Ausgabe 
6.12.1896 Viertes Blatt
 
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Falsches sage.

Empftiüuw

Orösster Aus1

b. Tausch habe ihn aufgefordert, ihm einen neuen Bericht für den Grafen Eulenburg aufzusetzen, der ihn schütze. Herr b. Tausch sei in fürchterlicher Augst gemeiert. Er habe wiederholt gesagt, er, Lützow, solle nichts verrathen. Bezüglich der Affaire Kukutsch räumt Lützow ein, daß er besten Name auf der Quittung gefälscht habe. Er sei ganz in Tausch- Hand gewesen. Dieser habe gedroht, ihm seine Geldunter- stützung zu entziehen, weun er ihm keinen Bericht bringen werde. Es gelangt nun ein Brief v. Tausch- an den An­geklagten v. Lützow zur Verlesung, in welchem Tausch den Lützow auffordert, ihn ein Bischen herauSzustretchen, etwa so, daß Tausch in dem Lande-verrath-Proceß sich große Verdienste erworben habe. Frhr. v. Marschall entgegnet nun auf eine Bemerkung de- Zeugen Tausch, wonach ihm bekannt gewesen sei, daß Herr v. Marschall der politischen Polizei nicht- zu- traue, er habe den v. Tausch allerdings niemals empfangen, weil er begründeten Verdacht hatte, daß Tausch bemüht ge­wesen, die Beamten de- auswärtigen Amts herabzusetzen und weil er kein Vertrauen zur politischen Polizei hatte. Er hätte z. B. den Herrn Normann-Schumann, von dem schon öfter dte Rede gewesen, als einen recht gefährlichen Menschen bezeichnet. Marschall erklärt nochmal-, daß er, wenn Ver­trauensmänner des Herrn v. Tausch seine Beamten und das auswärtige Amt verleumdeten, er sich an die Oeffeutlichkett flüchte und dieses Treiben brandmarke. Der Prästvent macht weiter den Zeugen Tausch darauf aufmerksam, daß er unter dem Eide stehe und dem Zuchthause verfalle, wenn er

L Leidheckeu, 4. December. Die vor Kurzem hier er. folgte Bürgermetsterwahl hat ein tiefbebäuerliches Nachspiel erhalten. Der hiesige Lehrer scheint darin ver- I wickelt zu fein; er verschwand plötzlich vorgestern Abend I gegen 9 Uhr und ist seitdem nicht wieder zum Vorschein ge- kommen, obgleich Überall nachgeforscht wird. Seit zwei I Tagen ist die Schule geschloffen. Man glaubt, der Ver­schwundene habe sich den Tod angethan- er ist verheirathet I und Vater eine- KiudeS.

Nidda, 4. December. Sicherem Vernehmen nach werden die zur Feier de- Doppeljubiläums unsere» verehrten Herrn Bürgermeister- Rullmann geplanten öffentlichen Veranstaltungen auf besten besonderen Wunsch, I mit Rücksicht auf da- sehr vorgerückte Lebensalter de- Ju­bilar- und seiner Gattin, nicht stattfinden. Gegenwärtig herrschen bei der Jugend mannigfache Halsentzündungen, I darunter auch Diphtherie. Infolge des gestern Nach, mittag mit eintretender Dunkelheit entstandenen Glatteises find schon manche Paffanten in der Stadt gestürzt, da hie I und da sehr mangelhaft die Straßen bestreut find, wobei I noch da- Schleifen der Jugend, namentlich beim Schulgange, I mitten auf den Straßen als besonder- mlßständlg bezeichnet werden muß.

Schotten. 3. December. Der Königs. Schauspieler und Dramaturg Herr Max Oppmar, Director de- Hanauer Stadttheaters, veranstaltete kürzlich in liebenswürdiger Un­eigennützigkeit in der hiesigen Turnhalle zum Besten unseres Lehrerheims" eine humoristische Abendunterhaltung.

. Die Einnahme belief sich auf nahezu 200 Mark.

