gegen eine Vereinbarung zwischen den russischen und den amerikanischen Petroleumproducenten ausgesprochen.
Warschau, 27. April. Graf Schuwalow wird sich nach Petersburg begeben, um zum ersten Male über die Zustände in Eon gr eß-P ölen zu berichten.
vermischtes.
♦ Wiesbaden, 24. April. Unsere Stadt zahlt zur Zeit 321 penfionirte Beamte zu Einwohnern. Nach einer Aufstellung, welche der hiesige „Generalanz." aus Schnegel- brrgerS Adreßbuch pro 1895/96 entnommen hat, setzt sich diese Zahl wie folgt zusammen: 3 Generäle der Infanterie, 1 General von der Armee, 1 General, 18 General Lieutenante, 1 Bice-Admiral, 1 Contre Admiral, 26 General- Majore, 52 Obersten, 1 Kapitän, 40 OberstlieutenantS, 70 Majore, 1 Zeugmajor, 37 Hauptleute, 9 Rittmeister, 2 EapitäN'LieutenantS, 23 Premier-LieutenantS, 7 Lieutenants, 4 Offiziere o. D. Ferner 4 wirkt. Gehelme KxiegS- räthe, 1 EorpS Intendant, 1 General-Arzt, 4 Oberstabs, ärzte, 5 Stabsärzte, 1 Proviantamts-Director, 1 Intendantur Rath, 1 OberstabSapolheker, 1 Ober-LazarethJnspector, 1 GarnisonS-Oberinspector, 1 Marine-Zahlmeister, 1 Marine- Rendant, 1 KaserneN'Jnspector.
• Die Hinterlassenschaft eine» Weiberfeindes. Ein wegen ihres HasieS gegen das „Ewig Weibliche" bestbekannte Persönlichkeit, ein Hagestolz non plus ultra, ist vorige Woche in Wien gestorben. Der lange, hagere Mann mit dem schwarzen Salonanzug, stets mit Cylinder und einem Rohrstocke versehen, war eine typische Figur im 16. und 17. Bezirk. Interessant ist seine Hinterlassenschaft: In einem Fache seines Schreibtisches fanden seine Verwandten ein Päckchen mit der Aufschrift: „Versuche meiner Verwandten, mich inS Ehejoch zu zwingen." DaS Päckchen enthält 62 Briefe, die vom Jahre 1845 bis 1893 laufen und mit Bemerkungen des Hagestolzen versehen, registrirt und ad acta gelegt sind. Der Hagestolz, Privatier und Hausbesitzer, fügte dieser Sammlung in einem Zettel bei: „62 Briefe mit ebenso vielen Anträgen von heirathSbedürftigen Mädchen und Wiltwen, welche ein Gesammtvermögen von 1,760,000 fl. inS Feld stellten, um mich zu ködern." Dr. Ungern nannte
I man ihn scherzweise, wenn er in feine« Stammgasthause erschien. Im Gaslhause saß er nur dort, wo er wußte, daß fein Platz für eine Damengesellschast war. Ging er in» Theater, so nahm er stetS drei Sitze. Links war sein Factotum, der alte Franz, und recht» ließ er den Sitz leer, um nvr keine Dame neben sich zu haben. Aus der Tramway, im Omnibus, auf der Bahn war seine mit ordinärem Tabak gestopfte Pfeife seine Begleiterin. Dies hielt ihm das weibliche Geschlecht vom Leibe. Charakteristisch ist eine Stelle im Testamente- er schreibt: „Ich bitte meine Der- wandten dafür Sorge zu tragen, daß auf dem Friedhöfe, ' wo ich beerdigt werde, neben mir keine Frauenleichen beerdigt werden. Sollte dies nnthunlich fein, fo bitte ich, für mich einen Gruftplatz für drei Leichen zu kaufen und meine Leiche in die Mitte zu beerdigen, die Räume rechts und links aber unbelegt zu lassen." Weiter kann man wohl den Haß nicht mehr auSdebnen, als über das Grab.
