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18.8.1895 Zweites Blatt
 
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Nr. 193 Zweites Blatt. Sonntag, den 18. August

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eißenburg, Wörth und Spichcrn! Dies sind die Namen, an welche sich I Gewiß kann der aufri im Jahre 1870 die frohe Zuversicht auf eine für das deutsche Vater- | setzlichen Verluste gedenken,

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Erbfeind knüpften.

land siegreiche Vollendung des ihm aufgedrängten Kampfes wider den Diese Zuversicht wurde nicht getäuscht,

Metz.

Orleans. 23riare.

Vionville-Marslatour. 5t. privat. Noisseville.

Noch weit bedeutsamer, allerdings aber auch viel blutiger, waren die nun \ reibenden Doppelschlachten von Vionville-Marslatour (am 16. Äugust) und von Gravclotte

Weiterentwicklung des gesummten Feldzugs und haben die Siegeszuversicht daheim in den deutschen Landen, welche schoii durch die bisherigen herrlichen Erfolge der deutschen Waffen angefacht worden war, zur höchsten Höhe erhoben. Nach solchen unvergleichlichen Leistungen der obersten deut­schen Führung wie der deutschen Truppen, nach solchem heldenhaften Ringen konnte an dem endgiltigen siegreichen Ausgange des gesammten Krieges für Deutschland kein Zweifel mehr obwalten. Mit Recht schickt man sich daher jetzt an, besonders in den Kreisen der noch lebenden wacke­ren Mitkämpfer, die 25. Wiederkehr der großen August­schlachten vor Metz freudig und festlich zu begehen, soweit dies nicht hie und da schon geschehen ist.

Besonders erhebend für uns Hessen ist es aber, daß an jenen gewaltigen Kämpfen Söhne unseres engeren Vater­landes so ruhmvollen Antheil genommen, daß die hessische Division mit ihrem ritterlichen Führer, dem leider zu früh zur großen Armee abgerufenen späteren Groß Herzog Ludwig IV., im Verbände des 9. Armeecorps und mit diesem eingefügt in die unter Führung des Prinzen Friedrich Carl von Preußen stehende zweite Armee, siegreich unter den Mauern von Metz ihre Fahnen ent­falten konnte.

Es sei an dieser Stelle gestattet, einiges über die Theilnahme unseres 2. Infanterie-Regiments an dem für immer denkwürdigen Tage von Gravelotte mitzutheilen. Zwei Tage nach erfolgter Kriegserklärung, am 21. Juli, wurde das Regiment auf Kriegsstärke formirt und zwei

Sieg auf Sieg wurde von den verbündeten deutschen Hee­ren errungen. Fünfundzwanzig Jahre sind seitdem ver­flossen und die eben im Gange befindlichen Jubelfeiern der großen Zeit haben nun die bedeutsamen Erinnerungs­tage an die gewaltigen Augustschlachten bei Metz gezeitigt, durch welche die französische Rheinarmee unter Bazaine in die alte Moselveste zurückgeworsen und daselbst von den siegreichen Deutschen eingeschlossen wurde. Die Schlachten von Weißenburg, Wörth und Spicheren hatten den beab­sichtigten Vorstoß der Franzosen nach Süddeutschland ver­eitelt und ihnen die Defensive aufgezwungen, den Deutschen aber den Besitz des nördlichen Elsaß bereits gesichert. Die nun folgenden Kämpfe vor Metz sollten in ihren Ergeb­nissen die Vereinigung des Bazaine'schen Heeres mit dem sich in Chalons zusammenziehenden neuen Heere Mac Mahons vereiteln und hierdurch die späteren beispiellosen Katastro­phen von Sedan und Metz vorbereiten, zugleich jedoch neue herrliche Lorbeeren um den Rnhmesschild Deutschlands winden. Ihre Einleitung bildete die Schlacht von Colombey- Nouilly am 14. August 1870, sic wurde deutscherseits gewissermaßen dadurch improvisirt, daß sich das erste und siebente preußische Corps infolge der eigenen Initiative ihrer Führer auf die schon im Abmarsche von Metz nach Chalons begriffene französische Armee warfen und deren Weiterbewegung nach Westen erheblich verzögerten. Mit einem Verluste von 5000 Mann gegenüber einem fran­zösischen Verluste von 3500 Mann war dieser strategische Erfolg der Deutschen erzielt morden.

