Ausgabe 
1.10.1895 Erstes Blatt
 
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Hrinrich Jrle zu Oppenheim, August Karl Weber zu BenSheim, dem Ministerialsecrerär bei dem Ministerium deS Innern und der Justiz Wilhelm Best den Character als Regierungsrath", den ständigen juristischen Hilfsarbeitern bei dem Ministerium der Finanzen, Obeinianzastestoren Maximilian Frhrn. v. Biegeleben und Wilhelm Welcker den Character alsFinanzrath" zu verleihen.

* Sitzung der Großh. Handelskammer vom 26 September l. Z. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Heichelheim, Homberger, Katz, Kltngspor und Wortmann. In Folge eine» bei dem BezirkS-Eiienbahnrath Frankfurt o. M. gestellten Antrags auf Herbeiführung besserer Zuganschlüsse auf denjenigen Linien, welche der Eisen bahn-Direction Frankfurt a. M. unterstehen, erklärte sich die Letztere bereit, durch einen besonderen Ausschuß d ese An­gelegenheit vorberathen zu lassen, sobald ihr von Seiten der Antragsteller bestimmt formulirte Anträge nach dieser Rich rung hin unterbreitet würden. Im diesseitigen Berk eh r»- Interesse wurde die Einbringung nachstehender Anträge beschlossen: 1) Zug 219 (Gießen-Betzdorf) ab Gießen 1005 Abends, in Betzdorf 1225 mindestens 40 Minuten später zu l-gen, um einen glatten Anschluß an Zug 220 (Betzdorf« Stegen) zu vermitteln und das gegenwärtige fast etnftündige Snlllager zur Mitternachtsstunde in Betzdorf in Wegfall zu bringen. Sodaan würde hierdurch die seither öfters von uns vergebens beantragte Einführung eines Spätzugs Gießen- Wetzlar erreicht. 2) Zug 236 Gießen-Dtez, welcher Abends IO00 abgeht, durch Späterlegung um einige Minuten, An fchluß an Zug 8, Fulda-Gießen (Ankunft Gießen 957) zu geben. 3) Personenzug 86 der Main-Weser-Bahn (ab Gießen 10" D.-M.) auf der Strecke Gießen-Frankfurt a. M. als Schnellzug zu fahren und Anschluß zu sichern an den Straß­burg-Baseler Schnellzug der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn, welcher ll50®.«TL von Frankfurt a. M. abgeht. 4) Ebenso den Localzug 99 Frankfurt-Gießen als Schnellzug zu fahren, jedenfalls Uebergang an Zug 217 Gießen Köln (ab Gießen 6«° R.-M.) zu bewerkstelligen, durch früheres Anbringen. Die in der Sitzung vom 24. Juli beschlosiene Eingabe wegen Einführung von Saisonbtllets nach den Nordsee- bädern hat den Erfolg gehabt, daß vom 1. Mai 1896 ab SaisonbilletL nach Helgoland, Borkum und Norderney dahier zur Ausgabe gelangen werden. Das Programm einer im Jahre 1896 (Beginn am 13. Mai, Schluß Ende September) in Kiel projectirten internationalen Ausstellung für Schiff fahrt und Fischerei ist eingegangen und liegt nebst Formu­laren zu Anmeldescheinen aus dem Büreau offen. In Alfeld ist eine Reichsbanknebenstelle (Hauptstelle Hannover) errichtet worden.

Omnibus Fahrplanänderung. Mit dem heutigen Tage tritt im Omnibusverkehr entsprechend den Aenderungen der Estenbahnzüge eine kleine Fahrplanänderung ein. Der zweite Wagen nach der Bahn, Fahrt Nr. 3, geht von Mar­burger und von Grünbergerstraße sünsundzwanzig Minuten früher ab, um den Anschluß an den Frühzug nach Geln­hausen 7 Uhr 35 Min. zu erreichen. Die alten Sommer- Fahrpläne behalten also ihre Gültigkeit, nur wird diese eine Fahrt geändert- der Borstand hat diese geänderten Zeiten auf einen Streifen Papier zum Ueberkleben drucken lassen und können dieselben jederzeit kostenlos von Herrn Ernst Balser, Mäuöburg, bezogen werden. Die letzte Fahrt, Nr. 56, ab Bahnhof, anschließend an den Zug von Fulda Abends 10 Uhr, wird vorläufig versuchsweise noch gefahren, im Winter bei geringerer Frequenz jedoch eingestellt werden.

