Ausgabe 
10.6.1896 Zweites Blatt
 
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Mittwoch den 10. Juni

1806

NA 134 Zweites Blatt

Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Gietzen.

Hratisöeikage: Hießener Kamilienblätter

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Llli Annoncm-Lureaux bei In« und AuslanbeS nehme» Nnzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

:1b» lint von Anzeigen zu der Nachmittags für den jDlflpl'n Tag erscheinenden Nummer bis Börm. 10 Uhr.

idkn lluftrieb zu erfolgen.

küdiingen, den 3. Juni 1896.

Großherzogliches Kreis amt Büdingen.

AB.: Merck, Großh. Kreisamtmann.

neige.

je allen Vnwck rzliche Nachricht n, unvergeßliche^ d Schwager

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1/ Gießener Wch^II-NßltUer Dttutib-m Anzeiger »SsGr'ch dreimal kyelegL

tu -Grundbesitzer in der Gemarkung Friedelhausen wcrd'^llMachrichtiget, daß die Flurkarten nebst der lieber» sicht Mi MchengehalteS der einzelnen Fluren auf dem Ge- meiniMubie zu Staufenberg offengelegt worden sind.

Mit Grundbesitzer werden eingeladen, die Resultate der "vluriiDonireHiyung zu prüfen, und ihre etwaigen Bemerkungen, nach :8!ni$rift des Art. 33 im Katastergesetz vom 13. April 1824-lm»rhalb der gesetzlichen Frist von drei Monaten bei

Der

e täglich, w ttil- tnahmk des i r itags.

1 Otiijsen, den 8. Juni 1896.

Großherzogliches Steuercommiffariat. Bähr.

Aufgebeu dieser Linie ruft eine lebhafte Debatte hervor. Freiherr Dael von Köth befürwortet die Linie Hrppea« heimFürth. Die Regierung begründe das Aufgebrn da­mit, daß der zu erwartende Verkehr nicht im Einklang stehe mit den von den Gemeinden zu tragenden Opfern. Dies allein könne doch kein Grund sein, diese Linie fallen zu lasten. In Heffeu seien noch mehr Linien, die sich nicht rentirten. Um der Stadt WormS den Verkehr zuzulenken, habe man jetzt die Bahn WeinheimLampertheim an die Stelle gesetzt. Er habe im Allgemeinen nichts gegen diese Linie einzuwenden, die Linie HeppenheimFürth müste aber auch gebaut werden. Abg. Hechler ist gegen das neue Project Weinheim Lampertheim und bittet, die Linie HeppenheimFürth fest­zuhalten. Abg. WolsSkehl ist für Casfirung dieser Linie, die nochmals einen Kostenaufwand von 700,000 Mk. erfordere. An eine Rentabilität sei hier nicht zu denken. Obcrbaurath Wetz begründet in eingehender Weise den ab« lehnenden Standpunkt der Regierung. Abg. Schmitt kann in keiner Weise zugeben, daß an dem Nebenbahngesetz gerüttelt werde. Die Regierung habe die Bahnen vor­geschlagen, und eS liege für ihn trotz der Nachforderungen kein Grund vor, diese beschloffenen Linien auszugeben. Falls die Linie HeppenheimFürth aufgehoben werde, gehe man auch an die Aufhebung der Oberhesstschen Linien. Finanz­minister Weber präcistrt die Stellung der Regierung zu dieser Sache. Wer die Geschichte des Nebenbahnwesens in Hessen witgemacht habe, der werde noch wisten, daß, alS man 1890 an die Nebenbahn-Vorlage herantrat, sür jede Provinz nur zwei Bahnen eingestellt waren. Diese Zahl ist bis heute auf 18 Bahnen erhöht, und statt 11 Millionen, find bis heute 23 Millionen bewilligt worden. Auch für die neue Linie schwärme er nicht. Er giebt eS der Erwägung des Hauses anheim, ob man gegenüber den vielen bewilligten Millionen wiederum eine neue Bewilligung von 21/, Mill, eintreten lasten soll. Abg. Osann stellt den Antrag, die Vorlage zur weiteren Berathung an den Ausschuß zurück­zuweisen. Der Antrag wird trotz des Widerspruchs von WolsSkehl mit 19 gegen 17 Stimmen angenommen. Schluß der Sitzung 11/2 Uhr.

ter,

Deutscher Reich.

