Ausgabe 
23.10.1894 Zweites Blatt
 
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Nr. 248 Zweites Blatt. Dienstag den 23 October

1894

Der Hiehener -«zetger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Aamitienökäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt.

Gießener Anzeig er

Kenerak-Z<nzeiger.

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folgenden Lag erscheinendm I Hratisbeikage: Hießener Aamilienßkätter. I 5"'rTX"'*"'X

Amtlichem Theil.

Gießen, am 19. October 1894.

Betr.! Die Unterstützung von Familien der zu Friedens­übungen einberufenen Mannschaften.

Das GrotzheHvgliche Kreisamt Gieße»

a» die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Wir beauftragen Sie, die Gemeinde.Einnehmer an­zuweisen, die aus der Gemeindekaffe vorlagsweise gezahlten rubr. Unterstützungen innerhalb S Tagen bei der Kreis- lasse gegen Aushändigung der Empfangsbescheinigungen zu­rückzuerheben.

Es geschieht dies am einfachsten in der Weife, daß die vorgelegten Beträge^bei Gelegenheit einer, jetzt vorzunehmen­den Ablieferung des Kreiskassebeitrags in Aufrechnung ge* bracht werden; falls der letztere bereits bezahlt ist, find die Quittungen der unterstützten Mannschaften der Kreiskafse zu« zusenden, welche die Ersatzleistung durch Posteinzahlung be­wirken wird.

Sie wollen jedenfalls dafür besorgt sein, daß die Ab­rechnung dieser Vorlage bis spätestens 10. k. Mts. erfolgt ist.

o. Gagern.

Bekanntmachung.

Emil Germann zu Braunschweig bringt sog.elek­tromotorische Zahn-Halsbäudcheu und Zahnhals- perlen" zum Preise von 1 Mark und 1 Mark 50 Pfg. pro Glück in den Handel, welche dazu dienen sollen, den Kindern das Zahnen zu erleichtern.

Wir warnen daS Publikum vor dem Ankauf dieser Gegenstände, da ihnen nach einem unS vorliegenden amtlichen ärztlichen Gutachten die angebliche Eigenschaft keineswegs tnnewohnt und dieselben nur einen Werth von einigen Pfen­nigen besitzen.

Darmstadt, den 10. October 1894.

Großherzogliches Polizeiamt Darmstadt. ____________________________Fe_Y-____________________________

Decanatssynode.

Sieten, 19. October 1894.

Gestern tagte dahier die Synode deS Decanats Gießen, |u der sich 45 geistliche und weltliche Abgeordnete eingefunden hatten. Sie wurde durch einen Gottesdienst in der JohanneSkirche eröffnet, in dem Herr Pfarrer Volp aus Allendorf a. d. Lumda predigte. Die Verhandlungen fanden unter Leitung des Herrn Decan Wahl auS Hausen in dem schönen Confirmandensaal dieser Kirche statt. Wir heben daraus folgendes hervor:

Den Jahresbericht erstattete Herr Pfarrer Schlosser aus Gießen. Es möge daraus einiges, was von allgemeinem Interesse ift, hier Mittheilung finden.

An kirchlichen Festen wurden im verflossenen Jahre gefeiert: das Misfionssest in Allendorf a. d. Lumda am 20. Juni, das JahreSsest des Gießener Zwetgveretns der Gustav-Adols-Stiftung in Klein Linden am 21. Ium, locale Feste für innere Mission in Rödgen und Annerod am 30. Juli, das Jahresfest der Kleinkinderschule in Lang-Göns am 20. Auaust, ein Kirchengesangfest der Kirchengesang­vereine von Beuern, Allendorf a. d. Lumda und Londorf an letzterem Ort am 14. October und endlich das Jrhressest deS Oberhe,fischen Verein« für innere Mission zu Gießen am 31. October und 1. November.