K. Stockheim, 3. December. Die hiesige Actien-Zucker- fabrik bezahlt in der nächstjährigen Campagne die Rüben nach ihrem Zuckergehalte, also nach Proceuten. Dte benach- barte Zuckerfabrik in Friedberg hat diesen Zahlungsmodus schon einige Jahre eingeführt, und wie wir schon mehrmals gehört haben, find die Herren RilbenzÜchter damit recht zu­frieden. Wer rationell den Rübenbau betreibt, erzielt höhere Procente als Derjenige, der schlecht wirthschaftet, also gehört I bcm ersteren eine bessere Bezahlung.

* AuS de« Kreise Alsfeld, 4. December. Seit gestern Abend hat sich starkes Glatteis eingestellt, dte Wege find I spiegelglatt und nur unter großer Gefahr zu pafftren. Der I ynkehr ruht fast ganz, nur wer unausschiebltche Geschäfte I zu besorgen hat, wagt fich hinaus. Den Kindern bietet die I glatte Fläche willkommene Gelegenheit zu allerlei Belustigung.

tzernlShei«, 3. December. In jüngster Zeit find in I hiesiger Gemeinde verschiedene Pferde, meisten- werthvolle Thtere, verendet. Als Ursache de- raschen Tode» be- I zeichnet man da- zu viele Füttern mit Zuckerrüben. Um I sich bor Schaden zu hüten, geht deshalb die Mahnung an I die Pferdebefitzer, beim Füttern mit genannter Pflanze recht I vorsichtig zu sein.

Locales und provinzielles.

Tretts Münzend erg, 1. December. Ein ebenso seltenes wie unerhörte» Vorkommniß hat sich vor einigen Tagen hier zugetragen. Die Gilbert Gorr I. Eheleute von hier feierten im Juni d. I. die Goldene Hochzett. AuS Anlaß dieses Festes entschlosien sie sich, der hiesigen Kirche eine kostbare Altardecke im Werthe von mehreren hundert Mark zu schenken. Dte Decke wurde in Darmstadt angeserttgt und von dem Jubelpaare dem Geistlichen übergeben. Dieser berief den Ktrchenvorstand zusammen, um über Annahme deS Geschenkes Beschluß faffen zu laffen. In der Sitzung wurde ein mit 31 Unterschriften versehener Protest vorgelegt und hat der Ktrchenvorstand die Annahme des Geschenke- abgelehnt. Der Vorfall hat in der ganzen Umgegend ge- rechte Entrüstung hervorgerufen, denn dte so schwer gekränkten alten Leute genießen allgemeine- Ansehen und der einzige Beweggrund für da- Vorgehen der Gemeinde ist eine hoch­gradige Partetleidenschaft. Die Jubilare sind die Eltern de- vor einigen Monaten verstorbenen Großh. Bürgermeister- Herrn Gilbert Gorr IV., gegen welchen von seinen Gegnern mit allen Mitteln gearbeitet worden war. Sein Tod hat die Gegner anscheinend nicht versöhnen können; auch der hochbetagte, schon fein langen Jahren erblindete Vater und die tiefgebeugte Mutter werden von ihnen verfolgt. W. B.

iS dreht? 8 Jetzt

zu eröffnen und ihn in dieser neuen Sache in Haft zu I I nehmen. Al- Zeuge wird sodann der Berliner Vertreter s

de»Hann. (Souder", Redacteur Heller, vernommen. Der- I 1 selbe bestätigt, daß v. Lützow ihm gegenüber geäußert habe, l

