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5.8.1896 Zweites Blatt
 
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lustige» Dame» begänne» ihre Tour, als das erste Grolle« des nahenden Gewitter! vernehmbar wurde. Ohne mit einer Wimper zu zucken, sprangen sie, dem Commando ihres Führer» folgend, in die hochgehende Donau, durchquerten unmittelbar nach dem Start zweimal den Strom, ohne Mattigkeit oder Ueberauftrenguug zu spüren, und schwammen dann den Strom abwärts ihrem Ziele zu. Unterhalb der Nordbahnbrücke er­reichte sie das Gewitter gerade in dem Momente, als über die Brücke ein Zug der Nordbahn brauste. Die muthigeu Damen langten in 50 Minuten bei bestem Humor in der Militärschwimmschule au.

Siner der vielfache» Millionäre New VorkS, Herr Rouß, verspricht in den Zeitungen Demjenigen eine Million Dollars, der ihn von seiner Blindheit befreien kann. Der Sehnerv ist ihm abgestorben. Täglich kommen Hun­derte von Anerbietungen, das Werk der Wiederherstellung seines Auge» zu leisten. Herr Rouß aber ist so vorsichtig, diejenigen Versuche, die ihm einleuchten, an einem blinden Angestellten vornehmen zu lasten. Bisher hat noch kein Versuch etngeichlagen. Die Million wartet noch auf ihren künftigen Besitzer.

* Sine Katastrophe in Japan. Jetzt treffen die Post- nachrichten über die große Ueberschwemmung, von der Japan bekanntlich in der Nacht deS 15. Juni heim» gesucht wurde, ein. Nach den amtlichen Berichten der Prä- fecten der drei betroffenen Diftricte sind bet der Ueber­schwemmung 17,000 Menschen umS Leben gekommen. Die I Fluthwelle muß in geringer Entferuuog von der japanischen Küste entstanden sein. Vielleicht war die Ursache eine plötz­liche Erhebung des OceanbetteS an der Spitze der großen TuScarora-Ttefe. Auf einer Strecke von etwa 300 eng­lischen Meilen er^ fick die theilweise 80 Fuß hohe Welle, von Südwesten nach Nordosten dringend, über die Safte. Die 6000 Einwohner zählende Stadt Kumashi, die zehn englische Meilen von den Etsengruben gleichen Namens liegt, ist völlig zerstört. Nur wenige von den Bewohnern sind I gerettet worden. In der Präfectur Jwate find 1400 Men­schen umS Leben gekommen. 4000 Häuser wurden von den Fluthen mit fortgeriffen, als sie zurücktraten. In der Prä- I sectur M yagi stehen auf der Todtenliste 3103 Personen.

973 Häuser wurden zerstört. In der Präfectur Aomori I kamen 300 Personen um. Im Ganzen find 17,403 Per­sonen gerödtet, 555 verletzt und 4973 Häuser zerstört worden. I Der enorme Menschenverlust schreibt fich namentlich aus dem Umstande her, daß die Katastrophe nächtlicher Weise herein- brach. Die Japaner begeben fich frühzeitig zur Ruhe, stehen I aber allerdings bei Tagesanbruch auf. Den größten Theil ihrer Arbeit verrichten fie vor Mittag. Als die See sich um 8 Uhr Abends erhob, lagen die meisten Leute im Bette. I Keine Warnung eilte dem Unglück voraus. Einige wollen allerdings vorher leise Erdstöße verspürt haben. Aber eS sind wenige übrig geblieben, welche genauen Bericht über den Vorgang erstatten können. Das entstandene Elend ist geringer al» man vermulheu sollte. Die Meisten sind eben I eine Beute des Todes geworden. Den Nothleidenden wird Rel» geschickt. Auf der See war wenig von der Fluthw:lle zu bemerken. Die Fischer kehrten zurück und fanden ihr Heim nicht mehr. (Nach den letzten Nachrichten beträgt die Zahl der Umgekommenen 30,000. In der Präfectur Jwate allein find 25,043 Personen umgekommen, 1244 verletzt und I 5030 Häuser fortgeschwemmt worden.)