Der Decanatsausslchuß trat zu vier Sitzungen zusammen, der neben der Vorbereitung der Decanatssynode verschtevenen kleineren Angelegenheiten, vor Allem der Piüfung der Wahlen galten

Die Zahl der Kirchenbesucher an den drei Zähllonntagen b trug 43462. Bei einer Seelenzabl von 43992 Evangelischen ergibt d.S sür jeden Sonntag ungefähr 33 Kirchenbe,ucher auf je 100 Seelen Das ist |ür eine Gegend, durch die eine große Wrltverkehrestroße zieht und zu der eine Industriestadt gehört, deren Bevölkerung nahezu die Hälfte des ganzen D-canates ausmacht, nicht gerade ungünstig zu nennen. Allerdings bewegt sich die Zahl der Gottesdienstbesuchrr in den einzelnen Gemeinden zum Theil in erheblichem Abstand von diesem Durchschnitt. Etliche Gemeinden erbeben sich weil über diesen Durchschnitt, während andere bedeutend dahinter zurückdleiden. So zählt Gießen 15 Ktrchenbesucher vom Hundert, Wieseck und Heuchel- heim 20, Beuern dagegen 85. Ein besonders stetiges Wachslhum deS Kirchenbesuchs zeigt Allendorf a. d. Lumda. Früher wurde dort viel darüber geklagt, daß d^e Gemerndeglieder ihre Erbauung auswärts suchten. Das bat jetzt gänzlich aufgehört. Auffallend ist in manchen Gemeinden tie starke Betheiligung der Schuljugend, die bann manchmal zu der weit geringer,n der Erwachsenen in keinem Ber- hältniß steht. Es legt das wohl davon Zeugniß ab, wie treu in solchen Gemeinden Schule nnd Pfarramt rare Schuldigkeit an der Jugend thun, zeigt aber andererseits in betrübender Weise wie ohn­mächtig sich der da geübte gute Einfluß oft nach der Schulzeit erweist gegenüber der V.riübrung der Gesellschaften und dem oft so anders gearteten Geist detz Hauses. Hier liegen große und ernste Ausgaben für Alle, die unser Volk und das Evangelium lieb haben. Unserer Jugend zu erhalten, was ibr in Schule und Kirche geboten wird, sie zu bewahren vor den Mächten der Verführung, die schon aut dem Wege vom Confirmationsaltar auf sie lauem, um ihnen den guten Samen von Frömmigkeit, von Zucht und S tte aus dem Herzen zu "ißm, ist der nichtigste Beruf aller Derer, denen die Fürsorge für untere Gemeinden anoerttaul ist, auch unserer Decanatssynode und ihrer Glieder.

Am heiligen Abendmahl nahmen Theil: im Gemetnde- goti'sdtenst 15 796 Männer und 18 027 Frauen, indgesammt 33 823 Gemetndeglieder. Privatim empfingen das heilige Abendmahl | 104 Männer und 343 Frauen. Daß die Zahl der Abendmahlsgäste ! geringer ist, als die der Ktrchenbesucher, entspricht einfach der That- > fache, daß doch das heilige Abendmahl in das innerste Hetligthum 1 christlichen Gemeindelebens führt. In manchen Gemeinden besteht darin allerdings ein auffallendes Mißverhältnis wenn z. B. in einer Gemeinde auf nur 20pCt. Ktrchenbesucher 100pCt. Abendmahlsgäste gezählt werden. Wir können nur zustimmen, wenn der von dort erstattete Bericht das für eine ganz ungesunde Erscheinung erklärt und darauf hinweist, daß das Abendmahlfür Viele eine bloße und oft widerwillig geübte Pflicht sei, die erst allmälig in wahrhaftigen Einklang mit dem schwachen inneren Leben zu bringen" sei.

Unterlassungen der Taufen, der kirchlichen Trauung und der Confirmation kamen im Decanat nicht vor.