* Auktion auf Oswalds Karten. Bei der am Samstag Nachmittag stattgehabten Versteigerung von Stall- Utensilien rc., welche bet der landwirthschaftlichen Aus- stellung verwendet waren, hatte sich ein zahlreiche» kauf­lustiges Publikum etngefunden und wurden in Folge deffen sehr gute Preise erzielt. Für Mistgabeln, Schippen, Zuber und Eimer wurden theilweise höhere Gebote abgegeben als der Anschaffungswerth betrug. Für Ptasavabesen, deren Selbstkosten sich höher als Mk. 2.25 per Stück stellen sollen, konnte ein annähernd günstiger Preis nicht erzielt werden, so daß der größte Theil sür Rechnung des Kreises gesteigert wurde. Die gebotenen Beträge sür Rundhölzer waren nur mäßig, auch die lebenden Karpfen, von der Fischereiausstellung zurückgeblieben, gingen nur zu mäßigen Preisen fort..

W.** Vorträge in der bevorstehenden Saison für den Kaufmännischen Verein: 1) Am 24. October: Dr. Pohl« meyer-Berlin, Privat Docent der Humbold-AkademteDie socialen Pflichten der Gesellschastöklaffen untereinander". 2) Am 20. November: Gustav Amberg-BerlinWärme- theorie", Experimentalvortrag. 3) Ain 16. December: Ottilie Stein-Mannheim, Schriftstellerin,Die Frauen, ihre Tugenden und Fehler". 4) Am 23. Januar: I. Lützen- BerlinEin AuSftug in den Weltenraum", Licht­bilder-Vorführung. 5) Am 13. März: Paul Dahn- SalzburgLicht und Schatten im geschäftlichen Verkehr". 6) Am 1. April Max Opmann, Director deS Stadt- theaterS zu Hanau, RecitationDie Weber". Mit Aus­nahme des letzten werden die Vorträge auch für die Mit­glieder deS GewerbrvereinS gehalten. DaS Weitere wird durch Annoncen imGießener Anzeiger" bekannt gemacht.^

Hunde- und Affentheater. AuS dem Jnferatentheil der heutigen Nummer tft ersichtlich, daß Schmidt» Affen- und Hundetheater im RestaurantLahnstein" einen EycluS von Vorstellungen veranstalten wird. Das Programm soll ein sehr wechielvolleü sein und des Jntereffanten sür Jung und Alt, Groß und Klein recht viel bieten. In einer Besprechung schreibt ein Leipziger Blatt:Allein gegen 40 Hauptnummern sind auf dem Generalspiclplan über B. Schmidt» Affen- und Hundetheater verzeichnet. Da spielen sich viele hübsche und komische Scenen zum Ergötzen für unsere lieben Kleinen ab, z. B. Große» Potpourri, au»- grsührt von vielen drcssirten Hunden, wobei sich mehrere al» Elown productren- der Akrobat auf dem Schwungseil (Non plus ultra). Der Gymnastiker auf dem rollenden Globu». Nobler Spaziergang der Madame de Pompadour- Ostafrika-

nische» Diner oder d'e hungrigen Gäste ohne Geld. Poffe in 1 Act, auögeführr von 7 Affen der Gesellschaft, wobei Koch und Kellnerinnen m t ihren drolligen Späßen da» Publikum auf da» Angenehmste unterhalten. Doch genug, wer da» lustige Affen- und Hundevolk und ebenso die dreiurten Ziegen und Pferde sehen und namentlich seinen Kindern eine große Freude bereiten will, der gehe in Schmidts Affen- und Hundetheater. Jeder kann sich dort zwei Stunden lang amüfiren. Es wird ihn nie gereuen.

♦♦ Patent Anmeldungen Ohne Umhüllung arbeitender Ventilator kuppelsörmiger Gestalt, Käuffer u. Co., Mainz, 7. 3. 95. Zugminderungsvorrichtung an Regulierösen, Zus. zu Patent 78,221 Hugo Buderus, Hirzenhain, 4. 6. 95. Patent-Ertheilung. Baumsahrstuhl mit zwei Klemm rahmen, I. Weber, Gießen vom 9. 2. 95 ab. Gebrauch» mufter-Eintragung. Unten durch einen in den Schirm- stock eingreisenden, getheilten und federnd zusammengehaltenen Ring festgehaltener Schirmüberzug, M. Levi Gießen, 20. 8. 95. Mit einer Gegenzugklappe durch Gestänge verbundene Regu­lier-Rosette in der Aschenthür von Oefen, H. BuderuS, Hir- zenhain, 3. 8. 95. Verlängerung der Schutzfrist. Doppelarmiger Hebel nut Rasten u. s. w., Eisenwerk Hirzen- Hain, H. R. BuderuS, Hirzenhain, 16. 9. 95, 4. 9. 95.

