Belegten Fragen ist derselbe zu dem Entschluß gelangt, die dem StaatSrath aufgesührten Vorschläge, welche einen unmittelbaren Einfluß auf den Preis deS Getreides durch Eingreifen des Staates in den Handel bezweckt, find als undurchführbar erkannt worden. Eine so weit gehende Aust gäbe, wie fie dem Staat in den Vorschlägen zugedachr wird, erscheint unvereinbar mit einer richtigen Auffassung des heutigen Staats-, Erwerbs- und Verkehrslebens. Auch find die fämmtlichen bezeichneten Vorschläge nicht in Ueberetnstiwmung zu bringen mit den bestehenden Handelsverträgen. Der Staatslath glaubt, daß eine wesentliche Befierung durch solche Maßnahmen mit Erfolg anzubahnen sein wird, welche eine Verbilligung der Hervorbringung und deS Umsatzes landwirth- fihastlicher Produkte, eine Verbilligung der für die Land- wirthschaft nothwendigen Rohstoffe, Schutz der Zucker- und Branntwein-Production, Förderung der RentengutSbildung, Verbilligung und Befferung deS EreditS zum Zweck haben. Auch hält er eine Erwägung der Währungsfrage für dienlich. Hierauf wurden die Verhandlungen deS Staats- rathS durch folgende Ansprache deS Kaisers geschloffen: „Meine Herren! Nach achttägiger angestrengter Berathung find Sie nunmehr am Schluffe der Verhandlungen angelangt. Wenn auch baß Ergebniß derselben hochgespannte Erwartungen vielleicht nicht überall befriedigen vermag, so ist eS doch für die Aufgabe meiner Regierung, alle wirksamen Mittel anzuwenden, um der Nothlage der Landwirthschaft H lfe zu bringen, von hoher Bedeutung, daß auf diesem Gebiete durch Ihre Verhandlungen die Grenzen deS Erreichbaren klarer erkennbar geworden find. Die erschöpfende Erörterung der allseitig anerkannten Nothlage der Landwirth- schäft, ihrer Ursachen, ihres Umfanges und ihrer Folgen, sowie die sorgfältige Prüfung aller Mittel, welche bisher in der Oeffentlichkeit oder im Laufe Ihrer Berathungen für die Abhilfe in Frage gekommen sind, bilden eine werthvolle Unterlage für die weiteren Entschließungen meiner Regierung. Die Sachkunde und praktische Erfahrung, welche in Ihrer Mitte vertreten und bet Ihren Berathungen zum Ausdruck gekommen find, geben mir eine besondere Gewähr dafür, daß die Vorschläge, welche daS Ergebniß Ihrer Verhandlungen find, sich auch bei den weiteren Erwägungen SütenS meiner Regierung als zweckentsprechend und durch- füi'irbar erweisen werden. Solche Mittel aber, deren An- w'ndung auch von Ihnen als ungeeignet für die Er- reichung deS Zweckes, als praktisch nicht durchführbar und als gefährlich für die Erhaltung der staatlichen und w.rthschaftlichen Ordnung anerkannt und widerrathen sind, wrb meine Regierung um so unbedenklicher auS dem Kreise der Erwägungen ausscheiden können. Es ist meine Absicht, weitere Entschließungen unverweilt herbeizusühren. Zum Schluffe ersuche ich Sie meine Herren, an Ihrem Theile dafür zu sorgen und in den Ihnen zugänglichen Kreisen deS Landes die Auffassung zu verbreiten, daß, wenn künftig ähnliche Fragen, wie gegenwärtig die Nothlage der Land- wirthschaft und die Mittel zu ihrer Abhilfe, auch auf anderen Gebieten die Gemülher erregen, zunächst meine Regierung angegangen werde, um baß zur schleunigen Abhilfe Geeignete zu veranlaffen. ES ist meine Absicht, in solchen Fällen unverzüglich selbst in bie Erwägung ber erforberlichen Maßnahmen einzutreten unb nöthigenfallS den StaatSrath zur Berathung derselben zu berufen. Ich schließe nunmehr die Verhandlungen und sage Ihnen Allen meinen königlichen Dank."
Berlin, 21. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Abberufung deS Generals v. Werder vom Posten des deutschen Botschafters am russischen Hofe.
