Donnerstag den 26. October
E3
Erstes Blatt
Amts- unb Anreigeblatt für den Tkreir Gissten
Gratisbeilage: chietzener Kamilienölätter.
Amtlicher Tbeil
‘jelflt ist.
v. Gagern.
Bezirksvereins.
*|r nehmt von Anzeigen zu der Nachmittag« für den ft z?aden Tag erscheinenden Nummer btl Börm. 10 Uhr.
|r |k
n dem Anzeiger iit(id) dreimal dc.^elegt.
Die Gießener
Ie»ttle» § kälter
Retintnxife zu geben.
Gießen, den 24. October 1893.
Der Director des landwirthschaftl.
Jost.
eloks mit voller k ellmne, Schlaff agd-Joppen, >lt in gutem Sitzch'^
Rübsami.
) Auswahl da Äch «L 88t!
begründet. Aber kaum läßt sich bezweifeln, daß hinter den Berliner Regierungscoulissen wieder etwas vorgegangen, daß es höchst wahrscheinlich zu Differenzen und Auseinandersetzungen zwischen dem Reichskanzler Grafen Caprivi und dem teilenden Staatsmann Preußens gekommen ist. Vermuthlich ist jetzt der Riß noch einmal überkleistert worden, aber ob | der Kleister noch lange Zusammenhalten wird, das dürste eine andere Frage sein!
— Just zum Zeitpunkt, da in Berlin die Finanz« Minister der Weinbau treibenden Bundesstaaten zu einer Berathung über den neuen Reichsweinsteuer-Entwurf zusammengetreten sind, sind nun auch die Grundzüge desselben, wie er schließlich festgestellt worden ist, veröffentlicht worden. Es ist hiernach die Besteuerung des | Naturweines, wie des Schaumweines und des Kunstweines I geplant. Steuerpflichtig sollen entweder der Kleinhändler oder der Verbraucher sein, mit bestimmten Ausnahmen. Die Weinsteuer soll in Procenten des Werthes des betreffenden Weines festgestellt werden, und zwar gilt als Werth der Kaufpreis, den der Kleinhändler oder der Verbraucher zu zahlen hat- über die Höhe der Steuersätze enthalten indessen die „Grundzüge" nichts. Dieselben enthalten dann eine Reihe von Bestimmungen über die Entrichtung der Weinsteuer und weiter den Versuch einer Regelung des Verhältnisses zwischen i dem Reiche und den Bundesstaaten im Hinblick auf die Wein- I frage. Hervorzuheben ist da namentlich die Bestimmung, daß es den Bundesstaaten überlasten bleibt, den vom Reiche nicht besteuerten Naturwein mit einer Landessteuer zu belegen, daß sie aber den schon vom Reiche besteuerten Wein keinen- falls noch mit einer anderen Steuer belegen dürfen. Die ferneren Bestimmungen beziehen sich auf die Erhebung von örtlichen Verbrauchsabgaben, auf die Controlle, auf die Anmeldepflicht, auf die Nachversteuerung usw. — Der Weinsteuerentwurf bildet den Hauptgegenstand der gegenwärtigen I Finanzministerconferenz in Berlin. Ob dieselbe an dem Ent- I würfe einschneidendere Abänderungen vornehmen wird, speciell I in der Richtung einer Besteuerung lediglich des Kunst- und I Schaumweines, muß noch dahingestellt bleiben.
Berlin, 23. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." dementirt I die Blättermeldung, daß die Reichstags ei nberufung I über den anfänglich in Aussicht genommenen Termin hinaus- I geschoben sei.
Vkrtkltöhngk: ^floneemrnUprttoi 2 Mark 20 Pfg. m* Bringerlohn.
Durch die Post txzsH« 2 Mark 50 W*
Kebaction, ®rpcbitto* und Druckerei:
-chulflratze Hl»., Fernsprecher 51
CocaUs und provinzielles.
Hießen, den 25. October 1893.
