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4.6.1896 Erstes Blatt
 
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(Kultur. Die Obstbäume zeigen ein so üppiger, saftstrotzender Aussehen, daß man gar nicht meinen sollte, eS sei schon so lange trocken gewesen. DteS vorzügliche Aursehen kommt aber hauptsächlich daher, daß kein Heer von Blattläusen und anderer Ungeziefer die Obstbäume behelligt. Was somit da- seitherige trockene Wetter auf der einen Seite zu wünschen übrig gelassen, dar hat er auf der anderen Seite erfüllt.

* In Crainfeld war dieser Tage, als die Bewohner Morgens ihren Bedarf an Wasser zapfen wollten, der ganze Hochbehälter leer. ES stellte fich heraus, bah einige Schlauberger Nacht- den ganzen Borrath Über ihre

rnde qittn Satze von unverwüstlicher Frische und jugend- lichaimt^st durchsetzten Werke, dessen Adagio vor allem in packL:7t Weise gespielt wurde. Auffassung und Ausführung moc* tiem Letter alle Ehre. Was ein liebevolle-Sich« BerÄd!«" in den Stoff eines Kunstwerks vermag, da-

V«k-h», £»n6< unt> volk,a»irtbschaft.

Junge Leute, welche -ur Landwirthschaft übergehen, oder sich »um Oeconomie-Derwalter, Molkerei-Verwalter, Buchbalter, Rechnungsführer und BmtS-Skcretar -usbilden wollen, erhalten berettwtlltgst Auskunft über diese empsehlenSwerthr Carriöre und auf Wunsch auch unentgeltlich passende Stellung nachgewiesen. Aus­führliche Programme versendet gegen Einsendung von 20 Pfg. in Briefmarken (Porto-Auslagen) der vorfland des Lnndwirthschaftlichen Vea«t«n»»erein» zu Braunschweig, Madamenweg 160.

unter den deutschen Städten" gehört? Doch wie wenige Bewohner unserer wetteren Umgebung haben voobl schon unsere herrliche Landschaft gesehen und find zwischen unseren ehrwürdigen Bauten dahingewandelt'. Mächtig wirkt schon der Anblick der jenseits des breiten Grabens emporragenden Stadtmauer mit ihren gewaltigen Thürmen. Durch da- reich verzierteJerusalemer Thor" eintretend, erblickt man die Reste einer noch älteren Befestigung mit schlanken Thürmen. Zu auherordentlicher Höhe erbeben fich die steil

Strebs Bronchitis Lungenschwindsucht Masern Brechdurchfall Dtphtheritts Lungenentzündung

BUd entfaltet sich wieder vor dem staunenden Beschauer von der alten Brücke, demLohsteg", wo sich die am Seemen« dach stehenden Festun-Srbürwe in langer Reihe erheben, im Vordergrund das um 1500 erbaute Schlachthaus mit feinem hohen, spitzen Dache! Biel des SehenSwerthcn bietet sodann die >m gothischen Stil erbaute Kirche, derOberhof" und vor allem daS Schloß, das älteste und intereffanteste Gebäude der Stadt, mir seinen starken Thürmen und herrlich ver­zierten örtern, seiner mit Kunstwerken au- Stein und Holz reich auSgestatteten Capelle, seinen schönen Sälen und werth« vollen Sammlungen. Wer unser Städtchen noch nicht be« sucht hat, sollte die fich ihm jetzt bietende Gelegenheit nicht

Wöchentliche Neberficht der lebtäfane in Gießen.

22. Woche. Lom 24. Mai bis 30. Mat 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (incl. 1600 Mann MUitär). Sterbttchkeitsztffer: 27,12, nach Abzug der Ortsfremden 24,87°/«,.

Binder

ansteigenden Dächer mehrerer alter Gebäude, des Hause- Zum Schwanen", des 1458 erbauten RathhauseS, de- ' mit seinem prachtvollen, durch zwei

An m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärt- nach Stetzen gebrachte Kranke kommen.

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Kunst-Ausstellung,

nähme oe- SamStagS, von 1T bi- 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 big 5 Uhr. «snwtnOA M

tinauittWteNe* »e* U M » tttz». - EintrUt-prei- ft?