der Arnkel in derW. a. M." rühre von ihm her. Der i

Zeuge führt eine Reihe von Fällen an, in welchen er mit i

Llitzcw in Berührung gekommen fei und wie dieser seine I Verbindung gelacht habe. Hier wird die Vernehmung unter- I brachen, da der Zeuge Ren6 eingetroff-u ist und sofort ver- | hört wird. Derselbe erklärt, daß er keinen der Angeklagten kenne, kein Material für die beiden Artikel in derWelt am Montag" geliefert habe, keine Beziehungen zum auS- wärtigeu Amt habe, auch Herrn v. Tausch nicht kenne und I keine Verbindungen mit der Polizei unterhielt. Er habe für den Landtag candtdirt, auch einige Artikel veröffentlicht stellt I aber in Abrede, berufsmäßig Journalistik zu treiben, o. Tausch I führt sodann au«, er habe nicht leichtsinniger Weise den I Namen Ren6 genannt. ES feien ihm von zwei Seiten Mtitheilungen gemacht worden, welche auf RenL h »zielten. Er habe d.e Absicht gehabt, weiter zu recherchlren, die Mit- I theilungen seien ihm aber erst vorgestern zugegangen. Die Quelle derselben zu nennen, lehne er au» dienstlichen Gründen ab. StaatSsecretär Marschall erbittet daS Wort und erklärt: ES handle fich um einen Artikel derKöln. Ztg." vom 28. April d. IS. Über daS Schicksal der Militärvorlage. Der- I selbe habe gewaltige- Aufsehen hervorgerufen, weil er große Bekanntschaft mit diScreten Dingen enthielt und au- I knüpfend an die Penfionirung des Generals v. Sp tz Angriffe I gegen den General v. Hahnke richtete. Im Ministerium I des Innern waren Erhebungen angestellt worden, über den I Verfasser be» Artikel- und e- wurde als angeblicher I Verfasser der Correspondent v. Huhn ermittelt und al» solcher I auch an höchster Stelle gemeldet. Bei weiterer Nachforschung I habe er, Marschall, erfahren, daß die falsche Beschuldigung deS Herrn v. Huhn von Herrn v. Tausch stamme. Dieser I Herr v. Tausch habe erklärt, daß ihm ein sehr wertvoller Vertrauensmann Herrn v. Huhn genannt habe. Herr I v. Marschall erklärt bann weiter, baß Herr v. Tausch vom Auswärtigen Amt keinen Auftrag erhalten habe, nach an- I geblichen Hintermännern zu recherchlren, wie derselbe seit 4 Jahren überhaupt keinen Auftrag mehr von ihm erhielt. I Herr v. Tausch entgegnet, daß er den Auftrag vom Polizei- I Präsidium bekommen habe. Nachdem Herr v. Marschall I bargelegt, daß er den Zeugen Ren« nicht kenne, wird dieser entlaffen. Herr v. Marschall führt deS Weiteren auS: ES fei ihm ganz gleichgültig, welche Vertrauensmänner die politische I Polizei habe, wenn aber diese Vertrauensmänner eS wagen, I ihn oder Beamte feines Rchort» zu verläumden, so müsse er fich dagegen wahren. Er bitte den hohen Gerichtshof um I Verzeihung, daß er so weit auf diese Dinge eingehe. DaS Treiben gegen daS Auswärtige Amt gehe aber schon feit I Jahren fort und der Gerichtshof werde ihm nachfühlen, daß I er jetzt dankbar diese Gelegenheit benutze, um in aller Oeffent- I lichkeit die Dinge klarzustellen. Auf dte Frage deS Vor- I fitzenden, von wem Herr v. Tausch dte Nachricht über Herrn I v. Huhn habe, entgegnet Tausch, von einem ganz zuverlässigen Agenten und weigert sich, den Namen zu nennen. Der Vorsitzende erklärt sodann, daß die Vorgesetzte Dienstbehörde nur bann baS Recht habe, bie Aussage verweigern zu lassen, wenn Interessen beS Reichs ober der Bundesstaaten gefährdet erscheinen. Er fordert deshalb Herrn v. Tausch auf, sich sofort zu seinem Chef, dem Polizeipräsidenten v. Wind heim, zu begeben und ihm zu sagen, daß der Gerichts- Hof eS für nothwendig erachte, den Namen des Gewährs­mannes zu erfahren. Der Zeuge v. Tausch entfernt sich. Zeuge v. Huhn erklärt auf Befragen des Vorsitzenden, daß er den in Frage stehenden Artikel derKöln. Z'g." nicht | verfaßt und In keiner Weife tufpirlrt habe. Schriftsteller v. Banzerow bestätigt im Allgemeinen den Inhalt der Zeugen­aussage des Oberstlteutenant v. Gaede. Hiernach tritt eine Pause von V/t Stunden ein. Während derselben hatten fich der Oberstaatsanwalt und der Vertheidiger des an- geklagten v. Lützow in dessen Wohnung begeben und eine Anzahl von Manuscripten abgeholt. Bei Wiedereröffnung der Sitzung erklärt der Oberstaatsanwalt, daß er fich vor- behalte, aus den Schriftstücken, nachdem er fie geprüft, das zur Vorlesung zu bringen, was er für geeignet halte. Der Vertheidiger des Lützow erklärt, er vermiffe unter diesen Schriftstücken eine», welches angeblich ein Geständniß deS Lützow enthalte. Darin erklärt dieser, daß Herr v. Tausch um alle» gewußt, fich darüber gefreut und dem Grafen Eulenburg berichtet habe, von welchem Tausch ein Schreiben erhalten habe, daS Lützow gelesen habe. Die Sache sollte vor den Kaiser kommen und daS Ganze sollte ein Racheact de» Commissar» v. Tausch am Auswärtigen Amte sein, v. Tausch habe gewußt, daß die Quittung deS Kukutsch gefälscht sei. Hierauf erklärt v. Tausch, daß alle diese An- gaben erlogen seien. Freiherr v. Marschall legte hierauf chronologisch dar, woher sein Mißtrauen gegen die politische Polizei stamme und zielt hierbei besonders auf den bereit» gestern erwähnten Normann und Schumann hin. v. Tausch sagt sodann noch, daß er die Artikel au» derW. a. M." dem Grasen Philipp Eulenburg, Botschaster in Wien, ein- gesandt habe und zwar habe er die» gethan, weil er fich dazu persönlich verpflichtet fühlte. Der Rechtsanwalt de» Angeklagten Lützow erklärt, Lützow wolle mit Rücksicht auf die Ehre feiner Familie alles zuftehen, was nach feiner Wissenschaft an den Vorgängen wahr fei. Lützow erklärt nun: Am 27. habe er die Informationen von Leckert er­halten und am selben Abend derWelt am Montag" ge­geben. Er sei mehrmals bei Herrn v. Tausch gewesen- der- selbe habe die Sache sehr freundlich aufgenommen, weil er eine starke Animosität gegen Freiherm v. Marschall hatte und die Sache dem Grafen Philipp Eulenburg vortragen wollte, um ihm wieder zu zeigen, wie Freiherr ». Marschall gegen die Umgebung de» Kaiser» intngutre. Br, v. Lützow, habe fich, um Herrn v. Tausch gesalltg zu sein, um Unterbringung be» zweiten Artikel» bemüht. Herr

