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6e fimbigt an, tt witbt le Bestechung in btt at^lGStn weide, in der V Md die Wiederan, n. Sämmtliche Zeitungs- dung vor die Panama- abzulehnen. Eine neue wegen Betrugs und S?cr- ben.
Figaro" setzt seine Ver- 5m Jahre 1886 sei Herz Herr der Lage gewesen; gegen Zahlung von zehn tct über bie Panamaloose was f/efleps angenommen >as Prostet ab, trotzdem hn Millionen, er erhielt 10t Reinach die Bestechung n, was Lesseps ebensallS ! Entwurfes forderte Herz der Enthüllung der Be- if Reinach im Juni und Januar 1889 und Januar er übrigen vier Millionen. ri( 1888, daß Reinach iep§ erhaltet, habe, wovon t§ der Drohungen Herz's ung Stephane die Liste, rden. Er sandte die Liste ieselbe Herz zuzustellen, inachs ganzes Vermögen, klärte bei dem Empfange die Republik werde den
Die Regierung denke auszulöseu.
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besserlich, durch feine Träumereien, Einbildungen und Phantastereien in die wunderlichsten Situationen gerätst. Von seinen verschiedensten Abenteuern bringt ihn namentlich oas mit der Beduinentochter Anitra, die ihn durch ihr ganzes Gebühren in den größten Sinnentaumel zu versetzen weiß, außer aller Fassung. Grieg hat mit der musikalischen Illustration von vier solcher ©eenen, darunter Anitras Tanz, einen glücklichen Wurs gelhan. Das Orchester spielte flott imb gut; nur einmal setzten die ersten Celli bei der oben- Vezeichneten Melodiesührung ungenau ein. Einwandsfrct chön brachten die ersten Violinen dies erste Thema bei bereitendem Pizzicato der übrigen Streicher. Einen würdigen Schluß fand der orchestrale Theil des Coneerts mit Beethovens 4. Symphonie in B-dur. Die Einleitung mit ihren pp gezogenenen woll-Terzengängen der Streicher, )q5 von den Bläsern gehaltene b als „liegende Stimme" ,>azu macht auf den Hörer einen düsteren Eindruck, bis in einem Allegro vivace die heiterste Laune zum Durchbruch ■ ammt, die denn auch im ganzen Satz neben nur einem sentimental angehauchten Motiv, die Oberhand behält. Meisterhaft intonirte im ersten Theil das Fagott das dritte Motiv der Schlußgruppe (weniger gut dieselbe Stelle in der Reprise des zweiten Theils). Von packender Wirkung war hie Wiedergabe des Diminuendo kurz vor Schluß der Durchführung, sowie das ppp der Streicher auf einem Fis-dur- Llccord, nach dem die Pauke erst mit leise verhallendem, bann mit immer mächtigerem und eindringlicher redendem Wirbel die Instrumente zu einem Tutti in der Reprise znsammenruft. — Aus dem zweiten Satz möchten wir den (mleitcnben innigen Gesang der ersten Geige und das zweite Thema hervorheben, das von dem ersten Clarinettisten unvergleichlich schön vorgetragen wurde. — Ungetrübter Frohsinn ist die Physiognomie des dritten Satzes, dessen liebliches Trio ein etwas ernsteres Thema von Fagott und Oboe anstimmen, durch eine dazwischen hüpfende Violinfigur (in der das sf etwas mehr hätte ausgeprägt werden müssen) unterbrochen und erst in der Wiederholung zum Durchbruch kommen läßt. Voll Heiterkeit und Lust, voll Scherz und Laune, voll ungebundenem, ungespundetem Humor, der sich alles zu sagen und alles zu thun erlaubt, sitzt der letzte Satz. Hier mag man Kretz sch mar verstehen, wenn er die Entstehung der Symphonie mehr einem „Phantasiren und Improvisiren" zuschreibt, als einer aus der Schärfe des Verstandes geborenen Ausarbeitung. Den tollsten Spuk bringt der Schluß, wo athemlos die zweiten Geigen, Bratschen, Fagotte und hinterdrein m drolligen Sätzen der sonst behäbige Contrabaß