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«r. 119
Mittwoch ben 24. Mai
1893
Dir Siebente
Der
Stiener Anjrifter erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS.
Gießener ^nreiqerS
Redaction, Expedition und Druckerei:
Kchulflrahe Är.7.
Fernsprecher 5jL
is Gietzen.
AeKersicht
bet Hinnahmen und AnsqaKen im Jahre 1892.
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llrbrrtrag aus 1891
«nahmen.
A u s g a b c n.
llrbrrfra aus 189
JK,
4
1892
Summo
1892
Summa
jt
4
JC
4
je
4
JC
4
JC
4
16,284
79
16,284
79
Kassenbestand......
16,284
79
24,391
42
40,676
21
102,032
59
3,773
581
105,846
17
Rcservefond-Conto ....
—
—.
6
6
—-
235,311
23
24,221
38
259,532
61
Geschäftsanteil Konto . . .
—
—
18,587
28
18,587
28
089,604
9,821
58
15
341,103
5,371
22
27
1,030,707
15,192
80
42
Anlehen Conto ....
Sparcasse-Conto.....
—
—
283,031
4,729
63
36
283,031
4,729
63
36
—
167,325
25
167,325
25
Kontokorrente A.....
86,219
22
220,323
23
86,
306,542
45
190,131
In
437,095
5oi
627,226
95
Kontokorrente B.....
—
438,862
438,862
86
632,319
29 i
632,319
29
Vorschußkonto.....
819,896
32
654,705
1,095,184
—
1,474,601
32
_
_
1,114,513
75
1,114,513
75
Wechselkonto.....
223,294
82
29
1,318,479
11
3,650
14
214,400
98
218,051
12
Girokonto......
—
—
231,212
33
231,212
33
106,659
36
106,659
36
Domicilwechselkonto . . .
—
—
106,659
361
106,659
36
_
3,244
08
3,244
08
Conto des eigenen Hauses der
•2,244
08*
46,244
08
Bank.......
44,000
—
_
_
10,250
____________|
10,250
—
Hauskaufschillings-Conto .
28,950
—
—
—
28,950
—
2,390
78
______________1
2,390
78
Conto des Stieber'schen Hauses
—
2,390
78
2,390
78
86
39
80
39
Mobilien-Conto.....
862
16
1
75
863
91
—
—
1,130
487
10
70
1,130
487
10
70
Ricambiy-Couto.....
Gerichtskostenkonto . . .
438
290
69
97
1,141
586
11
45
1,579
877
80
12
325
93
5,251
47
5,577
40
Gutschriftkonto.....
—
—
144
10
144
10
5,919
36
8,594
63
14,513
99
Konto pro Diverse ....
—
11,240
0«
11,240
07
9,000
_
2,000
11,000
—
Beamten-Pensions-Fonds . .
—
—
—
-
—
_
25,530
71
25,530
71
Konto der ausstehenden Zinsen
25,530
71
25,269
27
50,799
98
1,294
10
1,252
38
2,546
48
Ueberhobener Wechsel-Discont
—
—
1,294
10
1,294
10
19,305
90
22,156
60
41,462
50
Konto der unerhobenen An
29
06
22,333
396
29
06
396
06
396
06
lehens Zinsen ....
Portokassekonto ....
—
—
22,333
396
400
—
400
—
800
—
Rückständige Geschäftsunkosten
—
—
400
—
400
—
_
_
249
249
_
Effecten-Konto.....
Tantieme-Konto.....
53,051
—
53,0;) 1
—
1,051
50
1,120
79
2,172
29
—
—
1,051
50
1,051
°o
4,403
—
—
4,403
—
Effecten-Reservefondkonto
—
—
249
—
249
—
5,238
56
—
—
5,238
56
Dubiosenkonto.....
—
—
—
—
—
18,898
46
—
—
18,898
46
Reingewinn von 1891 . . .
—
—
18,898
46
18,898
46
- ... _
_
11,186
22
11,186
22
Verwaltungskost^ ....
—
—
11,186
22
11,186
22
49
_
_
66,018
49
66,018
49
Zinsen- und Provisions-Konto
—
1 —
66,018
49
66,018
—
—
82,519
142
82,519
42
Gewinn- und Verlust-Konto .
—
—
62,404
1'7
62,404
9 <
1,298,818
168
13,304,942
46
4,603,761
14
1,298,818
68
' 3,304,942
46
4,603,761
14
Attzlak
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oann me Puszia mu yuici Jiuityu, um uem Wcwe uno ocn Pferden. Er hörte im Geiste wieder Cymbal und Geige jauchzen und wimmern — wimmern/ als müsse Jemand sterben ....
„Bei allen Heiligen!" schrie plötzlich die dicke Köchin, „ba ist mir was vorbeigeflogen!"
„Was soll es gewesen sein, Mascha," meinte die Amme, „ein Scheit Holz."
„Nein, es war schwarz und groß und lang — wie ein Mensch und nicht wie ein Scheit Holz," beharrte die Köchin.
„Du hast geträumt, Mädchen, Du hast geschlafen, denn es ist heiß heute," mischte sich der Fuhrknecht ein.
