Ausgabe 
1.9.1895 Erstes Blatt
 
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Kampfe überwältigt und nach Lowestoft geschleppt. DaS Vor- kowmniß macht großes Aufsehen hterselbst.

Paris, 30. August. AuS Nancy wird gemeldet, daß die Polizei in der Stadt zahlreiche anarchistische Plakate angeschlagen fand, welche Drohungen gegen den PrSfecteu enthielten. Die Untersuchung ist emgeleiret.

Pari!, 30. August. Der Geoeralrarh des Nord- deparrement» hat die Resolution abgelehnt, welche dahin grng, bei allen europäischen Ländern die militärische Dienst- zeit zu vermindern, ferner daß die französische Regierung die Initiative ergreifen solle zu einem großen Eongreß, auf welchem theilweise Abrüstung beschlossen werden solle.

Sofia, 30. August. Ein Theil der Stadt ist ntUi* tärisch abgesperrt. Die Polizei durchsucht die Häuser nach Bomben und Dynamit.

Tarnopol, 30. August. Im Laufe des gestrigen Tages sind zwei neue Erkrankungen an Cholera vorgekommeu, von denen eine tödtlich verlief. Unter den bisher Erkrankten befinden sich sieben Frauen. Bier von denselben starben.

Gieße», den 31. August 1896.

Ihre Rgl. Hoheiten der Großherzog und die Kroß- Herzogin werden am SamStag den 21. September die hiesige landwirthschaftliche Ausstellung besuchen. ES ist das erste Mal, daß Ihre Kgl. Hoheit die Großherzogin nach Oberhessen kommt, we-halb der Empfang deS Großherzog­lichen PaareS in Gießen sich wahrscheinlich besonders feierlich gestalten wird.