der leichtfüßigen ersten Geige auf ihrem mit sprudelnden Sechszehntelfiguren genommenen Weg nach- s.fern — für uns Moderne der vertonte musikalische Distance-Lauf. Die Wirkung dieses, mit gutem Effect gespielten Satzes auf das Publikum war eine sichtlich packende; bem Dirigenten, Herrn Musikdireetor Felchner, wie den Ausführenden gebührt die vollste Anerkennung. Als Solistinnen wirkten in dem Concert mit Fräulein Emma 2)ten ft bad; aus Frankfurt a. M. (Sopran) und Fräulein Margarethe Voretzsch aus Halle (Pianosorte). — Wir wollen gleich im Voraus bemerken, daß die Sängerin neben ihrer mitwirkenden Kunstgenossin einen schweren Stand zu behaupten hatte. Fräulein Emma Dienstbad) hat offenbar recht viel gelernt, ihr Vortrag der Spohr'schen Faust Arie, deren vorausgehendes Recitativ im Orchester bedenklich schwankte, bewies dies. Die Stimme ist gut gebildet, geschmeidig und mit einer gewissen technischen Gewandtheit und Geschick sür Coloraturen ausgestattet; die Aussprache ist größtentheils correct, der Ton in der Höhe wohl etwas scharf doch klangvoll, in der Tiefe jedoch von mäßigem Klangvolumen und wenig Rundung. Bei größerer Wärme und Innerlichkeit hätte Fräulein Emma Dienstbach aus den beiden Liedern: „Er ist gekommen", von Franz, und „Ständchen", von Schumann, etwas machen können, so aber hinterließen sie bei dem Publikum wenig Eindruck. Entschieden besser gelang, weil mit mehr ästhetischem Bewußtsein vorgetragen, Beethovens: „Herz, mein Herz, was soll das geben 1" Die Klavierbegleitung lag in der bewährten Hand deS Herrn G. Traut mann, aus Frankfurt a. M., der sich seiner Ausgabe mit gewohntem Geschick entledigte. Die Pianistin Fräulein Margarethe Voretzsch unternahm (wenn wir recht unterrichtet sind) mit ihrem gestrigen hiesigen Auftreten den ersten verhängnißvollen Schritt in die Öffentlichkeit. Ihr Programm umfaßte: Schumanns Concert für Pianoforte und Orchester, sowie drei Solostücke, unter denen Ehopins L-moll-Scherzo das bedeutendste war. Die große Ausgabe, die sich die noch jugendliche Dame mit der Aufnahme des Schumann'fchen Coneertes in ihr Programm stellte, löste sie nach der virtuosen wie künstlerischen Seite hin tadellos. Eine schöne, von Kraft und Sicherheit getragene Technik, unterstützt durch einen klaren, in dynamischer Hinsicht wohldurchdachten Vortrag, alles im Dienste eines feinen, natürlichen Empfindens und eines geläuterten Geschmackes — das unterscheidet die Dame als Künstlerin vor- theilhast von vielen ihrer kunstbefl ssenen Collegen und Eolleginnen. Zarter, glänzender, gefühlvoller können wir uns das Chopin'sche B-moll Scherzo nicht gespielt denken, als es von Fräulein Voretzsch thatsächlich geschehen ist. Daß sich nach dem Schlüsse hin eine gewisse Ermüdung der rechten Hand bemerkbar machte, möge der Dame ein Fingerzeig sein, sich bei einer künftigen Programm-Zusammenstellung nicht zuviel zuzumuthen.
— Theater. „Die Waise aus Lowood", Schauspiel von Charlotte Birch Pfeiffer. Es ist eine merkwürdige Affinität, welche die Stücke dieser Autorin kennzeichnet. Alle oppelliren mehr oder weniger an unser Mitleid, ja fast möchte man sagen, ein gewisser rührseliger Ton ist es, der die Verfasserin überall beherrscht. Auch unser gestriges Stück zeigte diese Symptome. Jane Eyre, eine 16jährige Waise, ißt im Hause ihres verstorbenen Onkels durch dessen Vermächtniß das Gnadenbrod, wird natürlich schlecht behandelt, ja sogar später in ein Waisenhaus gebracht. Vermöge ihrer Talente
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.
