aus Frankreich ausgewiesen. — Casimir-Perier gibt am Mittwoch ein Frühstück zu Ehren Verdis.
Deveschen deS Bureau „Herold*.
Berlin, 15. October. Wie die „Berliner Neuesten Nach' richten" aus Posen melden, ist die bereits begonnene Einstellung polnischer Rekruten in Regimenter der Provinz Posen von der Posener Division deS 5. Armeecorps siftirt worden. Die betreffenden Mannschaften sollen in deutsche Gegenden verschickt werden.
Berlin, 15. October. Wie verlautet, sollen die Verhandlungen des Staats Ministers ums in der Samstags« Atzung sehr kritisch gewesen sein. Während der Berathung kämpften zwei Strömungen, die eine erklärte sich für schärfere, die andere für mildere Fassung der Vorlage zur Bekämpfung bdr Umsturzbestrebungen. Caprivi vertrat die mildere Form. Eine grundsätzliche Einigung ist noch nicht erzielt worden.
Berlin, 15. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt, daß der am 11. October von der „Wiener Politischen Corre- spondenz" aus Berlin gebrachte Brief, worin als Maßregel gegen d,e Umsturzparteten die schärfere Handhabung des Unfugsparagraphen empfohlen wird, als durchaus nicht halbamtlichen Ursprungs.
Berlin, 15. October. Bankdirector August Sternberg ist gegen Stellung einer Caution von 320,000 Mk. aus der Untersuchungshaft entlasten worden. Sternberg kehrte unlängst aus dem Auslande zurück und stellte sich der Staatsanwaltschaft. Gegen ihn schweben zwei Anklagen.
Wien, 15. October. Gestern fand hier eine Lehr« lingSversammlung statt. In derselben wurde die Gründung eines Vereins von jungen Hilfsarbeitern beschlosten, welcher Anschluß an die socialtstische Partei zu suchen hat. Auch will der Verein an den Straßendemonstrationen, welche zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts stattfindeu, theil- nehmen.
Prag, 15. October. Der jungczechische Studentenverein „Slayia" ist wegen politischer Umtriebe behördlich aufgelöst worden. Das Inventar wurde mit Beschlag belegt.
Paris, 15. October. Das „Petit Journal" veröffentlicht einen langen Artikel aus der Feder eines pensionirten französischen Offiziers, in welchem versucht wird, nachzuweisen, daß die von deutscher Seite ausgeftreuten Ab- rüstungsgerüchte als eine Falle zu betrachten seien und daß die französische Armee mehr denn je kampfbereit sein müste. Der Krtegsminifter wird dann heftig angegriffen wegen der verkehrten Anweisungen, die er für die Rekrutirung und die Beurlaubungen in der Armee ertheilt.
Bruffel, 15. October. Die conservativen Blätter bezeichnen es als eine große Gefahr für die belgische Bourgeoisie, daß für die Arbeiterpartei bei den gestrigen Wahlen günstige Resultate erzielt worden sind. Die Verantwortlichkeit wird den Urhebern der Verfaffungsrevision zugeschrieben, wodurch die Arbeiter das Wahlrecht erhielten. Bei dem einfachen directen Wahlrecht hätten sie noch günstigere Resultate erzielt. Nach der Wahl soll von den Socialisten eine gewaltige Agitation zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts unternommen werden,- an zweiter Stelle werden sie die Abschaffung des Senats beantragen. Heute Abend, nachdem alle Resultate bekannt geworden sind, werden die Socialisten eine Riesenkundgebung veranstalten. ES werden Unruhen befürchtet. — Die letzten aus den Provinzen eingelaufenen Wahlnachrichten lauten immer günstiger für die Kleri« kalen und Socialisten. Es herrscht die größte Bestürzung
wegen der völlig ungeahnten Erfolge der Socialisten in Char- leroy, Lüttich und Namur. Während die Führer der Socialisten nur vier Sitze erhofften, werden sie wenigstens 15 erhalten. Die schutzzöllnertsche Politik der Regierung ist verurtheilt, das Congounternehmen des Königs gefährdet. Von osficiöser Seite wird versichert, daß die Stellung Deburlets als Cabinetschef unhaltbar ist. Die Blätter con- statiren, daß in keinem Lande Europas der Collectivismus solchen Siegestag zu verzeichnen gehabt hat. Die künftige Kammer wird sich nur aus zwei Parteien recrutiren — Klerikale und Soltaltsten — da die Liberalen gezwungen sind, sich der einen oder anderen Partei anzuschließen. ES werden große socialpolitische Debatten erwartet. — Bis 11 Uhr Vormittags sind 116,816 von 230,000 abgegebenen Stimmen gezählt worden; von diesen entfallen auf die Klerikalen 47,320, auf die Liberalen 38,774, auf die Socialisten 30,722. Eine Stichwahl ist unvermeidlich. — Aus Mons wird gemeldet, daß die Socialisten Ausschreitungen begangen haben. Die ganze Truppenstärke in den Kohlenbecken ist marschbereit. Das katholische Versammlungslocal in Mons wurde in der Nacht von Socialisten erstürmt und demoltrt. Es bestätigt sich, daß Woeste und Daens gewählt worden sind. Die Regierung wird heute Nachmittag die officiellen Resultate veröffenilichen.
