Ausgabe 
1.4.1896 Erstes Blatt
 
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1896

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Erstes Llatt.

Mittwoch den 1. April

viertellLhriger

Keneral-Wnzeiger.

Amts» uni Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren

Reboction, «kxpedtttst und Druckerei:

Achurfira^e Ar.7.

Fernsprecher 51.

Die Gießener Ia»tltenVtLtter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt.

Der

Oieteaer Anzeiger erscheint täglich, »tl Ausnahme de» Montag».

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1500 Mark u. stark.

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| Hratisöeikage: Gießener Kamikienötätter

Ranahmr von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Hmtlidytr Ltzril.

Bekanntmachung,

betreffend die Abhaltung der öffentlichen Märkte.

Wir haben genehmigt, daß der Sicher Ostermarkt wegen dec dort herrschenden Maul- und Klauenseuche am 7. April l. I. zu Hungen abgehalten wird.

ES darf auf diesen Markt nur Zuchtvieh ausgetrieben werden, welches laut vorzulegender Ursprungszeugnisse aus Orten des Grotzherzogthums Hessen stammt.

Der Durchtrieb von Bteh durch die Gemarkungen Sich und RöthgeS tft verboten.

Gießen, am 30. März 1896.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Bekanntmachung,

betreffend den Ankauf von Remonten im Jahre 1896.

Nachstehende Bekanntmachung des König!. Preußischen KrbegömtntsteriumS, Remontirungs-Abthetlung, bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß.

Gießen, den 19. März 1896.

GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen, v. Gagern.

vekamttmachung,

den Ankauf von Remonten sür 1896 betreffend. Großherzogthum Heffen.

Zum Ankäufe von Remonten im Alter von drei und ouknahmSweise vier Jahren sind im Bereiche des Groß- heiZogthumS für dieses Jahr nachstehende, Morgens 9 Uhr brennende Märkte anberaumt worden und zwar: am 13. Mat Gernsheim, 15. Groß Gerau, 16. Reinheim, 18. Nidda, 8 Uhr.

Die von der Remonte-Ankauf-Commtssion erkauften Pferde Derben zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung har bezahlt.

Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landes- gesehen den Kauf rückgängig machen, find vom Verkäufer gegen Erstattung deS Kaufpreises und der Unkosten zurück- zunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste, sowie Wallache mit ausgesprochener Hengstmanier, welche sich in den ersten zehn bezw. achtundzwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören oder durch einen nicht legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorgeftellt werden, sind vom Kauf ausgeschloffen.

Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und eine neue Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens 2 Meter langen Stricken ohne besondere Vergütung mitzu- geben.

Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, find die Deckschetne resp. Füllenschetne mitzubringen, auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, daß ein zA massiver oder zu weicher Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten nicht stattfindet, weil dadurch die in den Remontedepots vor­kommenden Krankheiten sehr viel schwerer zu Überstehen find, als dies bei rationell und nicht übermäßig gefutterten Remonten der Fall ist. Die auf den Märkten vorzustellenden Remonten müffen daher in solcher Verfaffung sein, daß sie durch mangel­hafte Ernährung nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur aus­gebildet find.

Berlin, den 3. März 1896.

Kriegsministerium. Remontirungö-Abtheilung. gez. Hoffmann-Schal tz.

Bekanntmachung,

betreffend die Faselschau zu Grünberg im Frühjahr 1896.

Bei der am 26. l. MtS. zu Grünberg stattgehabten Faselschau find nachstehend verzeichnete Thiere für tauglich befunden worden, als Gemetndezuchtfasel verwendet zu werden.

Gießen, den 30. März 1896.

Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern.

p Eig ent

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Q Namen

hümer

Wohnort

Rasse

1 Pbil. Jünger IV.

2 Christian Pitz

3 Jul. Zimmer

4 KaSp Kauß II.

5 Hetnr. Völzing Hetnr. Loth II.

7 LouiS Groh

s Bürgermstr. Schmidt Hetnr. Schützlcr

10 Ludw. Emmel

11 Herm. Kreuder

12 Georg Sehrt

Reiskirchen Lauter Lauter Stockbaufen Klein-Eichen Rüddingshausen Wohnfeld Trohe Niedergemünden Warthoib. Grünberg Grünberg Ettingshausen

Vogelsberger do. do. do. do. do. do.