J. B. Heinrich Laube am Neuen Theater. Nächsten Freitag, den 27. ds., wird die Bühne des Neuen Theaters ein Stück von Heinrich Laube zur Aufführung bringen. Die interestanteste Gestalt der neueren deutschen Theatergeschichte ist für unsere Bretter ein noch nie gesehener Gast, abgesehen von der vor Jahren unter der Direction Schölermann stattgehabten Wiedergabe von „Die Karlsschüler", der bühnenkräftigsten, aber auch sattsam bekannten Laube'schen Schöpfung. Anerkennenswerth ist, daß unsere Direction gerade „Böse Zungen" gewählt hat. Hier zeigen sich besonders prägnant die guten und schlechten Eigenschaften der dramaturgischen Talente des Dichters in getreuer Wiederspiegelung seiner ur-
Lllt Ännoncen-Bureau? bei In- und AuSlande« nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen
Gießen, den 23. October 1893.
:0etr.: Die Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften.
Dail Großherzogliche Kreisamt Gießen
w die «rstzh. Bürgermeistereien des «reifes.
T Wir beauftragen Sie, die Gemeinde - Einnehmer anzu« tutifai, die aus der Gemeindekaste vorlagsweise gezahlten inbrkirtcn Unterstützungen innerhalb 8 Tagen bei der •flheittaffe gegen Aushändigung der Empfangs - Bescheinigun- rückzuerheben.
CS geschieht dies am einfachsten in der Weise, daß die gelegten Beträge bei Gelegenheit einer, jetzt vorzunehmen- )en Ablieferung des Kreiskastebeitrags in Aufrechnung geluncht werden- falls der letztere bereits bezahlt ist, sind die Ciiltiungen der unterstützten Mannschaften der Kreiskaste zu- ,Äsenden, welche die Ersatzleistung durch Posteinzahlung be- •tiirier wird.
Sie wollen jedenfalls dafür besorgt sein, daß die Ab- retyning dieser Vorlage bis Anfang nächsten Monats er-
Bekanntmachung,
betreffend landwirthschaftliche Generalversammlungen.
i Infolge Verhinderung des Herrn Landwirthschaftölehrers 'jeitLiiger wird die Generalversammlung des landwirth- HaMchen BezirkSvereinS nicht Montag den 30. October l. I., ienber n Montag den 6. November I. I, Nachm. a*/_> Uhr, auf „Lony's Bierkeller" abgehalten werden.
Die Herren Bürgermeister werden gebeten, den in ihren Otmmnben wohnenden Mitgliedern des landwirthschaftlichen Lneins und der landwirthschaftlichen Ortsvereine hiervon
mWe MG ms Gack« 31 Empfehle mein r Coostructioll
-- Billard --
»•WC1 Sie'»
amte der Berltn-Stettiner Babn verhaftet. Criminalcommissar Zillmann ist vierzig Mal unentgeltlich von Berlin nach Stettin gefahren. Auch Verhaftungen von Fretpassagieren haben stattgesunden.
Berlin, 24. October. Im Berliner Vororte Rixdorf ist die an der Cholera asiatica erkrankte Frau Dürkop heute Vormittag gestorben.
Berlin, 24. October. Der „Reichsanzelger" meldet in Tilsit 1 Cholera - Erkrankung, 1 Todesfall, in Havelberg 5 Erkrankungen, 1 Todesfall, in Stettin, Herpenschleuse, Nauen, Wittenberge je 1 Er« krankung, in Warsow 2. In Rathenow ist eine wettere ärztliche Controlstation für die auf der Havel verkehrenden Schiffe errichtet worden.
Köln, 24. October. Socialdemokratischer Parteitag. Im Anfänge der heutigen Vormittagssitzung kam nochmals die schon gestern erörterte Redacteurfrage vom „DorwärtS"-Berlin zur Erörterung. Fischer-Berlin wandte sich gegen die Anfeindungen des „Vorwärts^ und polemisirte dagegen, daß alle geistig bedeutenden und bewährten Leiter von Provinzialblättern nach Berlin gezogen würden. In den Provinzen mache sich dadurch ein zunehmender Mangel an tüchtigen journalistischen Kräften fühlbar. Im Gegensatz zu anderen Rednern betont ein Delegirter, vor^ Allem Landagitation zu betreiben, aber nicht, wie es verschiedentlich vor- ! gekommen, durch fein geschniegelte Agitatoren, sondern durch Leute, welche bei den Bauern bereits durch ihre Kleidung Vertrauen erwecken.