3. Woche. Vom 15 Januar bis 21. Januar 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21 500 (incl. 1600 Mann Mtlitä' SterbltLkeitsziffer: 36,96 o/oo bezw. 29.57nach Aussckl.det Ortsfremden.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene
: im
1. Lebensjahr:
vom
2 —15 Jahr:
Diphtherie
5 (1)
—
1
4 (1)
Lungentuberculose
2 (1)
1 (1)
—
1
Acuteentzündliche Erkrankungen der Ath- mungs-Organe
2
1
—
1
Apoplexie
1
1
—
—
Andere bekannte Krankheiten
4 (1)
3 (1)
—
1
Unbef. Todesursache
1
—
1
Summa:
15 (3)
6 (2)
2
7 (1)
31 nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todeslälle tn der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
erwirbt sie sich dort gediegene Kenntnisse unb kommt endlich als Gouvernante in das Haus Lord Rochesters. Hier trifft sie eines Tages mit ihrer Tante und Cousine zusammen, welch' letztere den Lord in ihre Bande geschlagen zu haben glaubt. Dem ist jedoch nicht so, denn jener hat längst erkannt, daß nur die energische, tief angelegte Natur der Jane ihn zu fesseln vermochte. Soweit der Inhalt des Stückes, ein eigentlicher Schluß fehlt, denn was ans Janes Tante und Cousine wird, offenbart die Verfasserin ebensowenig, als den Grund, weshalb Capitain Weptfield auf die Bühne kommt. — Die Titelrolle hatte sich Fräulein Sabine Brünner zu ihrem Benefiz gewählt. Wir haben oft in dieser Saison Gelegenheit gehabt, das künstlerische Schaffen dieser Dame zu bewundern und ihr unseren Beifall zu spenden. Auch die Leistung des gestrigen Abends können wir mit bestem Gewissen unter diese Rubrik einreihen. Sich hütend vor llebertrcibung und doch den Charaeter der Rolle mit markigen Zügen wiedergebend, schuf Frl. Brünner eine Jane Eyre, die sowohl den Jntensionen der Verfasserin des Stückes entspricht, als auch dem weniger gefühlsseligen Beschauer höchst sympathisd) ist. Möge die hochtalentirte Künstlerin auf dem betretenen Wege mit gleichem Muthe und gleicher Schaffensfreude weiterwandeln, ihr wird bann, und davon sind wir fest überzeugt, die höchste Sprosse auf der Leiter ihrer Kunst erklimmbar sein. Daß der Beuefiziantin Gießens Einwohner von ganzem Herzen zugethan sind, das bewies neben den zahlreichen Blumen- spenden nicht zum wenigsten das vorzüglich besetzte Haus, welches sie an ihrem Ehrenabende mit rauschendem Beifall überschüttete. — Die Rolle des Lord Rochester, jenes Sonderlings, der unter einem rauhen Aeußeren ein treffliches Herz birgt, wurde von Herrn Martiensen mit gewohnter Meisterschaft durchgeführt. Vorzüglich war auch Fran Coppo als „Mistreß Reed", ebenso gefiel Fräulein Copp 6 sowohl als „John", wie als „Georgine". Auch die übrigen Mitwirkenden thaten ihr Bestes zum Gelingen der Aufführung.
— Todesfall. Nach einem uns heute zugegangenen Telegramm ist der frühere commandirende General des 11. Armee- eorps, v. Gr o Im an, in Barsdorf (Schlesien) gestorben.
— Verhaftungen. Gestern wurde ein hiesiger Wirth, der vor einigen Tagen nach Verübung einer Urkunden- j sälfchung flüchtig gegangen, in Hamburg aber verhaftet worden war, hier gefänglich eingeliefert. — Verhaftet wurden gestern: 1) ein hiesiger, schon vielfach vorbestrafter Taglöhner wegen Diebstahls und Betrugs; 2) ein fremder Reisender wegen einer zum Nachtheil eines hiesigen Wirthes begangenen Zechprellerei; 3) ein junger Schreibgehilfe wegen eines begangenen Ge Iddieb stahls; 4 ein hiesiger Taglöhner wegen mehrfach begangener Urkundenfälschungen und Betrügereien, reffen Ehefrau und ein Schreitterlehrlltig wegen Beihilfe hierzu; 5) ein Mensch wegen Obdachlosigkeit und 6) ein hiesiger Taglöhner wegen Ruhestörung.
— Ausgetissen. Der wegen Urkundenfälschung verhaftete Wirth war gestern Abend von der Polizeiwache aus flüchtig gegangen und zwar hatte er seinen Weg durch das Fenster genommen. Dem Criminal-Schutzmann Weiß gelang es indeß bald, den Flüchtling wieder einzuholen und in das Polizeigefängniß zu verbringen.
— Ernennungen. Ernannt wurden am 12. dss. Mts. der Heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen Ludwig D ern zum Locomotiosührer, — der Hilssheizer Carl Schäfer aus Gießen zum Heizer bei diesen Bahnen, beide mit Wirkung vom 1. Februar l. I.
△ Mainz. 24. Januar. Seit heute beginnt der Rh ein hier sehr bedeutend zu steigen. An verschiedenen Stellen quillt das Wasser bereits aus der Eisdecke hervor. Das Betreten der letzteren ist polizeilich seit heute verboten, deß- ungeachtet sieht man noch immer Personen den Strom überschreiten. — Die infolge des gestrigen heftigen Schneefalls entstandenen großen Verkehrsstörungen sind erst zum Theile gehoben. Die Straßenbahn konnte wegen den Schnee- mafsen ihren Betrieb noch nicht wieder eröffnen, ebenso haben die Außenbahnen auf einzelnen Linien noch mit sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Bahnzüge treffen sämmtlich noch sehr unregelmäßig ein.
