1894
Dienstag de« 27. Februar
Zweites Blatt
Nr. 48
hat,
Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren.
Hratisöeikage: Hießener Aamilienökätter
Feuilleton
von
1661
Dieser junge Herr
erinnern, daß die Pferde durchgingen.
ttgung,
einhändigte.
(Fortsetzung folgt.)
lewelmt An,eigen zu Wr «a<$writtee« für b<e felgmbm log erscheinenden Nummer bi« vor». 10 Uhr.
sich daß
vierteljäbriger Jll»nnrmeiil«FTeUi L Mark 90 Pfg. mit vringerlohn.
Durch die Pott btjojm 8 Mark 50 Pf,.
«edaciion. LspebittE und Druckern:
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Ferssprecher 51.
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Die Gießener P«»ikie»ßttlier werden dem Anzeiger «SchenUich dreimal btigdrgt.
Der chietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Airsnahme de« Montag«
dannen.
„Nun, Onkel/' stieß Georg freudestrahlend hervor, als daS Gefährt außer Hörweite befand, „bezweifelst Du noch,
Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Auslande« nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegnt
„Ich heiße Harwegk," lachte er ausgelassen, „und wohne beim Schuldirector Burwig, den ganz Berlin kennt."
„Ich danke Ihnen," versetzte daS Mädchen ernst. „Darf ich die Herren zum Mitsahren einladen?" wandte sie sich an den Director Burwig, der noch immer im Wagen saß.
„Danke, danke, mein liebes Kind," antwortete der alte Herr, indem er den Schlag öffnete und auSstieg
„Nun, denn auf Wiedersehen!"
Das junge Mädchen gab dem Kutscher einen Wink, die Pferde zogen an und in schneller Gangart rollte der Wagen
dort," fuhr er fort, indem er auf Georg zeigte, der neben dem Wagen einherging, „hat die Thiere mit eigener Lebensgefahr zum Stehen gebracht, Sie vor sicherem Verderben bewahrt."
„Ach, jetzt erinnere ich mich," fuhr das Mädchen lebhaft auf. Mit der Sicherheit einer vollkommenen Weltdame fuhr es zu Georg gekehrt fort: „Ich bin Ihnen zu großem Dank verpflichtet, mein Herr. Darf ich um Ihren Namen und Ihre Wohnung bitten?"'
lieber des Angeredeten Gesicht flog ein übermüthiges Lächeln, als er die 'förmliche Ausdrucksweise und daS selbstbewußte Benehmen deS kleinen Dings im Wagen bemerkte.
der Ich 1838 untr 5 M.fitn Mark 'ässe verbundenen
Mademoiselle," versetzte der Kutscher, „werden sich
Zwei Feinde.
Von Theo Seelmann.
(1. Fortsetzung.)
Mit den Händen an dem Zaumwerk geklammert, wurde Georg von den schnaubenden Rosien fortgeschleppt. Mit Aus» gebot aller seiner Kräfte suchte der Jüngling immer wieder festen Fuß zu fasien, aber unwiderstehlich wurde er vorwärts geschleudert. Er wußte es, keine zehn Schritte waren die Sandgruben mehr entfernt- gelang es ihm jetzt nicht, die Pferde zum Stehen zu bringen, so lag er in der nächsten Minute mit dem Gefährt zerschmettert in der Tiefe. Noch einmal raffte er alle seine Kraft zusammen. Er sühlte einen Moment den Boden unter seinen Füßen und blitzschnell reckte er sich empor und stieß die Köpse der Pferde mit verzweifelter Anstrengung in die Höhe. Hochauf bäumten sich die Thiere, der Wagen krachte und ächzte — und schweißbedeckt, an allen Fibern zitternd, standen die Rappen.
Einen Fuß weiter und der Wagen wäre in den haus- hohen Abgrund gestürzt.
Onkel Burwig kam, so schnell ihn seine alten Beine tragen konnten, über den Sturzacker geeilt. Während Georg immer noch die stampfenden Pferde beruhigte, war sein erster Gedanke, dem Jnsasien der Kutsche Hilfe angedeihen zu lassen. Auf dem Polster des Rücksitze- lag besinnungslos ein etwa zwölfjähriges Mädchen. Die kostbare Kleidung und ein Herr- sicher Zug, der sich auch trotz der Ohnmacht in dem scharf geschnittenen bräunlichen Gesicht, daS dunkle Locken umrahmten, auSprägte, ließen erkennen, daß das Mädchen vornehmer Herkunft war. Onkel Burwig hatte den Kopf der Ohnmächtigen an seine Brust gelehnt und horchte ausmerksam auf die leisen Athemzüge.