W. Wieseck, 29. September. Anläßlich des 2. Stiftungs­festes des Radfahrer-DereinS Wieseck fand heute hier ein 20 Kilometer-Straßenrennen statt. Duill Gießen legte die Strecke WieseckDaubringenAlten BuseckWieseck trotz deS bergigen Geländes und de» Gegenwindes In 35 Minuten 16</10 Secunden zurück. Unter den 10 Gon- currenten hatte Dorfeld-Wieseck auf der ganzen Strecke bts 10 Meter vor dem Ziel die Führung, hier wurde er von Duill durch deffen geschickt eingesetzten Endsport um Vi Radlänge überholt. Dorfeld ging «/io Tecunden später als der Sieger durch» Ziel. Beim darauf folgenden, einem Hinderniß Rennen, siegte als erster Gustav Christ-Wiesrck, als zweiter pasfirte Adolf Noll Gießen (vom Bicycle-Club) das Ziel. Leider ist bei diesem Sportfest ein Unglücksfall zu beklagen. Ein Mann wollte in dem Moment, wo Duill das Ziel passirte, noch schnell die Straße queren, wurde aber von diesem überrannt und am Kops anscheinend schwer verletzt- in Folge deffen stürzte auch der Fahrer und verletzte sich beide Beine und den Arm derart, daß er das Hinderniß- fahren nicht mitsahren konnte. Bewußtlos wurde der über­fahrene Verletzte in seine Wohnung getragen.

Allendorf a. d. Lda., 27. September. Heute wurde auf dem Feld ein dreijährige» Kind in einem unbewachten Augenblick von einem Pferd derart geschlagen, daß es, als die Angehörigen herzukamen, regungslos und am Kopfe blutend dalag. Das verunglückte Kind wurde nach Gießen in die Klinik gebracht.

4- Rüddingshaufen, 27. September. Der vorgestrige Brand dahier war, wie die polizeiliche Untersuchung ergeben hat, durch sünsjährige Kinder verursacht worden- dieselben wollten in der Nähe deS durch das Feuer am meisten be­schädigten HauseS Kartoffeln braten. Dadurch hat ein Mann, der in Hayingen an der französischen Grenze als Steinhauer thätig war und nach telegraphischer Uebermittelung der Un­glücksbotschaft nach Hause eilte, nicht nur seine Wohnung, sondern auch einen großen Theil seines unversicherten Mobiliars eingebüßt. Der in jedem Herbste besonders an Sonntagen herrschenden Unsitte deS Kartoffelbratens im Felde von Setten größerer Kinder sollte durch die Polizei gesteuert werden.

§ Vom höheren Vogelsberg, 27. September. Seit etwa vier Wochen herrscht hier überall eine große Trockenheit und Hitze, so daß die Vegetation bald aufzuhören scheint, da schon viele GraSflächen in trockenen Lagen dürr find. Die gegen­wärtige Witterung ist zum Kornsäen sehr ungeeignet, indem eineStheilS das Korn nicht wachsen kann, andermheils sehr verwachsenes Ackerland, wie Kleeäcker rc., nur sehr schwierig zu ackern sind. In Folge der Trockenheit in diesem Sommer überhaupt sind auch Dickwurz, Kohlraben, Kraut u. s. w. nur spärlich gediehen, und jetzt kommt noch der Raupenfraß hinzu, so daß auf diese Ernten nur wenig gerechnet werden kann.