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würdiges Beispiel bekannt zu werde». Um so schmerzlicher ist eS, wenn ein so selten vorkommendes ländliches Fest Mstä«dig verregnet wird, wie die» gestern der Fall war. «ou Morgens 7 bis Abends 8 Uhr goß unendlicher Regen herab, ohne auch nur eine Secunde lang aufzuhöreu. Zelte md Tanzböden, im Freien aufgeschlagen, kamen unter Waffer, Lik Gasthäuser befitzen keinen Platz, um eine größere Anzahl Mfte auszunehmeu. Auch heute fieht eS sehr zweifelhaft <u3. Die Feftstimmung hat dadurch sehr gelitten und man vird an die ungemüthlicheu Augufttage von 1896 noch lange denken.

-o- Ober-Roßbach. 3. August. Am verfloffeneu SamStag Nachmittags 4 Uhr ging in unserer Gemarkung ein wolken- bruchartiger Regen nieder. Die Straßen waren voll- ständig fußhoch mit Waffer überschwemmt. Viele zu derselben Zeit t« Feld beschäftigte Leute konnten nur auf großen Umwegen von der höher gelegenen Sette in den Ort ge­langen. Tief liegende Gehöfte wußten ausgepumpt werden. Da» Getretde, welches am Morgen nach dem vorauSgegangenen Akgenwetter mit vieler Mühe getrocknet worden war, ohne jedoch gebunden werden zu können, war wieder völlig durch­näßt. Die ungeheuren Waffermaffen haben an manchen I Stellen des Feldes beträchtlichen Schaden angerichtet. Selbst an Häusern find mehrsach Beschädigungen vorgekommen.

4- Romrod. 1. August. Ein großer Trauerzug geleitete am 40. Juli den zwei Tage zuvor im Alter von nahezu 76 Jahren dahier verstordenen Lehrer i. P. Justu» Ploch zur letzten Ruhestätte. Unter Vorantritt der Schule gab ihm der Kriegerverein Romrod mit seiner mit Trauerschleife kersrheuen Fahne da» Ehrengeleite; alle Beamten Romrods und fast die gesammte Einwohnerschaft, sowie die trotz der | Ungunst de» Wetters zahlreich auS dem Umkreis erschienenen i Lehrer nebst vielen anderen auswärtigen Leidtragenden folgten dlw mit Kränzen u. s. w. bedeckten Sarge, welchem überdies noch eine Anzahl zum Theil prachtvoller Kiänze nachgetragen wurde. Diese so große Theilnahme bei der dem Entschlafenen erwiesenen letzte Ehre legte Zeugniß ab von der Liebe und Achtung, welcher fich derselbe zeitlebens bis in sein hohe» Alter bei seinen Mitmenschen zn erfreuen hatte.

§ «ul dem Kreise AlSfeld, 3. August. Ein durchweichender Landregen, wie wir ihn seit Beginn des SommerS noch nicht gehabt, ging gestern nieder. Ein nicht so anhaltender war am Donnerstag vorauSgegangen. Dadurch hat nun der Erb baden die schon so lange mangelnde Feuchtigkeit endlich erholten. Wäre dieser kräftige Niederschlag nicht erfolgt, die Gr«nn»eternte wäre eine überaus schlechte geworden/ war bod) der GraSwuchS auf Triften und trocknen Wiesen that- sächlich vertrocknet. Ebenso fingen die Kartoffelsträucher auf leichtem, trockenem Boden an abzusterben. Auch den Übrigen Hackpflanzen war e» längst zu trocken geblieben. Allerdings wäre Regen vier Wochen früher viel willkommener gewesen. Zur Ernte braucht der Landwtrth Sonnenschein, sonst wächst bei anhaltendem Regenwetter die Frucht auf den Haufen. Hchentlich findet dieses jetzt nicht statt. BewundernSwerth fini in diesem Jahre die Erzeugnisse des Garten». So reichliche Erträge, wie in diesem Jahre Bohnen und Gurken liefern, find in der That selten zu verzeichnen. Sie werden auch zu Spottpreisen abgesetzt, da» Pfund Bohnen zu U) Pfg., 1 biß 2 Pfund schwere Salat- oder Elnmachgurken zu 15 Pfg. Ebenso gedeihen die grünen Gemüse, Wirsing,

jedenfalls als merkwürdig verzeichnet zu werden.