X X Laudwirthschaftlicher vezirkSverein Gießen. Unter dem Vorsitz deS Herrn RegieruvgsrathS a. D. Jost fand gestern aufLonyS Bierkeller" eine Generalversammlung deS Land- wirthschafrlichen BezirkSveretns Gießen statt. Erster Gegen­stand der Tagesordnung war ein Vortrag des Herrn Prof. Dr. Pflug hier über Tubercultn-Jmpfung. Im An­schluß an einen bereits früher gehaltenen Vortrag über Perl­sucht oder Tuberculose des Rindviehs legte Herr Prof. Pflug dar, daß diese Krankheit deS Viehs in ihren Anfängen gar nicht, im fortgeschrittenen Stadium sehr schwer zu erkennen sei- erst wenn daS Vieh geschlachtet, habe man Gewißheit er* langen können, ob eS tuberculöS sei oder nicht. Die Tuberculose deS Rindviehs ist erblich und ansteckend, sie verbreitet sich über die Nachkommenschaft und tritt deshalb immer häufiger auf; sie wurde bei Kälbern gefunden, die während oder nach der Geburt eingingen, also noch keine Nahrung zu sich ge­nommen; die Ansteckung erfolgt durch Zusammenstehen kranken VieheS mit gesundem, und geht nicht nur auf Rindvieh, sondern auch auf Pferde, Ziegen, Schweine, auf letztere gar nicht so selten, über; auch hierin liege die Ursache ihrer starken Verbreitung und deS sich auf Millionen belaufenden Schadens, den die Viehzüchter erleiden. Wenn die Tuberculose erkenn« bar wäre, so könnte daS damit behaftete Vieh von der Nach­zucht auSgeschieden werden. Aber auch auf Menschen ist die Dieh-Tuberculose übertragbar, die Lungenschwindsucht, der alljährlich Taufende von Menschen zum Opfer fallen, würde mit bekämpft werden, wenn gelänge, die Tuberculose beim Vieh rechtzeitig zu constatiren. Herr Prof. Pflug ging hierauf auf das von Prof. Koch vor einigen Jahren entdeckte Tuberculin über, mit dessen Anwendung mau in den Stand gesetzt wurde, das Vorhandensein von Perlsucht zu entdecken. Die Heilung deS Menschen, die man mit dem Stoffe erhoffte, wurde damit nicht erreicht; aber die Thterärzte fanden bei der Einspritzung deS Tuberculins unter die Haut der Thtere, daß Veränderungen in der Körperwärme (Fieber) ebitrat, wenn das betreffende Thier an Tuberculose litt und somit war daS Mittel gefunden, mittelst welchem man baß Vorhandensein der Tuberculose feststellen konnte. Allerdings tritt die Reaction nach der Impfung nicht bei allen tuberculösen Thieren ein, aber nach angestellten Ermittelungen ist in 96 von 100 Fällen die Diagnose auf Tuberculose richtig gewesen, wenn die Thtere auf die Impfung reagirten. Herr Professor Pflug empfahl die Tuberculin Impfung besonders bei neu angekauften Thieren auSzuführen, noch entgegenstehende Schwierigkeiten würden mit der Zeit verschwinden. Besonders aber sei zu empfehlen die Bullentmpfung, weil durch die Bullen die Krankheit auf viele Mutterthiere und die Nachkommen über­tragen würde, eS müßte in die Körordnung eine Bestimmung ausgenommen werden, daß alle Bullen erst geimpft werden, ehe sie zur Nachzucht zugelassen werden; weiter sei die Impfung notwendig bei Milchvieh, welches in Molkereien und Milchcuranstalten gehalten würden, weil hier bte Gefahr der Uebertragung der Tuberculose auf den Menschen bestehe; eine allgemeine Impfung deS Viehs würde zahlreiche Vieh« procesie verhindern, da letztere erfahrungsgemäß am meisten aus Viehkrankheiten entstehen. Was die Menge deS Tuberculins betreffe, die auf das Stück Vieh komme, so ge« nügten bei Jungvieh 0,2 bis 0,3 Eubikcentimeter, bei Kühen und Ochsen 3 btS 4, bei Bullen 4 bis 5, bei Schweinen 0,25 Eubikcentimeter; zu vermischen sei daS Tuberculin vor der Einspritzung mit der neunfachen Menge carbolistrten WasserS, die Einspritzung solle an der Schulter vorgenommen werden; die Messung der Körperwärme geschehe durch Ein* führung eines Thermometers in den After des ThierS, daS Messen der Wärme müsse in den ersten 6 Stunden alle 2 Stunden, in den folgenden 18 Stunden jede Stunde vor­genommen werden, am stärksten tritt die Reaction gewöhnlich zwischen der 12. und 24. Stunde nach der Impfung auf. Wenn die gewöhnliche Körpertemperatur von 38 bis 38,5 Celsius steigt auf 39,5, so hat daß Thier reagirt und kann Vorhandensein der Tuberculose angenommen werden, auch niedere Steigerung der Körperwärme läßt auf Tubercu- lose schließen; veraltete Tuberculose dagegen bringe keine Reaction hervor, ist aber auch vorgekommen, daß reagirende Thtere getödtet, aber nicht tuberculöS befunden wurden, hier hatte die Reaction andere Krankheitsursachen. Einen nachtheiligen Einfluß auf Milchertrag und Trächtigkeit der