A Aus Rheinhessen, 24. Januar. Am vorgestrigen Sonntag gerieten einige junge Burschen von Ingelheim auf dem Eis bei Freiweinheim mit einem Bäckermeister ans Hattenheim in Streit, wobei einer der Burschen den Bäckermeister erschlug.
* Vom Rhein, 24. Januar. Die Gefahr eines Hochwassers im Rheingebiet ist bis gestern Abend nicht gewachsen. Trotz des anhaltenden milden Thauwetters steigt der Rhein nur langsam. Etwas schneller steigen von den Nebenflüssen der Neckar und die Mosel. Gehen die riesigen Schneemasfen, die in Südwestdeutschland liegen, langsam ab, ehe die großen Eisdecken sich in Bewegung setzen, dann dürfte ein ungewöhnliches Hochwasser für diesmal nicht zu befürchten sein. Bei Coblenz treiben Rhein und Mosel kein Eis mehr. Gestern Vormittag trat bei Coblenz wieder leichter Schneefall bei 1 Grad Kälte ein. Unterhalb Düsseldorf hat sich das Wasser einen breiten Durchgang durch das Eis. verschafft und bespült einen großen Theil der Eisfläche, von der sich nach und nach große Schollen ablösen.
Kirchliche Anzeige« her Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Freitag den 27. Januar: Feier des Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers:
Militärgottesdienst in der Stadtkirche Vormittags 93/< Ubr: Pfarrer Dingeldey
Katholische Gemeinde.
Freitag den 27. Januar, am Geburtstage Seiner Maseftät des Deutschen Kaisers:
Vormittags V2IO Uhr: Militärgottesdie nst; Hochamt mit Predigt und De Teum.
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2)
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4)
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Etnzugsgeld fordern. „ , o .
Sobald die Mitglieder der israelitischrn Religions gesell schäft oder doch ein großer Theil derselben in die Rligionsge metnde zurückgetreten sind, löst sich der Vorstand derselben auf und ihr erster Vorsteher und ein zweites Mitglied desselben treten eo ipso in den Vorstand der israelitischen Reltgionsgemeinde ein, so daß dieser künftig, wie tn Darmstadt, Mainz, Worms und Offenbach,
Aufgesprungen^ Lippen, wuude Mundwinkel, wnnde
Nase rote alle wunden Hau'stellen werden am schnellsten durch
Bei Gelegenheit der nahen Vollendung der vergrößerten Synagoge der Religionsgemeinde liegt der Gedanken und der Wunsch nahe, es mochte eine Wiederoeretntgung der Mitglieder der ReligionS- gesellschaft mit derselben stattfi.den. Zu möglichster Erreichung dieses gewiß von Jedem, der es mit ihnen gut meint, erseynten Zieles erlaubt man sied Folgendes in Vorschlag zu bringen.
Allbekanntlich haben ursprünglich nicht religiose, sondern pecuniäre Motive die Trennung veranlaßt. Neu in die Gemeinde elntretenbe Muglieder halten entweder ein, nach ihrem Vermogens- ftanbe gesetzlich noimirtes Einzugsgeld, das nicht leiten sich aus G—800 und mehr Mark belief, zu zahlen, dem sie sich nicht unterwerfen wollten; oder sie mußten neben ihrer übrigen Gemeindesteuer für sich und ihre Flauen 34 Mark Platzgeld bezahlen, wozu sie sich um so weniger verstehen wollten, da sie damit noch nicht einmal aciives und passives Wahlrecht bei Vorstandswahlen erlangten, also noch nicht vollberechtigte Gemeindeglieder roii'ben.
Es ist nicht zu verkennen, daß beiden Bestimmungen eine gewisse Härte innewohnt; der ersteren nicht blos wegen der hohen Geldforderung, sondern auch weil sie oft ein unliebsames Erforschen der Vermögensverhältnisse der Eintretenden erforderlich macht; der zweiten, weil sie die Geringervermögenden tn gleicher Höhe wie die Vermögenden besteuert und dazu noch aus Beiden minderberechligte Gemeinde-Angehörige schafft.