Literatur und Arrnft.
— Unter den vielen Bismarck-Biozraphlen, die namer lUch beim Herannahen des 80 Geburtstages de» Alt Reichskanzler» da» Licht der Welt erblickt ha^en, ragt wie ein Riefe unter feinen Genossen daS vorzügliche Werk Hermann JahnkeS hervor. Der vollständige Titel des Buches lautet: .Fürst BiSmarck. Ein Bild seines Lebens und Wirkens von Hermann Jahnke. Mit 110 Abbildungen im Text und 45 Jllustrationrn in Reproduktionen berühmter jiünftler. (Verlag von Paul Kt'.tel, Berlin)" Jeder deutschen Familie kann eS nur empfohlen werden, sich in den Besitz d eseS Buches zu fetzen, von dem in kurzer Zckt schon viele Tausende von Exemplaren ihren Weg in patriotische Häuser gefunden haben. Erleichtert wird die Anschauung dadurch, daß gegenwärtig eine neu bearbeitete JubtläumS- Auflage (die vierte» erscheint, die in etwa 20 Lieferungen ä 50 Pfennigen bezogen werden kann. DaS 30 000. Exemplar seines Werke» durfte der Verfasser am 31. März 1895 dem Fürsten BtSmarck in FriedrichS- ruh persönlich überreichen, und dieser bewies dem Buche u. A. auch dadurch seine Anerkennung, daß er die Widmung huldvollst annahm. Was dem Jabnkeschen Btsmarcköuch so zahlreiche Freunde erworben Hal, ist vor allem sein warmer, begeisterter Ton und die ächt volkS- thümliche Darstellung, durch die es sich auSzcichnet. ES ist ein VolkS- und Familienbuch im besten Sinne, das sich bei alle« geschichtlichen Treue .doch wie ein fesselnder Roman liest. Für die Bearbeitung deS W rkes haben dem Verfasser die wichtigsten und zuverlässigsten Quellen zu Gebote gestanden, namentlich für die Eapitel, welche den Rücktritt deS Alt-ReichskanzlerS und die Zeit nachher beyandeln.
Technische Fortschritte.
— »in einfaches Mittel, nm Papier leuchtend machen. Man bereuet sich hierzu eine Ureichlrchtc Farbe au» 300g wettzer Gelatine, 2 1 beifeem Dosier. 5 g Glycerin und 1'/» kg Leuchtfarbe. Diese letztere stellt man der ars auS Muschelschalen bereitetem Schwefelcalcium und WiSmulhiudnitra». auch ist diese vulvertSimige Leuchtfarbe käustich in Drogenzeschäften zu Haden. — Die angegebene 5«rb« ist vor jedem Gebrauch« tu erwärmen und gut umzuichutteln. Ein zweimaliger Anstrich de» Papiere- ist nothwendrg. Für Ar striche im Freien mischt man die Leuchtfarbe mit lerchtstüsfiaem Leck und überzieht nach »weimali-em Anstriche m^t Lack. Diele Anstriche geben ein ca. 40 Stunden nach der Belichtung anbaltcnbe» violette» Licht. Dann müsien sie wieder dem Lichte au-gesetzt werden, wozu da» Tageslicht genügt.
SpidpUni der vereinigten Zrankturter -tn-ttheater
Dperndan S.
DienStaz den 30 April: Rigoletto. Paul und Birginie. Lallet. Mittwoch den 1. Mai geschlossen. Donner-tag den 2. Mai: Die Hugenotten. Freitag den 3. Mai: Hänsel und Gretel. Cavalleria ruetieana SamStag den 4. Mai: Ha miet. Sonntag ben 5. Mai: Armida.
Schauspielhaus
Dien-tag den 30. April: König-leid. Mittwoch den 1 Mai: Der Seecadet. Donner-tag den 2. Mai: Nathan der Weile. Freitag ben 3. Mai: In DingSba. Sam-lag ben 4 _Mai: Trostlose Liebe. Hierauf: Au» bet komischen Oper. Sonntag den 5. Mai: Fromont junior und Rißler Senior.