Simmenlh. Kreuzung Simmenth. Reinzucht Simmenth. Kreuzung Berner Bastard

Simmenth. Kreuzung

Deutscher Reich.

Berlin, 29. März. Wegen Beleidigung des Oberpräfi- knten v. Puttkamrr wurden gestern die Redacteure deS ,«leinenJournal" Hugo Krause und Carl Klug von der tirrten Strafkammer deS Landgericht- I zu je drei Wochen ßefängntß verurtheilt.

Nach dem Wiederzusammentreten des Reichstags »ach Ostern wird auch die Frage ernstlich zur Geltung Immen, wie es denn eigentlich mit dem Bürgerlichen Kesetzbuche werden soll. BiS jetzt bat die betreffende lietchStagscommission von den mehr als 2300 Paragraphen tiefer Riesenvorlage etwa ein reichliches Drittel in erster kisnmg erledigt- wenn die Commission gegen Mitte Mai mit kr ersten Lesung fertig werden sollte, dann würde sie unge- miui fleißig gewesen sein. Zweifellos würden aber die zweite kesumg und hierauf die Redaction der CommisfionSbeschlüffe liuidestenS noch die zweite Hälfte deS Mai ausfüllen. Aber in teen AuSgang deS Wonnemonats fällt diesmal Pfingsten, iatz jedoch der Reichstag über Pfingsten hinaus noch wochen- Irogi zur Fertigstellung deS Entwurfes deS Bürgerlichen Ge- sqbiiicheS zusammenzuhalten wäre, daran ist gar nicht zu taWn. Es muß also ein Ausweg gefunden werden, um die

Fasel

Bemerk­ungen

Alter

Farbe

Körper­beschaffenheit

GefundhettS- und Nährzustand

l'/r Jahr

roth

gut

gut

17 Man.

roth

genügend

do.

1'/, Jahr

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do.

do.

16 -*»'on.

gelbroth

do.

do.

16 Mon.

rolh

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16 Mon.

roth

do.

do.

17 Mon.

gelbroth

do.

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14 Mon.

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gut

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17 Mon.

Falbscheck

do.

do.

2/< Jahr

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genügend

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16 Mon.

Rothscheck

do.

do.

16 Mon.

Falb

do.

do.

bisherigen Arbeiten der ReichStagkcommisfion für das büroer- liche Gesetzbuch nicht zu verlorenen zu machen, waS bei einem wirklichen SefsionSschluffe zu Pfingsten doch der Fall sein würde. ES bieten sich nun zwei Auskunftsmittel dar, um in dieser Sache einenmodus vivendi zu erzielen, ent­weder wird die jetzige Session deS Reichstags nicht formell geschloffen, sondern nur bis zum Herbst vertagt, oder man verlängert daS Mandat der betreffenden Commission, nachher könnte ja der Schluß der Session ohne Bedenken erfolgen. Für welchen der genannten beiden Auswege sich die Re­gierung und derSeniorenconvent" deS Reichstags entscheiden werden, daS bleibt allerdings noch abzuwarten, aber Zeit wird'S allmählich, daß man in dieser Angelegenheit an den zuständigen Stellen endlich einen Entschluß saßt.

Der sächsische Landtag ist am Sonnabend vom König Albert mittels Thronrede feterlichft geschloffen worden. Das weitaus bedeutsamste Erqebniß der nun be­endigten, mehr als vier Monate umfaffenden Session stellt das Zustandekommen de» WahlresormgesetzeS dar, wie dies denn auch in der Thronrede hervorgehoben worden ist. Wenn die Königliche Kundgebung bann dem Wunsche Ausdruck ver­leiht, daß die veränderten LandtagSbestimmungen dem Sachsen­lande dauernd zur Wohlfahrt gereichen möchten, so darf man

gewiß sein, daß dieser allerhöchste Wunsch bei allen patrioti­schen Elementen deS sächsischen Volkes sein Echo finden wird- hoffentlich werden die düsteren Voraussagungen, tn denen fich die Gegner der beschloffenen Wahlreform auS den Reihen der bürgerlichen Parteien auch jetzt noch gefallen, zu nichte.

Hamburg, 28. März. Wie dasBerl. Tagebl." schreibt, ist der V term asterStanley", von Kalkutta nach Hamburg unterwegs, bei Texel gestrandet und wahrscheinlich gänzlich verloren.