Mit ganz besonderer Freude ist es zu begrüßen, daß das von unserem Decanate unternommene gemeinsame Liebeswerk der Krankenpflege auf dem Lande im Ganzen recht befriedigend gedeiht. Ende März vorigen Jahres trat auch die zweite der auf unsere Veranlassung im Elisadethenstift in Darmstadt ausgebildeten Jungfrauen, Phtlippine Bück aus Annerod in ihren Dienst als Schwester ein, so daß im Laufe des Jahres 1893 drei Schwestern in Thätigkeit waren, nämlich, außer der erwähnten, Schwester Bertha Büchsler in Großen-Buseck und I Elisabeth Schäfer in Großen- Linden. Wie schon im vorigen Bericht erwähnt wurde, erlitt die Wirksamkeit der Schwester Bertha Ende Juni durch einen bei einer schweren Diphtheritispflege ihr zugestoßenen Unfall eine bedauerliche Unterbrechung bis in den November. Sie hat dann noch einige Monate mit geschwächter Kraft ihren Dienst gethan, sah sich aber schließlich zu unserem lebhasten Bedauern in diesem Frühjahr ge- nöthigt, auszuscheidm, da sie sich den Anstrengungen eines mehrere Dörfer umfassenden Dienstes nicht mehr gewachsen fühlte. Es ist uns aber in ihrem Interesse, wie in dem der guten Sache sehr erfreulich, berichten zu können, daß die Gemeinde Großen - Buscck sie vom 1. 'Jtoocmbcr d. I. an als Krankenpflegerin für ihren Gemeinde- bezirk angestellt hat. Erfreulich ist das in hohem Maße, einmal weil es beweist, wie feste Wurzel, gewiß wesentlich mit durch das Verdienst unserer Schwestern, eine geordnete christliche Krankenpflege bereits in der Anschauung unserer Gemeinden schon geschlagen hat, sodann aber, weil es der erste Schritt ist zur Verwirklichung des Zieles, das und doch einst bei der Einrichtung der Decanatskranken- pflege vorgeschwebt hat, der Anstellung von einer Schwester wenig­stens in jeder größeren Gemeinde und seitens der Gemeinde selbst. Möchten diesem ersten Schritte bald andere folgen. Zunächst wäre wenigstens dringend zu wünschen, daß in den Gemeinden des Busecker Thals recht bald ein Ersatz für Schwester Bertha gefunden werden möchte.

Die drei Schwestern waren im vergangenen Jahre in den Gemeind * Großen-Buseck, Alten-Buseck, Reiskirchen. Burkhardsfelden, Lindenstrulh, Saasen, Großen-Linden, Leihgestern, Hausen, Steinbach, Lützellinden, Annerod, Rödgen, Wieseck lhätig, pflegten da in 115 Familien, zum Theil durch längere Zett, und zwar nicht nur am Tagesondern auch in zahlreichen Nachtwachen. Aus Schwester Bertha Büchsler kommen dabei in ihrer kaum halbjährigen Thätig­keit 23 Familien und viele Nachtwachen, auf Schwester Elisabeth Schäfer 15 Familien mit 126 Tagpflegen und einer unbekannter Zahl von Nachtwachen, auf Schwester Phtlippine Bück in dreiotertel- jähriger Arbeit 77 Familien und nicht weniger als 62 Nachtwachen. Aus den dis jetzt gemachten Erfahrungen hat sich uns unzweifelhaft zweierlei ergeben. Einmal dürften die Schwestern, wenn ihre Kräfte nicht vor der Zeit aufgerieben werden sollten, feine Nachtwachen mehr leisten, es fei denn ausnahmsweise, wenn das Leben eines Kranken davon abhängt. Eine Schwester, die Nachts gewacht hat, muß, zumal, wenn sich das öfter wiederholt, am folgenden Tag ihre genügende Ruhe haben. Es bat sich herausgestellt, daß unsere Schwestern diese Ruhe nicht finden können. Aus dem gleichen Grund ist auch unseren Dtaconissen, wo sie allein oder in geringer Zahl in der Gemeindepflege stehen, das Halten von Nachtwachen untersagt. Zum Anderen ist es eine unabweisbare Pflicht, eine Versorgung unserer Schwestern für den Fall der Invalidität ins Auge zu fassen. Das ist wesentlich eine finanzielle Frage, und da muß allerdings gesagt werden, daß die Finanzen der schwächere Theil an unserem sonst so schönen Werke sind. Es wurde eingenommen für die Krankenpflege: der Ausschlag auf die Gemeinde mit 233.33 Mk. an Vergütungen für geleistete Krankenpflege 236.40 Mk., ein Beitrag von der Spar- und Leihkasse von 400 Mk., in Summa 869.73 Mk Die Ausgaben dagegen betrugen l 307.78 Mk., waren also um 438.05 Mk. hoher als die Einnahmen. Ehe wir also an eine Uebernahwe neuer Verpflichtungen denken können, müssen wir auf Vermehrung unserer Einnahmen bedacht fein. Das könnte unseres Erachtens nicht schwer fallen. Denn zunächst sind unter den Einnahmen etliche Posten zu vermissen, auf die wir eigentlich gerechnet hatten, z. B. Collecten aus den Gemeinden, etwa am Erntedankfest, Beiträge aus Kirchen- unb Gemeinbekassen. Wir müssen bitten, baß bte Herren Synodalen, wo es angängig ist, bahinzielende Anregung in ihren Gemeindm geben möchten. Sodann stehl die Summe ter für geleistete Kranken­pflege eingegangenen Vergütungen 'n gar keinem Verhältniß zu diesen L-istungea. In einzelnen Fällen hat ja der Dank für erfahrene Hilfe auch in wichen Gaben eimn reichlichen Ausdruck gefunden. In gar manchen anderen aber ist such von solchen, die es offerbar konnten, entweder keine, oder doch eine weder mit den Verhältnissen der Betreffenden, noch mit der Mühewaltung der Schwestern im Einklang stehende Vergütung gegeben werden. Es ist ja gewiß richtig, wenn diesen Gaben der Evarakter der Frei- wlüifofeit und Dankbarkeit möfl chst gewahrt bleibt. Wo aber Zähig­keit ober u.angelnbes Verstänbmß die Leistung einer entfpreajenben Vergütung Hinbern, dürfte dem doch im gemeinsamen Interesse durch Zureden etwas nachgeholfen werden; und es wäre fehr dankenswerth, wenn die Herren Synobalen sich das um der Erhaltung unserer gesegneten Krankenpflege willen recht angelegen fein ließen.

