letzten Strikeß noch nicht ganz überwunden find, vor Frühjahr 1898 über die Lohnfrage nicht mehr zu dtsputiren.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 3. December. Prozeß gegen Leckert und v. Lützow. Zu Beginn der heuti^n Verhandlung fragte der Borfitznde den Angeklagten Dr. Ploetz, ob Ihm Lützow einmal einen Artikel über das Befinden de- Kaiser- vergeb« lich angeboten habe, waS Dr. Plo-tz bestätigt. Obe, staats- anwalt Drescher erklärt, daß es sich um den in ter Presse mehrfach aufgewärmten Klatsch von e nem Ohrenletden deS Kaiser- handele, und fragt darauf den Angeklagten v. Lützow io bestimmter Weise, ob er von Commifiar v. Tausch nicht den Auftrag erhalten habe, Ermittelungen nach der Autorschaft eine» AriikelS der „Münchener Neuesten Nachrichten" avzustellen, welcher sich mit der Militär Strafprozeß Novelle beichäsi gte und gegen den damaiigen Minister v. Koeller auSgenutzt worden sei. Lützow leugnet die-, worauf der Oberstaatsanwalt erklärt, dem Angek agten «erde noch rechtzeitig genug da- Material in Eriooeruog gebracht werden. — Sodann beginnt daS Zeugenverhör. Der Berichterstatter des Wolff'fchea Bureau-, de Grahl, führt deS Ferneren aus, in welcher Weife der falsche Text der Zaren« rede entstanden sei. Sonst würden derartige Reden immer erst veröffentlicht, wenn fie dem Geheimen Clvilcabtnet vorgelegen hätten. In diesem Falle habe aber der Zeuge den von ihm verstandenen Text der leise gesprochenen Zarenrede in einem Borbericht seinem Bureau sofort telegraphtrt. Die Behauptung, Hofmarschall Graf Eulenburg habe ihm den fal chen Text in die Feder dictirt, sei natürlich falsch. Im weiteren verlaufe der Verhandlung erscheint alS Zeuge Reichskanzler Fürst Hohenlohe. Derselbe bekundet, daß er fich der Angelegenheit nicht wehr erinnere. Nach Aussage seines Kammerdieners fei in BreSlau während der Kaiser« tage ein junger Mann in seiner, deS Reichskanzler-, Wohnung gewesen, der vielleicht der angeklagte Leckert sein könne und der empfangen sein wollte. Er habe ihm sagen lassen, daß daS nicht angehe, worauf der Betreffende erwidern ließe, ec-hätte wichtige Mittheilungen zu machen. AlS er, der Reichskanzler, auß feinem Z mmer trat, fei ein junger Mann im Vorzimmer gewesen. WaS dieser ihm aber mit- grlheilt habe, könne er nicht mehr sagen. Alsdann wird der StaatSseeretär v. Marschall vernommen. Derselbe sagt auß, daß er Leckert nie gesehen habe, er könne ihm vielleicht im Reichstage vorgestellt sein, empfangen habe er ihn doch nie, da er einen fo jungen Menschen überhaupt nicht vor« lassen würde. Er habe im Auswärtigen Amte genau Umfrage gehalten, ob einer der Beamten je Beziehungen zu dem Angl t agten unterhalten habe, habe aber er« fahren, daß dies nicht der Fall fei. Der Zeuge geht dann auf den Zaren Toast und die Geschichte drffelben deS Näheren ein, wobei er die Erklärung de GrahlS im Wesentlichen wiedergiebt. Die Behauptung von dem Vorhandensein eines doppelten T.xteS der Zarenrede sei müßige Erfindung. Des Weiteren erörtert der Zeuge seine, bezw. deS Dr. Hamann Verhandlungen mit Dr. Ploetz. Als ihm hierbei g'legentlich der Name von Lützow genannt worden sei, habe er nach diesem Nachforschungen anstcllen lassen mb in Elfahrung gebracht, daß Lützow im Dienste der politischen Polizei stände. Der Zeuge Frhr. v. Marschall geht nun auf b»c „Staatsbürger