Berlin, 8. Juni. Die Reichstag»sttchwahl im Wahlkreise AnSbach-Schwabach hat den Steg des volksparteilichen Candidaten Dr. Conrad über den conser- vativen Candidaten Hufnagel ergeben. Der Candtdat der Conservativen war in der Hauptwahl allen seinen Mitbewerbern weit voraus, so daß sein Sieg in der engeren Wahl al» sehr wahrscheinlich gelten durfte. Wenn nun trotzdem der Caudidat der Volkspartei zum Abgeordneten gewählt worden ist, so läßt fich dies nur daraus erklären, daß die Freisinnigen und die Socialdemokraten des Wahlkreises bet der engeren Entscheidung geschloffen für den ihnen politisch ja nahestehenden Volksparteiler votirten, während anderseits die national- liberalen Wähler, welche den Ausschlag zu Gunsten Hufnagel» hätten geben können, wenigstens der großen Mehrzahl nach, zu Hause geblieben find. Jedenfalls ist es der süddeutschen VolkSpartei gelungen, das einzige ReichStagSmandat, welche» sie in Bayern besitzt, zu behaupten.

leidet. Förmliche Wetnfabrtken seien entstanden, in welchen jahrau» jahrein Weine gemacht und je nach Bestellung in wenigen Wochen geliefert werden. Die Frage, wie diesem unlauteren Treiben ein Ende bereitet werden könnte, sei nicht leicht zu beantworten. Abg. Schröder dankt der Regierung für ihre Mithülfe zur Abschaffung diese» sür unsere Provinz Rhetnheffen schwer schädlichen Mißstände». Er wünscht schärfere gesetzliche Bestimmungen, durch welchen den Wetn- panschern scharf auf die Finger gesehen werde. In gleichem Sinne sprechen noch die Abg. Wernher, Reinhardt, Euler, Dael v. Köth, Osann, Pennrich und Lichten­stein. Wernher und Lichtenstein verlangen die schärfsten Gefäagntßstrafen für Wetnpanscherei. Pennrich erklärt, die Schädigung der Weinfälscher gegenüber dem Weinbauer set größer, wie durch die Reblaus.

E» folgt eine weitere Interpellation des Grafen Oriola, betreffend die Verunreinigungen de» Eschbaches durch die Abwässer der Stadt Homburg. Staatsminister Finger erklärt, daß die Stadt Homburg neuerdings auf Ansuchen der Großh. Regierung bei der Preuß. Regierung aufgesordert worden, die dort eingetetenen Mißstände bezüglich der Abwäffer zu beseitigen. Graf Oriola spricht der Re­gierung Dank für ihr Eintreten aus, ist aber mit dem Er­folg noch nicht zufrieden. Nach wie vor beständen die früher beklagten Verunreinigungen des Eschbaches, deffen Wasser von den Anwohnern zu häuslichen Zwecken rc. Verwendung findet. Eine neuerliche chemische Analyse warne vor dem Gebrauch des Waffers, weil gesundheitsschädlich. Er richtet da» Ersuchen an die Regierung, energisch hier Abhülfe ein­treten zu taffen.

