Paris, 13. Juni. Die Einnahme von Mevata- n ana durch die französischen Truppen erfolgte am 9. d. M. Morgens. Das Granatfeuer zweier Gebirgsbatterien hatte genügt, die Hovas zur Flucht zu veranlasien. Zwei franzö- si'che Schützen wurden leichtverwundet. Die Truppen müssen große Strapazen aushalten. Die Kanonenboote fahren ohne Schwierigkeiten den Fluß hinauf.
Paris, 13. Juni. Die „Libertv" meldet: Heute Nacht wurden an mehreren Straßenecken des Montmartre-Viertels Affichen angeklebt, in denen die Bürger aufgefordert wurden, während der Kieler Feste vor der Straßburg- Statue zu manifestiren und Fahnen mit Trauerschleifen aus den Fenstern auSzustecken. Schutzleute rissen die Plakate ab. Auf erhobene Beschwerde entschied der Polizeipräfect, daß derartige Plakate künftighin nicht mehr abzureißen seien.
Yokohama, 13. Juni. (Reuter.) Amtlich wird gemeldet, daß in Pei-Teh-Fu und Tamsui auf Formosa Ruhe herrscht. Die Ordnung wird jetzt von den japanischen Behörden aufrecht erhalten. Die japanische Verwaltung ist officiell in Kraft getreten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 13. Juni. Dem „Localanzeiger" zufolge hat sich der Kaiser bereit erklärt, daS Protectorat über sämmtliche Berufsfeuerwehren Preußens zu übernehmen. Es soll aus diesem Anlaß für eine 25jährige Dienstzeit der Feuerwehrmannschaften ein Ehrenpreis gestiftet und iür sonstige außergewöhnliche Leistungen ein besonderer Orden verliehen werden.
Berlin, 13. Juni. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wurde heute Vormittag vom Kaiser zum Vortrag empfangen.
Berlin, 13. Juni. Die Kaiserin wird mit den kaiserlichen Kindern den bereits früher in Aussicht genommenen v erwöchentlichen Aufenthalt auf Schloß Urville in Lothringen, wie dem „Berliner Tageblatt" auS Straßburg gemeldet wird, Anfang August antreten.
Berlin, 13. Juni. Heute Mittag 12 Uhr traf der Kronprinz von Schweden im Neuen Palais bei Potsdam zum Besuche des Kaiserpaares ein.
Berlin, 13. Juni. Von der Mehrheit der Bundesregierungen liegen die Erwiderungen auf die Anfrage des Reichskanzlers wegen der Einberufung einer internationalen Währungs-Conferenz vor. Ein Theil lautet, w e die „Nationalzeitung" hört, im Allgemeinen so, daß die Reichsregierung nicht gerade Widerspruch gegen den Erlaß der Einladungen daraus zu entnehmen braucht, aber nirgends macht sich ein wirkliches Verlangen darnach geltend. Vielmehr tritt auch in der Erklärung solcher Regierungen, welche der Einberufung einer Conferenz nicht widersprechen, die Ueberzeugung hervor, daß kein positives Ergebniß einer solchen zu erwarten sei und daß Deutschland keinen Grund habe, seine Währungsordnung zu ändern. Andererseits sind eine Anzahl von Bundesregierungen als entschiedene Gegner dieser Münzconferenz aufgetreten und von mehreren anderen Regierungen ist eine Rückäußerung noch nicht eingegangen, darunter diese größerer Bundesstaaten, von denen bekannt ist, daß sie dieser Conferenz ebenfalls mit Nachdruck widersprochen.
Berlin, 13. Juni. Zu der Verfügung über die Aufhebung der Privatkrankenanstalt Mariaberg ist, wie osficiös mitgetheilt wird, zu bemerken, daß dadurch der Fortbestand der klösterlichen Niederlasiungen nicht berührt wird. Hingegen ist den Alextanern zu Mariaberg die Be- fugniß zur Behandlung von Kranken entzogen worden.