» Barth Wut '* 8«nj unbebeute Wttti verkaufe» »-"»-DatzenbM 2.20 a, "°° »U. 3._ * "

Literatur und Annft.

Ein werthoolles Büchlein un» au« dem Deil-ye von Carl Jacobsen tn L ipzia »uaegangm: »El» tb<ttt<» Bee» «Lchtnitz unsere» große« Kaiser» " Letz'willtge eigciba Mge Aufzeichnungen Kaiser Wiloelms 1. mtt einem Dorwort von D. theoL Beruh. Rogge. 32 Seittn. Preis 30 Pfg. In Pnlleu b [Iker. Nach Durchsicht de« Büchelchens, dessen Ausstattung tu Popier, Druck und Illustration nebenbei getagt, eine sehr schöne und würdige ist, hatten wir unS für verpflichtet, die weitest­mögliche Verbreitung derselben in Schulen, Krieger vereinen und in Familien allen Patrioten, die ein Sche, stein für gute Zwecke bei­zusteuern in der Lage sind, warm ans Herz zu legen. Wenn irgend eine Schrift Über den großen Kaiser, deren Zahl gelegentlich der be- oorstehei den Centmarfeier zum 22. März 1897 keine geringe fdn wird, geeignet ist, un« den geliebten Monarchen in seiner ganzen sittlichen Größe und Erhabenheit im Andenken zu erhalten, so find e« in erster Linie diese eigenen schlichten Worte deS greifen Helden.