Ein Schuß rollte ins Thal und alarmirte Alles. Der Secretär warf seine Pfeife beiseite, die Mädchen flüchteten sich ins Haus, die Aufseher eilten an das Thor und die Gefangenen horchten gespannt auf.
su-rrl unu utrr Htgeuner fnrrzre zu Dvven. Weiger, nur soim gemischter Schaum stand ihm vor dem Munde, und Arme und Beine zogen sich wie in Krämpfen zusammen. Iwan, der erste Aufseher und auch der erste unter den Verfolgern stürzte sich über den Flüchtling- doch dieser faßte den auf ihn Fallenden an der Kehle und warf ihn von sich. Ein Kampf auf Leben und Tod entspann sich — bis endlich Jovanich an Händen und Füßen gefesselt auf dem Heideboden lag — eine blutige, leblose Masse.
Nach acht Tagen wurde Jovanich vor den Herrn Secretär getragen, der ihn mit einer Fluth von Schimpfworten emfing. „Du Satanßhund, Du Lump, Du miserabler, was soll ich mit Dir anfangen?" Und der Herr Secretär begann sich schier den Kopf zu zerbrechen über die zu verhängende Strafe, als er in dieser Beschäftigung durch eine eintretende Deputation der Gefangenen gestört wurde.
e Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen zeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
nd, haben wir der Großh. Bürgermeisterei Albach ß zur Ausstellung von Gesundheitsscheinen für chafe, Ziegen. Schweine, die von Händlern aus- >en, wieder ertheilt. Insoweit die Ausführung hiere durch andere Personen erfolgt, bedarf es von Gesundheitsscheinen nicht. — Die zur Zeit immung, wonach für den Besuch von Viehmärkten wang besteht, wird hierdurch nicht berührt.
n, den 20. Mai 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. (Sagern.
Deutsches Reich.
20. Mai. Der „Post" zufolge, ernannte der Prinzen Friedrich Leopold zum Commandeur ts Garde-du-Corps.
20. Mai. Noch befinden wir uns nicht auf dem er Reichstagswahlbewegung und schon verschiedenen Seiten allerhand Betrachtungen tpunkt des Beginnes der neuen Reichstagssession, luthmaßlichen Verlauf u. s. w. angestellt. Vor- man indessen alle diese Erörterungen wohl als ichnen, zu ihnen wird es nach dem Vollzüge der 15. Juni noch Zeit genug sein. Auch wissen ldungen bestimmt zu versichern, daß von zu- ite bislang weder über den Tag des Zusammen- euen Parlaments, noch über die Form der ihm interbreitenden Militärvorlage und ebensowenig )erweitige Gestaltung der Deckungssrage schon faßt worden seien.
ein immerhin bedeutsamer Vorgang der Wahl- der letzten Tage erscheint der Beschluß der in ammelt gewesenen Vertrauensmänner der schlesi- nsparrei, den Centrumscandidaten in der Mili- igelegenheit freie Hand zu lassen. Denn dieser kirt eine offenbare Schwenkung in einem Theile s nach der Richtung einer Verständigung mit der der „Militärfrage" hin, und allem Anscheine ;eses Einlenken nicht nur auf die Centrums- Schlesiens beschränkt bleiben. Denn auch in len des Reiches gibt sich unter den Anhängern spartet ein ähnliches Bestreben kund, welches in Wahlkreisen bereits dazu geführt hat, daß zwei didaten aufgestellt worden sind, von denen der
hen," nahm der Führer derselben das Wort, „der Dich geärgert und uns geschändet. Wir haben r so gut wie früher und Du läßt uns nicht mehr -en. Das ist bös, sehr bös, Väterchen! Doch c war ein Neuling und hat uns keine Ehre :r soll nun auch dafür büßen. Ueberlaffe uns ', damit wir ihn züchtigen, denn er hat auch gegen
t Secretär rieb sich das glattrasirte Kinn, pustete, rise und lächelte — man hatte ihn von einer cge befreit.
hr sollt ihn haben — aber macht es gnädig mit
Väterchen, wir werden es gnädig mit ihm
Minuten später drang ein gräßlicher, furchtbarer Hose herauf, während sich der Secretär eine stopfte. Am Abend aber verscharrte man den ußen auf dem Felde. —
i Tage später blätterte der Secretär zufällig in ls er plötzlich einen gurgelnden Laut von sich gab.
fragte er den Schreiber, „wie lange hatte eigenrncy uci Zigeuner zu sitzen?"
„Zwei Jahre, Herr!"
„Zwei Jahre, ganz recht — hier steht es auch. Die zwei Jahre waren aber schon vor vier Wochen um!"
„Brr!"
„Es ist gut, daß er weg ist."
„Ja, das ist gut, Herr."
Und die Braven schrieben weiter. —
Armer Jovanich, armer Zigeuner! Den Diebstahl der „Nirwana" haft Du hart büßen müssen! Und da draußen in der Welt legen Vater Ritscho und Dein Weib noch Mist an die Kreuzwege und hängen Strohhalme und bunte Fäden an die Bäume, damit Du die Truppe findest, wenn Dir die Freiheit wieder scheint ....