Thiere hat die Tuberculin-Impfung nicht, sie schützt auch nicht vor Krankheilen wie die Pockenimpfung, aber sie läßt die Erkennung vorhandener Krankheiten zu; die Impfung ist deshalb wiederholt zur Anwendung zu bringen. Untersuchungen haben ergeben, daß z. B. von 523 geimpften Riadern 256 reagirten, 267 nicht; von den reagirenden Rindern waren 20 nicht tuberculöS, von den nicht reagirenden 15 tuberculöS. Herr Prof. Pflug führte auch eine Reihe von Beispielen an, auS denen heroorging, daß die Reaction b S auf eine verschwindende Anzahl von Ausnahmefällen daS Vorhandeuseiu von Tuberculin bestätigte. Die Kosten der Impfung berechnen sich auf ungefähr 10 Mk. per Stück Vieh. Herr Prof. Pflug gab am Schlüsse des Vortrages dem Wunsche Ausdruck, daß Seitens des Staates der Tuberculin* Impfung pecuniar Vorschub geleistet werden möchte; in Dänemark z. B. würden jährlich 50,000 Kronen hierfür aufgewendet. Geimpfte Thiere sollten durch Hornbrand kenntlich gemacht werden, ob sie reagirten oder nicht, dem Besitzer derselben ein Zeugniß über die Impfung und den Ausfall derselben eiugehäadigt werden. Nach dem Vortrag fand eine anregende Besprechung über den Gegenstand statt; u. A. stellte der Vorsitzende in Aussicht, daß bei beabsichtigter Impfung der Gemeindebullen der Bezirksverein' etwa die Hälfte der Kosten übernehmen könne. Herr RegieruogS* rath Jost beantragte weiter, daß der VezirkSverein daß Großh. Ministerium bitten möge, die Körcommifsionen an­zuweisen, nur solche Bullen anzukören, die mit Tuberculin geimpft seien. Der Antrag wurde zum Beschluß erhoben. Zu Punkt 2 der Tagesordnung: Landesausstellung in Gießen, lag ein Vorschlag deS Ausschusses vor, nach welchem den Besitzern von Vieh, welches weder prämiirt noch angekauft worden, die Kosten deS Bahn-TranSporteS ihres Viehes ganz, diejenigen des WegetranSporteS zum Theil aus Vereinsmitteln vergütet werden sollen, der­artig, daß pro Kilometer festzusetzen seien: für Bullen 30 Pfg., für Kühe 20 Pfg., für Schweine 20 Pfg., für Ziegen und Schafe 10 Pfg. per Stück. Er wurde indeß, nachdem von Herrn Provinzial-Director Frhrn. v. Gagern festgeftellt worden, daß bei diesem Modus die Kosten die zur Ver­fügung stehenden Mittel weit überschreiten würden, auf dessen Antrag beschlossen, Minimal* und Maximalvergütung eintreten zu lassen, derart daß bewilligt werden: für Bullen unter 1 Stunde Weg 3 Mk., von 13 Stunden 4 Mk., über 3 Stunden 5 Mk., für Kühe, Rinder und Schweine soll je die Hälfte dieser Sätze, für Schafe und Ziegen ein Dritttheil vergütet werden. Betreffs der Bewilli­gung von Preisen aus Vereinsmitteln wurde zunächst beschlossen, daß alle Aussteller sich um dieselben bewerben können. Wetter wurde die Aussetzung folgender Preise be­schlossen: Ein Ehrenpreis von 100 Mk. für die beste und vielseitigste Eollection auf dem Gebiet deS Pflanzenbaues, zwei Preise A 50 Mk. für Vogelsberger, ein Preis von 50 Mk. für Simmenthaler Rindvieh, zwei Preise A 20 Mk. für Schweine, drei Preise a 20 Mk. für Ziegen, zwei Preise A 10 und 15 Mk. für Schafe, zwei Preise A 30 Mk. für Pferde. Die Vereinßrechnung für 1894/95, welche an Einnahmen Mk. 7618.31, an Ausgaben Mk. 7325.22 aufweist, wurde genehmigt, desgleichen der Voranschlag für 1895/96, welcher sich auSgletcht mit Mk. 3371.59. Die seitherigen A sch ußmitg lie d er wurden wieder gewählt, Herr KreiSamtmann Dr. Melior zum EhrenauSschußmitglied ernannt. Für einen in Kletnltnden wohnhaften Schüler )eS ObstbaucursuS wurden nachträglich 70 Mk. Subvention bewilligt, der Antrag der Gemeinde Alten-Buseck auf Be­willigung einer Subvention von 50 Mk. als Bethülfe zur Anschaffung eines Bullen abgelehnt, da diese Gemeinde nicht ür bedürftig erachtet wurde.