Bern, 24. October. Eine mit 54,000 Unterschriften versehene ' Petition der schweizerischen Friedens- Vereine wurde der Bundesversammlung überreicht. Die Vereine verlangen, daß der schweizerischen Betheiligung an der interparlamentarischen Friedensconferenz ein offizieller Character verliehen werde und an das allgemeine Frtedens- bureau ein Beitrag abgehe.
Paris, 24. October. Auf dem Marsfelde wurde gestern spät Abends auf einer improvisirten Bühne vom I Opernpersonal das Ballet „Maladetta" von Vidal aufgesührt. I Um den Eiffelthurm herum hatten sich gegen 500,000 Menschen angesammelt, um dem Feuerwerk vom Trocadero beizuwohnen. Admiral Avelan und die russischen Offiziere fuhren bis zur ersten Plattform des Eiffelthurmes hinaus, woselbst sie vom Ingenieur Eiffel empfangen und bewirthet wurden. Die Kosten des über alle Maßen großartigen Feuerwerks betrugen I ca. 30,000 Francs. In der Stadt selbst herrschte gleichfalls das regste Leben- an mehreren öffentlichen Platzen wurde die ganze Nacht durch getanzt. Abgesehen von einigen kleinen Zwischenfällen auf der Place de Repubhque ist der gestrige Tag ruhig verlaufen., .
Paris, 24. October. Die Begräbnißfet er deS Com» ponisten Gounod ist auf Freitag verlegt worden. Am Donnerstag wird die Leiche des Verblichenen tn lewem Arbeitszimmer zu Paris ausgestellt werden.
Paris, 24. October. Oberst Cardot vom 111. Regi- I ment, welcher gestern in Toulon zu Ehren der russischen Seeleute ein Festessen veranstaltet hatte, sandte an das 111. russische Regiment in Kowno ein Telegramm, rn welchem er sagte: „Wir gehorchen Eurem Kaiser, welcher befahl, daß beide Völker ihre Freundschaft bekunden möchten, und I trinken auf seine Gesundheit. Wir beten, daß Gott Euren Monarchen erhalte zu Eurem Ruhme und zum Schrecken I Eurer Feinde!"
Paris, 24. October. General Chanoine erhielt von I den russischen Gardeoffizieren in Krasnoje Selo ein Telegramm, dessen Inhalt ihren Dank für die liebenswürdige Aufnahme, welche den russischen Offizieren zu Theil geworden, ausdrückt. Chanoine telegraphirte sofort zurück: „Wir trinken I auf Euer Wohl, Ihr lieben russischen Waffenbrüder!"
Gießener Anzeiger
Keneral-Wnzeiger.
;er aut lie ge^nscv starke.“
Giessen.
$ätm*hl»fi0n ‘,0*- *
ie W
! A’ettfaJ,oh; hwwim,4 r so sparsam brennt Kohle,,e,b*'
™ Schönheit und trotz heuerer als andere -------------- 798?
Deutsches Reich.
Darmstadt, 24. October. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog, Ihre Kaiserlichen Hoheiten der Großfürst inti die Großfürstin Sergius, sowie Großfürst Vml von Rußland, Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Heinrich von Preußen und Ihre Großherzogliche Hoheit ßrmzessin Alix reisten gestern Vormittag 11 Uhr 16 Min. »di Homburg zum Besuch Ihrer Majestät der Kaiserin tzri-drich. Nach der Tafel begaben sich die sämmtlichen Aller» Wien Herrschaften zu Wagen über Cronberg nach Schloß tznedrichshof, welches besichtigt wurde. Um 6 Uhr 17 Min. nditen Höchstdieselben von Cronberg per Bahn über Frank- flt: wieder hierher, wo die Ankunft der Allerhöchsten Herr» Raiten um 8 Uhr 5 Min. erfolgte, während Ihre Majestät ck Kaiserin Friedrich nach Homburg zurückkehrten.
Berlin, 24. October. Die Gerüchte über eine bevor- ktchnde neue Ministerkrisis in Preußen werden jetzt duh ein hochofficiöses Berliner Dementi als jeder Bipriinbung entbehrend bezeichnet. Bekanntlich hieß eS, der Muisterpräsident Graf Eulenburg wolle seine Demission geben, ja, nach anderen Gerüchten sollte er sein Entlaffungsgesuch lnjar schon eingereicht haben- nunmehr erscheinen angesichts bii erwähnten Dementis diese gesammten Meldungen als un°
N'. 252 nf . lw”anilSchuh u ? scheint tägl'ch, "i Han, M Ausnahme bei Montags.