Berlin, 21. März. Wie die „Kreuzzeilung" vernimmt, ist Fürst Radolin, derzeitiger Botschafter in Konstantinopel, «iS Nachfolger deS Generals v. Werder auSerfehen.
Berlin, 21. März. In der HrdwigSkirche fand heute Vormittag ein feierlicher Tr au er gotteS dienst für den verstorbenen Abgeordneten Freiherrn von Schor le wer- Alst statt.
Leipzig, 21. März. DaS Gesuch deS Verbandes deutscher KriegS-Veteranen, besten Sitz in Leipzig ist, an den Kaiser, den Veteranen zum Besuche der Schlacht- selber von 1870/71 im August bieseS Jahres bie Bahnfahrt von allen Stationen ber beutschen Elsenbahnen nach ben ReichSlanben im Preise von Militär-BilletS zu gewähren, ist sicherem Vernehmen nach vom. Kaiser genehmigt worden.
Straßburg, 21. März. Nach einer Meldung deS „Franks. General-Anz." wüthet in Schönburg, KreiS Zobern, furchtbar die D i p ht h e ritiS. Schon vierzig Kinder sollen daran gestorben sein. DaS Ende der Seuche wäre unabsehbar.
Loudon, 21. März. Die letzte Post auS Akassa meldet, daß die Eingeborenen nach einem Uebersall hundert Gefangene fortgeführt, imLager getödtet und verzehrt haben. Die französischen Missionare »heilen mit, daß die Eingeborenen nach dem Siege große Feste feierten und zahlreiche Menschenopfer verzehrt haben.
Madrid, 21. März. Sagasta erklärte, die Regierung Hobe noch keine officirlle Mitlheilung von dem Untergange der Fregatte „Königin Regentin" erhalten. Von Malaga sei *ur die Meldung den der Auffindung deS zum Schifft ge- hörigen Rettungsbootes gekommen.
Sitzung des Tberhesfischen Geschichts- Vereins am 21 März 1895,
Herr Oberbibliothekar Dr. Haupt eröffnete die Sitzung »it Ausdruck des Bedauerns, daß der BereinSvorstand in Herrn Director Dr. Sandmann eine bewährte Kraft verliere und bittet ihn, dem Verein auch ferner sein Jntereffe zu bewahren. — Hierauf sprach Herr Psarrer Kn ab von Bruchenbrücken über Wetterauer Kiiegöereigniste und SriegS- leiden im 17. unb 18. Jahrhundert. Beide waren reich an Krieg-elend wie für Deutschland so besonder» für die Wetterau,
denn fie bot den Kriegsherren gute Gelegenheit zur Ver- 1 prooiantirung unb zu Winterquartieren, bann führte eine ' uralte Straße zwischen @üb- unb Norddeutschland durch bie Werterau, bie zudem ein beliebtes EinsallSthor für bie Franzosen bei ihren Einfällen in Deutschland war.
Schon 1620 wurden von den Detterauischen Grasen 1200 Mann zu Fuß anfgeftellt, welche allenthalben den kaiserlichen und böhm scheu durchziehenden Völkern den Durchmarsch verwehren sollten. Die gräflichen Unterthanen mußten diese Schutztruppe unterhalten. Gegen Ende September 1620 setzte eine Abtheilung deS Unionheeres unter Markgrafen Ernst Joachim von Brandenburg die Wetterau in Schrecken. Gegen 10,000 Mann lagen zwei Tage lang bei Oder» unb Niebermörlen und plünderten stark. Auch ein holländisches HülfScorpS wurde den Wetterauern sehr lästig, bann kamen die Spanier zu Ende 1620, um in einzelnen Städten der Wetterau ununterbrochen biß 1631 zu bleiben. So lagen 800 Spanier io der Re chsstadt Friedberg. Doch der eigentliche Krieg nahte erst Ende 1621, als Christian von Braunschweig biß in die Gegend von Gießen vorrückte. Zwar wurde er im Busecker Thal geschlagen, doch kehrte er im Jahr darauf wieder und der Chronist schreibt von seinen Truppen: sie hausten so übel, deßgleichen der Türk niemals gethan.