Richtmttglteder an Werktagen 50 Psg., an Sonntagen 20 V,

Schiffers Vogellutter,

uuiiiiiuivUUV,,U > ausländischen Vögh, 4 Packet

35 Pfg., ist nur ächt zu haben bet «. ch «. WallenfelS, Martt- vlatz 21. Man achte darauf, bah jedes Packet die volle Firma Schiffer & Co.", Versandt ausländischer Vögel, CanarienvögU, Vogelkäfige rc. Köln am Rhein und die Schutzmarke (ein Vogelnest)

SoÄLirifruchtgardeu. Zwei Vortheile hat aber das trockene fallen Btütter gehabt, das Ausbleiben de- Unkrauts und des Un-ÜMilseirS. Wer dem Bodenbau seine Aufmerksamkeit schenkt, wirkst ittmerken, wie wenig vergrast der Ackerboden gegensteinernen HauseS" mit seinem Pracht, an^m Jahrgänge auSfieht, immerhin ein Gewinn zu seiner 1 Stockwerke hinaufziehenden Erker u. s. w.

Summa: 12 (1) 5

Henneberg-Seide

nur ächt, wenn dtrect ab meiner Fabrik bezogen schwarz weiß und farbig, von 60 Pf. bisMk. 18.65 per Meter- gl«". Sestreift, karrtrt gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual und 2000 versch. Farom. Dessins rc.), porte- und steuerfrei Ins Haus. Muster umgehend., 197

Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k. k. Hoti.), Zurich.

ES starben an Zusammen: Erwachsene: im »o«

1. Lebensjahr: 2.-15. Jahn

$ Witter««gsbericht vom 2. Juni.

Im Westen Irland-, woselbst daS Barometer merklich gestiegen ist, liegt das Centrum einer Depression, welche sich verhältnißmaßig noch in östlicher und südöstlicher Richtung «usbreitet. Der hohe Druck wird dadurch nach Osten zurückgedrängt, doch hat er seine Herrschaft über dem größten Thetle deS ContinentS. Derselbe dürste wahrscheinlich noch weiter an Einfluß gewinnen und auch Sud­deutschland in sein Bereich ziehen.

Zunächst Zunahme der Bewölkung und etwaS kühler.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 3. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr:

%..&*> t!ä>B Wasser 17, Luft 21°.

~ tgl '^Rübsamen'sche Badeanstalt.

^elflipp Sie Ausführung deS Vorspiels zum 5. Act aus der Op>r,König Manfred" von Reinecke, sowie die Wieder« gab-sei :e: den Jungitalienern eigenthiimlichen, leidenschaft­liche tm ^«onsprache in Leoncavollos Prolog au- der Oper: 8INsix** Den Glanzpunkt des ConcertS bildeten die vor« träflH-mrer Eingang- erwähnten Künstlerin. Wohl Niemand ist z^rn von der grandiosen Wiedergabe de- ersten Gesang- I Hau- GraSgärten geleitet hatten. Die Folge diese- ergiebigen ... der? tzisubeth au-Tannhäuser" unberührt geblieben. Von WafferconsumS ist, daß sämmtltchen Wafferbeziehern nunmehr unbenutzt vorübergehen laffen, e- in seinem schönsten Ge« frevssiir Bewegung getragen, mit echt künstlerischem Feuer I Waffermesfer gesetzt werden. wände zu sehen, wenn von seinen stolzen Thürmen, von

zündeten die Töne der ersten Strophe bet den I Wippenbach, 29. Mai. Die in unserer Gemarkung seinen ragenden Giebeln die Fahnen wehen und Blumen» HSirTil Welche Wehmuth lag in der Stimme bet den I erschlossene Salzquelle ist nunmehr von Brunncnarbeitern gewtnde jede- Fenster zieren! Insbesondere dürfen fich alle öo*6üi der zweiten Strophe und von welch hinreißender I zuerst an der ursprünglichen Quelle und al- diese zum Faffen Freunde der Turnkunst von dem Besuche unsere- Festes hohen

gBhfabrti war da- in beschleunigtem Tempo gegebene, hell« I ungeeignet befunden, einige Meter seitwärts endgiltig ein- Genuß versprechen.