Ztg" ein, in welcher seit länger als Jahresfrist Arttkel erschtenen seien, bahin lautenb, daß im Auswärtigen Amte die Quelle zu suchen sei, ander die Verhetzung von hohen Beamten gegen einanber stamme. DaS sei geschehen in Bezug auf einen Artikel in den „Münch. N. N" in Betreff der Mtlitärstrafproceß- Novelle, wie auch in Bezug auf einen die gleiche Malerte behandelnden Artikel im „Hamb. Corresp." AlS Verfasser dieses Artikels habe fich gestern ihm gegenüber in etnem Schreiben der Hauptmann a. D. Fritz Höentg bekannt, mit der Versicherung, daß cs fich hierbei lediglich um eine Piivatarbeit handle, zu der er keinerlei Informationen von irgend einem Beamten erhalten. Wetter erörtert der Zuge die Geschäftsführung im Preßbureau deS Auswärtigen Amtes, daß nun einmal ein nothwendiges Uebel fei. Am liebsten würde er desselben ganz entbehren. Vom Außwärtigen Amte feien niemals persönliche Angriffe ausgegangen, weder gegen active noch gegen frühere Minister und Beamte. Herrn von Lützow würde er nicht empfangen haben. Auf eine Anfrage deS Vertheidigerß erklärt der Zeuge, eß fei im StaatS- interesie dankbar anzuerkennen, daß Dr. Ploetz den Namen v. Lützow genannt. Bon Derrath könne nicht geredet werden, von einer P'eßwirthschaft im Auswärtigen Amt könne eben» falls keine Rede fein. Aber er könne leider im Staats« Interesse feine Beziehungen zur Presse nicht noch enger ziehen, als er eß bisher gethan. R.-A. LubfzynSki erklärt auf eine Anfrage des Oberstaatsanwalts, daß fein Client dabei bleibe, daß das Breslauer Telegramm von einer Nebenperson abgefaßt fei. Auf die Aufforderung des Vorsitzenden an Lützow, den Namen deS Fälschers zu nennen, entgegnet derselbe: „Ich kenne ihn nicht." Der Zeuge LegationSrath Dr. Hammann erklärt, er habe von den beiden Angeklagten nur v. Lützow einmal gesehen und er habe den Angeklagten v. Lützow für einen Pol zeiagenten gehalten. Der Zeuge Commiffar ».Tausch sagt auS, daß er v. Lützow seit 1891/92 kenne und ihn deS Oefteren zu Recherchen betreffs Preß- angelegenheiten benutzt habe. Auch über den beregtrn Artikel in Frankfurt a. M. habe er, Zeuge, mit Lützow geredet, um den Verfasser desselben zu erfahren. Lützow hatte gesagt, derselbe sei von Freiherr v. Marschall. Er hätte noch weitere Details hinzugefügt, aus denen er, Tausch, geschlossen habe, daß Lützow düpirt sei, Heckert aber einen Hintermann habe. Freiherr v. Marschall möchte vom Zeugen ersahreu, woraus er seine Angaben stützte, indem er ihn au Normann und Schumann erinnert. Tausch erklärt, die politische Polizei treibe keine Politik. StaalSsecretär v. Marschall betont, Tausch hätte doch erkennen müssen bei seinen Erfahrungen, daß die Angeklagten ihre Angaben auS den
Fingern gezogen haben. Tausch entgegnet, Heckert sei dazu zu jung und Lützow sei düpirt worden. Er hoffe noch, den Hintermann HkckertS ausfindig zu machen, doch würde eine schon jetzt erfolgende Namensnennung die Recherchen erschweren.
Berlin, 3. December. DaS preußische Abgeordnetenhaus erledigte heute die Novelle zum Haufir Steuergesetz von 1876 in erster Lesurg. D.e ConvertirungSoorlage wurde in zweiter Lesung angenommen; desgleichen die Vorlage , betreffend den Erwerb der Hessischen LudwigSbahn. Nächste Sitzung SamSraz 11 Uhr.
Hamburg, 3. December. Heute Mittag proclamirten mehrere Sterke-Versammlungen den Generalftrike.