Alsbann wurde in bte Verhandlungen über das Thema: Welche Wirkungen des Gefetzes über die Sonntagsruhe itnb rm Decanate zu Tage getreten, und welche Wünsche sind in Beziehung daraus geltend zu machen?" Sie wurden eingeleitet durch Referate der Herren P arrer Hepding aus Großen- Linden undPfarrer Strack aus Leihgestern. Eine besonders wenh-

volle Grundlage dafür waren die von Herrn Pfarrer Hepdln eingefallen unb zum größeren Theil mitgetfailten Gutachten be Pfarrämter. Darnach werben die Wirkungen des Gesetzes in Stad und Land sehr verschieden beurthetlt. Während aus einzelnen Land gemeinden irgend eingreifende Wirkungen des Gesetzes in Abrede gestellt werden, aus anderen mehr über ungünstige Folgen Klage geführt wird, wird aus Gießen geltend gemacht, wie wohlthatig doch die größere Ruhe am Sonntag für die Inhaber von Geschäften unb ihre Angehörigen fei und wie sie namentlich auch dem Familien­leben zu Gute kommen. Die Befürchtungen einer materiellen Schädigung der Geschäfte hätten sich im Wesentlichen als unbegründet heraus­gestellt, und es stünde zu hoffen, daß eine bercinftige weitere Aus­dehnung der Sonntagsruhe keinem solchen Widerstand begegnen werde, wie dieser erste Anfang. Betont wurde aber von allen Seiten, daß das Gesetz nur dann seinen vollen Segen entfallen könne, wenn es einmal streng und gleichmäßig aehandhabt würd' und wenn es zum anderen gelänge, daS gerade durch diefes Gesei doch sehr geförderte Wirthshausleben, namentlich fettens der heran wachsenden Jugend beiderlei Geschlechts, einzudämmen und eS burd edlere Erholungen zu ersehen. Nach beiden Seiten hin wurden be­stimmte einzelne Wünsche hervorgehoben und von Gesetzgebung unb Verwaltung bes Staates ein ben wahren Bedürfnissen deS Volkes verständnißvoll entsprechendes Vorgehen gefordert. Eine in biefem Sinne gehaltene Resolution wurde angenommen. Bei der nun folgenden Wahl eines geistlichen und eines weltlichen Abgeordneten zur Landessynode wurden Herr Decan Wahl in Hausen und Herr Amtsrichter Dornseisf in Gießen (letzterer an Stelle des Herrn LandgerichtSraths Rullmann L, der eine Wiederwahl auS Gesund- bettSrückstchten abgelehnt hatte) gewählt, zu Stellvertretern Herr Pfarrer Georgi in Steinbach und Herr Bürgermeister Brücke! in Lang-Göns.

