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5.5.1896 Zweites Blatt
 
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M 105 Zweites Blatt

Dienstag den 5. Mai

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Gießener Anzeiger

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Marsches ein. Nachdem da* Monarchenpaar unter dem mit rothem Sammt prächtig draplrten Baldachin Platz genommen hatte, begann der feierliche Act, zu besten Beginn der Haudelß- mintster Frhr. v. Berlepsch die kaisirliche Genehmigung erbat. Darauf hielt der Borfltzende des AuSstellungScomilsS an den Kaiser eine Ansprache, in welcher er die Geschichte deS AuS- ftellungswerkeS entwickelte und dem Kaiser für daS dem Werke zugewendete Wohlwollen und für die Förderung, die es durch die Staatsbehörden erfahren, Dank abstattete. Die Rede klang in ein Hoch auf den Kaiser aus, in welches daS Publi- kum stürmisch einstimmte, worauf von allen Anwesenden die Nationalhymne gesungen wurde. Dem Protector der AuS- stellung, Prinzen Friedrich Leopold, brachte Baumeister Fetisch den Dank dar, in welchem er auf die Heldengestalt deS Prinzen Friedrich Carl hinwieS. Geh. Rath Gold­berger sagte bann dem Ehrenpräsidenten Minister v. Berlepsch Dank für die Förderung deS Werkes, worauf mit Zustimmung des Kaisers die Ausstellung für eröffnet erklärt wurde.

Unter den vielen hohen Personen, die zur Feier er­schienen waren, befand sich auch Fürst Ferdinand von Bulgarien, welcher von einer glänzenden Suite bul­garischer Offiziere begleitet war und sich mit den Personen, welche ihn begrüßten, lebhaft unterhielt.

DaS Kaiserpaar, begleitet von dem zahlreichen Gefolge, war inzwischen aus der Kuppelhalle in den Park getreten und begann seinen Rundgang durch die Ausstellung. Der­selbe erstreckte sich auf die Maschinenhalle, die Ausstellung Kairo, die Colontalausstellung, auf baß Gebänbe ber Chemie unb Optik, baSjenige der Stadt Berlin und der Fischerei und Sportausstellung. UeberaH gab daß Kaiserpaar feiner lebhaften Befriedigung über daß Gesehene Ausdruck. Be- merkenßwerth war folgender Ausspruch des Lasters in der Colontalausstellung:Ich hoffe, daß diese Ausstellung einen Ansporn geben wird, wetteren Colontalbefitz dem Reiche zu erwerben."

Auf dem SchiffeBremen" ward inzwischen ein Früh­stück von 26 Gedecken servirt, welches ber Koster mit feinen Gästen einnahm. Daffelbe währte ungefähr 20 Minuten, worauf ber Kaiser mit Gefolge bk Räume beS Schiffes ein- gehenb besichtigte.

Wenige Minnten vor 3 Uhr Nachmittags trat ber Kaiser mit ber Kaiserin unb Gefolge auf berAlkxanbra" bie Rück­fahrt nach Berlin an, wo um 3 Uhr 45 Mtn. die Ankunft erfolgte.

In der Ausstellung aber herrschte übiraQ in dem weiten Gelände frohes, lebhaftes Treiben. Unb wenn ber erste Tag ein Omen ist für ben weiteren Verlauf, so kann man sagen, daß sie gelingen unb erfolgreich, ber ReichShauptftadt würdig fein wird.

"'ans v. Bülow

sano, daß die PianinoS von W. Ar­nold, Aschaffenburg 32, dem guten Flügel nickt nachstehen und wählte eins zu eigenem Gebrauch. PrSl. mit Bülows Orig.-Dankschr.gratis. Probez.

hobenster Stimmung sich befindenden Menschenmenge besetzt. Galt eS doch, die K a tf e rlich e n Herrschaften zu begrüßen, welche auf der LusthachtAlexandra" nach Trep:o:v fahren wollten, um bei der Eröffnung der Berliner Ausstellung zu­gegen zu fein.

Gegen 10 Uhr Vormittags verließ das Kaiserfchiff den Ankerplatz am Königlichen Schlöffe, auf dem ganzen Wege durch daß städtische Weichbild ungemein stürmisch begrüßt. DaS Kaiserpaar stand auf der Steuerbordfeite, ter Kaiser hinter der Kaiserin, beide inSbesondtre die letztere unaufhörlich für die brausenden Hochrufe, welche ihnen dar­gebracht wurden, durch Berneigen und Händewinken in liebens­würdigster Weise dankend. Die Fahrt durch Berlin gestaltete sich zu einer der großartigsten Huldigungen, welche daß Kaiser­paar seitens der hauptstädtischen Bevölkerung erfahren hat, und daß Bild, welches die mit Menschenmaffen dicht besäten Spreeufer darboten, diese enthufiaSmirte, festlich gekleidete Menge, welche ihrem Herrscherpaare zujubelte, wirkte großartig.

Gegen 11 Uhr landete dieAlexandra" in Treptow, an der Landungsbrücke von dem Protector der Ausstellung, Prinzen Friedrich Leopold, dem Ehrenpräsidenten, Minister von Berlepsch, und den Mitgliedern deß Arbeitsausschusses empfangen.