„WaS sangen wir nun an?" frug er Georg unschlüssig, der an den Schlag getreten war und seine Bemühungen, die Besinnungslose zu erwecken, gespannt verfolgte.
„Da wird unS weiter nichts übrig bleiben, als mit dem Wagen nach Berlin zu fahren," entgegnete der Gefragte kurz. „Und ich," fuhr er fort, „werde den Kutscher spielen."
Schnell schwang er sich auf den Bock, wendete daS Gefährt und lenkte cS auf die Chaussee zu. Der Wagen hatte
ich Muth habe?"
„Nein, Georg," entgegnete der Gefragte warm, „Muth hast Du, vielleicht bekommst Du auch noch die Kraft."
In lebhafter Unterhaltung über daS erlebte Ereigniß schritten die beiden Wanderer der Hauptstadt zu.
Der folgende Tag war ein Sonntag. Georg hatte eben seine FeiertagStoilette beendet, als in sein einfaches Studier- stübchen ein reich gallonirter Diener trat, der ihm ein duf- tendes Briefchen überreichte. ES war eine Einladung, durch die ihn die Comtesie d'Orbillon im Namen ihrer Nichte Clemence d'Heurville auf die dritte Stunde des Nachmittags nach dem königlichen Schlosse bat. Nach der Durchsicht de« Schreibens eilte Georg sofort in baß Arbeitszimmer de« Directors, der ebenso wie sein Neffe über die Einladung erstaunt war. Georg- anfängliche Absicht war, dem Diener kurzweg eine abschlägige Antwort zu ertheilen, denn in seine« leicht beweglichen Gemüth hatte sich seit der ersten Begegnung mit der kleinen Comteffe eine vollkommene Wandlung vollzogen. Zuerst noch voller Freude über die gelungene Rettung, hatte er sich allmälig auf dem Heimwege immer mehr in eine gereizte Stimmung über da- herrische und kühle Wesen der jungen Französin hineingeredet und zuletzt seinem Groll in dem Bedauern Luft gemacht, einer Angehörigen de- feindlichen Volkes überhaupt einen so schwerwiegenden Dienst erwiesen zu haben. Nur nach langer Unterredung gelang e« daher erst dem Onkel, ihn zur Annahme der Einladung zu bewegen, so daß er dem Diener einige zusagende Zeilen
eben die Kiesernschonung erreicht, als um sie mit allen Zeichen höchster Angst ein Mann in herrschaftlicher Livrü stürmte. Der Kutscher konnte sich, al- ihm Onkel Burwig die muthige That Georg- mitgethrilt hatte, nicht genug in DankeSworten gegen den jungen Mann ergehen. An der Landstraße, so erzählte er, hätten Holzhauer einen Baum gefällt, der in demselben Moment zu Boden gestürzt wäre, als das Gespann vorübergefahren sei. Dadurch seien die Pferde auf das Aeußerste erschreckt worden und hätten so hestig angezogen, daß ihm die Zügel entglitten waren. In wilder Flucht seien die Thiere dahingejagt, bis er durch einen Anprall gegen einen Prellstein vom Sitz geschleudert worden wäre.
„Und wer ist denn die junge Dame," fragte Onkel Burwig den Kutscher, der inzwischen seinen Sitz eingenommen hatte, „die ich hier im Schooße halte?"
„ES ist die Tochter eines französischen MajorS, der zum Stabe deS Kaisers Napoleon gehört. Das junge Mädchen wohnt mit ihrer Begleiterin im königlichen Schloß. Ich selbst," schloß der Kutscher, „gehöre zum königlichen Marstall und hatte heute den Befehl erhalten, die junge Dame auS- zufahren."
„Und wie heißt sie?"
„Comteffe de Heurville."
Die Nennung ihres NamenS mußte die Schläferin aus ihrer Bewußtlosigkeit erweckt haben, denn sie schlug fragend die großen dunklen Augen auf.
„Wo bin ich?" fragte sie unsicher, indem sie sich den Armen Onkel BurwigS entwand und auf daS Polster setzte. „Wo bin ich?" wiederholte sie gebrochen und mit fremd-
। ländischem Accent.
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~ v . , j Flur 38 Nr. 56,s - 4083 qm Wiese da-
Holzversteigerung ’8tat 45 _ 360 Met am
in im Wnlbungrii btt Stadt sch. freiwillig meistbietend versteigert werden.