Mainz, 29. September. Anläßlich deS am Donners- I tag erfolgten Ablebens deS früheren Oberbürgermeisters Dr. O echSner wurde verschiedentlich daran erinnert, daß der Verstorbene wegen seiner Theilnahme an der Bewegung im Jahre 1848 in den in dem Jahre 1850 vor den hiesigen Gerichten spielenden politischen Monstreprozeß verwickelt war. | Ja diesem großen politischen Prozeß, dessen Einzelheiten nur Wenigen der heule lebenden Generation bekannt sein dürften, waren nicht weniger wie 14 3 Personen aus der An­klagebank erschienen, zu deren Placirung in dem gegen­wärtigen Sitzungssaale deS hiesigen Schwurgerichtes besondere Anordnungen getroffen werden mußten. Von den zahlreichen Angeschuldigten, von denen Einzelne vor Beginn der gericht­lichen Verhandlungen Europa den Rücken gekehrt, waren allein 30 von Mainz und zwar darunter zwei, die später den Bürgermeisterseffel von Mainz eingenommen haben: der im Jahre 1877 verstorbene Bürgermeister Wallau und Dr OechSner. Neben diesen Genannten waren noch drei weitere Personen, welche eine politische Rolle gespielt haben, nämlich daS Mitglied de» Frankfurter Parlaments, Advokat Zitz, der bekannte Parlamentarier Ludwig Bamberger und der zum belgischen Consul in Amerika avancirte Literat Schütz. Auch eine Schriftstellerin war unter den Angeschul- digten, nämlich Kathinka Zitz geb. Halem, die lange Jahre die eifrigste Mttarbeiterin derDidaskalia", der bekannten Beilage zumFrankfurter Journal", war. Der mit der Freisprechung sämmtlicher Angeklagten endigende Prozeß nahm 16 Sitzungen in Anspruch - er begann am 22. Mai und endigte am 8. Juni 1850. Den Vorsitz führte der Kreis« Präsident Lebert und die Staatsbehörde vertrat General- staatSprocurator Dr. ParenS und Substitut Balken berg. AlS Dertheidlger {unguten die ersten Redner de» hiesigen BarreauS und zwar die Anwälte: Lehne, Müller, Melchior, Herrnsheim, Krämer, Aull .nachmaliger

LandeSgerichtSpräfident), Dr. Dumont (später Oberbürger meister von Mainz), und Dr. G ör tz (der vorletzte Präsident deS OberlandeSger'cht» in Darmstadt). Bon den zahlre'chen Angefchuldigten, sofern sie von Mamz waren, leben seit dem Tode deS Dr. OechSner nur noch drei und zwar Ludwig Bamberger, ein Rentier Panl Stumpf hier und ein gegen­wärtig tn Wien weilender Dr. jur. Mayer, der al» Gerichts« accesfist an der 1848er Bewegung theilgenommen. Bon den in dem Prozesse fungirenden Richtern lebt keiner mehr, wo­gegen noch zwei der damaligen Anwälte am Leben find: OberlandeSgerichtSpräfident Dr. Görz und Landgerichts­präsident Aull.

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Frankfurt a. M, 27. September. Seit kurzer Zeit erhebt sich an der nördlichen Mauer unsere» Fr'edhofe» ein neue» Monument, das nicht nur wegen seiner Ausführung, sondern auch wegen der eigenartigen, schönen künstlerischen Idee, die ihm zu Grunde liegt, den hervorragendsten Denk­mälern zuzuzählen ist. E» ist da» Grabmonument der Familie deS SanitätSratheS Dr. Vockenhetmer. Da» circa 4'/, Meier hohe Denkmal auf einem Unterbau von Felsberggranit in Stufenform stellt das Portal einer Gruft dar. Der Hauptbau ist aus polirtem schwarz-schwedischen Granit gefertigt, deffen Aufbau mit Spitzenverdachung nebst Schlußbekrönung (Kreuz) vorn durch zwei polirte rothe Oden­wald Granitsäulen getragen wird. Den Hintergrund bildet die GruftbogenthÜr. Letztere tft au» grau blauem carrarischen Marmor (Bardiglio) mit profilirten Thürsüllungen gearbeitet, worauf sich eine Inschrift befindet. Eine trauernde, jugendlich schöne Frauengestalt, welche au» weißem carrarischem Marmor gearbeitet ist, deren rechte Hand auf dem Thürdrücker ruht, ist im Begriff tn die Gruft einzutreten, wie um den dort Schlummernden die letzten Grüße zu überbringen. In der linken Hand hält die 1,70 Meter hohe Ftgur einen Palm­zweig. Der ornamentale Schmuck dieses Monument» ist au» echter Bronce hergestellt. Die Grabeinfaffung, welche den Familtenplatz einschließt, besteht au» Postamenten, ebenfalls aus schwarz schwedischem Granit gefeit [t, m't echt broncenen Verbindungsstangen und Ketten. Die zwei in der Mitte stehenden Postamente sind größer gehalten und dienen zur Aufnahme der Grabschriften. Diese Postamente sind durch zwei reich verzierte Bronce-Basen mit künstlichen Pflanzen bekrönt. Die Architectur, Bildhauerarbeiten, sowie Farben­zusammenstellung find edel und wirkungsvoll gehalten. Da» Denkmal wurde entworfen und auSgefÄhrt von der Firma Syenitwerk Schönberg, Hartmann und van der | Heyden in Frankfurt a. M , die al» Spec alität in Ver­bindung mit ihrem Atelier tn Carrara künstlerisch ausgeführte Friedhofsarbeiten für in- und ausländische Friedhöfe anfertigt.