Berlin, 13. Juni. Die Töpfergesellen hielten gestern Abend eine zahlreich besuchte Versammlung ab, um über die Lohnfrage in diesem Jahre zu berathen. Seitens der Töpferinnung wurde constatirt, daß die Löhne um 10 pCt. zurückgegangen wären. Es wurde vorgeschlageu, diese Lohnkürzungen durch einen Strike zu pariren. Der Generalstrike, welcher vorgeschlagen war, wurde abgelehnt. Dagegen wurde beschlosien, von Montag den 17. dss. MtS. an nur da zu arbeiten, wo der Lohn von 1886 voll und ganz bezahlt wird.
Autonienhütte, 13. Juni. Die heutige Beisetzung der Opfer der Gruben-Katastrophe erfolgt auf Kosten des Grafen Henkel von Donnersmarck.
Kattowitz, 13. Juni. Als Ursache der Katastrophe in der Gottessegen-Grube wird der Durchbruch von Gasen und Feuer aus dem Brandflötz Antonie ermittelt. In Fachkreisen wird behauptet, die Opfer der Katastrophe hätten gerettet werden können, wenn der Schacht Seilbeförderung gehabt hätte.
Paris, 13. Juni. Eine gut informtrte Quelle will wissen, daß der französisch-russische Vertrag die gegenseitige Hilfe für den Fall eines Angriffs enthalte, das Versprechen der Integrität der Türkei aufrecht erhalte und den Sultan von dem Dreibund fernzuhalten suche. Ferner enthalte der Vertrag das feste Vorhaben, den provisorischen status quo im Mittelmeer nicht zu ändern, um England nicht in die Arme des Dreibundes zu treiben.
Marseille, 13. Juni. Gestern wurden in Blidah in Algerien fünf Eingeborene htngerichtet, welche zwei ausländische Reisende ermordet hatten.
Madrid, 13. Juni. Heute wird ein Theil der von dem Marschall Martinez Campos verlangten Verstärkung nach Cuba abgehen. Der Marschall hat Havannah verlaffen und sich nach Nuevitas begeben.
Loudon, 13. Juni. Aus Rom wird dem „Daily Chronicle" gemeldet, der Papst habe den Plan, die anglikanische mit derrömischenKirche zu vereinigen, nicht aufgegeben- im Gegentheil beabsichtige der heilige Vater, ein Conctl aller englischen Bischöfe einzuberufen, dessen Aufgabe eS sein soll, über die Wiedervereinigung der beiden Kirchen zu berathen und zu beschließen.
Washington, 13. Juni. Eine Proclamation Clevelands
fordert die amerikanischen Bürger auf, in der cu baut scheu Angelegenheit strikte Neutralität zu bewahren.
Schwurgericht.
W. Gießen, den 13. Juni 1895.
Heute verhandelte das Schwurgericht gegen den am 19. Mai 1857 geborenen Karl Ochsenhirt von Düdelsheim wegen wissentlichen Meineids. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich, als Verteidiger ist Rechtsanwalt Herr Dr. Jung zur Stelle. Im April d. I. fand vor dem Schöffengericht zu Büdingen eine Verhandlung gegen Georg Hamel von Calbach wegen Körperverletzung statt. Hamel gab damals zu, dem Ochsenhirt die Körperverletzung beigebracht zu haben, behauptete aber, vom Verletzten zuerst geschlagen worden zu sein. Dieser, als Zeuge vernommen, stellte es unter seinem Eide entschieden in Abrede, zuerst geschlagen zu haben, trotz des eingehendsten Vorhaltes des Schöffenrichters. Darauf hat später in der Verhandlung noch ein anderer Zeuge, Namens Deringer, die Thatsache, daß Hamel zuerst geschlagen worden sei, ebenfalls bekundet. Hierauf wurde der Ochsenhirt noch einmal vorgerufen und gestand zu, dem Hamel thatsächlich zuerst eine Ohrfeige versetzt zu haben. Dieses ist der Gegenstand der heutigen Anklage. — Der Angeklagte, vom Vorsitzenden vernommen, erklärt heute, daß sein vor dem Untersuchungsrichter abge- gegebenes Protokoll richtig sei- dasselbe war vorher verlesen worden und enthält das Geständniß, daß Ochsenhirt zugesteht, vor dem Schöffengericht darum den dem Hamel gegebenen ersten Schlag auf den Kopf nicht angegeben zu haben, weil er dieses auch in seiner vorher vor dem Bürgermeister abgegebenen Erklärung nicht angegeben hatte. Er will aber, als er beim Bürgermeister sein Protokoll abgab, sich dessen nicht bewußt gewesen sein. Erst als der Zeuge Deringer vor den Schöffen die Behauptung aufgestellt, sei ihm die Sache wieder eingefallen.