In der Forstwartei Vorderwald Districlen Fichtenkopf, Riedkvpfe und Kronau werden versteigert:
Donnerstag den 1. März, Vormittags 10 Uhr,
15 Fichten-Stämme — 3,50 fm, 218 „ Derbstangen—11,41km,
5418 „ Reisslängen — 52,88 km,
Freitag den 2. März,
Vormittags 10 Uhr,
1,5 rm Eichen-Nutzscheiter,
11 rm Eichen-, Nadel- und Weich- Holz-Knüppel,
12400 Wellen Buchen-Reisig,
1550 „ Eichen-Reisig,
2110 „ Nadel- „
1580 „ Weichholz.Reisig,
88 rm Fichte Aststreu,
80 „ Eichen- u. Nadel-Stöcke.
Zusammenkunft jedesmal Vormittags 10 Uhr am Hattenröder Vicinal- «eg am Pflanzgarten.
Lich, 20. Februar 1894.
Croßh. Bürgermeisterei Lich.
___________Walz.________1509
Mittwoch, 28. Februar,
NochmittagS 2*/i Uhr,
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Karl Jnghardt zweiter und Christian Jughardt vierter von Gießen gemeinschaftlich gehörigen Immobilien :
Flur 38 Nr. 65,6 — 605 qm Hofraithe tm Wallpforter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wiesen,
Gießen, 21. Februar 1894.
Großh. Ortsgericht Gießen I. A.: Bogt. 1528
Versteigerung |
der zum Nachlaß der Frau Geheimen Medicinalrath Phvbus gehörigen Mobilien.
Simtag den 27. Februar,
Nachmittags 2 Uhr,
werden Löberstraße 4 die zu diesem Nachlaß gehörigen Küchengeräthe, Porzellqn,Weißzeug, Kleider, Kisten, Koffer, Gehölz, Kartoffeln, zwei Waschbüttchen, ein Küchenschrank u. s. w. und Mittwoch den 28. Februar, Nachmittags 2 Uhr
die Möbel, als: Tische, Stühle, Sophas, Spiegel, zwei Glasschränke, Kleiderschränke, ein Schrank mit Schiebladen für Sammlungen,Nachttische, Waschtische^ 1 Nähtisch u. f. w., alles in Eichen- Holz, sowie Gold- u.Silbersachen, Bilder, ein großer Teppich, . ein weißseidener Chawl, ferner «Bücher: Goethe, Schiller, ' Wieland, etwa 40 Bde.Garten- lanbe u. s. w. versteigert.
1591 F. Hoffmann.
(yandersheimer Sanitätskäse.
______[34]___________________
Corsetten ;
in allen fia?onö, gut sitzend, empfehle in großer Auswahl. Gleichzeitig mache auf eine Parthie zurück- gesetzte aufmerksam^ verkaufe solche, um damit zu räumen, ganz unter Preis.
$ H. Fuhr, Sonnenstr. 25.
Parkei-Böden buchen und eichen, liefert und legt stets in bekannter Güte [716
Job» Lenz,
Schreinerei und Holzhandlung.
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Herren- und Kinder- r Wäsche liefert in grdteg. Ausführung am besten und billigsten k Fritz Nowack^ ÄL Wäsche, Fabrik.
tzahntalk-Industrie
Aug Gabriel jr. in Gießen
TklephonanschlW 84 und 88. Bahnanschluß Abendstern bei Kinzenbach «Metzen.
Sommer- und Winter Ningofenbetrieb. Große Production von Prima Marmor- (Weiß-) und hydraulischem Grauftückkalt. Dampfbetrieb. Fabrikation von la. gemahlenem Sackkalk und Cementkalk (Verputzkalk). I834
Hartgebrannte Russensteine (Ktinker-Ringosensteine).
Die Verwendung der von der Airma jLahnkalk-Industrie Aug. Gabriel jr. in Giessen hergestellt.n Baumaterialien — Marmor- (Weiss-, Fett ) Stuckkalk, Graustnckkalk, gemahlener Graukalk und gemahlener Cementkalk (Verputr kalk) kann zur Bereitung von Mörtel und zur Herstellung von Verputzmassen, wobei auf die hervorragend guten Eigenschaften de« Cementtalkes (VerputzkalkeS) besonders hingewiese« sei, «nfererseit« allen Interessenten warm empfohlen werden.
Großh. chemischePrüsungS^u Auskunsts-Station für die Gewerbe.
The Imperial - Wine - Company
C Rühlmann & Co., Köln.
Erste« EpeeialgeschLft in Portwein, Sherry, Madeira, Malaga, Marsala, Vermouth, Bordeaux, Tokayer etc.
Verkauf »u Originalpreisen und Niederlage in «teßen bei
E________________A. & G. Wallenfels.
Brauer - Akademie zu Worms.
Beginn de« Lommee-Cursus am 1. Mai.
Programm unb Unterricht»plan zu erhalten durch die Direktion 1023 Dr. Schneider.