Al« Weihnachtsgeschenke für Kinder eignen sich vorzüglich zwei reizende, bei Moritz Schauenburg in Lahr erschienene Bilderbücher. Das eine nennt sich ,3«Mia«m der Thierwelf (T.xt von R. Siedel, Illustrationen von W. W llner) und erzählt in launigen Versen, denen zahlreiche tunte Illustrationen zur Sette g.h.n, wie die Thiere zum Andenken der Errettung durch Vater Noah vor 6000 Jahren ein großartige« JudiläumSiest veranstalteten. Das andere »Heinzelmännchen «nd Kobold," (Federzeichnungm von E. Unger, T>rl von H. Dteirich), fanlbctt in hütfchen farbigen Bildern und neckischen (» dichten daS Leben und Treib,n j ner sagen- berühmten Heinzelmännchen, die der Kinderwelt so sympathisch sind. Die beiden Bücher passen aber nicht nur zu Geschenken für kleine, sondern auch für gntze Kinder, d. h. für jeden, der ein Freund harmlosen Humors ist. /

Deutscher HauSbefitzer »oleuder für da» Jahr 1897, 8 Jghrgrng, lieg. geb. in Taschenformat Preis 1 Mk. Vertag von Reinh. Kühn, Bcrlin, Leipziger Straße 115/116. Wenn schon dieser Kalender im vorigen Jahre allgemeinen Beifall und Anerkennung fand, so dürfte dieses dem neuen Jahrgang noch in weit g> ößerem Maße zu Theil werden. Abgesehen von der gediegenen Ausstattung enthält der Kalender eine bis auf die neuesten Bestimmungen er­gänzte, fachmännisch erläuterte Gesetzessammlung, deren Kenniniß für jeden Hausbesitzer wohl unerläßlich ist Außer dem Kalendarium dringt derselbe ferner noch w'ssenSwerthe Abhandlungen über @iunb« stückSkaus, Haftpflicht und Unfallversicherung, Hausschwamm, R«lh- schläge in allen Kiagesachen nebst practischen Formularentwürfeo, Muster für Kauf, Bau , Miethsoerträge rc. HauS Einnahmen- und Ausgaben Kossabuch, Steuertabellen und Stewpeitarife u.s.w. u.f.w. Unter Berücksichtigung seiner Reichhaltigkeit ist die Anschaffung diese« Kalenders für den billigen Preis von 1 Mk. jedem Hau»- un) i Grundbesitzer bestens zu empfehlen.

- «manuel Seibel» Rachlatz. Allen Freunden wahrer Poesie wird die Nachricht gewiß eine sehr willkommene fein, daß der Schatz der Geibei'schen Dichtungen durch eine bei Cotta er­scheinende Publikation aus seinem Nachlasse ausS Erfreulichste ver« mehrt wird. Als Geibel seine Dichtungen zur Gesammt - AuSgab« vereinigte, sah er von der Einfügung ungedruckter Gedichte ab, gab aber der Hoffnung Ausdruck, daß noch ein fia'tlicher Band dereinst auS seinem Nachlasse herauSgegeben werden möge. Diese Hoffnung hat fich nun aufs Schönste verwirklicht, und da» deutsche Volk wird, gerade rechtzeitig vor Weihnachten, mit einem neuen Bande herr­licher Geibel'scher Poisien beschenkt, welcher fich den bereit» oorhan- I denen gleichberechtigt anschliißen daif. So wird dieser Nachlaß- Band, welcher den genialen Dichter in allen Schaffensperioden zeigen I soll, das Bild Geibels vervollständigen helfen und dem Verständniß I seines Empstndungs- und Gedankenlebens förderlich fein.

