegen vier Frauen einen neuen Beleg: Ein Postsecretär T. hatte fich hier bei zwei Schwestern etngemiethet und vielleicht einer der Damen, Clara Wolff, Beranlaffung gegeben, an eine Zuneigung seines seitS au glauben. Als T. aber bemerkte, daß Clara W. sich ihn „einbildete", verließ er schleunigst daS Quartier, und von diesem Zeitpunkte ab verfolgte ihn die Rache der beiden Mädchen. Ein wahres SPtonirshftem wurde von ihnen ein- gerichtet, eine jung- Dam-, mit d-r -r verkehrte, der Sllten- polizel benuncixt, T. selbst -b-r bei feinet Hörde durch die Schwestern beschuldigt, dem ReichStagsabge« ordneten Dr. Schönlauk das Material zu einer Rede über den Postetat geliefert zu haben u. s. w. Wo immer T. fich sehen ließ, wurden ihm von dem rachsüchtigen Schwestern- paar Straßenszenen bereitet. Schließlich suchte sich der Beamte durch Anstellung von BeletdigungSproceffen Ruhe zu verschaffen, die aber, obgleich Berurtheilungen der Schwestern erfolgten, nicht eintrat, so daß T. fich versetzen ließ. Bei diesen verschiedenen BeletdigungSproceffen führten die Mädchen eine Anzahl von ihnen herbeigeschaffte Zeuginnen inS Feld, die der Wahrheit zuwider alles Mögliche beschworen haben, um den jungen Beamten tn fittlicher Beziehung zu belasten. DaS ganze Getriebe wurde schließlich bloSgelegt, und nunmehr erfolgten die Anklagen wegen Meineids und Anstiftung hierzu. Wegen des letzteren Verbrechens wurde Betty Adol« fine Knabe (frühere Besitzerin eines Hotels) zu 3 Jahren 3 Wochen Zuchthaus, Clara Wolff zu 1 Jahr 4 Monaten, deren Schwester Luise zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus ver- urtheilt. Eine 60 jährige Wäscherin, Frau Krosse, die lediglich der Erhaltung der Kundschaft wegen und unter dem Ber-
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♦ Marburg, 7. December. In dem Ort Mödebach Bei Frankenberg brach Nach» Im Schulhaus F-net cm». Im zweiten Stock wohnte -In G-nbarm mit feinet Familie. «I« fi- erwachten, waren fie bereits von ben Flammen> ring ■ um umgeben. Ein- Rettung von außen war «"möglich. Da warf bet Gtndatm ble Bitten auf einen benachbarten Holzstall unb bann feine Frau unb feine Kinber, fieben an bet Zahl, eine« nach bem anbeten auf bie »eiten hwab r>ulebt Iptang et selber hlnuter. Da aber brach ber Stall zusammen unb bet Gendarm stützte zu »oben. Flau unb »luder waren gerettet, der Mann war tobt.
* Rheinfelde«, 5. December. Wie DundeSralh Frey, der Director der KrastübertraguugSwerke Rheinfelden, be- kannt gibt, ist beabsichtigt, einen Theil der zu gewinnenden Kräfte^zum Betrieb von electrischen Bahnen zu verwenden. ES find btS jetzt drei Linien angeregt worden: 1. Rhein felden. Rollingen - Degerfelden-Lörrach; 2.
Aarau: 3. Rheinfelden-Maulburg-KleturS-Wiesenthal. Für
die zweite Linie find bereits die technischen Vorstudien au»- geführt Horden.^n Amtsrichter von einem Ge- fanaenen eingeschlossen wird, ereignete fich in Brom- berg. Der dort wegen Diebstahls verhaftete Arbeiter Krause, der^bereit» mit 16 Jahren Zuchthaus vorbestraft ist, wurde uämlich dem dortigen Amtsgerichte zur Vernehmung vor- geführt. Während nvn der ihn begleitende Transporteur noch dienstlich mit dem amtirenden Richter sprach, sprang
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Monaten drei Wochen Zuchthaus verurtheilt.