St. Privat (am 18. August). Auf er­sterer Wahlstatt wurde die französische Armee durch die weit schwächeren deut-

Prin; Ludwig von Hessen, der spätere Großhcrzog Ludwig IV. (f 13. März 1892), Führer der Hess. Division.

Gewiß kann der aufrichtige Vaterlandsfreund nur mit schmerzlichen Gefühlen der ent- , welche die blutigen Kämpfe des 14., 16. und 18. Angnst die Deutschen kosteten, aber doch erinnert er sich heute zu­gleich auch mit Stolz dessen, was diese Tage für Deutsch­land bedeuteten. Sie waren entscheidend für die siegreiche

sich an- I weitere Tage später zum größten Theile auf den umliegenden Orten Krofdorf, Heuchelheim, ivelotte- | Atzbach, Kinzenbach, Dudenhofen und Münchholzhausen einquartiert; nur das Ersatz­bataillon blieb in der Kaserne. Der Aus­marsch aus diesen Orten und damit nach dem Kriegsschauplätze fand am 25. Juli statt; das Regimeut fuhr per Eisenbahn über WetzlarEms Oberlahnstein bis Biebrich-Mosbach und marschirte von da in die Umgebung von Mainz; der Weiter­marsch ging über Alzey, Worms, Kaisers­lautern nach Saarbrücken, wo cs am 10. August eiutraf und am 11. dort vor­dem König Wilhelm von Preußen vorbei- marschirte, die französische Grenze über­schritt und in Forbach Quartier bezog. Am Abend des 15. August kam das Regi­ment nach Chörisey und Orny, und am folgenden Tage schon hatte es Gelegen­heit, sich bei Vionville-Marslatour mit dem Feinde zu messen. Nachdem das Regiment bei Corny die Mosel überschritten, marschirte es an dem tapferen Führer der Division, Se. Kgl. Hoheit dem Prin­zen Ludwig, vorüber, dessen ermun­ternde Worte mit einem kräftigen Hurrah beantwortend, und nun im Sturmschritt die Richtung nach Gorze einschlagend, von woher bereits der Donner der Kanonen und das Knattern der Mitrailleusen ge­hört wurden. An dem gegen Rezonville sich hinstreckenden Walde ging das Regi­ment mit einbrechender Dunkelheit zum

schen Streitkräfte an ihrem ferneren Vor­märsche endgiltig gehindert. Dank der hingebendsten Tapferkeit der deutschen Truppen, welche Züge von wahrhaft an­tiker Größe zeitigte, vor Allem den be­rühmten Todesritt der Reiterbrigade Bredow. Aber freilich hatte das zwölf­stündige heiße Ringen den Deutschen auch furchtbare Opfer gekostet, fast 16000 wackere deutsche Streiter bedeckten todt oder verwundet das ansgedehnte Schlacht­feld. Der Tag von Gravelotte-St. Pri­vat (18. August) schloß das Werk, das bei Colombcy begonnen und bei Mars­latour fortgesetzt worden war, in einer für die deutschen Waffen ebenfalls ruhm­vollen Weise ab. In wechselvollem und wiederum äußerst blutigem Kampfe schlug das deutsche Heer unter persönlicher oberster Führung König Wilhelms die wüthend fechtenden Franzosen unter die Kanonen der Metzer Forts und in die Festung selbst zurück, womit das spätere Geschick der ehemaligeu Rhciuarmee be­siegelt war. Die Deutschen errangen diesen glänzenden Sieg leider ebenfalls erst nach Denkmal der Hessischen Division aus vem Ichlachtselv von Gravelotte.

bttrua°Zd8Offizkre'und4900 Mann^an Verwundeten 371 Offiziere und 14000 Mann, I Angriff über; der Feind zog sich, nachdem er ein mächtiges Feuer gegen die ansturmenden die Franzosen verlöre,, an Todten und Verwundeten zusammen nur 13000 Manu. | Hessen untersten, bald zurück. Dieses Gefecht kostete dem Reg,men. an ^odten 7 Manu,