** Spruchliste für die am 30. September beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen: 1. Johannes Konrad Fischer in Kaichen. 2. Hermann Karl Schmidt in Romrod. 3. Konrad Weppler II. in Zell. 4. Georg Konrad Kromm in Schotten. 5. Johannes Müller Hl. n Kirchgöns. 6. Ferdinand Lauckert in Staden. 7. Dr. Karl !kempf in Gießen. 8. Friedrich Habenicht in Gießen. 9. Wilhelm Bausch I. in Nteder-Wöllstadt. 10. Heinrich Mondigler in Friedberg. 11. Johann Heinrich Küchel in Butzbach. 12. Jakob Daniel Dietz in Büdesheim. 13. Hermann i^odj in Stockheim. 14. Johannes Sparwasser II. von Langen* !>ergheim. 15. Leonhard Ströbel in Vilbel. 16. Karl Hahn in Hof-Thiergarten. 17. Ludwig Hanner in Büdingen. 18. Karl Geiß in Klein-Felda. 19. Konrad Wagner in Kirch-Gönß. 20. Georg Sartorius in Merlau. 21. Andreas Üeller in Gießen. 22. Heinrich Wilhelm Lenz ll. in Effolder­bach. 23. Heinrich Roth II. in Nidda. 24. Johann Valentin Karl Guth in Vilbel. 25. Johannes Steuernagel II. in Rainrod bei Alsfeld. 26. Balthaser Christian Schaub in Büdesheim. 27. Arnold von Jungenfeld in Gießen. 28. Andreas Schäfer III. in Bernßhausen. 29. Heinrich Kunkel II. in Burkhards. 30. Ernst Ludwig Philipp Netsel in Fauerbach bet Friedberg. Die Verhandlungen finden unter Vorsitz deS Herrn LandgerichtSrath Jung statt.

** Zur Sedaufeier! In sammtlichen Staatsbetrieben deß GroßherzogthumS wird am Sedantage den Kriegsveteranen von 1870 der ganze Tag, allen übrigen Bediensteten der Nachmittag ohne Verkürzung des Arbeitslohnes fretgegeben.

** Sedaufeier. Der Bedeutung dieser Jubelfeier ent- prechend wird die Einwohnerschaft Gießens durch eine all­gemeine Beflaggung Gießens schon am morgenden Sonntag Ausdruck geben. Zum heute Abend ftattfindenden Fackelzug versammeln sich die Vereine bis um 8 Uhr auf dem Brandplatz bei der RestaurationZur Bavaria." DaS Freudenfeuer wird auch in den umliegenden Ortschaften gut beobachtet werden können, besonders aber von den höher gelegenen Punkten der Umgebung der Stadt, so der TextorS Terrasse, Germania rc.

* Sin Zigenuer «oncen wird unS nächsten Mittwoch Abcnd im Saale deS Eaf6 Leib geboten, woselbst baß österr.« ungarische Damen* und Herren-Orchester Rakoczi concertirt.

Die Borträge sind auS vocalen und instrumentalen zusammen­gesetzt und eS gelangen aucb einige Tänze zur Aufführung. In derDüsseldorfer Zeitung" lesen wir über ein Eoncert dieser Capelle:Bei ausverkauftem Hause fand daS an­gekündigte Rational Eoncert des österreich-ungarischen Damen- und Herren Orchesters statt. Die National Gesänge und Tänze sowie die gewählten Mufikpiecen fanden allgemeinen Beifall. DaS Orchester leistet auch nur Vorzügliches und verfügt über ganz vorzügliche Kräfte, sowohl in Gesang und Tanz, wie auf Violine, Cimbal re. DaS Eigenartigste von allem wurde Überboten durch Aufführung des originellen, in allen größeren Städten bewunderten Serpentin-TanzeS. Es ist auch in der That Sensation erregend, wenn man, in den dunklen Zuschauerraum versetzt, die prachtvollen Lichteffecte, sowie die Verwandlungen, die bei dem Serpentin-Tanz zur Aufführung gelangten, bewundern kann. Mil Recht wurde den originellen Darbietungen ungetheiiter Be fall gezollt." dürfte also wohl ein Besuch diescß Concerteß zu em­pfehlen sein.

** Diebstahl. Ein hiesiger Dachdeckergehülfe wurde wegen Diebstahls verhaftet. Derselbe hatte an einem Hause Dachreparaturen vorgenommen und hatte einen goldenen Ring, eine goldene Borstecknadel und einiges Baargeld auß einer Mansardenstube gestohlen.

*e Verhaftet wurde ein 77jähriger^Mann wegen Ver­gehens gegen § 183 d. R.-Str.G.

* Die von den Inhabern der KriegSdenkmuaze m 1870/71 zu tragenden Spangen mit den Namen der Schlachten, an welchen der Veteran theilgenommen hat, sollen, nach einer soeben im Reichsanzeiger abgedruckten amtlichen Bekannt­machung, wie folgt getragen werden:

I WÖRTH

Die Spangen sind auß vergoldetem Messing oder ver­goldeter Bronze herzustellen.

Der Rand und die Inschrift find glatt und polirt, die Buchstaben erhaben, der Grund matt.