Für die Wetterau sind drei Perioden des großen Kriegs zu unterscheiden: 1) von 1620—1631 (Ankunft Gustav Adolfs in Frankfurt)- 2) 1631 — 1634 (Niederlage beß schwedisch weimarischen HeereS beiNörblingeo)- 3) 1634—1648 (Friedensschluß.)
Zu 1. Zur Bekämpfung Christians von Braunschweig war eine Abtheilung Tilly'scher Truppen unter bem Grafen Anhalt im Herbst 1621 in die Wetterau gekommen, und nahm auch Winterquartier daselbst. Winter 1622—23 legte sich Tilly, der den Herzog Christian bei Höchst am Main besiegt hatte, mit feiner Armee wieder in die Wetterau, sein Hauptquartier war Affenheim. Für die unglücklichen Wetterauer war das verhängnißvoll, denn sie hatten nicht nur für Speise und Trank reichlich zu sorgen, sondern auch für den Sold, Kleider und Schuhwerk. So kam da- Quartier von nur 300 Mann eine Gemeinde oft auf 20000 Gulden zu stehen.
Auch im Winter 1623—24 bezogen Tilly'sche Truppen in der Wetterau Quartier. 1625 war diese Gegend Sammel- und Musterplatz für etliche Regimenter der Herzöge Albert von Sachsen-Lauenburg und Georg von Lüneburg. Dadurch litt die Wetterau furchtbar- erst im August 1626 zogen die neuen Regimenter ab. Dazu kam, daß 1625 höchst unfruchtbar war und 1626 die Pest zahlreiche Opfer forderte. — Auch im Winter 1626—27 war die Wetterau mit Truppen überschwemmt. — In Assenheim war daS Hauptquartier beß Herzogs Maximilian von Sachsen-Lauenburg, ber ben Bewohnern bie stärksten Lieferungen abpreßte. Wenn bie Dörfer bie angesetzten (Kontributionen nicht entrichten konnten, so würben Menschen und Vieh eingesperrt unb nicht zur Arbeit unb Weibe gelassen. Die Bürgermeister würben mißhandelt unb ihre Häuser geplünbert. Ganz besonbers schlimm trieb es ber Oberst vou Görzenich. Im Gericht Staden und in den Dörfern der Wetterauer Adeligen hauste „der lahme Görzenich", wie er im VolkSumnd hieß, so furchtbar, daß „davon noch KindeSkinder zu klagen werden wiffen". Er ließ ganze Dörfer ausplündern, alles Vieh wegnehmen, und Schultheiße und Unterthanen fortschleppen, damit sie sich mit schweren Geldsummen wieder außlösen mochten. Den Wein, den die Soldaten nicht mehr trinken konnten, ließen fie auslaufen, Thüren, Fenster, Kisten und Kasten zerschlugen sie. Görzenich wurde endlich seiner Schandthaten wegen hm gerichtet und sein Nachfolger Leo von Mediciß kam wieder in die Wetterau und nach Naffau. Dieser anspruchsvolle Italiener führte einen fürstlichen Hofhalt auS 51 Personen bestehend unb bie wöchentlichen Lieferungen waren ungeheuerlich, z. B 206 Psb. Fleisch, 50 Pfb. Butter, 270 Eier, 4 Malter Korn, 6 Malter Gerste, 18 Malter Hafer, 413 Gebund Stroh, V, Meste Erbsen, ‘/2 Meste Linsen, l1/* Ohm Wein zu 24 Rth., 21/, Ohm Bier zu 2 Rth., 3*/2 Pfb. Baumöl, 16 Pfb. Lichter, 40 Stück Nürnberger Kuchen, 1% Pfb. Feigen, s/< Loth Safran, für 20 AlbuS Branntwein, 7 Maß Milch, 6i/2 Pfb. Stockfisch, ein welscher Hahn, ein hollän- bischer Käse, Speck, Gänse, Hühner, Fische u. bergl. nach Bebürfniß.
1629 kamen im Juli unb December Tilly'sche Muni- tionS- unb Proviantwagen mit starker Bebeckung in bie Wetterau, quartirten sich in ben gräflichen unb abeligen, b. i. evangelischen Dörfern ein, verbarben bieselden unb waren ben armen Lanbleuten zu großer Beschwerung. Auch 1630 bauerte bieser Zustand an.