* Der außerordentliche Stufluß. welchen die größte deutsche Dampfsch'fffahrts Gesellschaft, der Norddeutsche Lloyd in Bremen, auf daß WirthschaftSleben der Ration ausübt, erhellt unter Anderem aus dem gewaltigen Verbrauch an Proviant und Kohlen, welcher auf den Schiffen des Nord- deutschen Lloyd sich jährlich ergibt. Nach den jetzt vor­liegenden statistischen Aufstellungen stellen fich die Ziffern der an Bord der Dampfer des Norddeutschen Lloyd tm Jahre 1895 verbrauchten hauptsächlichen Consumartikel auf etwa 5i/2 Millionen Mark an Werih. Dazu kommt ein Kohlen- verbrauch von ca. 700,000 Ton» tm Werthe von über 16 Millionen Mark. Au» den im Jahre 1895 verbrauchten Nahrungsmitteln heben wir noch einige Hauptziffern heraus. Es wurden verbraucht: Frisches Fleisch 21/a Millionen Pfund, gesalzene» Fleisch 589,000 Pfund, präservtrteS Fleisch 117,800 Pfund. Dazu kommen etwa 2200 Stück lebendes Vieh und 166,582 Stück Geflügel. An Getränken wurden unter anderem verzehrt: 637,107 Flaschen Bier und außer­dem 520.268 Liter Faßbier, 100,000 Flaschen Rothweine, 78,000 Flaschen Rhein- und Moselweine, 30,000 Flaschen Rnm, Genever und L'queur, 25,500 Flaschen Champagner, 15.000 Flaschen Cognac, 175,000 Flaschen Mineralwaffer rc. Die Gesammtltfte der einzelnen Verbrauchsartikel ouS dem Proviantwesen umfaßt 150 verschiedene Artikel.

* Gera, 30. Juli. Ein Unglück ereignete fich heute gegen Abend auf dem preußischen Hauptbahnhof. Der schon einige zwanzig Jahre im Dienste befindliche Bahnbeamte Kögl er, der ein Signal beim Rangtren überhört hatte, wurde von einer Locomotive erfaßt und vollständig zermalmt.

Laibach, 30. Juli. In der Irrenanstalt Hierselbst zer- schmetterte ein tobsüchtiger 31jährtger Arbeiter einem 16jährigen jungen Manne, mit dem er eine gemeinsame Zelle hatte, den Kopf.

tziue Schwimmtour in der Donau. Heber eine Dawen- Schwimmtour bet Gewitter berichtet baß Wiener Extrablatt: Die Damensection des Ersten Wiener Amateur-Schwimm- clubs unternahm unter der Führung des Rittmeisters Baron Forgasch, Arrangeurs der Donautouren, am 25. Juli ihre zweite und am 30. Juli die dritte Donautour, beide Male vom Nußdorfer Spitz zur Militärschwimmschule. Besonders intereffant gestaltete fich die Tour am 30. Juli, an welcher j sich die Frauen Dr. Lederer, Dr. Pollak, Biberhofer und die Fräuleins Huber und Fischer betheiligten. Die schwimm-

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Mainz, 3. August. Für die durch die Mandat»- I niebetlegung Jösts im Wahlkreise Mainz-Oppenheim nath- I wendig gewordene Reichßtagß-Nachwahl ist die Agitation bereits in volle« Gange. Zuerst auf dem Plane sind wie immer die Socialdemokraten, die sowohl in der Stadt wie in den ländlichen Bezirken schon eine Reihe von öffentlichen und geschloffenen Versammlungen abgehalten haben. Nach dem zu schließen, wa» von einer am verflossenen Samstag hier ftattgehabten Versammlung in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, scheinen die Socialdemokraten mit keiner großen Zuver- sicht in den Wahlkampf zu treten, wenigsten» waren die I Redner sehr kleinlaut und haben bekannt, daß alle Kräfte angespannt werden mühten, wenn man den Wahlkreis Mainz- Oppenheim nicht verlieren wolle. Dagegen hofft man bet der gleichfals bald ftattfindenden Landtagswahl spielend den Sieg wieder zu erringen, da nach der politischen Zusammen­setzung der Zweiten Kammer eine gemeinsame Action der bürgerlichen Parteien wohl nicht möglich sei. Auch die Antisemiten find schon thättg und hat eine Versammlung in Stadeken den dortigen Landwirth und Geometer Wolf als Candidat ausgestellt. Don dieser Seite gibt man sich der Hoffnung hin, daß diese Candidatur vom Bauernbund und vom Bund der Landwirthe Unterstützung finden werde.