Nunmehr gelangt die Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf: die Herstellung einer Nebenbahn von Friedrichsdorf nach Friedberg und den mit der preußischen Regierung hierüber abgeschloffenen StaatSvertrag zur Verhandlung. Infolge dieses Vertrags hat Heffen einen Beitrag von 315.600 Mk. ä fond perdu zu leisten. Nach den Erklärungen der Regierungsvertreter, Finanzminifter Weber und Oberbaurath Wetz, kann eine Verlängerung der Trace eintreten und demgemäß würde fich auch die Bei­tragspflicht erhöhen. Mit dieser Bahnverbindung werde ein lang gehegter Wunsch der umliegenden Orte erfüllt. Durch den vorliegenden Vertragsabschluß zwischen Heffen und Preußen sei da» Project der Verwirklichung näher gerückt. Abg. Graf Oriola freut sich, daß diese Bahn endlich zur Ausführung gelangt. Für ihn ist aber auch damit die Frage herangetreten, wie es fich mit dem Bahnbau Stockheim- GedernFrankfurt verhält, zu der die preußische Regierung immer noch eine ablehnende Haltung einnehme. Finanzminister Weber kann erklären, daß fich die Ange­legenheit mit der Linie StockheimFrankfurt erledigen werde nach unseren Wünschen mit der Verstaatlichung der hessischen LudwigSbahn durch den StaatSvertrag, der mit Preußen abgeschlossen werde. Der Plan für diese Linie sei bereit- von der preußischen Eisenbahnbehörde ausgearbeitet, derselbe habe der hessischen Regierung bis jetzt noch nicht Vorgelegen. Abg. Schroeder fragt bei dieser Gelegenheit an, ob die Steuern, die die Hessische LudwigSbahn seither bezahlt habe, nach deren Verstaatlichung in Wegfall kommen würden. Der Ausfall fei für die betreffenden Gemeinden nicht unbe­deutend. Finanzminifter Weber gibt zu, daß die Rege­lung dieser Frage nicht leicht fei. Bei geeigneter Zeit werde dem Haufe eine Vorlage zugehen, in welcher dieser Gegen­stand zur Zufriedenheit erledigt werde. Nach der nunmehr vorgenommenen Abstimmung wird der Regierungsantrag auf Genehmigung des abgeschlossenen Staatsvertrags gegen zwei Stimmen angenommen.

Die weitere Regierungsvorlage betrifft die Abände­rung des NebeubahngesetzeS. Nach derselben soll die Bahn HeppenheimFürth nicht gebaut werden, dagegen soll eine neue Linie, LampertheimWeinheim, an deren Stelle treten. (Antrag des Freiherrn von Heyl.) Ferner wird ein Mehrbetrag für UndenheimNierstein verlangt wegen Fortsetzung der Bahn nach Oppenheim (Hafen) und Nierstein. Auch die Linie Neu-Bamberg über Frei-LauberSheim soll bis nach Fürfeld verlängert und zum letzten soll die Bausumme für OffenbachReinheim um 416,000 Mk. erhöht »erben. Die Regierung begründet die Aufhebung der Linie Heppen­heimFürth mit der allzu großen Bausumme, die, seither auf 2.400,000 Mk. festgesetzt, jetzt um 700,000 Mk. erhöht werden soll. Die Regierung erklärt eS für unwirthschaftlich, diese Linie zu bauen. Der Ausschuß, mit Ausnahme des Abg. Haa», theilt die Anficht der Regierung, umsomehr, als auch die betreffenden Gemeinden nicht mehr in der Lage seien, die Summe für den Geländeerwerb aufzubringen. Das Opfer von Staat und Gemeinde fei hier zu groß. DaS

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n. Offenheim. 7. Juni. Ein seltenes Ehrenfest war unserem Gesangverein heute zu feiern vergönnt: fein fünf« zigjährigeS Jubelfest. Die ganze hiesige Einwohner- schuft wetteiferte, um dem Jubiläumsverein ihre Sympathie zu bezeugen. Straßen und Häuser prangten im schönsten Schmuck- an den Dorfeingäugen waren Ehrenpforten er­richtet, von denen herab in kräftigen markigen Buchstaben die ankommenden Festgäste dasWillkommen" begrüßte. Elf Gesangvereine waren erschienen, um den Ehrentag ihres Brudervereins mitzufeiern. Kurz nach 1 Uhr wurde der stattliche Festzug aufgestellt, an dessen Spitze weißgekleidete Festjungfrauen die neue Fahne trugen. Nach A.ckunft de» Zuges auf dem Festplatz leitete der hiesige Gesangverein die Feier durch einen Festchor ein. Hierauf hielt der Orts- geistliche die Fest- und Weiherede, die er mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland schloß. Nach Uebergabe der Fahne durch eine Festjungfrau und Widmung einer Schleife entwickelte fich der letzte Theil des Fester: Gesang und Tanz in schönster Weise.

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lelr.i.:lie'Maul« und Klauenseuche; hier die Abhaltung von Viehmärkten.