Zu 2. Seit dem Einzug Gustav Adolfs in Frankfurt (17. November 1631) kam für die Wetterau eine bessere Zeit, die leider nicht lange bauern sollte. Er übte eine eiserne DiSciplin so lange er lebte. Doch nach seinem Tob unb nach ber Schlacht bet Nörblingen verwilberten auch biese Völker unb trieben eß mit ben Bewohnern so schlimm wie bie Kaiserlichen unb Ligisten.
Nach Abzug der Spanier 1631 auß der Wetterau hatte diese fast 3 Jahre Ruhe vor Ausplünderungen unb Ver- Wüstungen. Allerdings mußte, seitdem sich die Wetterauer Grasen mit Schweden verbündet hatten, der Zehnte alles LanbeöertragS ihrer Gebiete für die Heere gegeben werden, doch durfte sich auch kein Soldat unterstehen, von den Lanbleuten etwas zu erpressen.
Zu 3. Ein unendlich großes Unglück für bie Wetterau war bie Niederlage ber Schweben unb ihrer Verbündeten unter Herzog Bernhard von Weimar bei Nördlingen (5. unb 6. September 1634). Wie eine oernichtenbe Fluth er- gossen sich nun in rafdjer Jäufeinanberfolge vier große Heere Über ihr Gebiet, zuerst Enbe September bie Heffen Kasselfchen Truppen unter Melanber, bann bie Spanier unter bem Cardinal-Infamen, bann bie Schweben unb enblich bie Kaiserlichen unb Ligisten. Die Leiben ber Gegend dadurch lassen sich nicht beschreiben. Friedberg wurde mehrfach ge
brandschatzt, Ockstadt, Echzell, Assenheim, Kaichen, die verschiedenen Karben und andere Dörfer wurden ganz oder Aum großen Theil eingeäschert. Die Bewohner derselben flohen, soweit sie nicht von den Soldaten ermordet wurden, in die benachbarten Städte, wo eß ihnen aber auch nicht gut ging. Die Felder konnten größtentheilß nicht mehr bebaut werden unb HungerSnoth trat ein. Die Preise der Lebensmittel stiegen ins Ungeheure. In Grünberg kostete z. B. im Winter 1635/36 1 Achtel Kleie 100 fl., 71 Meste Mehl 60 fl. und die ekelhaftesten Dinge wurden verzehrt, Ratten, gefallenes Vieh, selbst Menschenleichen.
Dazu kam im Frühjahr 1635 die Pest wieder und raffte Überall eine Masse von Menschen hin. In Brüchen- brücken betrug die Einwohnerschaft kaum noch die Hälfte von früher unb ber Wertb ber Häuser war aufS geringste getunten. Noch zwischen 1641 unb 1647, wo boch schon FriebenSauSsichten vorhanden waren, verkaufte man z. B ein HauS für 25 fl., einen Hrustall für 13 fl., ja sogar daS SchulhauS wurde verkauft für 30 fl., Lehrer unb Geistliche waren natürlich nicht mehr vorhanden.
In ber letzten Periobe beß Krieges würbe die Wetteran in eine Wüste verwandelt. Aber auch im 18. Jahrhunden hatte fie viel Schweres zu erleiden.
Im siebenjährigen Krieg hatten die Franzosen mit Herzog Ferdinand von Braunschweig in Oberhessen vielfache Kämpfe zu bestehen (Bergen 13. April 1759, Grünberg, Glüningen, Bad Nauheim u. a.), dabei wurde die Wetterau wieder von „der großen Nation" auSgesogen. Bruchenbrücken mit damals nur 333 E nwohnern hatte 1757 biß Ende 1760 für die Franzosen Leistungen im Betrage von 9755 fl. 15 Alb. zu machen und vom 28. August biß 10. September 1762 kostete die französische Armee genanntem Dorf die ungeheure Summe von von 40601 fl. 185/e Wbuß.
AIS die Franzosen während der Rrvolutionßkriege abermals nach Deutschland kamen, war eS wieder die Wetteran, die darunter zu leiden hatte. So auch Bruchenbrücken, besonders in ber Schlacht am 10. Juli 1796 zwischen Franzosen unb Oesterreichern bei Friebberg. Daß Dorf wurde eingenommen und vollständig auflgeplünbert. Die geängsteten Bewohner waren nach Altenstabt unb Dübelsheim geflohen unb fanben bei ihrer Rückkehr von ihrer beweglichen Habe nichts mehr vor.