• Aberglaube. Daß der Aberglaube unter der Landbevölkerung noch stark blüht, beweist folgendes, der H. Zig. aus dem Ermenlande mitgetheilte Gefchtchtchen. Drei biedere Landwirthe waren in H. ihren Geschäften nachgegangen. Die Zeit war ihnen dabei aber so schnell vergangen, daß fie erst n später Abendstunde in vergnügter Stimmung auf einem gemeinsamen Fuhrwerk die Heimreise antrateu. Unterwegs >asfirte ihnen etwas Ungewöhnliches, denn plötzlich blieben die Pferde stehen und waren zum Weitergehen nicht zn be- wegen. Da brach einer von den Leuten tu den Inhalt»- schweren Ruf auS: „Wie hewe de Düwel uf'm Wage, de möte wie ufsukel" Alles wurde vom Wagen genommen, jede Ecke, jeder Theil befichttgt, allein vom „Düwel" war keine Spur zu entdecken. In der Hoffnung, denselben verscheucht zu haben, wurde der Wagen wieder tn Ordnung gebracht und die Pferde zum Weitergehen geuöthigt, jedoch Alles war vergeblich; fie schnaubten und bäumten fich hoch auf, waren aber keinen Schritt vorwärt» zu bringe«. Zwei Stunden hatten die Leute bereit» mit dem „Düwel gr- stritten, auch hatte fich bei ihnen schon die Angst eingestellt. Da wurde beschloffen, dem „Düwel" den Willen zu lassen und mit den auSgespannteu Pferden den Rest de» Wege» zu Fuß zurückzulegen. Beim Entfernen der Thtere vom Wagen zeigte sich nun der „Düwel" in der Gestalt einer Draht- stütze von einer Telegraphenstange, die fich zwischen den Pferden befand und in der Dunkelheit nicht gesehen worden war. Rach Beseitigung de» sonderbaren „DüwelS" traten die Geängstigten mit erleichtertem Herzen die Weiterfahrt an.
• Bier Briefmarken um 4000 Mk Zum Preise von 4000 Mark ist ein Briefcouvert von einem Berliner Markenhändler angekaust worden. DaS Eouvert ist mit vier 1858er Marken des ehemaligen Fürstenthum» Moldau beklebt, und zwar mit zwei Stück zu 108 ParaleS, einem Stück zu 27 ParaleS und mit einer Marke zu 81 Parales. Zum Leidwesen aller Philatelisten weist der Umschlag eimn „Fehler" auf, indem die aufgeklrbten Postwerthzeichen uiltt viereckig, sondern der Markeusorm folgend, rund z. Z. von Markenbogeu herauSgeschnitten worden waren. Ohne diese» Fehler würde daS Couvert angeblich einen Werth von etwa 12,000 Mk. repräseutireu. r m
— Mißverstauduitz. Braut: „Hast Du Papa schon Alle» gestanden?" — Bräutigam: „Alles noch nicht, vorläufig bloS zehntausend Mark."
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b«t, fein Honeumnt Pauli 800 Wk. Er b“be aber für 1000 Mk. vorn ©emeinberatf) ble Bullenhaltung übertragen erhalten, warum fie Pauli für ble geringere s°'d»u°g °°N 800 Mk. nicht erhalten, wlffe et nicht. — ®i,f“ ®b f° fall» unb zwar wiffentlich fall» lein, benn elften bebau? « ble Anklage, baff -« unwahr fei, baff der rvth Bulle in «efchenk gewelen fei, unb zweiten, hat «ngeklagter feine ganzen Abmachungen mit Pauli wegen ber Bullenhaltung,. gefchäfte wiffentlich unter Elb verfchwiegen. Der Wahl wurbe beffhalb auf Grund be« Vvn E-'U s-lkifitte» fali»en Eibe, vom Schöffengericht Homberg wegen »el-iblgun, verurtheilt und erstattete Strafanzeige.
(Fortsetzung folgt.)