auf ijjü.oide Crescendo:Sei mir gegrüßt!" Mit einer im geschachtet worden. Der Wasserabfluß beträgt innerhalb -------

tteftGi Innern packenden Wahrheit kam in der Romance: 24 Stunden ca. 6000 Liter. DaS chemische Untersuchungs«

Du das Land?" von Thomas, die Sehnsucht jene- amt, resp. Herr Profeffor Dr. Günth e r« Gießen, begab veraanaener Nacht sprang

Iiefct!ty:i. weiblichen Wesens zum Ausdruck, das wir au- I fich dieser 2^ge hierher, um daS Master im Auftrage der W)' L' ,1.,^.-.nn en c>Qtiren |n etncm un. Go«!iWilhelm Meister" so lieb gewonnen haben. Kurz, Gemeinde zu untersuchen, und eS wäre für Wippenbach, wenn Eine »'ittwe B., ei«r Dame I^^h , ^.^^nStock-

in iflti Dargebotenen lag seelenvoller Vortrag, wahres daS Waffer zum Versandt tauglich befunden würde, eine be- ß Qm Schloßp^atze ^gelegenen Wohnhause

'Lrsltrühum. Frau Marie Wittich wurde schon nach dem deutende Einnahme zu erhoffen. 2Prf*metteitfn Kliedmaken tobt auf dem

4Wt! der Elisabeth" stürmisch gerufen, die späteren Soli, * JlbeShanfeu, 1. Juni. Ein Riesen-Ahot^n bon ä Unglückliche soll an Verfolgungswahn

dcr..° Llavierbegleitung Herr P. Polster gütigst über- 7 Festmeter Inhalt und i2 Meter Lange wurde m ver- _ Beim AuSschachten eine- Canals in der

noemrt, hatte, erhöhten und vervielfältigten noch den Ein« gangencr Woche von den htefigen Fuhrleuten tm Oberwald Allee rutschten größere Mengen Erde ein und

drrAiL neShalb sich auch die gefeierte Sängerin zu einer auf einem verlängerten Wagen von 6 Radern verladen. 9 9 B Arbeiter ESkuche

Zu^pik entschloß (SchumannsWidmung"), an der daS Leider konnte derselbe nicht von der Stelle gebracht werden, J. < h f bc scr 0 d eintrat die

IJLi seine helle Freude hatte und ehrlich auSdrückte. - da selbiger ein Gewicht von 120-130 Ctr. hatte, und mußteUJ^/^et er1a«en m t d m Leben davon

Wek. v nie re Freude an dem Abend in einem getrübt deshalb in zwei Theile zerschnitten und auf zwei Wagen ver- I <*nbwen aTbcttcr fomen mlt btm 8ebrn bQÜon*

muit*, iao war e- die Beobachtung eine- lauen Besuch- deS I laden werden. Dieser Ahorn wurde an die Bahn nach Lauter-

0 <axniS seitens unsre- musikliebenden Publikums und der« | bach gebracht und soll den Käufer über 350 Mk. Kosten, bis

icn.4i|tn Kreise, die, dem Zweck deS ConcerteS entsprechend, anm tsistrn ein Jntereffe daran hätten zeigen' dürfen. I geschätzt. 38 _ 31

** kSereinigte Män»rr Gesangvereine. Nächsten Freitag, Schotten, |1. Juni. Gestern in

. ibditiH ' Uhr, beginnen wieder die, durch da- Pfingstfest b rann t c da-am Torfstich im Oberwald errichtete Maschinen« i n Mftoihen gewesenen Proben der vereinigten Männer» I und Lagerhaus nieder, da- größtentheils auS Holz bestand Goelsußo'reine unter Direction deS Herrn Franz Bauer, I -nauJioi allen Betheiligten mit Freuden begrüßt wird. Siehe au»ift Inserat.

* iGestorben Der auf der Bahnstrecke Gießen-Wetzlar I si^tslkrri aufgefundene schwer verletzte Peter Gans -il 1 in u-rflostener Nacht an seinen Verletzungen gestorben, o^i Mbatsher Angaben über den Unfall gemacht zu haben.

* Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Die mit k n i«toiingelischen Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der .-eiHkiiiktschule zu Lanq-dorf, Kreis Gießen, mit einem iähtMm Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangel. Velour jiu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu V'f'ikip, Kreis Büdingen, mit einem jährlichen Gehalte von '?0 jüil Mit der Stelle ist Organistendienft verbunden. Ei,» irilt einem Dengel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle ait 1 ki Aemeindeschule zu Uffhofen, Strciö Alzey, mit einem jahiWtzctl Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Ov'Mistxndtenft verbunden. Die mit einem evangelischen ] LeVstnt jia besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu SeMn«, Kreis Büdingen, mit einem jährlichen Gehalte von 90<D$ll. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden, »tritni nit. einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer- ftcltüi au der Gemeindeschule zu Kelsterbach, Kreis Groß- 4e4nia, 1 mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden lahoAnte-!. Gehalte von 10001200 Mk. Eine mit einem katiA Mehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schiM yu Zornheim, Kreis Mainz, mit einem nach dem Di Maliter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 900 bis 101 (Dort.

" Lande« - vrandverficheruNg-außall. Das Bedürfniß beet Üai^«Brandversicherungsanstalt berechnet sich auS dem IaWt 11895 auf zusammen 1 148 263 Mk., davon an Brand- besiEigumgSkosten mit AbschätzungSkosten in der Provinz StAiMünburg 377 968 Mk. (darunter 10 988 Mk. vom Br.Ä»! yu Darmstadt am 19. November 1895), in der PrOber Hessen 325 381 Mk. und in der Provinz ?ttWaffen 989994 Mk. Gemäß Verfügung Großh. MßLuikrnumS soll dieses Bedürfniß durch einen AuSschlag OtnO Pfennig auf je 100 Mk. Umlagecapital, daS tm OaäoHin 1 378 430,280 Mk, beträgt, gedeckt werden und Mei cihübung dieses Betrags in den ersten 25 Tagen des JuWwisendeS Jahres in einem Ziele erfolgen.

ß Bon der Ohm, 1. Juni. Pfingsten hat nicht den rhestr-M. Witterungswechsel gebracht, die Trockenung täLihittet bei der permanent wehenden Nord« oder Nordost- - lufsh-.u. Die Folgen deS überaus trockenen Wetters machen fichi hätte bemerkbar. Der Klee, der recht guten Ansatz hatte, ver ificht weiter zu wachsen. Holte man sonst um diese Zeit to^Sagen voll Klee, so führt man ihn jetzt in Säcken und Gr.^chern heim. Ebenso ist der Grasbestand in den Wiesen Itrfpi: fCi daß das diesjährige Heuergebniß hinter dem vor- lähEa bemerkenswerth zurückbleiben dürste. Ist auch noch keim «angel an Grünfutier zur Zeit vorhanden, so macht sich» h Minderergebniß fühlbar. Die durch die Trockenheit vertonen schlechten FutterauSfichten beeinfluffen bereits HaWl und Preise beim Rindvieh. Ersterer zeigt eine Ver« T'lauir;,. letztere sind zurückgegangeu. Trotz dem ungewöhn- licvi n.3enen Mai ist aber der Stand der Saaten, besonder- auciü tin Sommersaat, recht zufriedenstellend. Nur wenn ^ie!L!i(lI!enheit noch länger anhalten sollte, wird dem Saaren- ftaimlZohaden zugefügt werden. Dann vermögen Hafer und ©eWt hie allgemein schön aufgegangen, nicht aufzuschießen uuMuiii bekämen wieder wie im vorigen Jahre handlange

Frankfurt a. M., 1. Juni. Heute Morgen wurde der

coraa)l uno ,ou °-n Äau,Er uDEt »uv .v,...., v- , M« Im ®taat«6üterba6n^f1 We«,J" »»6;

°r «nertjm^U. ift; fein AI.-- ward, auf 350 Jahr.

den Mittagsstunden unglückte beim Rangiren zwischen die Puffer gerathen ist und - 1 erdrückt wurde.