Die Geschichte kann unß lehren, baß bie deutschen Stämme einig sein sollen, bann sinb sie nicht der Spielball fremder Völker.
Der Vortrag wurde mit großem Beifall unb Dank ausgenommen, baran schloß sich eine kurze Besprechung, an ber bie Herren LanbgerichtSrath Dr. Möbius, Dr. Ebel, Director Muth unb der Vortragende sich beteiligten. Der Vorsitzende zeigte darauf einen Pack Acten mit wichtigen Papieren zur Geschichte der Wetterau 1629 unb 1630, wo Pappenheimer in der Gegend von Friedberg lagen.
Herr Dr. Ebel zeigte dann noch einen eigenthümltchen alten Würfel und Dr. Buchner roieß auf die Sammlung von Würfeln und Knöcheln im Museum beß Vereins hin.
Darauf wurde die Sitzung geschlossen.
CocaUs rrnö provinzielles.
Gießen, den 22. März 1895.
** Ernennung. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben Allergnädigft geruht, am 17. März den Professor an der Technischen Hochschule Geheimen Baurath Eduard Sonne für die Zett vom 1. September 1895 biß zum 31. August 1896 zum Rector der Technischen Hochschule zu ernennen.
Zur Tabaksteuerfrage. Daß „Wolff'sche Bureau" meldet auß Berlin: Am 19. dsß. MtS. hat hierfelbst ein Congreß von Tabakinteressenten stattgefunden, in welchem einzelne, daß Maß beß Erlaubten überschreitende Ausführungen namentlich gegen die RegterungSkreise laut wurden. ES dürste von Interesse sein, zu conftatiren, daß die einladenden Vereine mir dem über 1400 Firmen und über 100,0000 Arbeiter auß allen Zweigen unb allen Dtstricten der deutschen Tabakindustrie umfassenden „Deutschen Tabakverein" nichts zu thun Haden. Der Vorstand beß letzteren har seiner Zeit, wie wir hören, die gemeinsame Einberufung etneß solchen CongresseS abgelehnt, sowie später auch, nachdem derselbe nun ohne ihn inS Werk gesetzt wurde, von jeder Theilnahme an demselben abgesehen. Die ein» berufenden Vereine find im Großen unb, Ganzen Berliner Localorganisationen, von denen nur die eine außerdem auch noch eine Anzahl von Mitgliedern von außerhalb umfaßt. Eß war dementsprechend auch der Congreß in der Hauptsache von Unternehmern, Angestellten und Arbeitern auß dem Tabakgewerbe und dem Handel mit Tabakfabrikaten anß Berlin und Umgegend besucht.
** Dem eben erschienenen Jahresberichte der höhere» Mädchenschule ist eine interessante Abhandlung beß Herr» Dr. Zimmer über ben Schulgarten ber höheren Mädchenschule nebst zwei Plänen desselben beigegeben. — Der Anfangßbestand der höheren Mädchenschule stellte sich auf 315, er betrug am Schluffe beß Schuljahreß 1894/95 306- die erweiterte Mädchenschule hatte einen Anfangßbestand vo» 220, einen Schlußdestand von 217 Schülerinnen. Der Gesundheitszustand war bester alß im Vorjahr, einige Lücken zeigten sich während der strengen Rältt._ Die wichtigere» Ereignisse wurden durch entsprechende SchulfeierlichkeÜe» begangen. Die Sammlungen unb Lehrmittel der Schule haben erfteuliche Bereicherungen erfahren. — Die Prüfungen an der erweiterten Mädchenschule finden am Donnerstag ben 28. März, die ber höheren Mädchenschule am Freitag ben 29. März, Morgens 9 Uhr beginnend, statt. Daß neue Schuljahr beginnt am Montag ben 22. April, Vormittags 8 Uhr, an welchem Tage bie Anmelbungen solcher Kinder, die noch keine Schule besucht Haden, erfolgen kann.
•• Uebetsahre» In der Grünbergerstraße wurde gester» Nachmittag ein sechsjähriger Junge von einem Velocipedfahrer
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