DermiWes.

Danzig, 18. October. Der Hauptgewinn der Marienburger Schloßlotterie von 90,000 M. fiel auf Nr. 1053, ein Gewinn von 15,000 Mk. auf Nr. 34684.

* Interessante Rechtsentscheidung. In einem Leipziger Geschäfte fand eine Frau einen Hundertmarkschein, der aus dem Fußboden vor dem Ladentische lag; sie händigte den Schein dem Commis ein und forderte, daß, wenn sich der Verlierer melden würde, ihr der gesetzliche Ftnderlohn (10 pCt.) zurückbehalten würde. Bald darauf verlangte die Finderin den Hundertmarkschein zurück, um ihn der Polizei zu übergeben- die Zurückgabe wurde verweigert und dem Verlierer der Schein ohne Abzug ausgehändigt. 3 Mk. Finderlohn, welche der Verlierer geben wollte, nahm der Ladentnhaber für die Finderin nicht an, weil er meinte, daß alles, was im geschloffenen Raume gefunden werde, in Ge­wahrsam des RauminhaberS gehöre und daß davon ein Ftnderlohn auch nicht verlangt werden könne. Die Finderin verklagte nun den Commis auf Auszahlung des Finderlohn« und erstritt in zwei Instanzen ein obsiegendes Urtheil. Der offene Laden wurde hinsichtlich der Behandlung eines ge­fundenen Gegenstandes als gleichbedeutend erachtet mit Straßen, Plätzen 2c.; der Ladeninhaber habe kein Recht, über die in dem offenen, dem Publikum zugängigen Theile des Ladens wirklich verlorenen und von Anderen gefundenen Werthgegenstände zu verfügen. Der Commis, von dem dr, Schein zurückverlangt wurde, mußte der Finderin den Finder- lohn in Höhe von 10 Mk. auszahlen.

* Was das Betteln einlrägt. In einer Münchener Wirthschaft hatte sich an einem der letzten Abende eine An­zahl Professtonsbettler eingefunden und erzählten von ihren Einnahmen während des OctoberfesteS. Einer hatte sich die Summe von 51 Mk. dadurch erbettelt, daß er als krüppel- hafter Mensch eine Beschreibung seines Unglücks in Wirth- schäften verkaufte. Ein Mann mit einer Spieldose hatte eine Einnahme von über 200 Mark während deS Feste« erzielt und zeigte zur Bekräftigung zwei Pfandbriefe zu je 100 Mk. Ein Dritter halte eine Tageseinnahme von 10 bis 15 Mk. und so ging es weiter. Unter diesen Professions- bettlern befand sich einer, der in Nymphenburg ein HauS besitzt.

Schrffsnachrichten^

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Cark Loos uno I. M. Schulhof.

Bremen, 19. October. (Per transallantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capitän H. Christoffers, vom Nord- beutftfan Lloyd in Bremen, welcher am 9. October von Bremen unb am 10. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 19. October. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdamofer ©tultgert, Capitän H. Koch, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Octobrr von Bremen abgegangen war, ist gestern, 3 Uhr Nachmittags, ^wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Z>erfahr, £anb* unb Voltewirthschafi.

e October. Fruchtpreise. Weizens 12.16,

Kom* 11.62, ®etfte X 10,42, Hafer JC. 10,26, Erbsen 00,00, Simen 00,00 Wicken JL 00,00, LeM Jl 00,00, Kartoffeln JL 0.00, Samen JL 00,00.