Witterungsbericht vorn £7. Tlprtl.
Von dem nördlichen atiant'schen Ocean »ieht sich heute eine breite Furche relativ niederen Drucke» über Eentral truropa zum Mittelländischen Meere. In dieselbe sind zwei Depresstonen eingelagert- eine große über England und der südlichen Nordsee eine kleinere am Südfutze der Alpen. Auch, stwft find noch einige DheU- mlnitr.a vorhanden, unter deren Einfluß da» Wetter in C .nN ab europa eine geringe Abnahme der Temperatur leigU Hoh« Druck liegt im Innern Rußland»: auch im Westen der britische» Inseln beginnt daS Barometer wieder zu steigen.
vorauSstchlliche Witter«»« x
Zunächst noch trübe«, etwas kühleres Wetter mit Nieder schlügen.
Verkehr, Cant* «nb Voir»wirtbfd>aft
Grstuberg, 27. April. Fruchtpreise Wetzen X 13,24, Korn X 13,54, Gerste X 12,64, Hafer Erbsen ^ 1600,
Linsen .*00,00, Wicken X 16,00, Vein X 00,00, Kartoffeln .* 5 50,
Samen X 00,00.
Bekanntmachung.
Die neu zu errichtende Ttellc eines besoldeten Beigeordneten der Provinzial-Hauptstadt Giesten soll auf die Dauer von zwölf Jahren besetzt werden.
Als Anfangsgehalt sind 4500 Mk. in Aussicht genommen, steigend von drei zu drei Jahren um je 500 Mk.; der Ruhegehalt und die Wittwen- und Waifenversorgung sind wie im höheren Staatsdienst geregelt, ohne daß dazu Beiträge irgend welcher Art zu leisten sind.
Bewerber, welche die deutsche Staatsangehörigkeit und die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt besitzen, wollen ihre Meldungen mit kurzem Lebenslauf und Zeugnißabschriften bis zum 20. Mai lsd. IS. an die unterzeichnete Bürgermeisterei gelangen lassen, welch' letztere auch zur Ertheilung näherer Auskunft über die Verhältnisse und den Wirkungskreis der neuen Stelle gerne bereit ist.
Gießen, den 27. April 1895.
Großherzoglich Hessische Bürgermeisterei Gießen.
8907 Gnauth, Oberbürgermeister.
Bekanntmachung.
Im Laufe des Monats Mai findet statt:
1. Die Erhebung der Steuern fürs 1. Ziel 1895/6.
2. Die Erhebung der Forst- und Feldstrafen der 1. Periode 1895.
8. Die Abgabe der Gewerbs-Patente.
Gießen, am 27. April 1895.
Grobherzogliche Districtseimiehmerei I. 8901 Platz.
Providentia
Vkrfichkrongg-GeseUschsst ?u Frankfurt a. M und Main),
Section Mainz.
Aegebenes (Krund - Capital:
10 Millionen Gulden Mark 17,142,857.
Hiermit bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß, nachdem der Herr Wilhelm Kehler tiefere Agentur abgegeben hat,
Herr Wi'helm Hahn, Landwirth in Annerod
als Agent unserer Gesellschaft für Feuer-Versicherung bestellt worden ist.
Tie Lection der Providentia in Mainz.
Auf Vorstehendes Bezug nehmend, halte ich mich zur Entgegennahme von Anträgen aus Versicherungen gegen Acuersgcfahr bestens empfohlen und bemerke, daß die Prämien billig und fest sind und die Versicherten niemals Nachschüsse zu leisten haben. 3900
Wilhelm Hahn in Annerod.
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Gießen, den 25. April 1895.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.
ä Mark 3 sind noch einige Exemplare abzugeben in der Expedition des „Giessener Anzeiger4', Schulstrasse 7.
Verdingung.
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