Ausgabe 
25.11.1894 Drittes Blatt
 
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Hell empor die Hoffnung schwebt Und das HimmelSkind, der Glaube, Und die ewige Liebe spricht: Kind deS VaterS, ztttre nicht!"

Wenn dieser Glaube in uns lebt, wächst, bleibt, dann Menen wir getrost Todtenfest feiern. Gott gebe es!

Deutsches Reich.

Darmstadt, 23. November. Wie wir aus Peters­burg hören, beabsichtigen Seine Königliche Hoheit der Sroßherzog nächsten Dienstag von dort abzuretsen, so daß der Ankunft Allerhöckstdesselben in Darmstadt am Don­nerstag Abend entgegenzusehen sein dürfte. Darmst. Ztg.

Berlin, 23. November. Herr v. Hämmerst ein- Loxten, der neue preußische LandwirthschastSminister, hat in Hannover auf einem Abschiedsbanket, das ihm der Canal­verein für Niedersachsen und der Ausschuß zur des Rhein-Weser-Elbe-Canals gab, eine Art P rede gehalten. In derselben wies der Min wachsende Bedeutung der Wafferstraßen in verke Hinsicht hin und knüpfte er hieran die Versicher warm für denMittelland Canal" eintreten w betonte er die Nothwendigkeit eines Zusamme, Industrie und Landwirthschaft und erinnerte an »ommenen verfehlten Versuche vom vorigen Scheidewand zwischen beiden zu errichten. Herr stein-Loxten scheint also, nach diesen seinen Er urtheilen, keineswegs gesonnen zu sein, sich lediglich zum Geschäftsführer einer einseitigen G zu machen.

eine Bergung dieser Gegenstände nicht gedacht werden konnte. Ungeheure Wassermaffen wurden von der mit großer Bravour arbeitenden Feuerwehr in das brennende Gebäude geworfen, trotzdem konnte sie nicht verhindern, daß das ganze Haus bis auf den Grund niederbrannte. Wegen der Enge der Straßen waren die anstoßenden Gebäude auf das Höchste gefährdet und nur mit übermenichlicher Anstrengung gelang es unserer Feuerwehr nach dreistündiger schwerer Arbeit, den ungeheuren Brand auf seinen Heerd zu beschränken. Der entstandene Brandschaden soll ein ganz enormer sein. Tausende von Menichen umstehen die Brandstätte, wo noch vor wenigen Stunden die schönsten Möbel zur Schau gestanden hatten.

VevMischtes.

* Ms. Kassel, 23. November. Nachspiel zum Liebesdrawa. Die Liebestragödie, welche sich am

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A Aus dem Kreise AlSfeld, 23. November, ist es nun endlich mit den landwirthschaft beiten Feierabend geworden, ein zwar mühesam Feierabend, aber doch ein befferer, als man n Dinge befürchten mußte. Der überaus milde S es ermöglicht, daß noch das meiste Stoppelfel werden konnte. Diese Umpflügung war in di um so mehr geboten, als der Ackerboden durch haften Niederschläge tennenartig zusammengeftar so daß ihm der Zutritt von Lust und Licht mehr wurde als sonst. Auch mancher Weizenacker konn zesäet werden. Für die Entwickelung der verspä faat war das milde Wetter geradezu unentbeh rin früher Winter, wie so ost in anderen Iah; getreten, dann hätte dieser Saat der größte S> xicht Vernichtung gedroht. So aber vermochte soweit zu entwickeln, daß sie überwinterungSfä Die verfloffene Nacht hat den ersten starken Fi daS Thermometer zeigte 2 Grad unter 0 m Mndvteh ist es darum nicht mehr angebracht, Feldarbeit zu verwenden, um so weniger, als Bedeckten Straßen und Wege das Fahren für V sichtlich erschweren.

nn. Darmstadt, 23. November. Heute Naci 3 Uhr brach in den unteren Laden- und Verkc keiten der in der Elisabethenstraße belegenen, in ; Stile eingerichteten Möbelfabrik und Möbellager Alter ein verheerender Brand aus, welä Zeit sich dem ganzen Bau, in welchem sich Prächtigste ausgestatteten ca. 30 Musterzimm, ausdehnte und das ganze Gebäude in kurzer Zeit hüllte. Die in den Lagerräumen befindlichen Betten, Sophas, Teppiche, Schränke und sonstige boten dem verheerenden Element reiche Nahrum