Bruffel, 15. October. Die Polizei entfernte beute ein anarchistisches Plakat, das an verschiedenen öffentlichen Gebäuden angeschlagen war. Dasselbe fordert die Arbeiter auf, für die Bourgeoisie zu stimmen, und nicht neue Herren für die Arbeiterpartei zu schaffen.
Loudon, 15. October. Die Blätter veröffentlichen Einzelheiten über die im Hafen von C anton an Bord des sogenannten Blumengeschwaders stattgefundene Katastrophe und theilen mit, daß 250 Blumenyachten total zerstört und 200 Personen theils verbrannt, theils ertrunken find.
Newyork, 15. October. Der Personenzug zwischen Quantiko und Washington ist von Räubern überfallen worden. Die Postsäcke, in welchen sich 200,000 Dollars befanden, sind geraubt worden.
Gießen, den 16. October 1894.
* * Die Ehrenwache bei Sr. Majestät dem Kaiser während deffen Anwesenheit in Darmstadt wurde von einem Feldwebel und 6 Unteroffizieren des 116. Regiments versehen. Der Kaiser trug bei seinem Einzug in Darmstadt die Uniform der 116er.
* * Gymnasium. Gestern wohnte der russische Staatsrath v. Wetsmann dem Unterricht im hiesigen Gymnasium und den Uebungen des pädagogischen Seminars bei.
* * Eisverein. Wir machen unsere hiesigen Leser nochmals auf die heute Abend 8V2 Uhr im Kaiserhof 1. Stock stattfindende General-Versammlung des Eisvereins (stehe Jnseratentheil) aufmerksam. Es ist dies die einzige stattfindende Jahresversammlung, in welcher der Vorstand gewählt wird und bet welcher den Mitgliedern Gelegenheit geboten ist, allenfallstge Wünsche und Anträge zu stellen. Durch die Neuanlage der Moltkestraße ist eine Veränderung der Eisbahn und des VeretnShauses nöthig geworden, worüber der Vorstand Bericht erstatten wird.
* * Die Berechtigung zur Ausübung des Hufbeschlags haben u. A. folgende Personen erlangt: Konrad AlleS in '
Dorheim, Kreis Friedberg, Christian Bender in Wölfersheim, Kreis Friedberg, Heinrich Gräb in Rimbach, KreiS Lauterbach, Philipp Heinbächer in Billertshausen, KreiS Alsfeld, Wilhelm Müller in Queckborn, Kreis Gießen, Wilhelm Rieß in Nieder-Ofleiden, Kreis Alsfeld, Wilhelm Sargk in Bingenheim, Kreis Büdingen, Karl Schäfer in Stangenrod, Kreis Gießen.
* * Großherzog Friedrich vou Baden nebst Gemahlin passirten heute Vormitlag 10 Uhr 5 Min. auf der Reise nach Potsdam die hiesige Station. — Heute Abend werden Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen mit dem Schnellzuge 9 Uhr 50 Min.jhier eintreffen, und 9 Uhr 54 Min. die Reise nach Wildpark fortsetzen.