Mainz, 3. August. In dem durch seinen Gemüse- bau weithin bekannten, nahen, bedeutenden Dorfe Gonsen­heim haben der gesammte Gemeivderath wie der Schulvor­stand ihre Aemter niedergelegt. Der Anlaß zu diesem welt- I erschütternden Ereigniß ist, daß der Bürgermeister auf An­ordnung deß Kreisamtes gegen den Willen deS Gemeinde- rathS alte Schulbänke in ein neues SchulhauS hat stellen Taffen und auf eine Beschwerde bei dem Kreisamt der Be­scheid erthetlt wurde, daß der Bürgermeister den Verfüg- ungen deS Kreißamtes unbedingt zu entsprechen habe.Wenn dem so ist", sagte der Ucberbrtnger der Beschwerde bei dem KreiSamt,dann ist der Gemeinderath überflüssig," und in Consequenz dieser Auffassung erfolgte die Demission von Ge- meinderath und Schulvorstand.

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Ulrichstein, 3. August. So theuer wie in unserem bescheidenen Landstädtchrn die Hofraith en und die Mieth- ivo hnungen find, findet man selten in Städtchen ähnlicher unb größerer Ausdehnung. Für eine einigermaßen geräumige Wohnung werden 200 bis 300 Mk. JahreSmiethe bezahlt- eine nach ländlicher Auffassung kleine Hofraithe erzielt hier ost einen Kaufpreis von 8- biß 10,000 Mk. Diese, einer ßiö Heren Stadt entsprechenden hohen Wohnungspreise, die man | nach den sonstigen Verhältnissen kaum voraussetzt, find de- glümdet zur Hauptsache in den durch den weiten und be­schwerlichen Transport sehr hoch fich bemessende Baumate­rialien, sowie durch die sehr beschränkte Platzfrage. Käme di- Ohmthalbahn, übrigens eine in vielen Beziehungen für bttt Vogelsberg wichtige Verbindung, wirklich zu Stande, tooKan wohl jetzt in absehbarer Zeit nicht zu denken ist, so wäre auch hierin Wandelung zum Besseren sicher eingetreten.

-e. Reu - Ulrichstein , 1. August. Monatsbericht bet Arbeiter - Colonie pro Juli 1 896. Ende 3uli 1896 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 31 Mann. Dieselben verth eil en sich auf das Groß- herzogthum Hessen 6; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Aaffel 6 , Regierungsbezirk Wiesbaden 3, Provinz Rhein­lande 5, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Brandenburg 1 , Provinz Schlesien 2, Provinz Schleswig- Holstein 1; Königreich Boyern 1, Königreich Sachsen 2; Großherzogthum Baden 1. Hiervon waren: Arbeiter 11, Bäcker 2, Fleischer 1, Former 1, Gärtner 1, Kaufleute.3, Kürschner 1, Landwirth 1, Maurer 1, Müller 1, Photo­graphen 1, Portefeuillearbeiter sl, Schlosser 2, Schneider 3, Schuhmacher 1. Gearbeitet wurde an 923 Tagen. Im Nonat Juli 1896 wurden entlassen 20 Mann, und zvar auf eigenen Wunsch 13, wegen Arbeitsscheu 5, ent­laufen 1, wegen ungehörigem Betragen 1. Sei: Bestehen ber Colonie sind aufgenommen worden im Ganzen 3080, dagegen abgegangen im Ganzen 3049 Mann, bleibt Be- flaitd am 31. Juli 1896: 31 Mann.

-b- An» Starkenburg, 3. August. Eine späte Vor Ir d uug hat da» Amtsgericht Groß Gerau wegen einer Testaments- und ErbschastSangelegenheit in Raunheim unterm 23. Juli d. IS. erlassen. In letzterem Orte starb eine Witwe, die die Kinder ihres nach Amerika auSgewanderten BrmderS zu Mlterben ihre» Vermögens einsetzte. Da aber btc Aufenthalt dieser Erben in Amerika unbekannt ist, ladet sie daS Amtsgericht Groß-Gerau auf den 1. October 1996 nach Groß-Gerau vor, um ihre Rechte zu wahren. Wir be- jroidfcln sehr, daß die Kinder deS Bruders der Erblasserin in hundert Jahren noch leben werden!