Ausland.

Wir», 29. März. Der bekannte Gynäkologe Josef Spaeth, früher Professor der Univerfität, ist, 74 Jahre alt, gestorben.

Lille, 29. März. Fünfzehn Soldaten, welche in einer Apotheke Genever trinken wollten, zogen fich eine Ver­giftung dadurch zu, daß man ihnen irrthümliazer Weise Gift statt Genever reichte. Sie wurden sofort tn daS Militär-Lazareth gebracht, wo sechs derselben gestorben find.

Lille, 29. März. Die Kirche St. Sauveur ist heute Nacht vollständig niedergebrannt, das daranstoßende Hospital St. Sauveur ist zum Thetl zerstört. Die im Hospital befindlichen Kranken wurden gerettet. Einem Ge­rücht zufolge find drei Kranke in Folge de» Schrecken- gestorben.

Madrid, 29. März. Die Minister des Krieges und der Marine werden außerordentliche Credite ver­langen zum Umbau von Schiffen, zum Ankauf eines Panzer­schiffs und dreier Torpedoboote, sowie von Kriegsmaterial, ferner zur Befestigung und Verteidigung der Küsten zur Bewaffnung der Armee mit dem Mausergewehr.

Lima, 29. März. Gestern fand hier ein heftiges Erdbeben statt, welches die Einwohner in große Besorgniß versetzte._______________________________________________________________

Neueste Nachrichten.

Wolff- telegraphische« Lorrespondenz-Bureau

Jena, 30. März. Im Physikalischen Institut entdeckten Profeffor Winkel mann und Privatdozent Straub el eine für die photographische Ausnahme mittels der Rönt­gen'scheu Strahlen neue, die Empfindlichkeit auf mehr al- das Hundertfache steigende Methode, nach der wenige Secunden für eine Aufnahme genügen. Die Methode beruht auf der Umwandlung der Röntgen'schen Strahlen in Strahlen einer anderen Wellenlänge mittels Flußspathcrystalls, der durch Pulver desselben Crystalls ersetzt werden kann.

Neapel, 30. März. Der deutsche Kaiser empfing heute Mittag an Bord derHohenzollern" den Präsecten, der die Mitglieder der Municipalität vorstellte, sowie die Generale Sterpone und Rugia, ferner die Admirale Corfi und Palumbo in einstündiger Audienz. Der Kaiser drückte denselben im Laufe der Unterhaltung seine Bewunderung für die Schönheiten Neapels aus, erkundigte fich nach den in Afrika verwundeten Soldaten und dankte für die Aufnahme, die das Concert der Capelle derHohenzollern" gestern im Theater San Carlo seitens des Publikums gefunden hat. Die Kaiserin, die bei der Rückkehr von einer Besichtigung des Museums einen Blumenstrauß mitbrachte, überließ diesen dem General Sterpone mit dem Ersuchen, die Blumen an die in Afrika verwundeten Soldaten zu Vertheilen. Heute Abend wird fich der Kaiser zu Wagen nach Camaldone zu einem Besuche des dortigen Karthäuserkloster» begeben, wo ihn der Cardinal-Erzbischof empfangen wird.

Neapel, 30. März. Die Aufführung, welche mit Ge­nehmigung Sr. Maj. des Kaisers Wilhelm das Musik- corps Sr. Maj. AacytHohenzollern" zum Besten des italienischen Rothen Kreuzes im Theater San Carlo veran­staltete, nahm einen äußerst glänzenden Verlauf. Viele Fremde waren anwesend, besonders Deutsche. DaS Orchester fand großen Beifall. Als derKönigsmarsch" und die preußische Hymne gespielt wurden, erhoben fich sämmtliche Anwesenden von ihren Plätzen und hörten dieselben stehend an unter den Rufen:ES lebe der König" undES lebe der Kaiser."

Barcelona, 30. März. Bei einem Concert, welche» hier gestern Nachmittag stattfand, nahm die Menge die vor­getragenen vaterländischen Hymnen mit Begeisterung auf, brach in Hochrufe auf Spanien auS und verbrannte eine amerikanische Fahne.

Depesche» btf BvreanHerald*.

Berlin, 30. März. Die preußische und hessische Regierung haben, wie derRrichSaazeiger" meldet, der Hessischen LudwigSbahn - G esellschaft heute ein