Der Kaiser trug die Uniform deß 1. Garderegimevtß z. F. mit dem Bande deS Schwarzen AdleiorüenS, die Kaiserin eine helle Toilette. Bride Majestäten begannen sofort mit den sie begrüßenden Herren ein längereß Gespräch. Darauf begaben sich die hohen Herrschaften unter Führung deß ArbeitSauSschuffeß zum Hauptgebäude, wo die Ehrencompagnie deß 3. GarderegtmentS Aufstellung genommen hatte. Hier überreichten die Damen deß ArbeitßauSfchusieß der Kaiserin und der Prinzessin Leopold Bouqaetß.

In der Kuppelhalle deß Hauptaußstellungßgebäudeß fand darauf der feierliche EröffnungSact statt. Eine glänzende Versammlung war, welche sich hier vereinigte unb daß Kaiserpaar umgab: Kunst, W'ffenschaft, Industrie und Handel, die Vertreter der Staatsbehörden, die Generalität, die Bot­schafter und Gesandten unb die Generalconsuln ber fremben Mächte hatten sich eingefunben, um nun zu sehen, waS Ber­liner Gewerbe- unb Kunstfleiß zu leisten im Stande sind. Daß auch die meisten großen Staaten, auS Nord und Süd, auß Ost und West der ganzen civtltfirten Welt Vertreter der Preffe anwesend waren, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden. Rechts neben dem Throne gruppirten sich um diesen der BundeSrath, die Minister und Staotßfecretäre, die Generalität, links die Vertreter der Provinz und der Stadt, baß AuSstellungScomiiv unb die übrigen Erschienenen. Als baß Kaiserpaar diesen Raum betrat, spielten zwei MufikcorpS den Katserruf auß dem Kaiscrmarsch von Wagner und die Berliner Liedenafel stimmte bet dem vierten Theile des

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äußeren Verputz an dem Gemeinde- Hause zu Staufenberg erforder­lichen Weißblnderarbeiten, ver­anschlagt zu 176 Mk. 90 Pfg., sollen Donnerstag den 7. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, daselbst öffentlich in Accord gegeben werden.

Gießen, den 1. Mai 1896.

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Eröffnung der Ausstellung.

Berlin. 1. Mai 1896.

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WUlß yiöbctt §||^ot|yoi Ii ben wolkenlosen blauen Himmel blickte. Kaiser« 3Qß etteh* dachten wohl bie Meisten, welche in ben herrlichen

rühidligimorgen hinaußschauteu. Dünkte boch Allen, welche baateqer Borge dem Eröffnungstage ber Berliner Gewerbe- IfHithn( entgegengesehen hatten, ein gutes Zeichen, baß h itin i mmel dem Unternehmen fein freunblicheß Gesicht 11A l IgteL.»e Physiognomie ber Stabt hatte sich über Nacht "Verein 2t^"^krt. Hatte auch ganz Berlin ein Festtagßgewanb wll^gel;iSjt, fx waren boch hauptsächlich bie zur Außstellung ök Fastsaal (Walltho^re,,,hn Straßen, welche In besonberS herrlichem Schmucke I» Ahandonin Daß bazu bie ganze letzte Nacht in eifrigster ' Jfittiigiltli benutzt worben, ist begreiflich. Je mehr man sich iS Kölner St* Dipl, ver Park nähert, desto reicher wird bie AuS- » lll-nst. Die wichtigsten Straßenkreuzungspunkte in dieser egets k flip durch geschmackvolle architectonische Bauten auS- tzeicki'iti, leie einen monumentalen Charakter tragen. Umfang- von Franz Grillpar? wfbogen find noch geplant, welche dauernd be- Ernst Challierk bI,lben f°aciL Qllcn Theilen ber Stadt soll Pirquet Mk. 3.50; Zweitel real H» ganzen Verlaufes ber Ausstellung durch bie Nennt Srffceimmg beß Straßenbildeß zum Ausdruck gebracht »Verbindung nach a rbe.m, ta$ fick ia Berlin ein epochemachendes Ereigniß

tzAjoil oom frühen Morgen ab machte sich ein lebhaftes

* tibikni eui den Straßen bemerkbar. ES war unverkennbar,

zung ß fdflia i:ln großer Zufluß von Fremden stattgefunden l89b Nachmittagslllc# mtfere Reichshauptstadt schon zeitig auf ben Beinen Hnitiethtät ®lllm reiT Dot^n sefagt, baß Berlin sich über Nacht ttia Der u I > iäntuinhtitte, fo bocumenlirte sich bie« auch noch in anderer Micken: Ue6tr bu etfe.ii ®?c.n brauchte nur die Pierdebahnwagen, Omnibus llibuftenS. lb fcluftig« zur Personenbeförderung dienende Behtkel an* -----TTTjL14)aimirc, Ute vielfach eine andere Bezeichnung trugen. Wo iXKXXXXM# irg: ungtng, läßt man von heute ab die Personen- hrwimlr In Treptow enden und bie BezeichnungAuS- . .llun,z,!l«!ptow" führen von heute früh ab eine reckt statt- lad Nauheim Ltie iDon IZBagen. Diejenigen, welche ich heute Morgen h, rofttttn alle reichlich besetzt, selbst bie so theurett Meal- -)ach-$ei (omnten mit ihrer Last zufrieben sein.

Dr G. Gr- k ®ltj HiuptanflehungSpunkt für Berliner unb Fcembe V* ldtte Slstte Morgen die Spree. Sämmtliche Brücken inner-

Möt. Arzt, ld BlbM« sowie die längs des Flusse« sich bahinziehenben ira6e|fnioab Plätze wartn von einer dichtgebrängten, in ge-

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