Den Geschworenen werden folgende Fragen vorgelegt: 1) Hat der Angeklagte vor dem Schöffengericht Büdingen wissentlich ein falsches Zeugniß abgelegt (§ 153—54 deS R. - Str - G.)? Im Fall der Bejahung der Frage 1: 2) Konnte die Angabe der Wahrheit dem Angeklagten eine Verfolgung wegen eines Vergehens zuziehen (§ 157, Absatz I, des R.-Str.-G.)? 3) Hat der Angeklagte, bevor eine Anzeige gegen ihn erstattet war und bevor ein Nachtheil für einen Anderen aus seiner falschen Aussage entstanden ist, seine falsche Aussage vor derjenigen Behörde widerrufen, vor der er sie abgegeben (§ 158 des R.-Str.G.)? Im Fall der Verneinung der Frage 1: 4) Liegt im vorliegenden Fall nur ein Versuch zum Verbrechen des Meineids im Sinne des § 43 des R.-Str-G. vor? 5) Hat der Angeklagte die Ausführung der beabsichtigten Handlung aufgegeben, ohne durch Umstände an der Ausführung derselben gehindert zu sein, welche unabhängig von seinem Willen waren (§ 46 des R. - Str. G.)? Im Fall der Verneinung der Frage 5, bei Bejahung der Frage 4, als Fragen a und b werden an die Geschworenen, auf Antrag der Vertheidigung, noch die Fragen 2 und 3 gestellt. Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich plaidirt auf wissentlich, falschen Eid. ES sei das Verbrechen ein vollendetes, sobald der mit dem Eide etwas Unwahres Bekräftigende vom Richter zum Abtrelen veranlaßt sei. Die zweite und dritte Frage bejahe auch er und bitte er die Geschworenen, die drei ersten Fragen zu bejahen. Redner beleuchtet die vierte und fünfte Frage in Verbindung mir der vorliegenden Thal vom juristischen Standpunkt. Zwar gestehe er zu, daß sich Theorie und Praxis über die vorliegende Materie nicht einig seien, aber er macht auf die Consequenzeu aufmerksam, die daraus folgen könnten, wenn einem vorher in Eid genommenen Zeugen gestattet werden sollte, eine erst in Abrede gestellte Thatsache widerrufen zu können, wenn ihm im Laufe der Verhandlung das Unhaltbare seiner Angabe durch andere Zeugen, die später als er in seiner Gegenwart vernommen werden, klar würde.