Kalechi»««» de» Weinbaue», der Rebencultur und der Weinbereitung. Von Friedrich Jakob Dochnahl. Dritte, v.r- mehrte und öerbeffettc Auflage. Mil einem Anhänge. Die K.ller- wirthschaft von Freiherrn A. o. Babo. Mit 55 Abbildungen. Ja Original-Leinenband 2 50 Mk. Verlag von I. I. Weber i> Leipzig. Der Verfasser de» Buche» ist bemüht, all da» Neue, mal dem Winzer und dem W.inprobucenten nützlich roerben kann, h«r- vorzuheben, damit endlich der auS Trauben rationell bereitete Wein zu einem Dolktzaetränk in jedem Lande werde. Nach kurzer ve- fchreibung des Weinstocks zählt das Buch die wichtigsten Darietätm derselben auf. Ein umfangreiches Capitel ist der Behandlung hl Weinstocks, der Pflanzung, der Bearbeitung deS Boden», dem Reben- schnitt gewidmet.

Vek«««»« chmsg.

Aufschrift der Postsendung«,!.

Zur Sicherung schneller Beförderung und BesteU°»l bet Postsendungen müssen auf denselben Empfänger und Bestimmmtp- ort so genau bezeichnet sein, bafcjeber Ungewißheit vorgebeugt wtltz. Dabei ftnb namentlich folgenbe Puntte zu beachten:

1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aust-np die Wohnung de» Empfänger» möglichst genau an|ug»Ä Auch ist et von Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stm an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe de« BestimmunaSotte», erfolßL

2. Auf den nach Berlin beftlmmten Sendungen M, außer S« Wohnung de» Empfänger», der «ostbezirk (0., JL, M. ** t* welchem die Wohnung fich befindet, hinter der Ortlbc# zeichnung .Berlin* zu vermerke». ...

3. Gibt e» mtt dem »efHmmung«orte gleich ober ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzlich« Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die ^Inamm im Postoerkehr al« maßgebend anzusehen sind, eraibt sich a« dem .Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautenber Potz- orte*, baS zum Preise von 10 Pf. burch Vermittlung 1«° ReichS-Postanftalt bezogen werben kann.

4. Wenn der im Reich« Postgebtet belegare Bestimmungsort»»» mit einer Postanftalt versehen, defienungeachtet aber nicht ti* allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt e« fich. ** Lage be» Ort« in bet Aufschrift ber Senbung noch Näheren zu bezeichnen. Zu berartigen Bezeichnungen etp« fich die Angabe de» Staate« und bei größeren Staaten w* pvlittschen Bezirk» (Provinz, Regierungsbezirk U. s. welchem der Bestimmungsort belegen ist, ober auch die »ngoM SÄHTÄM-Ää finb zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Ähnenfr (Lausitz) k.1 für ben Zweck geeignet. ..

6. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Post anstatt «st außer dem eigenttichen Bestimmungsorte noch b ie j enige ver­anstalt anzugeben, von welcher au« die Bestellung ber ©enojj an ben Empfänger oewtrkt werden bez. die Abholung erfolg«^

6. Benn der Bestimmungsort einer Sendung in einem f Postgebiete belegen und zu ben weniger bekannten vnmr rechnen ist, so ist außer bcm Ortsnamen noch da« betret®*' Sand be». der LandeStbeil auf der Sendung an,uaeb«.

Die Beachtung dieser Puntte wird zur Herbetführungr^ schleunigen lleberttmst der Sendungen an den Empfänger jeg»" beitragen, und e« liegt daher ttn eigenen Intereffe der

| Ht Antschrifttn der Sendungev'aiernach genau anzuferttaen.

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| von Elten &. Keussen, Fabrik und Haodlunfl, Crefeld-

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©cricptl Versteigt Mittwoch den S 1896, «mittags zu Frankeubach, K 3 Pferde, 6 Stiere, 6 Rinder, 6 Mhe, 2 Kälber, 1 Muttn- un' schiveine,

10 Gentner Kar ö>fen1ltch meistbietend Baare Bezahlung verst Zusammenkunft um der Wirthschaft der W |i Ftankenbach.

Sladeubach, den 4.

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