Berit«, 4. December. (Proceß Leckert). Der zu- letzt vernommene Zeuge von Tausch nennt schließlich auf allgemein ausgesprochenes Verlangen den Nomen eines ehemaligen ConsulS von Equador, Nomens Rens auS Stettin. Der Angeklagte Leckert versichert, diesen nicht zu kennen. Der Gerichtshof beschließt, RenL sofort alS Zeugen zu laden. Der nächste Zeuge, Oberstlieutenant Grerda vom Kriegs- Ministerium erklärt, er kenne o. Lützow nicht persönlich, habe nie mit ihm gesprochen, und ihm nie einen Auftrag gegeben. Zeuge berichtet bann über bte Nachforschungen, welche Seitens deS M nisteriumS betreffs beß schon öfter erwähnten Artikels der „Münch. N. N.", an welchen fich weiterhin Artikel im „Hann. Courier" unb den „Berl. N. N." geschlossen hätten, die alle den Eindruck der Indiskretion gemacht hätten. Er habe mit v. Tausch diesbezüglich verhandelt, welcher ihm bann erklärt habe, v. Lützow mit den Nachforschungen betraut zu haben. Bon v. Tausch habe er, Zeuge, bann erfahren, daß gegen Zahlung von 50 Mk. von Lützow burch einen Herrn Kukutsch vom litterarischen Bureau nähere Mtt- theilur.g über die Herkunft beß Arttkelß erhalten zu können, angegeben habe. Die Anweisung beß GelbeS fei erfolgt; die angebliche Quittung beß Kukutsch überreichte der Zeuge bem Vorsitzenden; in einer dieserdalb eingeleiteten Disc plmar- Untersuchung habe Kukutsch bann eidlich bestritten, etwas hierüber zu wissen. ES folgt die Vernehmung des Zeugen Kukutsch. D e'cr bekundet, von keiner Behörde außer vom litterarischen Bureau, mit dem er ein VertragSverhältmß habe, je Geld erhalten zu haben. Der President macht dem Zeugen Mittheilung von der Aussage Lützows und zeigte ihm auch die Quittung. Zeuge erklärt entrüstet, das sei eine Lüge, die Qu'ttung rühre nicht von seiner Hand her. Nie habe er von Lützow ober Tausch Mk. 50 erhalten. Mit Lützow sei er wohl auf der Journalistentribüne und auch einmal im Cafv zusammengetrvffm. Er habe aber ängstlich die Berührung mit demselben vermieden. Lützow bleibt dabei, daß er mindestens dreißig mal mit dem Zeugen gesprochen habe, und diesem in einem auf der PotSdamerstraße gelegenen Casü Mk. 50 gezahlt habe. Zeuge Kukutsch zieht fich durch Aeußerungen, die er in der Erregung über die Aus sagen LützowS macht, wiederholt einen Ordnungsruf zu.
Berlin, 4. December. Die Commission deS Ab« g eordnetenhaufeS zur Vorberathung des Gesetzentwurfs betreffend die Staatsschuldentilgung ist zum 7. December einberufen. Der Finanzminister sagte sein Erscheinen zu.
Wien, 4. December. Der einstige militärische Lehrer deS Erzherzogs Franz Ferdinand, General Hüber, ist vorgestern gestorben. Er bestimmte seine Feuerbestattung in Gotha. Der Wiener Fürst Erzbischof verweigerte entschieden die kirchliche Einsegnung der Leiche.
Wie«, 4. December. Anfangs Januar erscheint in Trient das Werk BaratieriS über den afrikanischen Kriea.
Blüff'l, 4. December. Der König sprach in einer Unterredung mit dem Bürgermeister BulS fein Bedauern über die cl er tkal- s oclaltstis ch e Koalition im Ge- melnderath aus.
WB. Hamburg, 4. December. Die Central Strike- Commlssson beschloß den Generalstrike aller im und am Hafen bekräftigten Arbeiter. Ein heute vertheilteS Flug blatt fordert die Quaiarbeiter, Barkassenführer und Rollkutscher auf, zu fhtfen, damit der Hamburger Hulenverkebr vollständig erlösche. Um 81/, Uhr legten die Staats Quai- arbeitet die Arbeit nieder, ein kleiner Thetl arbeitet w-iter, vermuthlich bi« Mittag. Eine Versammlung strikender Qual- arbelter findet Mittags statt.
WB. Hamburg, 4. December. Nach beendetem Frühstück stellten zweitausend Staats'Qualarbeiter die Arbeit ein.
_ CocaUs utiö prot>injteUc*,
Gießen, den 4. December 1896.
*• Berzeichniß bei Sitzungen bei Schwurgerichts pro 4. Quartal 1896:
1. Montag den 7. December, Vormittags 9 Uhr, gegen Heinrich Balser und Conrad Reitz, beide auß Steinfurth, wegen Meineldß. Die Anklage vertritt Erster Staats- anwalt Dr. Güngerich, die Venh idigung führt Rechts- anwalt Grünewald.