* * Demonstrationen electrischer Riesen-Tableaux wird Herr Physiker Albus am kommenden Donnerstag Abend im Saale ikes Cafa Leib vorführen. Wie wir aus auswärtigen Blättern ersehen, haben diese Vorstellungen in einer Reihe größerer Städte große Aufmerksamkeit und bedeutenden Beifall gefunden. So schreibt z. B. die „Leipziger Gerichtsztg.": „Die Vorführungen electrischer Riesentableaux durch Herrn Prof. Albus in der Alberthalle des Krystallpalaftes haben hier wahrhaft Sensation erregt, denn Niemand harte so Herrliches, so Schönes erwartet, obwohl bereits am Sonntag in der ersten Vorstellung die Rieserchalle kein leeres Plätzchen zeigte. Der ungeheuere Beifall, den die Vorstellung erweckte, war in der That auch ein wohlverdienter, denn das Interesse, welches die Vorführung ausübte, hielt vom ersten bis zum letzten Bilde an, ja erfuhr eine fortgesetzte Steigerung. In millionenfacher Vergrößerung präsentirten sich auf der zauberischen Leinwand alle die gefürchteten „Komma's", eine Anzahl von Parasiten des menschlichen Körpers, deren Anblick „gruselig" machen konnte, traten in Erscheinung — mit ihnen wechselten die Ansichten einer Reihe lieblicher Städte und die eisstarrenden Bilder der Nordenskjöld'schen Polarexpedition, sowie Porträts. Entzückend war namentlich überall die Ver- theilung des Lichtes, die namentlich bei der Wiedergabe der Skulpturen sich bemerklich machte. Hochbefriedigt ging jeder Besucher aus der Vorstellung weg und wenn wir am Schluffe unseres kurzen Berichtes noch die Bitte an Herrn Professor Albus aussprechen, er möge seinen Aufenthalt hier verlängern, so geben wir nur einem tausendfach geäußerten Wunsche Ausdruck." Es steht somit auch dem hiesigen Publikum ein interessanter Abend in Aussicht.
* * Zur Zurücknahme von Fahrkarten. Nach den Bestimmungen der Eisenbahnverwaltung können die Fahrkarten, welche zu einer Reise gelöst, bereits durchlocht, aber nachweislich nicht benutzt werden, gegen Erstattung des Fahrgeldes am Schalter zurückgegeben werden, wenn die Karte eine bezügliche Bescheinigung des Stationsbeamten trägt. Es wird jedoch der Betrag für eine Bahnsteigkarte mit zehn Pfennig gekürzt.
* " Vor dem Gebrauche der von Emil Germann zu Braunschweig in den Handel gebrachten sog. elrctromotorischen Zahn • Halsb'ändcheu und Zahnhals • Perlen als durchaus nicht, wie angepriesen wird, das Zahnen der Kinder erleichternder Mittel von unverhältnißmäßig hohem Preise (1 Mk., bezw. 1 Mk. 50 Pfg. pro Stück) wird polizeilicherseitS gewarnt.
* * Pateut-Ertheilung. Regulirungsvorrichtungen für Gasöfen,- Eisenwerk Hirzenhain, H. R. Buderus, Hirzenhain.