* Berlin, 28. September. W:e bimVorwärts" an» Eastbourne telegraphier wird, ist gestern die Asche von Friedrich Engel» ins Meer versenkt worden.

Köln. 27. September. An der AuSgangSftation der Köln Frechener Localbahn ist ein Familtenvater überfallen und ermordet worden. Die durch Mefferstiche verstüm­melte Leiche wurde gestern aufgefunden.

* Lochum, 27. September. In dem benachbarten Herne wurde heute Morgen ein Zechenarbeiter auf offener Straße ermordet. Der Thäter ist entkommen.

Leipzig, 28. September. Die Ausstellung der verschiedenen Beleuchtung»shsteme in Gestalt der verschiedenartigsten Leuchtkörperconstructionen, welche im Zu­sammenhang mit der dauernden Gewerbeau-ftellung diesen Winter in Leipzig zur Ausführung kommt, tft für die Aus­steller sehr günstig, weil wenig Platzmiethe verlangt wird und außerdem Seitens der Ausstellungsleitung die Hälfte der Kosten für die betriebsfähig ausgestellten Beleuchtungskörper übernommen wird.

* Bautzen, 27. September. Wegen Muttermordes hatte sich gestern die 33jährige Ehefrau Agnes Bräuer vor dem hiesigen Schwurgericht zu verantworten. Die Angeklagte hatte im Februar ihrer Mutter Gift mit der Butter aufs Brot gestrichen, was den Tod der alten Frau zur Folge hatte. Die Bräuer, welche erst vor Kurze« wieder geheirathet hatte, hat den Mord deswegen begangen, weil sie der Meinung war, ihre Mutter stifte Unfrieden zwischen ihr und ihrem Manne. Da die Geschworenen ver­neinten, daß die Angeklagte mit Ueberlegung gehandelt habe, wurde sie wegen TodtschlagS zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt.

Hamburg, 27 September. Jn BolkerSdorf wurden zwei in einer Bcrghöhle spielende K'nder durch den Einsturz der oberen Erdschichte verschüttet. Eins von den Kindern wurde wieder in» Leben zurückgerusen, da» andere ist tobt.

Kehl, 27. September. Der Sergeant Doll de» badi­schen Pionierbataillons Nr. 14 schoß sich am 18. bi. Mts. mit seinem Dienstgewehr eine Kugel burch den Kops- kurz nach seiner Verbringung tn» Straßburger Garnisonlazareth verstarb er. Al» Motiv wird unglückliche Liebe angegeben. Die Durchschlagskraft des 8 Millimeter-Gewehre» zeigte sich auch hier wieder geradezu unheimlich. Außer dem Kopf de» SrlbstmötdelS durchschlug die Kugel noch zwei Stubenbecken, in der zweiten Stube men Holzstuhl, und erst durch das Aufschlagen auf einen eisernen D Träger im dritten Plafond wurde sie plattgebrückt.

Vorschlag zur Gute. Student (der sich von einem Herrn fuhrt glaubt):Mein Herr, ick wünfche mit Ihnen zu hängen." - Herr:Hären Se, könnten Se das nicht bester all eene besorgen?"

Citaratnr «nd Xttnft.

Universum", Illustrierte Familien)eitschrist, Heft 28 Stlußhen bei N.Jadraang«). (Verlag de« Universum, Tre-ben). Da» un» vorliegende Heft bringt den «chluh bes Romans .. tot tot Hubertus", und wir können un» nicht versagen, der Verlagshand­lung unsere Anerkennung auizudrücken, daß sie un» mit diesem aus«

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