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Düsseldorf, 30. Juli. Zu dem bereits gemeldeten Unglücks fall in der Lorettostraße, der den Tod einer mit dem Bleichen ihrer Wäsche beschäftigten Frau hetbeisührte, ist noch zu berichten, daß ein zur Zeit hier auf Urlaub weilender Einjährig-Freiwilliger aus Berlin sich alß der muthmaßliche Thäter gemeldet hat. Er vertrieb sich Morgens in dem der UnglÜckSstelle benachbarten Garten feiner Eltern die Zeit mit Spatzenschießen und ging bann, ohne eine Ahnung von dem Geschehenen zu haben, zum BezirkScommando, um fich dort anzumelden. Nach seiner Rückkehr hörte er von dem Tode der Frau und zeigte nun sofort dem Commissariat an, daß er mit einer Salonbüchse im Garten geschossen habe. Die Büchse und die Patronen sind beschlagnahmt worden. Die getöbtete Frau hinterläßt vier Kinder.

Krefeld, 30. Juli. Bei dem Sturme am Sonntag, Über dessen Folgen nachträglich noch eine Menge von Einzel­heiten gemeldet wird, wurden zwischen Emmerich und Arn­heim ein Schiffer und seine Tochter Über Bord geweht und fanden in den Fluthen ihren Tod.

* Ein Theologe als Bürgermeister. Der Predigtamts- Candidat Falck ist derPomm. Reichspost" zufolge zum Bürgermeister der Stadt Nörenberg in Pommern ge» wählt worden. Der Fall, daß eine Stadt ihren Bürger- meister aus den Reihen der Geistlichkeit nimmt, verdient

£iteratur rrird

Die Aufsätze im vorliegenden 69. Heft der Halbmonatlchrift zur Vertiefung in die Fragen und Aufgaben de» Menschenlebens, (Fr. Hartmanns Verlag; Preis vierteljährlich 1 Mk. 80 Pfg) fptegeln W gut den bekannten Eharacicr der Zeit­schrift wider. Karl Bachoff bat; Prof. Euckens Werk:Der Kampf um einen geistigen Lebensinhalt" einer eingehenden Würdigung unterzogen, an die sich L sifrüchte aus Euckens Werk anfchließen In die Besprechung der Erzählungen dcs schottischen Pfarrers Jean Maclaren hat A. Passow ebentall» manch schonen Gedanken eingeflochten. Unter dem TitelAnti-Larochefoucauld" veröffentlichtEremita" eine Anzahl von Aphorismen, die der unphrloscphlscden Zeitrichtung, alle Aeußerungen des Menschen aus einem Trieb, dem Egoismus, her zuleiten, eine vernünftigere Analyse de» menschlichen Handlungen entgegensetzt. Endlich ist die Unter­suchung Schrempfs über das heilige Abendmahl ein Muster befomner Kritik, die um so überzeugender wirkt, je vorsichtiger sie zu Werke geht.

Alle« Denjenigen, weiche sich a«f leichte tm» be­queme Art die Kenntnitz der französischen, englischen und nilcken Sprache arteignen wollen, seien die ZeitschriftenLe Repetiteur , The Repeater,II ripetitore zum Abonnement warm empfohlen. (Berlin, Verlag von Rosenbaum u. Hart) Es läßt sich kaum ein besseres M'ttel, diese wichtigsten fremden Sprachen, deren Kenntnitz in allen Berufszweigen äußerst werthvoll ist, ausfindig machen, al« die Methode der genannten Zeitschriften. Unter jedem fremden Wort steht das entsprechende deutsche, io daß dem Leser das Un­bekannte so ort auställt und bei bet Wiederholung in Erinnerung gebracht wird, wodurch oer Wortschatz sich beständig vergrößert. Der Inhalt der Journale ist interessant und unterhaltend, es wechseln in bunter Reihe Poesie und Prosa, Ernst und Scherz, alles ist im modernen Stil und äuße st praktisch gehalten. Für die weiter Fort- aeschriltenen ist ebenfalls gesorgt, indem die 14lägig erscheinenden Blätter allmonatlich eine Beilage mit nur französischem, englischem und italienischem Texte enthalten, dem zum Zweck besseren Verständ­nisses am Fuße jeder Sette die nöthigen Anmerkungen beigegeben sind. Es dürften daher diese Zeitschriften, deren Abonnementspreis pro Quartal nur je 1 Mark beträgt, vielen unserer Leser willkommen fein. Abonnements auf diese Journale können zu jeder Zeit bei allen Postanfialten und Buchhandlungen gemacht werden.

»Devtscher «nflelfpott* nennt fich ein neues Blatt, welches aus derDeutschen Flscherei-Zeitung" in Stettin hervor- gepangen ist. Die Probenummer liegt uns vor und ist gratis und franco von der Verlags Handlung (Herrcke u. Lebeling in Stettin) zu beziehen.

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