Üar «Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat : iit !Abhaltung eines Viehmarktes zu Echzell am 15. ljini öb. Js. unter den nachstehenden Bedingungen ge- nehniMcl:

I. Air Auf- und Abtrieb ist je eine bestimmte Stelle fiten Der Marktort hat das nöthige Aufsichtspersonal ; ftton, damit den getroffenen Anordnungen genau nach. 'lefoTimtiriöirb.

!. Aus den Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten rlc:n bell Großherzogthums Hessen, Thiere von Händlern aber r cur ynann, wenn sie mindestens sieben Tagen in un- verseuch« hessischen Orten in seuchenfreiem Zustande zu- brctvü hr.ben, aufgetrieben werden. Beim Auftrieb der hie Mist durch eine streng zu handhabende Controle der r r re.-Wbar Ursprungsscheine zu verhüten, daß andere Thiere uf ijira Markt gebracht werden.

3.3Clßer der Controle der Ursprungszeugnisse hat selbst- ! irstiMliöi- auch die thierärztliche Besichtigung der Thiere

vekamttmachunL

be itiiüeilib: bie Maul- unb Klauenseuche zu Alten-Buseck.

sichrem bei ben brei Schasheerden zu Alten-Buseck die : unb Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, "irbiifc mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß ge- brotig baje wir Gemarkungssperre angeordnet haben.

Gieren, den 9. Juni 1896.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

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Gießener Anzeig er

Kenerat-Mnzeiger.

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Kunst-Ausstellung1 »elffnet täglich, mit Äel» nehme bei SamStag», von II bi» 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 6 Uhr. eetmiMl X»

»e* 11 H» » Utz». Eintrittspreis ft»

Nichtmttglirder en Werktagen 50 Psg., an Sonntagen 20 Pt»

ü 6-tetz im 20. April 1892 über den Verkehr mit Wein ,r.,r cnttiiexer Weise wie seither zu handhaben und evtl, im

®-mbrittt:!: dahin zu wirken, daß in allen Einzelstaaten deS PurReiches i gleicher Weise gegen die Weinschmiererei vor- gegan W umd in Gemäßheit de» Artikels 12 de» angeführten

regel'" Gesetz listNeÄtere Vorschriften erlassen werden. Staatsminister statti . F i n g^i>!enklärt, die Regierung werde Alle» thun, um diesem rieoM^ .Treibttwiiit allen gesetzlichen Mitteln entgegenzutreten. Die RegieE: werde darüber wachen, daß die Fälschungen, wo sie aujtoini|iitreten, gesetzlich bestraft würden. Die Regierung .005 habe stift::rch in einer Eingabe an den BundeLrath gewendet,

M worin n a iSrta§ eines Verbotes zur Herstellung von Kunst-

c 51 wein, H ovtlchem andere al» Naturproducte enthalten find, ' m) fr >; gebctemt Md. Abg. Möllinger begründet die Jnter-

le ''tfliiyPettatbiw. : Die Weinschmiererei habe in dem letzten Jahrzehnt . ^uN> So zuM-imnen, daß das reelle Geschäft schwer darunter

Bekanntmachung.

die EIÄgung der Resultate der Flurvermessung in der Gemarkung Friedelhausen betreffend.

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'^hindung- ÄÄH wen Verhandlungen der Zweiten K ummer der hessischen Stände.

nn. Darmstadt, 8. Juni 1896.

W**' * 5 üb- Sitzung wird um 9 Uhr eröffnet. Zur Tages-

M 12- tr ordn» M fliehen zunächst zwei Interpellationen. Die Abgg. ' Möllilliiz'tr und Genossen fragen bet der Regierung an,

idtf-(MW ' es « rir die Abficht der Staatsregierung sei, das Reich»-

__ib24-.!MI'jwtrgaiD oer gejeßiugen uun uici xaum 1PI1W be nrtoorftanbe zur Weiterbeförderung abzugeben.

Kit :Offenlegungs-Frist von drei Monaten geht mit en 11. 3«ni: bei* pH). September 1896 zu Ende und nach Ablauf der- u felbenin^n keine Reclamation mehr angenommen werden.