Die Inschrift ist erforderlichen Falles unter Ver­kleinerung der Buchstaben in einer Zeile zu fertigen und hat sich auf den Namen deß O'teö zu beschränken, an de» die Schlacht stattgefunden hat bezw. gegen den die Belagerung gerichtet war. Ausgenommen find die Spangen für bte Schlachten an ber Hallue unb an ber Lisaine. Auf diesen hat bie Inschrift zu lauten:

AN DER HALLUE AN DER LISAINE

Die Befestigung auf bem Bande erfolgt mittelst Schiebers oder zweier in der Nähe der Ränder angelötheteu, uwzu* biegenden Nadeln. Die Spangen werden an dem Bande so befestigt, daß fie wagerecht liegen.

Nach der Wlllenßmeinung deß Kaisers sind für die Be* rechtigung zur Anlegung der einzelnen Spangen maßgebend die durch den Großen Generalstab in dem amtlichen Gefechts­kalender hinsichtlich der Thetlnahme der Truppentheile an den Schlachten und Belagerungen getroffenen Feststellungen. Wenn nach diesen ein Truppenkheil usw. an einer Schlacht bezw. Belagerung nicht theilgenommen hat, darf von den damaligen Angehörigen dieses TruppentheileS Die entsprechende Spange nicht angelegt werden. Betreffs derjenigen Schlachten und Belagerungen, welche dem Truppentheil nach den er­wähnten Feststellungen rechnen, erfolgt die Anlegung der Spangen nach den Vermerken in den Personal- und Em* lassungspapieren.

* Der Getreidemarkt. Bericht vom 23. bis 30. August. In Erwartung größerer Ernteausfälle haben die Getreide- speculanten aller Länder seit dem Frühjahr große Ankäufe russischen und amerikanischen Weizens und Roggens voll­zogen und drücken nun die gewaltigen Vorräthe, unterstützt von den dreisten Unterbietungen der jetzt im Oberwasser schwimmenden Baiffespeculanten, fortwährend die Presse, zumal die Ernte meistens gut eingebracht wurde, und auch schon viel neues Getreide auf den Markt gelangte. Unter diesen Umständen scheint eS rathsam, daß die Landwirthe und Händler mit ihren Angeboten zurück- halten. In Berlin und Leipzig wurden gekauft: Roggen per 20 Gentner für 110 biß 115 Mark, Weizen 132 bis 144 Mk., Gerste 154 bis 156 Mk., Hafer 120 bis 152 Mk.

Mainz, 30. August. Der Firma Jo h. Schlitz in Mainz ist zu dem von der Stadt EmS in großem Style geplanten SedanSfeste bei starker Concurrenz die Lieferung fämmtlicher Weine übertragen worden.

Scbiff$nad?rid?tem

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl LooS und 3- M. Schulhof.

Bremen, 30.August. [93er transatlantischen Telegraph«! Der Postdampser Braunschweig, Eapilän Menh, vom Nordd. Lloyb in Bremen, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Newyoil angekommen.

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>« Stadt ew*.

Avfgedoee.

August: 27. Franz Hugo Sitttg, Kaufmann zu Balduiristew. mit Amalie Emilie Bertha Siltig zu Allstedt. 29. Zoh». DaM«. Laglöhner zu Steinbach, mit Maria Elisabeth Luise, geb. 1Xa\. §""we von Dreher Wilhelm Schad dahier. 29. Bernhard Ialw» Karl Sellheim, Kaufmann dahier, mit Luise Henriette Caroline Emma Stammler Hierselbst. 29. Friedrich August Oswald SchrSber, Kupferschmied zu Monttgny, mit Katharine Helene Heller zu Gießen. 29. Jacob Marx, Kaufmann zu Alzey, mit Minna Bär hterselbst. 30. Eugen Theodor Alexander Becker, Premterlieutenant dahier, mit Auguste Therese Fernande Deubel zu Wiesbaden.

Wtzas ch i UtuMfen

August: 29. Johann Friedrich «ramm, Garnifon-Audstenr 1® Thorn, mit Anna Georgine Auguste Elisabeth Bergen hier selbst. A). Ludwig August Rinn, Lackirer dahier, mit Katharine Christine Elisabethe Lotz Hierselbst.