Bekanntmachung.
In Folge eines besonderen Falles sehen wir uns ver» üiafrt, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß nach dem für taik Provinzial-Hauptstadt nach wie vor zu Recht bestehenden Lcalreglement vom 8. Mai 1856 die Feierabendstunde, an velcher die Wirthschaften geschloffen werden müssen, auf l l llhr Abends festgesetzt, also geboten im Sinne des nach- ichnden § 365*) des Reichsstrafgesetzes ist.
Gießen, den 21. October 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
•) tz 365. Wer in einer Schankstube oder an einem öffentlichen Lksinügungsort über die gebotene Polizeistunde hinaus verweilt, ringe- rültl der Wirth, sein Vertreter oder ein Polizeibeamter ihn zum gort: 5t5,n aufgefordert hat, wird mit Geldstrafe bi'S zu fünfzehn Mark ' »traft.
Der Wirth, welcher das Verweilen seiner Gäste über die gebotene hcliMunde hinaus duldet, wird mit Geldsttafe bis zu sechszig Mark An mit Hast bitz zu vierzehn Tagen bestraft.
Ausland.
— Das englische Besuchsgeschwader an den Küsten Italiens ist am Montag von Tarent in Spezzia ein- getroffen. Auch in diesem Kriegshafen der Italiener haben die englischen Gäste eine begeisterte und herzliche Aufnahme gefunden, die ihnen von der Bevölkerung aller Schichten be- | rettet wurde. Nur müssen besondere Festlichkeiten noch unterbleiben, da sich der englische Geschwadercommandant, fyrb Seymour, von Spezzia nach Rom begeben hat, um daselbst dem Leichenbegängniß des von einer Lungenentzündung rasch dahingerafften englischen Botschafters Lord Vivian beizuwohnen.
Ueucfk Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau.
Berlin, 24. October. Der Sonderzug mit dem Erzherzog Albrecht und dem Kaiser traf um 1 Uhr 30 Min. in der Wildparkstation ein. Der Bahnhof war mit österreichischen Farben und Tannengrün geschmückt, die Ehrencompagnie stellten die Gardejäger. Nach dem üblichen Frontabschreiten und Parademarsch fuhr der Erzherzog mit dem Kaiser im offenen Wagen nach dem „Neuen Palais". Auf dem Wege bildeten das 1. Garde-Regiment und die Schul- abtheilung Spalier. Vor dem „Neuen Palais" war ein aus sämmtlichen Garde-Cavallcrie-Regimentern combinirtes Regiment aufgestellt - nach der Auffahrt formirten sich alle Truppen zum Parademarsch, den der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich in der Front des 1. Garde-RegimentS mitmachten. Abends 7 Uhr ist ein Diner von 30 Gedecken.
PolSdam, 24. October. Der Erzherzog Albrecht stattete Nachmittags 5 Uhr dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Leopold einen Besuch ab. Zu der Familientafel am heutigen Abend haben u. A. Einladungen erhalten: der Reichskanzler Graf Caprivi, der österreichisch-ungarische Botschafter v. Szöghönyi, der deutsche Botschafter am russischen ! Hose General v. Werder und der Cabinetssecretär des Kaisers Wirklicher Geheimerath v. Lucanus.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 24. October. Betreffs der großen Unter- । schleife auf der Ster tiner Bahn sind bereits 26 Be«
?/■ ^amilitnlßgib ju pmnitifci 10, Sdt bir AMergttst Hm LA yi ottmWn.
Mm ttnW. ÄS LA yi vamiethev. SrSrüngn, LirWah! t Zwei kleine FamtltenÄK ft» iH mit Zubehör zu »mniuir __________ ReueMi K. Zwei ineinandergehenbe uk: imer im mittleren Stock p :<
9. Leib, »erpüe ____________Kirchstrch. Schon möblirtti Bimmc..:
W.PM neben
Schönes möbl. Ztm^ ______Wi_. 'Möbl. Parterre-M' , Marburg
Ein tfteundlicheS B
Lindcchla« 'k
-SM
MtSB?
*