* * Gebrauchsmuster-Eintragung. Eiserner Kanal Einlauf- rost mit schräg zur Richtung des Etnlaufwaffers angeorbnetett
arten und kann daher hier auch noch Neues erfahren. Ganz überraschend wird es auch Vielen sein, daß das tiefe, glänzende Schwarz der Onyxe, wie man es in Cameen, Siegelringen u. s. w. sieht, und das zarte Roth der Achat-Armbänder, -Broschen, -Ringe und dergleichen nicht Natur ist, sondern künstlich hervorgebracht wird. Die Naturfarbe ist grau. Um den Stein schwarz zu färben, wird er längere Zett in Honig gelegt, bis er ganz von Zucker durchzogen ist, und dann gekocht oder gebrannt. Roth entsteht, wenn er mit einer Eisenlösung getränkt und dann gebrannt wird. Auch Grün und Blau kann man hervorbrtngen durch Behandlung mit Chromsäure und Blutlaugensalz. Die weißen oder durchsichtigen Streifen des Steines nehmen keine fremde Farbe an, da sie zu dicht sind, um fremden Körpern Einlaß zu gestatten. Besondere Prachtstücke oder Kunstletstungen find in den einzelnen Schleifen nicht zu sehen, sie sind vielmehr in der Gewerbehalle zu Idar aufgestellt. Die Schleifer deS Idar- thales sind zu einem großen Verbände unter Leitung eines Gewerberaths vereinigt und haben eine dauernde Ausstellung von Rohmaterial und Kunsterzeugnissen in dieser Gewerbehalle eingerichtet. Der Besuch derselben ist ungemein lohnend. Schon am Eingang von Idar fallen rechts und links verschiedene Gärten auf, worin die Einfassung der Beete, die Abhänge der Terraffen und die Wände von Grotten ganz mit farbigen Steinen in geschmackvoller Zusammenstellung ausgelegt sind, und bet Sonnenschein prangen in gleichem Glanze die steinernen Formen der Herbstblumen, der Dahlien und Aftern und die blumenfarbtgen Steingebtlde der Malachite, Amethyste und Achate.
Es fehlt in solchen Gärten nur noch der singende Baum und das tanzende Waffer, um das Märchenbild zu vollenden. Idar hat etwa 4500 Einwohner. Nach meiner Beobachtung heißen sie Wild und sind theilweise durch ihre Vornamen unterschieden, doch sollen auch Ausnahmen vorkommen. Mitten im Orte liegt die Gewerbehalle. Der Vorsteher derselben, ein äußerst liebenswürdiger und kenntnißreicher Herr, gibt auf Befragen gern jede Auskunft. Die Ausstellung umfaßt tausende von Gegenständen, die alle verkäuflich und mit Preisangabe unter Controle des Gewerberaths versehen sind. Die Preise sind durchweg überraschend niedrig, die Zwischenhändler in größeren Städten müssen ungeheure, apothekerhafte Pro- cente verdienen. Es empfiehlt sich daher, Bestellungen an die Gewerbehalle zu richten. Da sind die verschiedensten
allerliebsten Schmucksachen und Gebrauchsgegenstände zum Preise von 10 Pfg. bis zum Cryftallpokal, etwa 25 Ctm. hoch, der allein an Arbeitslohn 1350 Mk. gekostet hat, und der Schale aus streifigem Chalcedon zum Verkaufspreise von 1650 Mk. Es gibt fast keinen Schmuck oder Zierath, keinen Gegenstand vom Herrn- oder Damenschreibtisch, vom Toiletten- ’ tisch, vom Buffet, der nicht hier in geschmackvollster Weise ; aus edlem Stein gearbeitet vorhanden wäre. Besondere j Erwähnung verdient wohl die Auswahl von Cameen, darunter i ein Prachtstück: ein idealer Frauenkopf, das Ganze von Thalergröße, in tadellosester, künstlerischer Ausführung, zum Preise von 300 Mk. Auf dem Fußboden und an einer Wand liegen prächtige Drusen von Amethysten und Topasen auf- geschichtet, und mächtige Schliffe von leuchtendem Achat, JaSpis, Lapis Lazuli, Malachit, Heliotrop, dem blau schillernden > Labrador, Chrysopras u. s. w. Die schönsten Stücke hiervon ! wanhern gewöhnlich in den Muschelsaal des Neuen Palais, ■ dessen Castellan jährlich mehreremals persönlich zu Einkäufen erscheint, doch ergänzen sich dieselben sehr bald wieder.