* «in Dickschädel.Wo rennst denn hin, Michel?"

und Dom Feuer rasch verzehrt wurde. Zum Betriebe der | Thierarzt - d-r Schimmel hat au-g'haut und hat

Maschinen war in dem Hause ein Petroleummotor ausgestellt, den Großknecht an den Kopf off - " ®*immel

auch wurde ein Faß Petroleum gelagert, welches dem Feuer Du zum Thierarzt?" -Freilich, denn der Schimmel

reichlich Nahrung bot. Der Betrieb deS Werkes ist schon ist 1 t fonoe

-mig- Z-II -Ing-sl-M. Durch den Brand iollea die D.aschin-n ! Anknnpfnn«. In iung>er M>-NN »k-beiirnS« unbrauchbar geworden fein. Wie d°S Feuer °u-ge!°mmen, n°b-n feiner Dame und «- "Ich', » ' ^e^räch be

tonnte noch nicht f-stgestellt «erden. Die Feuerwehr oon «innen soll. End ich stotte r rr-thend, Goadtge,

Breung-dhaiu, weich- zuerst zur Stelle war, fowie diejenige Fräulein, «ab ich sagen wollte, lebt Ih f g von Rudingshain vollzogen die Löscharbeiten und konnte der Onkel nod)/ ---.

Brand auf seinen EntstehungSort beschränkt werden- der nahe Wald hätte sonst leicht in Gefahr kommen können.

-t- Schotten, 2. Juni. Unser Faselmarkt wurde I gestern abgehalten und war vom herrlichsten Juniwetter be- | günftigt worden. Ein blauet, wolkenloser Himmel spannte sich über unser Thal, in welchem es vom frühen Morgen bis spät Nachmittags von Menschen wimmelte. Die Bahn­züge brachten Vieh von allen Gattungen, in erster Linie jedoch Faselochsen. Der Vogelsberg lieferte treffliches Material, und eS war ungemein intereffant, die dunkelrothen, feingliede« rigen Vogelsberger Thiere mit den schweren Simmenthaler Gelbschecken, welche vorzugsweise auS der östlichen und mitt­leren Wetterau erschienen waren, vergleichen zu können. Nach unserer Schätzung können 210 bi- 230 Faselochsen ausgestellt worden sein. Kühe, Rinder und Kalbinnen waren wohl auch vorhanden, doch war ein geringerer Procentsatz den Faseln gegenüber. WaS das Geschäft anbelangt, so wickelte fich diese- ungemein ruhig und schleppend ab. Von den Faselochsen wurden kaum mehr al- fünf Procent ab« gesetzt, die übrigen 95 Procent zogen unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Während man sonst eifrig debattiren, bieten, fordern und zuschlagen hörte, zog man gestern an den aufgestellten Thteren still vorüber. Die Sache hat ihren Grund in den ungünstigen FutterauSsichten. Seit vielen Wochen herrscht nur kühle-, au-trocknendeS Frühlingswetter, welche- unseren Wiesen keinen Vortheil brachte. DaS Wiesen- graS ist noch sehr klein und die Dorräthe deS vorigen Jahre- sind aufgezehrt, denn wenn wir im Vorjahre auch eine ganz ausgezeichnete Heuernte hatten, so haben die heißen Monate Juli und August die Grummeternte, sowie die Wurzel­gewächse bedeutend beeinträchtigt, und da- macht jetzt, wo das FrÜhjahrSfutter nicht vorwärts will, einen beprb mirenden Eindruck. Wenn wir nicht bald feuchte, gewächfige Witterung erhalten, wird da- Hornvieh empfindlich im Preise finken. Bester ging daS Geschäft bei den Schweinen. Man zahlte willig 35 bi- 40 Mk. für ein Paar 6 bi- 7 Wochen alte Milchferkel und im Berhältniß mehr für die übrigen Sortimente. Der Krämermarkt war unbedeutend.

-f- Bübingen, 1. Juni. Bei der heute vorgenommenen GemeinderathSwahl wurden folgende Herren gewählt: Landwirth Carl Türk mit 115, Kaufmann Christian Schmuck II. mit 108 und Hermann Di emer mit 90 Stimmen. Ende diese- Monats wird die Bürger­meisterwahl stattfinden.

n. Bübingen, 1. Juni. Vom 27. bis 29. d. M. wird hier da- Turnfest de- Gaues Hessen abgehalten. Wer hätte noch nichts zum Preise Büdingen-, deSDornröschen-