Der Vertheidiger gibt den Geschworenen an die Hand, im Fall sie etwa das Versuchs-Delict (Frage 4) bejahen und die Frage 5 verneinen sollten, die Fragen a und b zu Gunsten seines Clienten zu bejahen. — Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich krttifirt die von der Vertheidigung angeführte Reichsgerichtsentscheidung, um darzuthun, daß dieselbe nur zum Theil auf diesen Fall passe. Er weist auf eine andere Entscheidung des höchsten Gerichtshofes hin und verliest dieselbe, wo der Fall analog wie der hier vorliegende war und wo die Entscheidung seine Ansicht, daß der Angeklagte das Verbrechen vollendet hat, ganz bestätigt. Auch Ohlshausen, Meyer, Werner und andere RechtSlehrer theilen seinen Standpunkt. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung führt den Geschworenen vor, welche Consequenzen es haben würde, wenn die Ansicht der Staatsbehörde im vorliegenden Fall recht wäre. Jeder Mensch würde dann leicht in die Gefahr kommen, auf die Anklage wegen Meineid sich verantworten zu müssen, wenn er, unter seinem Eide vernommen, etwas aussage, was er im Laufe der Verhandlung zu berichtigen sich veranlaßt fühlt. Die Geschworenen hätten sich aber nicht um die Consequenzen ihres Wahrspruchs zu kümmern, dieses sei Sache des Gesetzgebers. Herr Dr. Jung weist noch einmal auf die Ansicht des Prof. v. Liszt hin, der sich für seine (des Vertheidigers) Ansicht als die richtige ausspricht und wenn unter den Gelehrten und Practikern über eine so schwerwiegende Frage Streit herrsche, so liege eben ein Zweifel vor und da müßten doch die Geschworenen zu Gunsten des Angeklagten zu einer Verneinung der Frage des schwereren Deltctes kommen. Nach sehr eingehender Rechtsbelehrung, die wegen der vielen Fragen dreiviertel Stunden in Anspruch nahm, begaben sich die Geschworenen ins Berathungszimmer. Nach einhalbstündiger Berathung verkündete der Obmann, Baumann- Lollar, deren Wahrspruch dahin, daß die drei ersten Fragen Bejahung gefunden hätten. Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich
beantragte hierauf 8 Monate Zuchthaus, die in ein Jahr Gefängniß umzuwandeln seien. Der Vertheidiger plaidirte auf eine niedrige Strafe. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten dem Anträge der Staatsanwaltschaft gemäß. — Angeklagter erkannte das Urtheil sofort an, ebenso die Staatsbehörde. Die Sitzung war um halb 3 Uhr beendet.
totales rrnd ^provinzielles,
Gießen, den 14. Juni 1895.
** Die auf gestern Nachmittag auberaumte Stadtverordneten- Sitzung wurde, weil infolge der Theilnahme mehrerer Mit- glieder an einer Beerdigung Beschlußunfähigkeit eintrat, auf heute Nachmittag 4 Uhr vertagt.
** Specialitäten-Circus Jmmans. Die gestrige Abend- Vorstellung kann mit Fug und Recht als eine Gala- Vorstellung bezeichnet werden. Das Programm enthielt eine Reihe der besten und intereffantesten Nummern, von denen jede in überraschend großartiger Weise erledigt wurde. Herr Director Jmmans erregte die gerechte Bewunderung der Anwesenden durch die Vorführung seiner Pracht-Hunde. Die Dressur dieser Doggen, Bernhardiner und Pudel bietet, besonders beim Saltomortalhund, das höchst Erreichbare.— Der Circus vereinigt eine auserlesene Schaar Künstler und Künstlerinnen, welche als Specialitäten daS denkbar Bche und Neueste leisten. Angesichts solcher Darbietungen und der Einrichtung und Eleganz deffelben bedarf es keiner be- sonderen Einladung und Empfehlung, zumal JmmanS Specialitäten-Circvs in den Hauptstädten mit großem Erfolge und stets auSverkauften Plätzen (so zuletzt in Mainz) debütirte.
** Radfahrfest. Das am nächsten Sonntag den 16. d. M. stattfindende Radfahrfeft scheint sich zu einem glänzenden gestalten zu wollen. Nach den eingelaufenen Nennungen zu dem Straßenwettfahren können wir jetzt schon versprechen, daß der Kampf in sportlicher Beziehung ein recht heißer und intereffanter werden wird. Auch die Bctheiligung der Der- eine, nicht allein der des Nordbezirks sondern des ganzen Gaues 9 des „Deutschen Radfahrer-Bundes", an dem Nachmittags stattfindenden Corso wird eine so rege sein, daß eS wohl wünschenswerth erscheint, wenn die Einwohner durch Flaggen der Häuser den Gästen ihr Interesse an dem Feste beweisen würden.
Befitzwechfel. Die von Rabenau'sche Besitzung an der Frankfurter Straße ging gestern für den Preis von 148000 Mk. in den Besitz des Rechtsanwalts Dr. Gut- sleisch für einen bis jetzt ungenannten Auftraggeber über.