2. Dienstag den 8. December, Vormittag- 88/< Uhr, gegen Franz Milkau auß Schellen wegen Derdrechenß wider bte Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Erster Staats anmalt Dr. Güngerich, die Veriheidigung führt Rechtsanwalt Weidlg.
3. Mittwoch den 9. und Donnerstag den 10. December, jedesmal Vormittags 9 Uhr, gegen Heinrich Eckstein II. und Georg Ludwig Pauli, beibe aus Kirtorf, ersterer wegen Meineid-, letzterer wegen Anstiftung und unternommener Verleitung zum Meineid. Die Anklage vertritt Gerichts-Assessor Dr. Friedrich, die Dertheidigung führt für Eckstein Rechtsanwalt Metz, für Pauli Rechtsanwalt Grünewald.
4. Freitag den 11. und Samstag den 12. December, jedeßmal Vormittag- 8’/t Uhr, gegen Heinrich Scheerer aus RüddlngShausen wegen Verbi echen- im Amte, Urkunden
fälschung und Betrugs. Die Ank age vertritt Staatsanwalt Zimmermann, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Kraft.
5 Montag den 14. December, Vormittag- 9 Uhr,, gegen Carl August Laatsch au- Rossow wegen Ver« trechenS im Amte. Die Anklage vertritt Gerichts Assessor Dr. Friedrich, die Bertheid-gang führt Rechtsanwalt Grünewald.
•• Kirchliche Dieustnachrichttu. ©•?. König!. Hoheit der Großherzog haben AÜergnäöigst geruht, dem Pf,rrer^ Heinrich Wolkewitz zu Mon-heim die evangel. Pfarrstelle zu Dauernheim, Decanat N'dda, zu übertragen, den von ©r. Durchlaucht dem Herrn Fürsten zu ©tolberg-öem'gerobe auf die evangel. Pfarrstelle zu Rannadt, Decanat Nidda, präfentlrten Pfarrvermalter Heinrich Wolf daselbst für diese Stelle zu betätigen.
•• Ernannt würbe der Gefangenenwärter am Provinzial Arresthaus in Gießen Heinrich Otto Wahl zum Gefangenenaufseher an dieser Anstalt, mit Wirkung vom 14. December d. I. an.
Die nächste Geometerptnsnug beglant am 1. Marz 1897. Anmeldungen sind spätestens biß zum 18. Januar 1897 Großh. Finanzministerium, Abthetlung für ©teuermefen, zu machen.
•• Siabtiheaier. Heber baß Sonntag Abend zur Aufführung kommende Lustspiel „Renaissance" leftn mir über die jüngst stattgehabte Ausführung vor Ihren Kaiserl. Majestäten: „Der Kaiser und die Kallerin äußerten sich- über die Aufführung von „Renaissance" im Berliner Theater sehr befriedigt. „Alle spielen sehr gut, besonder- aber der Junge", fügte der Kaiser dem „Börs. Cour." zufolge h n- zu unb schien sichtlich erheitert, als ber Intendant Praich ermlberte: „Der Junge, Majestät, ist meine Frau." Mit den Worten: „Sagen Sie Schönthan, er soll bald wieder ein solch schöne- Stück schreiben", bestieg ber Kaiser ben Wagen. Im Auftrage beß Kaiser- übermittelte Intendant Prasch allen Mitwlrkenden ben Au-bruck der kaiserlichen Anerkennung. „Vor allem dem reizenden Vittorino, Ihrer Frau Gemahlin", betonten Kaiser unb Kallerin".