Diesen Mißständen wäre abg bolsen, wenn
Der Vorstand der israelitischen Rellgionsgemeinde mit höherer Genehmigung die Receptionsgelder ermäßigte und etwa in 6 Klassen, zu 25, 50, 100, 200, 300 bis höchstens 400 Mk. festsetzte und es dem Ehr- und Rechtlichkeitsgefühle der Einteetendcn anheim- ftellte, sich selbst einzuschätzen und zu sagen, in welche der sechs Klassen man ihn einreihen solle. Damit wäre aller Willkühr und aller Beschwerde vorgebeugt. Wird doch letzt fast überall Sellbsteinschätzung bevorzugt und gibt es doch unzählige politische und religiöse Gemeinschaften, die von NeueMtretenden gar kein oder doch sehr verringertes
aus 7 Vorstehern besteht. , , , , ... .,
Alle andere Differenzpunkte lassen sich bei beiderseitigem, gewiß vorhandenen gutem Willen leicht ausgleichen, sobald ihr Losungswort: Einigung und Friede ist.
Welchen Vortheil beide Theile von ihrer Vereinigung hatten, bedarf keiner Darlegung. Nicht blos gewännen sie als größere Gesammtgemeinde nach Außen und Innen höheres Ansehen und bei gewissen Vorkommenheiten z. B. bei Erledigung des Rabbinats, größere Bedeutung und größeren, vielleicht Aus- schlag gebenden Einfluß: sie ersparten auch die Aufbringung doppelter Eultusbedürfnisse. Eine Synagoge, Ei» Rabbiner, Ein Cantor, Ein Lehrer, Em Schächter, Ein Organist, Ein Rechner, Ein Gemeindedtener, Ein Friedhof, Ein Kranken - Verein, Ein Beerdtgungsverein, Ein Gesangv rein, Ein Armen-Unterstutzungs- verein usw., welcher Gewinn! Und wie viel besser könnten dann ihre Bediensteten gestellt werden!
Wenn die Vorstände beider Gemeinden mit dem ernsten Vorsatze, deren Wiederoereinigung zu erstreben, zusammentreten und am ®runb des Obigen oder anderer Vorschläge gemeinschastlich ihr Bestes berathen und beschließen, ist unseres Erachtens an gutem Erfolge nicht zu zweifeln. Sie würden damit eine höchstpreiswürdige, ihnen selbst zur Ehre und ihren Gemeinden zum Segen und Heile gereichende That vollbringen.
Jemand, der es mit beiden Gemeinden wohlmeiut!
zur Heilung gebracht. Erhäituch L Do,e Mk. 1. - tn Den Apotheken^)
*) In Gießen: Pelikanapotheke« Myrrhen-Erome ist der patentlrte ölige und verdickte Auszug des Myrrenharzes. s<19
Eingesandt.
Gießen, 25. Januar 1893.
Wie aus bem Protokoll der Stadtverordneten Sitzung vom 19. Januar d. Js. zu entnehmen ist, besteht die Absicht, das vor dem neuen Knabenschulhause liegende Gelände, zwischen der Dloibanlaßc unb Steinstraße zur Bebauung an Private abzugeben resp. fft es dazu vorgeseben. Wenn nun auch aus bleiern ©elänbe für die Stadt ein schöner Erlös (circa 20-25 000 Mark) erzielt werden^ kann, so wird sich doch Jedem die Frage aufwerfen: Wie vertragt sich diese Bebauung mit dem so kostspieligen Schulgebäude?
Einsender dieses hat nun die Meinung, daß 1) das Licht dem Schulhause von der Straßenseite aus ohne alle Beeinträchtigung erhalten bleiben mutz, da es gerade von dieser Seite sein ndthigstes Bedürfniß ist und es nicht, wie man annehmen muß, durch hohe und möglicher Weise eng aneinander gebaute Häuser desselben beraubt werden darf, daß 2) der freie Blick nach dem Gebäude, welches doch einen Schmuck unserer Stadt bilden soll, ganz verloren geht und daß 3) die Verwandlung dieses Geländes in gärtnerische Anlagen keine so große Kosten verursachen dürfte. m , o
Da ohnehin bis jetzt noch kein Mangel an Bauplätzen besteht und man ja siderzeit aus die Verwendung zu Bauzwecken, auch vielleicht zu städtischen Zwecken, zurückkommen kann, glaubt Einsender dieses, daß diese Fiage einer reiflichen Erwägung bedarf und wünscht, daß diese Zetten bei unserem verehrlichen Stadtvorstande nicht unbeachtet bleiben möchten.
An die verehrlichen Vorstände und Mitglieder der israelitischen Religionsgemeinde und der israelitischen Religionsgeselisch af l hier.
fL «1 direkt auS der Fabrik al,° aus erster Hand v ~
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