Mit der Zeit wechselt natürlich auch die Liebhaberei für ! einzelne Steinarten. Der Chrysopras z. B., der im Mittel- ! alter sehr beliebt gewesen sein muß — Wolfram von Eschen- j bach erwähnt ihn bet den Schilderungen der Gralsburg mehr- , fach an hervorragender Stelle — verlor dann für lange : Zeit sein Ansehen, bis er durch Friedrich den Großen, der . ihn in einzelnen Gegenden Schlesiens vorfand, wieder zum ; Modestein erhoben wurde. Siegelringe aus jener Zeit zeigen ' unfehlbar den Chrysopras. Dann verschwand er wieder, ist ' aber seit einiger Zeit wieder in England der begehrteste । Stein. — Vor 15 — 20 Jahren wurden die ersten Tigeraugensteine, die am Oranjefluß gefunden werden, in ganz , kleinen Stücken über Paris eingeführr. In Idar wurde da- j mals ein Gramm des rohen Steins mit 2 Mk., das Pfund 5 mit 1200 Mk. bezahlt. Ein Ringstein kostete im Verkauf etwa 150 Mk. Heutzutage kauft man das Kilo des besten rohen Steines für 10 Mk., bei weniger schönen Steinen fällt der Preis bis auf 30 Pfg. für das Kilo. Aehnlich hat übrigens auch der Preis anderer Steine gewechselt, seit sie. vor etwa 40 Jahren zuerst aus Brasilien in größeren Mengen eingeiührt wurden. Seit den sechziger Jahren hat man im Jdarthale den planmäßigen Bau auf Steine ganz eingestellt. Ein Versuch, der vor einigen Jahren wieder gemacht wurde, hat ergeben, daß die Kosten zu hoch sind.
Wie die Schleifer, so kann man auch die in Idar wohnenden Graveure und Bohrer bei ihrer Thätigkeit beobachten. Die ersteren arbeiten mit verschieden geformten Stahlspitzen und Rädchen, d<e mit Diamantstaub bestrichen und durch eine Art Drehbank mit Fußbetrieb in Bewegung gesetzt werden. Die Bohrer, die nur Löcher, aber vom verschiedensten Durchmesser bohren, klemmen Splitter von schwarzem Diamant in die Sitze eines Stahlstifts und setzen diesen durch die umschlungene Sehne eines kleinen Bogens mit der Hand in Bewegung.
Die größte Nachfrage nach geschliffenen und gravirten Steinen besteht augenblicklich in Amerika und England. Doch hat die Ausfuhr nach Amerika auch schon gegen früher abgenommen und das Gewerbe des Steinschleifers ist jetzt eins der schlechtest bezahlten. Selbst der fleißigste und geschickteste Arbeiter kann es nicht mehr zu Wohlstand bringen, wie cS früher möglich war. Vielleicht liegt die Schuld auch zum Theil daran, daß man jede Art von Reclame verschmäh:. Man hat in diesem abgeschlossenen Thale wohl noch ein alles Vorurtheil dagegen und glaubt noch, durch gute Arbeit genügend empfohlen zu sein. Und freilich, wenn irgendwo, so müßte dies hier eintreffen. Hier ist keine Verfälschung der Waare möglich, jeder Fehler in der Bearbeitung liegt offen zu Tage, die Haltbarkeit der Arbeit ist über allen Zweifel erhaben. Aber wie wenige wissen etwas über die Herkunft geschliffener Steine und verstehen die daran verwendete Arbeit und Kunst zu würdigen! Möchten diese Zeiten auch dazu beitragen, daß bei Auswahl der demnächstigen Weihnachtsgeschenke auch der Erzeugnisse der Jdarer Industrie wieder etwas gedacht wird. Ganz abgesehen von den Schmucksachen aus Amethyst, Topas, Mondstein, Katzenaugenstein u. s. w., die ja immer beliebt sind, wird eine Petschaft mit schön gravlrtem Wappen oder Namenszug, ein Briefbeschwerer, ein Schmuckkästchen aus MooSachat, ein Riechfläschchen aus wasser- hellem Bergcrystall u. dgl. stets ein vornehmes und gediegenes Geschenk sein. Besonders sei noch auf e neu ganz neuen Industriezweig aufmerksam gemacht: man schneidet nämlich jetzt nach Photogrammen Bildnisse in Onyx, bie wunderbar fein ausgeführt^werden und nur in der Nähe von einer Tusche- ober Sepia-Zeichnung zu unterscheiden sind. Eine solche Camee wird stets ein werthvolles Familienstück sein und für den Geber ein monumentum aere perennius.