** Ei« Messerheld Der Maurer Anton Schmidt wurde am 18. September vom hiesigen Landgericht wegen Körperverletzung mlttelß eineß M'fferS zu einer Gesängmß- strafe von drei Monaten verurthellt. Am HimmelfahrtStage Abends gegen 10 Uhr lag ber Angeklagte mit seiner Bekanntschaft, ber Zeugin Becker, auf ber Straße, als die Brüder Johann unb Heinrich Reitz bazu kamen, mit denen der Angeklagte verfeindet war. Er ging ohne Weiteres auf dieselben los unb attaflrte sie mit ben Worten: „WaS steht Ihr hier?" mit offenem Messer. In diesem Augenblick kam der dritte Bruder Conrad Reitz dazu unb verletzte bem Angeklagten zur Abwehr seines angegriffenen Bruder- einen Hieb mit seinem Stock, worauf fich Schmidt zu ihm wendete und ohne Weiteres auf ihn lotzstach. Da kam ber Schreiner Wilhelm Fugger dazu und riß, al- er ben Au-ms beß Con» rab Reitz „ich bin gestochen" hörte, mit ben Worten „wenn er gestochen hat, bann auf ben Flapich" ben Schmidt von seinem Opfer weg, ber bann allerdings noch eine gehörige Tracht Prügel erhielt. Conrad Reitz trug einen Stich In den Unterleib und einen in die Achselhöhle davon, die jedoch zum Glück gut und ohne jede weitere Gefahr verheilen. Schmidt stellte die Sache so bar, atß fei er angegriffen worden und berief fich darauf, in Nothwehr gehandelt zu haben. Der Vorderrichter constatlrte jedoch auf Grund ber Zeugenaussage und festgestellter vorauSgegangener Drohungen deS Angeklagten, daß es fich gerade umgekehrt verhalten unb dieser ben Streit angefangen habe. Die Revision beß Angeklagten richtet fich gegen einen Beschluß beß Borberrichters, wonach brei Zeugen vereibigt würben, bte er, Schmidt, für ber Thellnahme verbächtlg erklärt. Bei Vernehmung der Zeugen Conrad, Johann und Heinrich Reitz und Katharina Becker wurde zunächst b-e Beeidigung ausgesetzt, bann aber aus Beschluß beß Vorderrichterß, „die Zeugen im Einklänge mit ber Rechtssprechung beß Reichsgerichts" zu beeidigen, nachträglich noch vorgenommen. Der Reichsanwalt wie- darauf hin, daß ber Angeklagte versuche, den Vorgang all eine wechselseitige Schlägerei hinzustellen, und dadurch die Zeugen der Thellnahme zu verdächtigen. DleS sei vom Vorderrichter ohne RechtSirrthum zurückgewiesen worben. Die Revision richte fich Übrigens nicht gegen die eigenthüm- liche Formulirung deS Beschlusses, sondern gegen die Vereidigung überhaupt. Der erste Strassenat erkannte im Einklänge mit ben Ausführungen und in Uebereinfttmmung mit bem Anträge deS ReichSanwaltS auf Verwerfung ber Revision des Angeklagten und legte dem Beschwerdeführer die Kosten des Rechtsmittels zur Last.
•* Watzenborn, 1. December. Dle Gemeinde-Hebamwr F au Christine Weiß feierte heute ihr 25jäbrlgel Dtenstjubtläum. Frau Weiß hat während dieser 25 Jahre 754 Wöchnerinren Betstand geleistet.
□ Darmstadt, 2. December. In ber folgemäßigen geschichtlichen Aneinanderreihung der alten griechischen Kunst« tenfmale und Entwickelung der griechischen Kunst sprach heute Abend Herr Privatdecent Dr. F. Noack über die Akro« poliS von Athen. Für die Baugeschichte der Burg von Athen haben die 1886—90 von der archäologischen G sell« schast in Athen unter der Hauptleitung deutscher Archit«cte> gemachten Ausgrabungen auf dem unregelmäßigen, laug' gestreckten Plateau der Burg, daS einerseits 60, andererseits 100 Meter über die Umgebung heraußragt, baß Dich' ttgste geliefert; Inschriften und Ueberllcferung der Schriftsteller treten hinzu. Man fand da Reste in kyklopenmaveru, kleinere Wohnungen u. s w. auß der alten mykenlschen Zeit, erhielt die nöihlgen Anhaltspunkte dafür, daß eine ursptüng« liche „Poseidonia" (mit Kultstätte beß Poseidon) sich nach und nach zur „Athena" ben Athen (nach dieser Göttin genannt) umgeroanbelt, kann nunmehr Nachweisen, welchen verschiedenen Zeiten die Bauten biß Burgplateauß angehören biß um bte
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Bel ber heute i Sroßherzoglicher Handel Ern! A. S L.e
Er wird dies mit protocott nebst Anlagen eemder 1896, auf S di; 12 Uhr Bamitta Einwendungen gegen di tage bei Vermeidung bringen find.
Gießen, ben 2.
Großhi
Gothaer <
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A°idc»dk im J,hr- Normalprämie — je ___Vertreter: Heii
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Sonntag, den 6.
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