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Adolf Verein zuwendet, die allsonntäglich in die Kirche geht, aber diese Herrschaft bringt es dabei über das Herz, ihre armen Dienstboten auf das Grausamste zu quälen, selbst aiS dieselbe schon auf dem Sterbebette lag, und das Mädchen elend verkommen zu lasten in einer Weise, daß selbst der Armenarzt, der doch an die Bilder des Elends gewöhnt ist, sich kaum fasten kann vor Entsetzen. Wir sehen hier ferner einen schroffen Gegensatz: auf der einen Seite die Heuchelei und das Pbarisäerthum, auf der andern Hartherzigkeit, Lieb­losigkeit und Rohheit. Diese Umstände waren eS auch, welche die Bewohnerschaft von Sondershausen dermaßen empörten, daß die Gensdarmen gelegentlich der Verhaftung des Gerlach- schen Ehepaares große Mühe hatten, die Angeklagten den Händen der erzürnten Menge zu entreißen. Meine Herren Geschworenen! Auch Sie sind empört Über ein so elendes, schmachvolles Verhalten, aber diese Entrüstung allein genügt noch nicht, die That der Anaeklaaten fordert auck ibre Sübne."

kenntniß mich nicht getäuscht hatte.Sie haben tigam? Warum haben Sie das nicht gleich ge| meine Frau zuerst belogen?"

Mit Verachtung und Stolz blickte sie mtd lüge nie, und wenn ich sage, daß ich keinen Brä dann habe ich auch keinen. Wo werde ich s und mich mit so was abgeben. Aber mit eine ist das ganz etwas Anderes, so Einer hat w Absichten, das ist nicht so'n unsicherer Kram al Bräutigam."

Dieser Unterschied zwischen einem Verlobte Bräutigam war mir bis zur Stunde neu, abe mich, dies offen zuzugeben, denn ich bin der man nie und nimmer eingestehen darf, daß man boten an Können und Wissen nicht ebenbürtig is

So beeilte ich mich denn nur, die Wolken Stirn zu verscheuchen:Wenn Sie heute Abei wollen, um Ihren Verlobten zu treffen, so ha das Geringste dagegen einzuwenden. Wir fit einem Ball und werden schwerlich vor zwei obt heimkehren. So lange können auch Sie meine« bleiben, es ist Ihnen doch lange genug?"

Sie machte mir einen» zierlichen Knix, s schön" und verschwand.

Eine Stunde später machte meine Frau !____....

die Gesellschaft und auch bei dieser Gelegenheit bewies Meta, daß sie wirklich eine Perle war. Sie konnte frifiren, bei dem Anziehen helfen, wußte von selbst, wo noch eine Nadel vöthig war, bewies vielen Geschmack bei dem Feststecken der Blumen und unterstützte meine Frau bei der Auswahl des Schmuckes.

Nein, gnädige Frau, diese Perlenschnur dürfen Sie nicht anlegen, sie ist für den Ball viel zu Schade, denken gnädige Frau nur mal, wenn die Kette sich bei dem Tanzen löst, auf den Boden fällt und zertreten wird?"

Entsetzlich," stöhnte meine Frau,ich würde sofort sterben."

Nun, nun," tröstete Meta wohlmeinend,so schlimm würde es wohl nicht gleich werden. Aber hier, diese goldene

all die verschiedenen Versuche, die kostspieligen und unbelohnt ge­bliebenen Experimente des Näheren erörtern. Genug, das Ziel wurde erreicht: wir haben als Letztes und wohl Vollkommenstes heut in dem Auer'schen Gasglühlicht in der That ein Licht, welches genau wie das electrtsche Licht mit vollkommener ruhiger, weißer Flamme ohne Hiheentwickelung brennt. Dazu kommt aber noch, daß bei Benutzung des Gasglühlichtbrenners durchschnittlich die Hälfte an Gaskosten gespart werden!

Selbst wo electrtsche Maschinen vorhanden sind, geht man infolge der hohen Betriebskosten vom electrischen Licht häufig auf Gasglühlicht über. Wo aber Gaseinrichtung vorhanden ist, kann man sich die Vorzüge des electrifchen Lichts leicht verschaffen, wenn man die alten Gasbrenner umwandeln läßt inGasglühlicht"! Und das läßt sich auch ein Vorzug des neuen Lichts mit ganz geringfügigen Unkosten an jedem vorhandenen Kronleuchter ober Gasarm leicht bewerkstelligen.

Man hüte sich jedoch vor minderwerthigen Nachahmungen, da 1 diese sich bald als untauglich erwiesen haben. 9463.

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in bas Zimmer:Denk Dir meine Perlen sinb ver- schwnnben sie sinb nirgends zu finden ich wage den Verdacht nicht auszusprechen, denn sie ist doch selbst eine Perle."

Gleich und gleich gesellt sich gern", entgegnete ich, nach­dem ich mich von dem ersten Schrecken erholt,nun will ich aber gleich zur Polizei gehen." Meine Bemühungen waren erfolglos und ich erfuhr nur, daß das Zeugniß, das meiner Frau Vorgelegen hatte, gefälscht war. Die Perle und mit ihr die Perlenkette waren und blieben verschwunden, letztere habe ich mit schwerem Gelbe am letzten Weihnachten erneuert aber eine Perle wieder in das Haus zu nehmen, bewegt mich keine Macht auf Erben!

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