** Ei« Eichenstamm von riesigen Dimensionen wurde gestern Abend, geschmückt mit Tannenbäumchen, auf einem vierspännigen Wagen in die Andr. Euler'sche Schneidemühle gebracht. Der Coloß hat einen mittleren Durchmeffer von 1 Mir. 12 Ctm. und ist in dem Staufenberger Walde «gewachsen.
** Militärpflicht der VolkSfchnllehrer. Die preußischen Kreis- und sächsischen Regierungsblätter bringen folgende Notiz: Die Mittheilung in verschiedenen Zeitungen, wonach die Volksschullehrer vom nächsten Jahre ab eine einjährige Militärzeit abzuleisten haben sollen, ist verfrüht. In der kaiserlichen Ordre vom 27. Januar 1895 heißt es allerdings, eS sei der Wille des Kaisers, daß die Einübung mit den Waffen auf einen vollen Jahrescursus ausgedehnt und so gestaltet werde, daß die Heranbildung der Volksschullehrer und Candtdaten des Volksschulamts soweit als thunlich zrr brauchbaren Unteroffizieren erfolgt. — Zunächst wird aber in der Ordre der Kriegsminister beauftragt, in dieser Hinsicht Vorschläge zu machen, und es fehlt noch an der Anordnung, jene Maßregel ins Werk zu setzen.
** Ueber de« Aufstellungsort des ReilerdenkmalS Lnd- wigs IV. in Darmstadt scheint man sich, nach einer Mittheilung der „Köln. Ztg.", noch nicht geeinigt zu haben. ES haben sich Stimmen sowohl für den Paradeplatz wie für die Rheinstratze (der Westfront des Residenzschloffes gegenüber), dann aber auch für den Garten des sogenannten Alten PalaiS an der Wilhelminenstraße ausgesprochen, und gerade dieser letztere Standpunkt zählt viele Anhänger. Jedenfalls wird die Entscheidung in dieser Frage sehr bald getroffen werden, da man die begründete Hoffnung hegt, daß am 18. August d. I. — bei der 25jährtgen Gedenkfeier der Schlacht von Gravelotte — das Fest der Grundsteinlegung erfolgen könne.
vermischtes.
* Frankfurt a. M., 13. Juni. Im Zoalogischen Garten wird Sonntag wieder eine Luftballon-Auffahrt, stattfinden, und diesmal wird Fräulein Paulus den Absturz mit dem Fallschirm ausführen. Der Eintrittspreis ist für diesen Tag auf 50 Pfg. ermäßigt.
* Neuwied, 12. Juni. In einer Gastwirthschaft in Köln erschoß sich der beim hiesigen Postamte angestellte Post- gehülfe Salterberg, der nach Unterschlagung von 3000 Mk. flüchtig geworden war.
* Elberfeld, 13. Juni. Der Eifenbahnasjiftent Schwankte von hier ist nach Unterschlagung von 12000 Mk° Pensionsgcldern und Fälschung der erforderlichen Quittungen flüchtig.
* Ratibor, 11. Juni. Eine hiesige Kaufmannsfamilie ist unter Vergiftungs-Symptomen schwer erkrankt. Die Köchin hatte aus Rachsucht in das Mittagsmahl Arsenik gemischt._____________
Eingesandt.
Gießen, 14. Juni 1895.
Das letzte starke Gewitter hat viel Sorge erregt, noch mehr Schaden gethan. An den Telephoneinrichtungen der Stadt sind schon 38 Spttzcnableiter als abgeschmolzen und unbrauchbar angemeldet worden, andere Schäden werden noch entdeckt werden. Die verschiedenen Blitzschläge in der Stadt haben nicht gezündet, vielfach aber Furcht und Schrecken erregt. Bei der sich von Jahr zu Jahr mehrenden Anzahl der Blitzableiter wird sich die Gefahr der Blitzschläge stets vermindern, aber die weniger gefährliche, doch immerhm


